Neuer Porsche Macan erzielt fünf Sterne im Euro NCAP-Crashtest – Sicherheitsvergleich mit Taycan und Tesla
Veröffentlicht: 2024.12.25
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Neuer Porsche Macan: Höchstwertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest
Der neue Porsche Macan hat im europäischen Neuwagen-Bewertungsprogramm Euro NCAP die Höchstwertung von fünf Sternen erreicht. Das Ergebnis zeigt, dass der neue Macan in allen Testbereichen überzeugende Werte erzielt hat. Porsche entwickelt und erprobt kontinuierlich neue Fahrerassistenzsysteme, um ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten – und geht damit deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.
Der neue Macan ist Porsches erster vollelektrischer viertüriger Sportwagen. Euro NCAP überarbeitet seine Testkriterien alle zwei bis drei Jahre und verschärft die Anforderungen fortlaufend. Der Macan hat bewiesen, dass er zu den sichersten Fahrzeugen des Modelljahrs 2024 zählt.
An der Entwicklung und Integration der Sicherheitsassistenzsysteme waren rund 150 Entwickler, Ingenieure und Tester beteiligt. Der Entwicklungsprozess dauerte etwa drei Jahre.
Fortschrittliche Sicherheitssysteme über den gesetzlichen Anforderungen
Björn Kern, Experte für aktive Sicherheitssysteme bei Porsche, erklärt: „Bei der Entwicklung dieser Systeme geht Porsche stets weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus, um die Sicherheit weiter zu optimieren.“
Die automatische Notbremsfunktion des neuen Macan verarbeitet beispielsweise Daten der Frontkamera, des zentralen Radarsensors und der Front-Eckradare. Für die gesetzlichen Mindestanforderungen würde eine Frontkamera ausreichen. Die Kombination aus Radar und Kamera erweitert jedoch das Sichtfeld und den Einsatzbereich erheblich.
Dank dieser fortschrittlichen Technik kann der neue Macan auch komplexe Gefahrensituationen erkennen und darauf reagieren – etwa bei Dunkelheit, bei plötzlich aus dem toten Winkel auftauchenden Fußgängern oder beim Abbiegen an Kreuzungen.

Notbremsassistent und Ausstiegswarnung schützen im Alltag
Kern erklärt: „Die größte Herausforderung besteht darin, Vertrauen in die Systeme aufzubauen. Ihre Bedeutung wird oft erst dann deutlich, wenn eine kritische Situation unmittelbar bevorsteht und es beinahe zu spät ist.“
Die Assistenzsysteme reagieren in mehreren Stufen: Zunächst warnen sie, solange der Fahrer noch selbst eingreifen kann. Bleibt eine Reaktion aus, bremst das System automatisch, um die Folgen eines Aufpralls zu mindern oder den Unfall ganz zu verhindern.
Euro NCAP bewertet die Leistung des automatischen Notbremssystems (AEB) bei Reaktionstests mit anderen Fahrzeugen als ausreichend. In einigen Tests konnte ein Zusammenstoß verhindert werden. Besonders positiv fiel der Schutz von Fußgängern und Radfahrern aus.
Auch Spurverlassenswarnung und Spurwechselassistent leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit. Im Zusammenspiel erhöhen die beiden Systeme vor allem auf Autobahnen den Schutz. Eine weitere neue Funktion ist die Ausstiegswarnung.
Sie warnt an allen Türen optisch vor Verkehrsteilnehmern, die sich von hinten nähern. Besteht beispielsweise Kollisionsgefahr mit einem Radfahrer, wird das Öffnen der Tür verzögert, um das Risiko zu verringern.
Auch Müdigkeit und Unaufmerksamkeit können häufig zu Unfällen führen. Ein Pausenempfehlungssystem schlägt eine Pause vor, wenn es Anzeichen von Müdigkeit erkennt. Die Empfehlung basiert auf der Analyse des Fahrverhaltens und der Spurhaltung. Künftig könnte ein Innenraumkamerasystem zusätzlich Sekundenschlaf und visuelle Ablenkung erkennen und so die Sicherheit weiter erhöhen. Trotz dieser innovativen Assistenzsysteme gilt: Die Verantwortung bleibt letztlich beim Fahrer.
