Porsche Panamera

Porsche Panamera oder Panamera Sport Turismo: 4 Unterschiede im Vergleich und Fazit – Fahrbericht Teil 2

③ Der Motorsound mit und ohne Sportabgasanlage

Viele dürften überlegen, ob sie die Sportabgasanlage bestellen sollen. Mein Mann ist sich sicher: „Mit und ohne Sportabgasanlage unterscheiden sich Klang und Lautstärke grundlegend. Ich würde sie auf jeden Fall nehmen.“ Deshalb vergleichen wir die Version mit Sportabgasanlage und die mit serienmäßiger Abgasanlage anhand von drei Situationen.

1) Beim Starten des Motors

Mit der serienmäßigen Abgasanlage und bei ausgeschalteter Sportabgasanlage sind Lautstärke und Klang beim Starten des Motors nahezu gleich. Beide erwachen mit einem kernigen, typisch nach Porsche klingenden Sound zum Leben. Der Klang mag sich minimal unterscheiden, aber der Unterschied ist so fein, dass er sich nur schwer beschreiben lässt. Im Grunde hört man kaum einen Unterschied.

2) Während der Fahrt

Bei einem Fahrzeug mit Sportabgasanlage sorgt das Einschalten für einen dumpfen, V8-typischen Klang. Auch das Knallen beim Gangwechsel des PDK ist deutlich zu hören. Ohne Sportabgasanlage, also mit der serienmäßigen Abgasanlage, kommt der V8-Sound bei hohen Drehzahlen zwar etwas zur Geltung, im unteren Drehzahlbereich ist der typische V8-Klang jedoch kaum wahrnehmbar. Die Version mit Sportabgasanlage klingt gefühlt 1,3- bis 1,5-mal so laut wie die mit serienmäßiger Abgasanlage.

3) Im Modus Sport und Sport Plus

Mit Sportabgasanlage ist der Klangunterschied zum Normalmodus deutlich hörbar, wenn man Sport oder Sport Plus wählt. Ohne Sportabgasanlage, also mit der serienmäßigen Abgasanlage, ist dagegen kaum ein Unterschied zu hören – auch nicht in den Modi Sport und Sport Plus.

Zusammenfassend meinte mein Mann:

Ein großer Vorteil der Sportabgasanlage ist, dass der Fahrer den Wechsel des Fahrmodus deutlich wahrnimmt. Verglichen mit einer gewöhnlichen Limousine ist aber auch die serienmäßige Abgasanlage schon recht laut. Wer keinen besonders kräftigen Sound braucht oder den V8-Puls und den dumpfen Klang nicht mag, ist damit vollkommen zufrieden.

Das war sein Fazit.

④ Hinterachslenkung

Zum Unterschied zwischen Fahrzeugen mit und ohne Hinterachslenkung sagte mein Mann:

Im Stadtverkehr merke ich außer beim Wenden überhaupt keinen Unterschied. Auch beim langsamen Abbiegen an Kreuzungen, beim Überholen und beim Vorbeifahren konnte ich keinen Unterschied feststellen.

Das kann ich bestätigen. Ich wende im Stadtverkehr ohnehin nie und bemerke im Alltag deshalb fast keinen Unterschied. (Wenn ich nicht wenden kann, gerate ich in Stress – deshalb meide ich solche Straßen möglichst.) Aber wie sieht es auf der Autobahn aus?

Auch bei Spurwechseln und der Fahrstabilität auf der Autobahn habe ich keinen Unterschied gespürt. Ich habe mich voll darauf konzentriert, überhaupt einen zu finden, und bin dafür rund 80 Kilometer gefahren. Vielleicht wäre der Unterschied auf der Rennstrecke oder bei einer deutlich sportlicheren Fahrweise spürbar. Bei normalen Spurwechseln und schnellen Kurven auf der Autobahn habe ich ihn jedenfalls nicht bemerkt. Vermutlich liegt das auch daran, dass der Panamera ohnehin ein sehr leistungsfähiges Fahrwerk hat, wodurch Unterschiede noch schwerer wahrzunehmen sind.

In der Stadt und auf der Autobahn war also kein Unterschied festzustellen. Auf kurvigen Bergstraßen mit engen Kurven, wie dem Royu Driveway, auf dem wir regelmäßig mit dem Panamera unterwegs sind, tritt der Unterschied dagegen deutlich zutage.

