Als Nächstes fahre ich den Carrera S. Dieses Exemplar hat zwar schon mehr als 50.000 Kilometer zurückgelegt, ist aber mit PASM, Sportabgasanlage und Sport Chrono Paket ausgestattet.
Der Motor dreht wunderbar hoch und fühlt sich keineswegs an, als hätte er schon mehr als 50.000 Kilometer hinter sich. Es kommt eben auch darauf an, wie ein Auto gefahren wurde. Bei Gebrauchtwagen sagt der Kilometerstand allein nicht alles aus. Der Motor dreht sauber hoch, und bei niedrigen Drehzahlen in der Stadt hat der Carrera S spürbar mehr Drehmoment.
Nicht, dass es dem Carrera ohne S an Leistung fehlen würde. Aber im Carrera macht es besonders viel Spaß, in der Stadt den Sportmodus zu wählen und einen Gang niedriger zu fahren. Der Carrera S hat dagegen schon bei niedrigen Drehzahlen kräftigeren Durchzug und lässt sich deshalb auch ohne diese Extras im Stadtverkehr sehr angenehm und unterhaltsam fahren.
Der erste Eindruck ist eindeutig: Dieser Carrera S bietet einen ausgesprochen hohen Fahrkomfort. Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten federt er satt und vermittelt hervorragenden Fahrbahnkontakt. Vom ersten Meter an rollt er geschmeidig und fühlt sich einfach gut an.
Montiert waren 20-Zoll-Carrera-Classic-Räder mit Pirelli P Zero. Zusammen mit den serienmäßigen Bremsen des Carrera S dürfte das eine der stimmigsten Kombinationen sein.
Auch in Kurven verhält sich das Auto ausgesprochen natürlich: weder übermäßig direkt noch zu weich. Es lässt sich rhythmisch und angenehm fahren, bietet viel Fahrbahnkontakt und vermittelt auch bei höherem Tempo ein sicheres Gefühl. Ehrlich gesagt war dieser Carrera S so überzeugend, dass ich dachte: „Den hätte ich gern.“
Wenn ich einen Kritikpunkt nennen müsste, dann wäre es der Ruck beim Hochschalten unter Volllast und bei hohen Drehzahlen im Sport-Plus-Modus. Für ein PDK war er etwas ausgeprägter als erwartet. Beim Carrera mit 25.000 Kilometern war mir das nicht aufgefallen.
Im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich schaltete das Getriebe sehr geschmeidig. Nur dieser Punkt fiel etwas negativ auf. Möglicherweise hängt der Unterschied mit der Laufleistung von 50.000 Kilometern oder der bisherigen Nutzung zusammen.
Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Sitzen. Beide Fahrzeuge waren mit den serienmäßigen Sportsitzen ausgestattet. Der Carrera hatte jedoch Sitze mit 4-Wege-Verstellung und Teillederbezug, der Carrera S dagegen 14-Wege-Sitze mit Lederbezug.
Im direkten Vergleich ist der Preisunterschied durchaus zu erkennen. Die Sitze haben zwar dieselbe Form, unterscheiden sich durch das Bezugsmaterial aber deutlich in Optik und Haptik. Auch die 4- und 14-Wege-Verstellung macht sich beim Halt und beim Komfort bemerkbar. Zunächst hielt ich die Sitze sogar für die Sportsitze Plus.
Allerdings wurde mir der Unterschied vor allem durch den direkten Vergleich zur selben Zeit so deutlich. Ohne den unmittelbaren Vergleich dürfte man auch mit den 4-Wege-Sitzen kaum etwas vermissen. Der Teillederbezug scheint zudem etwas strapazierfähiger zu sein.
Sportsitze mit 4-Wege-Verstellung im Porsche 911 Carrera der Baureihe 991 (Teilleder)
Sportsitze mit 14-Wege-Verstellung im Porsche 911 Carrera S der Baureihe 991 (Leder)
Ich habe Carrera und Carrera S direkt miteinander verglichen. Dabei fiel der Leistungsunterschied geringer aus als erwartet. Auf der Rennstrecke oder der Autobahn wäre er vermutlich deutlicher spürbar. Auf öffentlichen Straßen macht sich vor allem das kräftigere Drehmoment des Carrera S im Stadtverkehr bemerkbar. Auf die reine Motorleistung würde ich meine Kaufentscheidung daher nicht allzu sehr stützen.
Wichtiger ist aus meiner Sicht, bei der Auswahl eines Gebrauchtwagens auf Optionen wie PASM, PCCB und das Sport Chrono Paket zu achten. Vergleichsberichte über Porsche-Ausstattungen gibt es nur wenige, und gute Informationen sind nicht immer leicht zu finden. Ich hoffe, dieser Artikel hilft Ihnen bei der Suche nach Ihrem nächsten Porsche und vermittelt einen Eindruck davon, worauf es beim Porsche-Besitz ankommt.
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