Das anspruchsvolle Bewertungsverfahren von Euro NCAP
Bei Euro NCAP werden Fahrzeuge über einen Zeitraum von etwa sechs bis acht Wochen auf Teststrecken, im Labor und im öffentlichen Straßenverkehr geprüft. Vier der sechs Testfahrzeuge werden bei Crashtests zerstört. Die Fahrerassistenzsysteme bewertet Euro NCAP unter anderem in Fahrversuchen mit hochpräziser Robotersteuerung. In diesem Bereich erzielte der neue Macan beachtliche 78 Prozent. Beim Schutz besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer erreichte er 83 Prozent, beim Schutz von Erwachsenen und Kindern jeweils 90 Prozent.

Sicherheit im Vergleich: Porsche Taycan und Tesla-Modelle
Die hervorragende Bewertung des neuen Macan ist bemerkenswert. Doch auch die Sicherheitsleistungen anderer Elektroautos verdienen einen Blick.
Der Porsche Taycan erhielt 2019 im Euro NCAP-Crashtest fünf Sterne. Beim Schutz erwachsener Insassen erzielte er 85 Prozent und beim Kinderschutz 83 Prozent. Der Fußgängerschutz lag bei 70 Prozent, die Fahrerassistenzsysteme erreichten 73 Prozent – etwas niedrigere Werte.
Die Tesla-Modelle schnitten insgesamt sehr gut ab. Das Model 3 erzielte im Test von 2019 hervorragende 96 Prozent beim Insassenschutz für Erwachsene und 94 Prozent bei den Fahrerassistenzsystemen. Das Model Y erreichte 2022 jeweils 97 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen und 98 Prozent bei den Assistenzsystemen – die höchste Gesamtwertung unter den von Euro NCAP getesteten Fahrzeugen. Auch das Model S überzeugte 2022 mit 94 Prozent beim Erwachsenenschutz und 98 Prozent bei den Fahrerassistenzsystemen.
Bemerkenswert ist, dass Teslas kamerabasiertes System „Tesla Vision“ bei den Fahrerassistenzsystemen so hohe Werte erzielte. Das deutet darauf hin, dass Teslas Ansatz, ausschließlich auf Kameras zu setzen, zur Sicherheit beitragen kann.
Auch das Model X erreichte im Test von 2019 starke Werte: 98 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen und 94 Prozent bei den Assistenzsystemen. Matthew Avery, Forschungsdirektor bei Thatcham Research und Vorstandsmitglied von Euro NCAP, urteilte: „Das Model X ist eines der sichersten Fahrzeuge dieses Jahres.“
| Modell | Gesamtwertung | Schutz erwachsener Insassen | Kinderschutz | Fußgängerschutz |
Fahrerassistenzsysteme
|
| Porsche Macan (neu) | 5 Sterne | 90 % | 90 % | 83 % | 78 % |
| Porsche Taycan | 5 Sterne | 85 % | 83 % | 70 % | 73 % |
| Tesla Model 3 | 5 Sterne | 96 % | 86 % | 74 % | 94 % |
| Tesla Model Y | 5 Sterne | 97 % | 87 % | 82 % | 98 % |
| Tesla Model S | 5 Sterne | 94 % | 91 % | 85 % | 98 % |
| Tesla Model X | 5 Sterne | 98 % | 81 % | 72 % | 94 % |
Wie sicher ist der neue Macan im Vergleich?
Der Vergleich zeigt, dass der neue Macan ein sehr hohes Sicherheitsniveau bietet. Besonders beim Schutz der Insassen und von Fußgängern erreicht er Werte, die mit denen der Tesla-Modelle mithalten können. Bei den Fahrerassistenzsystemen bleibt er zwar hinter den Spitzenwerten von 98 Prozent des Tesla Model Y und Model S zurück, erzielt mit 78 Prozent aber dennoch ein beachtliches Ergebnis.
Der neue Porsche Macan verbindet sportliche Fahrleistungen mit modernster Sicherheitstechnik. Dass er die strengen Euro NCAP-Anforderungen erfüllt und fünf Sterne erzielt hat, unterstreicht Porsches Engagement für Sicherheit.
Während die Sicherheitsstandards von Elektroautos insgesamt steigen, vereint der neue Macan typische Porsche-Fahrfreude mit einem hohen Sicherheitsniveau. Für Porsche-Fahrer ist er damit auch in puncto Sicherheit ein Fahrzeug, in dem sie sich gut aufgehoben fühlen können.
Porsche wird die Entwicklung fortschrittlicher Sicherheitssysteme, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen, auch künftig fortsetzen und weiter an sicheren und komfortablen Fahrzeugen arbeiten. Der Erfolg des neuen Macan ist ein wichtiger Beleg für Porsches technische Kompetenz und konsequentes Engagement für mehr Sicherheit.
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