Porsche Owners File

【Porsche Owner File #7】Porsche Panamera 4 E-Hybrid (971): Kauf, Ausstattung und Fahrbericht

④ Verbrauch

Ein Händler, der ebenfalls einen Panamera 4 E-Hybrid fährt, erzählte mir, dass er damit täglich etwa zehn Kilometer zur Arbeit und wieder nach Hause fährt. Nachdem er im April mit dem Auto losgelegt hatte, tankte er zum ersten Mal im Oktober – also nach einem halben Jahr! Der Händler hat allerdings auch eine Schnellladestation.

Mein Arbeitsweg ist mit rund 30 Kilometern deutlich länger. Im E-Modus reicht die elektrische Reichweite gerade so für eine Strecke; außerdem gibt es an meinem Arbeitsplatz keine Lademöglichkeit. So wie der Händler kann ich das Auto also nicht nutzen. Für manche dürfte es aber durchaus möglich sein.
Mein Panamera zeigt derzeit einen Verbrauch von etwa 15 km/l (35 Meilen pro Gallone) an. Mit einer zurückhaltenden Fahrweise sollte sich die Reichweite noch steigern lassen. Im Moment kann ich der Versuchung allerdings nicht widerstehen, im Sportmodus ordentlich aufs Gas zu treten (lacht).

⑤ Fahrkomfort und Fahreindruck

− Sportlichkeit und Komfort in perfekter Balance

Die Karosserie fühlt sich sehr steif und solide an. Das Luftfahrwerk stelle ich meistens auf die mittlere Stufe. Im Stadtverkehr merke ich die Vorteile des Sport-Plus-Modus mit straffer und tieferer Abstimmung eigentlich nur, wenn ich mit mehr als dem erlaubten Tempo eine Autobahnauffahrt oder eine Kreuzung durchfahre.
Im E- und Hybrid-Modus ist der Fahrkomfort entspannt. Ich bin noch nie ein Auto gefahren, das Sportlichkeit und Komfort so überzeugend miteinander verbindet.

− Abstandsregeltempostat

Beim Fahrkomfort geht es nicht nur um Motor, Handling und Fahrwerk, sondern auch um die Assistenzsysteme. Hier vergleiche ich den Panamera mit meinem Volvo XC90. Der Abstandsregeltempostat mit Stauassistent ist ausgesprochen praktisch. Auf langen Autobahnfahrten mit gleichbleibendem Tempo und im Stau möchte ich ihn nicht missen.
Die Sensoren des Panamera arbeiten sehr zuverlässig. Volvo hat in diesem Bereich ebenfalls einen ausgezeichneten Ruf, aber der Porsche steht dem in nichts nach. Ob der Wagen nach einem Überholmanöver wieder auf das eingestellte Tempo beschleunigt oder bei einem einscherenden Fahrzeug verzögert: Stress entsteht dabei kaum.

Spurhalteassistent

Nun zum Spurhalteassistenten. Mina schrieb in ihrem Blog, dass das Auto dazu neige, nach rechts zu ziehen. Bei mir ist das bislang nicht so; es scheint die Spurmitte zu halten. Manche mögen das ungewohnte Gefühl beim Eingreifen des Systems nicht. Beim Volvo war der Lenkeingriff jedenfalls deutlicher und wirkte auf mich öfter etwas künstlich.
Gerade deshalb gefällt mir der zurückhaltende Eingriff des Spurhalteassistenten im Panamera.

Ein Punkt ist mir allerdings aufgefallen: An Kreuzungen korrigiert das System manchmal leicht, obwohl es dafür keinen ersichtlichen Anlass gibt. Ob ich mir das nur einbilde oder was dahintersteckt, kann ich noch nicht sagen. Wenn man die Fahrbahnmarkierung überfährt, ertönt außerdem ein Warnton. Eine Vibration im Lenkrad fände ich hilfreicher als den Signalton.

⑥ Die Meinung meiner Familie

Sowohl das Design als auch das Fahrverhalten kommen bei meiner Familie gut an. Die Kinder sagen: „Der ist viel besser als der Maserati Ghibli.“ Dafür gibt es zwei Gründe: Er ist leise, und die Rücksitze sind bequem. Offenbar war ich der Einzige, der den sonoren Motorensound des Maserati genossen hat … Auch die Rücksitze sind tatsächlich komfortabler als im Maserati. Sie bieten mehr Platz und sind weicher gepolstert – ein Plus für die Mitfahrenden.


(Links: Maserati Ghibli, rechts: Panamera. Im Panamera ist die Beinfreiheit deutlich größer, und es ist weniger wahrscheinlich, dass die Sitze von den Kindern mit den Füßen verschmutzt werden.)

⑦ Meine Lieblingsdetails

Besonders gut gefallen mir die marsalafarbene Innenausstattung und die acidgrünen Bremssättel. Bei der Innenausstattung sind Sitze, Lenkrad und Mittelkonsole einheitlich in Marsala gehalten. Der elegante, gedämpfte Farbton wirkt je nach Lichteinfall burgunderrot oder leicht braun. Er vermittelt einen hochwertigen, zugleich sinnlichen Eindruck – genau mein Geschmack.


Die acidgrünen Bremssättel machen auf den Hybridantrieb aufmerksam und setzen zugleich einen farblichen Akzent. Auch deshalb gefallen sie mir besonders gut.