Mit dem Normalfahrwerk merkt man kaum einen Unterschied. In den Modi Sport und Sport Plus wird er aber deutlich. Das Einlenkverhalten der Vorderachse ist nicht wesentlich anders, doch die Hinterachse folgt spürbar unterschiedlich. Mit Hinterachslenkung fühlt es sich an, als würde das Heck in der Kurve herumgezogen und ohne Verzögerung folgen. Ohne Hinterachslenkung scheint das Heck einen Moment später nachzukommen.

Das macht sich auch in der Seitenneigung bemerkbar: Je enger die Kurve, desto geringer fühlt sie sich mit Hinterachslenkung an – und tatsächlich ist sie wohl auch geringer, sagte mein Mann. Außerdem wirkt das Auto auf Bergstraßen mit Hinterachslenkung kompakter und agiler, wie er erklärte.

Das ist natürlich eine subjektive Einschätzung. Setzt man den Panamera ohne Hinterachslenkung im Normalmodus als Referenzwert 1 an, ergibt sich auf einer kurvigen Bergstraße ungefähr folgendes Bild. (Damit die Bezeichnung nicht zu lang wird, steht in der Tabelle „RS“ für Hinterachslenkung.)

Ohne RS Mit RS
Normal 1 1,1
Sport 1,1 1,3
Sport Plus 1,2 1,5

Mein Mann war erneut überrascht, wie wendig sich ein Panamera mit Hinterachslenkung im Sport-Plus-Modus fährt: Kaum zu glauben, dass man in einem über fünf Meter langen und zwei Tonnen schweren Auto sitzt. Insgesamt meinte er:

Wer den Panamera als komfortable Limousine für Familie oder Gäste nutzt und nicht sportlich über kurvige Straßen fährt, braucht die Hinterachslenkung meiner Meinung nach nicht unbedingt. Wer mit dem Panamera aber auch Fahrspaß auf kurvigen Straßen sucht oder auf engen Straßen leichter wenden und einparken möchte, macht mit dieser Option nichts falsch.

Das kann ich bestätigen: Mit Hinterachslenkung lässt sich der Wagen unglaublich leicht einparken. Ohne sie wäre ich mir nicht sicher, ob ich den Panamera überhaupt in eine Parklücke bekäme (lacht).

Fazit zum Fahrvergleich

Zum Vergleich zwischen Panamera und Panamera Sport Turismo zog mein Mann folgendes Fazit:

Diesmal habe ich die Unterschiede sehr detailliert betrachtet. Bitte versteht das aber als relativen Vergleich. Wie bei anderen Porsche-Modellen beeinflussen schon kleine Unterschiede beim Reifendruck und individuelle Unterschiede zwischen Fahrzeugen das Fahrgefühl. Dennoch ist klar: Panamera und Sport Turismo haben eine leicht unterschiedliche Fahrwerks- und Charakterabstimmung.

Sowohl der Panamera als auch der Panamera Sport Turismo haben ein sportwagentypisch straffes Fahrwerk und bewahren das typische Porsche-Fahrgefühl. Gleichzeitig bieten beide eine beeindruckend hohe Fahrstabilität bei hohem Tempo und Kurvenperformance, die ihre Größe vergessen lässt. Deshalb steht fest: Ganz gleich, ob man einen Panamera oder einen Sport Turismo kauft – man bekommt Fahrdynamik auf Weltklasseniveau und den unverwechselbaren Reiz eines Porsche.

Wichtiger ist die Frage, welche Erwartungen man an den Panamera hat. Im Vergleich zu einer Mercedes-Benz S-Klasse oder einem Mercedes-AMG S 63 verfolgt er eine ganz andere Philosophie. Wer ihn als ultraluxuriöse Limousine für mehr als 25 Millionen Yen kauft, könnte daher eine Diskrepanz zu den eigenen Erwartungen erleben.
Wer einen Panamera Turbo kauft, sollte sich bewusst sein, dass man einen 911 Turbo oder GT3 mit vier oder fünf Sitzen und deutlich mehr Luxus erwirbt. Mit dieser Erwartung dürfte der Panamera die eigenen Ansprüche voll erfüllen. Wer die richtige Vorstellung davon hat, was der Panamera sein will, wird den Kauf kaum bereuen.

Das war sein Fazit. Tja … nach diesem detaillierten Fahrvergleich kommt mir mein eigener Bericht von neulich ganz schön oberflächlich vor (-_-). (Aber löschen wäre auch schade …) Bevor man sich also fragt: „Soll ich einen Panamera oder einen Panamera Sport Turismo kaufen?“, sollte man sich zunächst überlegen:

„Was erwarte ich von einer Luxuslimousine?“
Das scheint der Schlüssel zu sein, um beim Panamera-Kauf die richtige Entscheidung zu treffen.

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