Mein Mann hatte kürzlich die Gelegenheit, den AMG C 63 S Edition 1 eines Bekannten Probe zu fahren. Hier teilt er seine Eindrücke – viel Spaß beim Lesen!
K., ein langjähriger Bekannter und Besitzer eines 718 Boxster GTS, hatte sich einen AMG C 63 S Edition 1 gekauft. Diesmal durften wir uns den Wagen ansehen – und mein Mann bekam die Gelegenheit zu einer Probefahrt.
Was meine eigene Mercedes-Erfahrung angeht, hatte ich bereits einen SLK 350 der Baureihe R171, einen SL 500 der Baureihe R129 und ein AMG S 63 Coupé. Das AMG S 63 Coupé habe ich als ausgesprochen luxuriöses, komfortables und zugleich schnelles Auto in Erinnerung. Den C 63, sozusagen den kleinen Bruder des S 63, war ich dagegen noch nie gefahren. Umso mehr freute ich mich auf diesen Tag.
Kurz nach der vereinbarten Zeit bog der AMG C 63 S mit dem sonoren V8-Grollen um die Ecke. Die schwarze Karosserie harmonierte perfekt mit den mattschwarzen Rädern, die rundum mit einem roten Streifen verziert waren – ein Detail, das gerade im Trend liegt. Auch die roten Akzente im Kühlergrill passten hervorragend dazu.
Der Innenraum ist standesgemäß luxuriös ausgestattet. Selbst das Armaturenbrett ist mit Leder bezogen und hebt sich damit deutlich von einem normalen C-Klasse-Modell ab. Handschuhfach und Mittelkonsole im Fond sind dagegen nicht beledert, sondern aus Kunststoff gefertigt. Mit Leder wären auch diese Bereiche noch schicker – vielleicht gibt es dafür ja eine optionale Ausstattung?
Dennoch hinterlassen das leicht rötlich schimmernde Carbon und die großzügig verwendeten Aluminiumelemente einen hochwertigen Eindruck. Haptik und Materialanmutung im gesamten Innenraum sind ausgezeichnet.
Die Sitze sind zwar etwas eng geschnitten, aber die Sitzfläche ist schön dick gepolstert und ausgesprochen bequem. Bei manchen sportlichen Mercedes-Modellen – etwa dem E-Klasse Coupé der Vorgängergeneration oder dem SLK – waren die Sitzflächen auffallend dünn. Auf längeren Fahrten tat mir dadurch manchmal das Gesäß weh. Im C 63 S dagegen sitzt es sich ausgesprochen gut.
Auch der Seitenhalt ist überzeugend. Der Sitz ist weder zu groß noch zu klein und passt für meine Körpergröße von rund 177 Zentimetern perfekt. Im Vergleich dazu wirken die Sitze im Panamera etwas dünn und groß.
Wie ich erfuhr, handelt es sich bei diesem Wagen um das Sondermodell Edition 1, das mit speziellen AMG Performance-Sitzen ausgestattet ist.
Der Fond ist zwar nicht großzügig bemessen, bietet Erwachsenen aber ausreichend Platz. Selbst mit meiner Körpergröße stoßen die Knie nirgends an, sodass man bequem sitzen kann.
Zunächst fahre ich im Comfort-Modus los. Angesichts der zuvor genannten Leistungsdaten – 510 PS bei 5.500 bis 6.250 U/min und 700 Nm zwischen 2.000 und 4.500 U/min – hätte ich nicht erwartet, dass sich der Wagen so normal und unkompliziert fahren lässt. Im Vergleich zu älteren Mercedes- und Porsche-Modellen spricht das Gaspedal etwas leichter an, doch daran gewöhnt man sich schnell.
Das Fahrwerk ist eindeutig straff abgestimmt. Bei starken Unebenheiten sind deutliche Geräusche und Vibrationen zu spüren, doch wie bei modernen Hochleistungssportwagen werden die Schläge gut abgefedert. Sie gehen also nicht ungefiltert durch Mark und Bein. Auf gutem Asphalt fährt sich der C 63 S dagegen ganz komfortabel wie eine normale C-Klasse.
Genau darin unterscheidet sich der Wagen von einem S 63. Der S 63 versucht stets, Vibrationen und Geräusche möglichst vollständig auszublenden – die beiden Modelle sind also klar voneinander abgegrenzt.
Beim Handling hatte ich mir vom C 63 S ein deutlich direkteres Gefühl erwartet. Im Comfort-Modus lenkt er sich jedoch typisch Mercedes: Er folgt präzise dem Lenkeinschlag. Vom Einlenken bis zum Kurvenausgang bleibt ein Hauch Spiel, während der Wagen sauber seiner Linie folgt.
Während der Fahrt fällt vor allem die enorme Steifigkeit der Karosserie auf – oder besser gesagt: ihre kompakte, massive Geschlossenheit. Dieses Gefühl ist beeindruckend. Ich bin schon einige Autos mit ähnlich steifer Karosserie gefahren, doch der C 63 S gehört in dieser Hinsicht sicherlich zur Spitzengruppe. Man fühlt sich, als säße man in einer festen Schale, an deren vier Ecken die Räder sitzen.
Am stärksten ist mir am C 63 S genau dieses Gefühl der kompakten Geschlossenheit in Erinnerung geblieben.
Die daraus entstehende Sicherheit, der gute Seitenhalt und die angenehm eng anliegenden Sitze bilden eine stimmige Kombination. Das fühlt sich richtig gut an. Tritt man kräftig aufs Gas, schiebt der C 63 S mit seinem satten Drehmoment kraftvoll nach vorn.
Page: 1 2