Clarkson lobt den 992.2 GT3 Touring – auch ich sehe ihn als „GT3 für die Straße“
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Clarkson hat den 992.2 GT3 Touring gewählt

photo by Porsche Newsroom
Ausgerechnet Jeremy Clarkson hat sich für einen Porsche entschieden.
Bei den News UK Motor Awards 2026 kürte er den 911 GT3 Touring zu seinem persönlichen „Car of the Year“. Laut Berichten von Porsche GB und whichnewcar soll es das erste Mal sein, dass er diese persönliche Auszeichnung an einen Porsche vergibt.
Im Bericht wird zwar keine Modellnummer genannt, doch der Preis von 158.200 Pfund, die Leistung von 510 PS und die Modellnummer 992822 im britischen Konfigurator lassen darauf schließen, dass es sich um den aktuellen 992.2 GT3 Touring handelt. Eine andere Generation als der 991.2, den ich früher besessen habe.
Clarksons Urteil: „Die Lenkung ist perfekt. Die Gangwechsel sind so angenehm, dass ich bei jedem Zurückschalten unwillkürlich vor Vergnügen aufgestöhnt habe. Leistung gibt es mehr als genug. Er ist schnell, aber nicht beängstigend. Das ist nicht einfach nur ein Sportwagen. Es ist der beste Sportwagen, den ich je gefahren bin. Und bei 158.200 Pfund ist er nicht völlig absurd teuer. Der Wagen, den ich gefahren bin, kostete mit einigen Extras wie Sitzen und Rädern allerdings 203.700 Pfund. Zu teuer? Nein, keineswegs.“ Sein Lob gilt also allem – von der Lenkung über das Getriebe bis hin zum Preis.
Mein Maßstab: der 991.2 – und mein Fazit vom Mai

911 GT3 Touring
Mein Maßstab wurde vom 991.2 geprägt.
Ich besaß einen 991.2 GT3 Touring: mit Sechsgang-Handschaltung, Lackierung in Kreide und PCCB-Bremsanlage. Ich war damit auf dem Suzuka International Racing Course und dem Okayama International Circuit unterwegs – und habe auch schon bereut, mich für die Version ohne feststehenden Heckflügel entschieden zu haben. An seiner technischen Perfektion gab es nichts zu rütteln.
Das Fazit meines Artikels vom Mai – entscheidend sei die „Summe des Fahrspaßes“ – beruhte vor allem auf meinen Erfahrungen mit dem 991.2. Im Stadtverkehr bleibt das Potenzial des GT3 meist ungenutzt, was frustrieren kann. Auf einer kurvenreichen Strecke unter idealen Bedingungen ist sein Fahrerlebnis zwar außergewöhnlich, doch dieser Höhepunkt ist nur von kurzer Dauer. Ein normaler 911 bietet bereits im Grundzustand ein sehr hohes Niveau. Ich schrieb: Wer hauptsächlich mit 60 bis 70 km/h unterwegs ist, hat mit dem normalen 911 eindeutig mehr Freude. Denn ein höher positioniertes Modell ist nicht automatisch in jeder Hinsicht besser als das darunterliegende.
Beim 992.2 sieht die Sache anders aus: Übersetzung, Fahrwerk und mehr Alltagstauglichkeit
Beim 992.2 sieht die Sache allerdings anders aus.
Zunächst ist die Übersetzung kürzer, sodass sich der GT3-Motor auch bei niedrigen Geschwindigkeiten besser genießen lässt. Ein großer Teil der Frustration, die ich im Mai beschrieben habe, kam daher, dass der Motor auf öffentlichen Straßen kaum in seinen idealen Drehzahlbereich kam. Dass diese Hürde nun niedriger liegt, macht einen deutlichen Unterschied. Hinzu kommt das Fahrwerk: Der Komfort hat sich spürbar verbessert, und die Abstimmung ist auch auf der Straße gut nutzbar. Vom Fahrgefühl her erinnert mich das an den 718 Spyder RS, den wir derzeit zu Hause haben.
Trotzdem ist der GT3 klar straffer abgestimmt als ein Carrera. Doch auch mit diesem Vorbehalt ist der 992.2 ein deutlich alltagstauglicher gewordener GT3. Nicht nur seine Leistungsspitze, sondern auch seine Alltagstauglichkeit rückt näher an den GT3 Touring heran. Deshalb kann ich Clarksons Urteil, er sei der „beste Sportwagen“, für das aktuelle Modell nachvollziehen. Seit meinem Artikel im Mai, der noch von meinen Erfahrungen mit dem 991.2 geprägt war, hat sich meine Haltung klar in Richtung Zustimmung verschoben.
Wer wirklich jeden Tag fährt, ist mit dem Carrera besser bedient

992 Carrera T
Trotzdem bleibt die Frage, welches Modell im direkten Vergleich besser passt.
Der 992.2 GT3 Touring eignet sich für Menschen, bei denen das Fahren selbst im Mittelpunkt steht. Wer gezielt die Momente sucht, in denen die Bedingungen stimmen, bekommt mit ihm sowohl eine außergewöhnliche Leistungsspitze als auch mehr Alltagstauglichkeit in einem Auto. Auch wenn er zugänglicher geworden ist, bleibt er ein GT3 – und passt am besten zu denen, die seine straffe Abstimmung und Direktheit schätzen.
Anders sieht es aus, wenn der Alltag überwiegend aus dem Mitrollen im Verkehr bei 30 bis 70 km/h besteht. Beim Komfort und beim ohnehin hohen Grundniveau hat der normale Carrera weiterhin die Nase vorn. Der 992.2 hat den Abstand zum GT3 Touring zwar spürbar verkleinert. Wer aber wirklich jeden Tag fährt, ist im direkten Vergleich meiner Meinung nach mit dem Carrera besser bedient.
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