⑧ Sonstiges

Da dies mein erster Plug-in-Hybrid ist, finde ich es spannend, zu Hause an der Garagenwand eine Ladestation zu haben und das Auto nach jeder Fahrt anzuschließen. In den USA liegt die übliche Netzspannung bei 110 Volt. Damit dauert eine vollständige Ladung etwa 13 bis 14 Stunden. Man kann aber auch eine 220-Volt-Steckdose installieren lassen – damit ist der Akku in drei bis vier Stunden geladen. Da ich das Auto nicht besonders schnell laden muss, halte ich eine solche Installation bei einem Plug-in-Hybrid für nicht unbedingt nötig, anders als bei einem reinen Elektroauto wie einem Tesla.


(Diese Art von Ladestation wird nur mit zwei Schrauben befestigt und lässt sich einfach selbst montieren.)

Rechts am Lenkrad befindet sich außerdem eine Taste mit Rauten-Symbol, der verschiedene Funktionen zugewiesen werden können. Ich habe sie mit der Funktion „LIFT“ belegt, mit der sich die Bodenfreiheit erhöhen lässt. So kann ich vor einer Bodenwelle oder einer steilen Auffahrt in einem Parkhaus die Karosserie per Knopfdruck anheben. Das verringert die Sorge, mit dem Unterboden aufzusetzen, und ist sehr praktisch.

5) Welche Optionen ich beim nächsten Porsche unbedingt wieder wählen würde

Auch wenn es keine Option ist: Ich möchte weiterhin einen Plug-in-Hybrid fahren und in Zukunft vielleicht einen vollelektrischen Porsche. Auch die Gerüchte um einen Hybridantrieb im 911 machen mich neugierig. Reichweite, Elektromotorleistung und Gewichtsreduzierung – in diesem Bereich wird sich noch viel tun. Ich möchte die technischen Fortschritte gern selbst erleben.
Bei einem langen Panamera halte ich die Hinterachslenkung für unverzichtbar. Auch die Assistenzsysteme sind für mich ein Muss; besonders im Stau sind sie eine große Hilfe.

6) Was mir weniger gefällt

Bremsen

Ein Punkt, der mir aufgefallen ist, sind die Bremsen. Mina schrieb in ihrem Artikel, dass Porsche-Bremsen quietschen können und sehr kräftig zupacken. Die Bremsleistung des E-Hybrid ist natürlich hervorragend. Weil beim Bremsen jedoch Energie zurückgewonnen wird, fühlt sich das Pedal beim Treten etwas weniger direkt an. Die Bremsen des Ghibli packten deutlich kräftiger zu; im Vergleich dazu wirkt die Abstimmung des Panamera sanfter.
Das ist vielleicht ein Nachteil. Andererseits gefällt mir der Gedanke, beim Bremsen Energie zurückzugewinnen und für die nächste Beschleunigung zu nutzen – fast wie in der modernen Formel 1 oder im Porsche 919. Ein Quietschen ist bei meinem Auto bislang übrigens nicht aufgetreten. Ob das an einem individuellen Unterschied oder am E-Hybrid liegt, kann ich nicht beurteilen. Wenn ich überhaupt etwas bemängeln soll, dann die Bremsen.

Smartphone-App

Über die iPhone-App lassen sich Funktionen wie Vorklimatisieren und Vorheizen steuern. Die Verbindung ist allerdings nicht immer stabil, und die Meldung „Connection error“ erscheint recht häufig.


(Rechts: Zwischen dem PCC-Server und dem Auto erscheint häufig die Meldung „Connection not available“.)

7) Mein Fazit

Ich wollte unbedingt den 4 E-Hybrid – und bin rundum zufrieden. Jeden Tag aufs Neue beeindruckt mich, wie überzeugend sich Sportlichkeit und Komfort auf diesem Niveau verbinden lassen.
Der Panamera 4 E-Hybrid ist ein Auto, das je nach Stimmung und Situation alle glücklich machen kann. Wenn ich allein das typische Porsche-Fahrerlebnis genießen möchte, wähle ich den Sportmodus. Mit der Familie fahre ich im Hybrid- oder E-Modus entspannt und leise. Und manchmal möchte ich auch allein ganz ruhig unterwegs sein – schön, dass der Panamera sich ebenso darauf einstellen lässt.

Letztlich ist Porsche aber vor allem für sportliches Fahren bekannt. Im Panamera E-Hybrid spürt man die Geschwindigkeit, die technische Kompetenz und die hohe Zuverlässigkeit, die Porsche mit dem 919 bewiesen hat.

8) Was bedeutet Porsche für dich?

Eine Begegnung mit dem Unbekannten

Ich bin kein Porsche-Experte, und der Panamera ist das erste Porsche-Modell, das ich selbst gefahren bin – nämlich seit seiner Auslieferung. Ich bin gespannt, was mich noch erwartet.

〘Das sagt die Blogbetreiberin〙
Dass man in den USA die Rücksitzanlage 2+1 bestellen kann, macht mich wirklich neidisch. SNs Bericht hat mir außerdem gezeigt, dass Porsche trotz aller Weiterentwicklung immer ein Sportwagen bleibt. Jetzt würde ich selbst gern einmal einen Hybrid fahren. Vielen Dank, SN!

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