Ein Luxusauto beim Importhändler kaufen: Von der Bestellung bis zur Auslieferung

Der Produktionstermin steht fest

Einige Monate nach der Bestellung steht der Produktionstermin fest – und die Auslieferung rückt endlich in greifbare Nähe. Wenn der Termin bestätigt ist, meldet sich unser Ansprechpartner Herr H. immer umgehend. Ich habe allerdings gehört, dass nicht alle Verkäufer von sich aus Bescheid geben. In diesem Fall ist es wohl sinnvoll, regelmäßig selbst nachzufragen.

Auch hier kommt es auf den Zeitpunkt an: Bei Porsche beginnt das neue Modelljahr meist im Sommer, etwa im Juli oder August. (Das Modelljahr ist nicht dasselbe wie das in Japan im Fahrzeugschein angegebene Jahr.) So gehören etwa Modelle, die ab Sommer 2019 produziert werden, bereits zum Modelljahr 2020.

Bei Autos wie Porsche-Modellen gibt es jedes Jahr kleinere Verbesserungen. Deshalb kann sich die Ausstattung selbst bei ein und demselben Modell je nach Produktionsjahr – also Modelljahr – leicht unterscheiden. Man könnte es eine noch kleinere Modellpflege innerhalb der Modellpflege nennen.

Deshalb stimmen das bei der Auslieferung im Fahrzeugschein eingetragene Jahr und das Produktionsjahr beziehungsweise Modelljahr häufig nicht überein. Unser Panamera Turbo hatte im Fahrzeugschein das Jahr 2017 stehen, wurde aber im Modelljahr 2018 gebaut. (Außerdem soll das Porsche-Werk im Sommer für eine gewisse Zeit geschlossen sein, sodass die Produktion dann ruht.)

Aus diesen Gründen kommt es auch öfter vor, dass sich der Preis zwischen Bestellung und endgültiger Abrechnung ändert. Beim Boxster GTS und beim Panamera Turbo lag der Preis am Ende jeweils etwa 200.000 bis 300.000 Yen über dem Betrag, der bei der Bestellung genannt worden war.

Als ich damals sagte: „Moment mal – warum denn!? Ich dachte, wir zahlen den Preis, der bei der Bestellung vereinbart wurde! Ist es nicht seltsam, dass der Preis wegen Änderungen auf Herstellerseite steigt?“, erklärte mein Mann:

Ja, das stimmt schon. Aber bei Porsche ist das eben so. Bei der Bestellung wurde das auch erklärt. Entscheidend ist letztlich der Preis bei der Auslieferung. Durch zwischenzeitliche Preiserhöhungen oder Änderungen der Ausstattung kann sich der Preis bis zur Übergabe durchaus ändern.

Sobald der Produktionstermin feststeht und der Wagen in die Fertigung geht, dauert es offenbar ungefähr einen Monat, bis er fertig ist. (Je nach Modell kann das etwas variieren.)

Die letzten Formalitäten beim Händler

Wenn die Produktion abgeschlossen ist, erledigt man beim Händler die letzten Formalitäten. Dazu bringt man die benötigten Unterlagen wie den Nachweis über einen Stellplatz mit, prüft den endgültigen Kaufpreis und unterschreibt beziehungsweise siegelt die Bestellunterlagen des Händlers. Trotzdem sagt mein Mann zu diesem Zeitpunkt immer noch: „So richtig kann ich mir noch nicht vorstellen, dass der Wagen bald da ist.“

Solange man das Auto nicht selbst gesehen hat, fühlt es sich wohl noch nicht ganz real an. Beim GT3 sagte er sogar:

„Selbst als ich das Auto vor mir gesehen habe, konnte ich es noch nicht richtig fassen. Es fühlte sich an wie das Auto von jemand anderem.“

Transport und Ankunft beim Porsche-Händler

Sobald das Auto fertig produziert ist und vom Band läuft, wird es per Schiff von Deutschland zum Hafen Toyohashi in Japan gebracht. (Angeblich werden alle Porsche dort entladen.)

Die Überfahrt nach Toyohashi dauert etwa anderthalb Monate. Wer nicht so lange warten möchte, kann den Express-Auslieferungsservice „Air Delivery Service“ nutzen, bei dem das Auto eingeflogen wird. Damit kann die Zeit vom Verlassen des Werks bis zur Auslieferung im günstigsten Fall auf nur eine Woche verkürzt werden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels kostete der Service allerdings 600.000 Yen zusätzlich. (Quelle: Response: „So schnell ist selbst Porsche noch nie ausgeliefert worden!“)

Nach der Ankunft im Hafen Toyohashi wird der Porsche noch einmal überprüft und anschließend zum jeweiligen Porsche-Händler transportiert. Dort folgen weitere Kontrollen. Sobald das Auto bei unserem Händler angekommen ist, macht Herr H. oft direkt ein Foto und schickt es uns mit einer Nachricht wie: „Er ist gerade angekommen. Als Nächstes geht es zur Fahrzeugaufbereitung und zur Inspektion!“ (Das ist wirklich sehr nett.)

Nach den Werkstattarbeiten und der Fahrzeugaufbereitung dauert es ungefähr eine Woche, bis der Wagen wieder beim Händler ist. Beim GT3 fiel die Zeit allerdings genau vor die Feiertage der Goldenen Woche in Japan. Die Werkstätten machten Pause, sodass die Rückkehr des Autos etwas länger dauerte.

Die Auslieferung

Anschließend stimmt man den Auslieferungstermin mit dem Händler ab – und endlich steht der große Tag fest. Bei uns holt Herr H. uns zu Hause ab, und die Fahrzeugübergabe findet im Porsche-Zentrum statt. Es gibt aber sicher noch andere Möglichkeiten der Auslieferung.

Einen Bericht über die Auslieferung unseres GT3 findet ihr in diesem Artikel:

Zum Schluss hier noch einmal der Ablauf von der Bestellung bis zur Auslieferung unseres 971 Panamera Turbo:

■Anfang März 2017: Bestellung
(Damals hieß es, die Auslieferung sei frühestens im Oktober, vermutlich aber erst im November.)
■August 2017: Produktionsbeginn
(Das Modelljahr war nicht 2017, das Jahr der Bestellung, sondern 2018.)
■Ende September 2017: Geplante Ankunft beim Händler
■Mitte Oktober 2017: Auslieferung

So lief es bei uns ab.

Abschließend meinte mein Mann zur Porsche-Bestellung und Auslieferung:

Wenn man ein Auto individuell bestellt, sollte man davon ausgehen, dass sich sowohl der Preis als auch der Liefertermin noch ändern können. Die Japaner sind bei Lieferterminen ziemlich genau. Wer denselben Maßstab wie bei einer Bestellung eines normalen japanischen Neuwagens anlegt, findet das vielleicht „unmöglich!“ und ärgert sich.

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