Beim Gepäck hat mich der GT3 positiv überrascht: Es passt erstaunlich viel hinein. Anders als die normalen 911-Modelle ist der GT3 ein Zweisitzer. Ohne Überrollkäfig ist hinten aber so viel Platz, dass dort „locker zwei Kinder Platz hätten“.
Selbst nach dem Einkauf im Supermarkt bleibt auf den Rücksitzen also noch reichlich Platz.
Auch Jacken und Taschen können wir einfach hineinlegen – Platz ist immer noch da.
Mit dem Hebel lässt sich die Rückenlehne nach hinten stellen und der Sitz so aufrichten (allerdings nicht ganz nach vorne umklappen). Das macht das Beladen recht einfach.
Jacken kann man hinter den Sitzen aufhängen. Da dort mehr Platz ist als im zweisitzigen Boxster, geht das besonders bequem.
Und so sieht der Kofferraum aus:
Wir haben eine Autoabdeckung dabei, trotzdem passt ein mittelgroßer Koffer ganz normal hinein. Auch für den Wocheneinkauf mit mehreren Tagen Vorrat sollte der Stauraum ausreichen.
Allerdings wird der Kofferraum des GT3 ziemlich heiß. Auf längeren Fahrten sollte man deshalb mit frischen Lebensmitteln und Spraydosen vorsichtig sein. Laut meinem Mann dringt die Wärme der vorderen Kühler ungehindert in den Kofferraum. Beim Boxster werde es dort nicht so heiß – das sei wohl eine Besonderheit des GT3.
Die Kupplung des GT3 (991.2) ist leichtgängig. Vor der ersten Fahrt dachte ich, dass sie in einem Rennsportwagen bestimmt schwer zu betätigen sei. Tatsächlich ist sie deutlich leichter als die Kupplung im 981 Boxster GTS. Im Alltag wird man davon also weder schnell müde, noch muss man deshalb auf längere Fahrten verzichten.
Beim Anfahren am Berg bin ich allerdings sehr vorsichtig. Wenn ich wie im Boxster nur leicht Gas gebe, würge ich den Motor manchmal ab. Als ich meinem Mann davon erzählte, meinte er:
Ja, das ist tatsächlich nicht ganz einfach. Der Motor ist fast ein reinrassiger Rennmotor. Im Vergleich zum Boxster hat der GT3 bei sehr niedrigen Drehzahlen weniger Drehmoment und vermutlich auch eine etwas längere Übersetzung. Deshalb würde ich beim Anfahren etwas mehr Gas geben.
Wenn die Steigung so sanft ist, dass die Berganfahrhilfe nicht greift, kannst du die Kupplung leicht schleifen lassen, damit der Wagen nicht zurückrollt. Beim Boxster ist es genauso. Aber der Motor spricht unfassbar direkt an – wenn du gedankenverloren plötzlich kräftig aufs Gas trittst, kann das böse enden. (lacht)
Ich muss dieses Gefühl noch besser kennenlernen und üben. Ein Rennmotor ist eben nicht zu unterschätzen!
An diesem Tag zeigte der Bordcomputer einen Verbrauch von 29,9 l/100 km an – das entspricht 3,3 km/l. So einen hohen Verbrauch hatte ich noch nie gesehen! (lacht)
Auf der Autobahn und bei gleichmäßiger Fahrt wäre der Wert natürlich besser. Diesmal waren wir jedoch nur kurze Strecken in der Stadt unterwegs, mit vielen Ampeln und dichtem Verkehr. Unter solchen Bedingungen ist ein so hoher Verbrauch kaum zu vermeiden.
Selbst der Panamera Turbo kommt bei einer ähnlichen Fahrweise auf etwa 4 km/l.
Der Durchschnittsverbrauch seit der Auslieferung liegt allerdings bei 13 l/100 km (7,6 km/l). Laut meinem Mann ist der Verbrauch inzwischen sogar besser als direkt nach der Auslieferung.
Mein Fazit zum 911 GT3 Touring: Er ist alltagstauglicher, als ich erwartet hatte. Für Fahrten zum Supermarkt um die Ecke muss man sich keine großen Sorgen machen.
Der größte Nachteil des 911 GT3 ist für mich allerdings, dass er ein Zweisitzer ist. Im Alltag muss ich meine jüngere Tochter mitnehmen, wenn ich die ältere von der Schule abhole. Dafür brauche ich ein Auto mit mindestens drei Sitzplätzen (wobei es so etwas ja kaum gibt … lach).
Außerdem machen Kinder im Auto früher oder später eine ziemliche Unordnung. Ehrlich gesagt möchte ich sie deshalb nicht allzu oft im GT3 mitnehmen. Im Innenraum des Panamera liegen schon Erde und Dreck im Fußraum, und auch die Ledersitze sind schmutzig geworden.
Wenn es um den Alltag geht, nehmen wir daher meist den BMW 320i: Er bietet Platz für fünf, der Verbrauch ist kein großes Thema, und ein bisschen Schmutz im Innenraum macht nichts aus.
Na ja, solange die Kinder noch klein sind, lässt sich das wohl nicht ändern.
Das war mein Erfahrungsbericht zur Alltagstauglichkeit des 911 GT3 Touring.
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