【Porsche Owner File #7】Porsche Panamera 4 E-Hybrid (971): Kauf, Ausstattung und Fahrbericht
Veröffentlicht: 2018.12.11
Hallo zusammen, ich bin Mina, die Betreiberin des Blogs „Willkommen zu Hause, PORSCHE“. Auf Wunsch unserer Leserinnen und Leser, die gern die persönlichen Erfahrungen anderer Porsche-Besitzer kennenlernen möchten, ist die Reihe „Porsche Owner File“ entstanden. In der siebten Folge berichtet SN, der in denUSA lebt, über den Kauf, die Ausstattung und seine Erfahrungen mit dem Panamera 4 E-Hybrid. Unser Blog wird langsam international – wie schön! (lacht)
〘Zum Besitzer〙
・Fahrzeug: Panamera 4 E-Hybrid, Modelljahr 2018
・Pseudonym: SN
・Wohnort: USA
・Familie: fünf Personen
・Bisherige Fahrzeuge: Alfa Romeo GTV 2000 → Audi A4 2.0, Baujahr 2008 → Maserati Ghibli SQ4, Baujahr 2014 → Volvo XC90 T6 Inscription, Baujahr 2016
・Eine Botschaft an die Leser: Ich finde, dass der Porsche-Hybrid auch bei sportlicher Fahrweise eine kompromisslose Technik und Leistung bietet.
1) Der Weg zum Kauf
− Vom italienischen zum deutschen Auto
Früher interessierte ich mich überhaupt nicht für Porsche. Mein Blick fiel vielmehr auf charakterstarke italienische Autos. Meinen Alfa Romeo GTV kaufte ich, weil ich mich in das „Design von Pininfarina verliebt hatte – unverwechselbar und anders als alles andere“ (Pininfarina ist ein italienisches Designunternehmen, das unter anderem zahlreiche Fahrzeuge für Ferrari, Maserati, Alfa Romeo und Peugeot entworfen hat.).
Doch der eigene Geschmack verändert sich mit der Zeit. Der Auslöser war ein Audi A4, den ich für die Familie kaufte. Ein wirklich gutes Auto: Beim Fahren hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, mich uneingeschränkt auf mein Fahrzeug verlassen zu können.
− Mein Interesse an Porsche
Von da an fragte ich mich: „Was für Autos baut wohl Porsche, der oft als führender deutscher Sportwagenhersteller gilt?“ So wuchs mein Interesse an der Marke. Gleichzeitig erfuhr ich mehr über die Erfolge des 919 Hybrid in Le Mans und die beeindruckende Hybridtechnik. Der Wunsch wurde immer stärker: „Ich möchte einen Sportwagenhybrid von Porsche fahren!“
Schon der Panamera der ersten Generation (970) gefiel mir mit seinem eleganten, weicheren Design. Als ich dann den überarbeiteten Panamera der Generation 971 sah, war ich sofort überzeugt: „Genau der muss es sein!“ Damit stand meine Wahl fest.
2) Ausstattung und Optionen
■Lackierung: Carraraweißmetallic
■Räder: 20-Zoll-Panamera-Turbo-Räder mit farbigem Porsche-Wappen auf den Radnabendeckeln
■Innenausstattung
Lederausstattung in Marsala
Panorama-Schiebedachsystem
■Premium Package Plus: Optionspaket nur für den US-Markt
Komfortzugang
Soft-Close-Türen
Spurwechselassistent
Sitzheizung vorn und hinten
14-Wege-Komfortsitze mit Memory-Funktion
BOSE® Surround Sound-System
Porsche Dynamic Light System (PDLS)
Sitzbelüftung vorn
■Assistant Package: Optionspaket nur für den US-Markt
Spurhalteassistent
Abstandsregeltempostat inklusive Stauassistent
Nachtsichtassistent
Hinterachslenkung inklusive Power Steering Plus
Rücksitzanlage 2+1
Seitenscheibenleisten in Hochglanzschwarz
Porsche-Wappen auf den Kopfstützen
− Optionen, auf die ich nicht verzichten wollte
In den USA werden viele Optionen zu Paketen zusammengefasst. Das heißt aber nicht, dass ich jede einzelne unbedingt haben wollte. Diese drei Ausstattungen standen für mich jedoch fest:
① Abstandsregeltempostat
② Stauassistent
③ Hinterachslenkung
Der Stauassistent ist auf langen Fahrten und im Stop-and-go-Verkehr eine enorme Erleichterung – darauf wollte ich nicht verzichten. Die Hinterachslenkung hielt der Händler zwar für unnötig, doch nachdem ich einen Kommentar im Blog des Mannes von Mina gelesen hatte, entschied ich mich dafür.

− Was mir besonders gefällt
Ein schönes Detail ist die Fensterzierleiste in Hochglanzschwarz. Der Kontrast zur weißen Karosserie sieht großartig aus. Ich überlegte, auch Spiegel, Türgriffe und Lufteinlässe in Hochglanzschwarz ausführen zu lassen. Ein ausgestellter Panamera mit dieser Kombination wirkte auf mich allerdings etwas überladen. Deshalb beschränkte ich mich auf die Fensterzierleisten.

− Praktische Rücksitzanlage 2+1
Da wir zu fünft sind, kam ein Viersitzer natürlich nicht infrage. Zunächst dachte ich deshalb über einen Panamera Sport Turismo (mit fünf Sitzplätzen) nach. Dann erfuhr ich von der Option „Rücksitzanlage 2+1“. So konnte ich mich für den Panamera entscheiden, dessen Design mir besser gefällt, und trotzdem fünf Personen mitnehmen.

(Selbst mit einem Kindersitz in der Mitte bleibt links und rechts genug Platz für Erwachsene.)
3) Der Weg zur Auslieferung
① 28. August: Erster Besuch beim Händler
„Wir haben zwar keine Zuteilung für einen Panamera 4 E-Hybrid des Modelljahrs 2018, aber offenbar gibt es bei einem Händler in einem anderen Bundesstaat noch einen. Ich frage nach, ob wir die Zuteilung tauschen können.“ Am nächsten Tag kam der Anruf: „Wir können ihn bestellen. Komm vorbei, wenn du ihn haben möchtest!“
② 31. August: Bestellung beim Händler
Die Auslieferung war für Ende Januar vorgesehen.
… Danach hörte ich gut einen Monat lang nichts.
③ 11. Oktober: Nachfrage zum Bestellstatus
Ich fragte telefonisch nach, ob es inzwischen Neuigkeiten gab. „Warte kurz, ich schaue nach. Ah, morgen soll er den Hafen in Deutschland verlassen. Anfang November könnte er bei dir sein.“
④ 10. November: Ankunft beim Händler
„Die Zulassung erledigen wir, und Anfang nächster Woche können wir das Auto übergeben. Möchtest du es abholen oder sollen wir es dir bringen?“ Ich entschied mich, es selbst abzuholen.
⑤ 12. November: Endlich da!
Dachte ich zumindest – wegen eines Fehlers bei den Formalitäten musste ich noch einen Tag warten. Immerhin konnte ich eine kleine Runde in der Umgebung des Händlers drehen.
⑥ 13. November: Lieferung nach Hause
Schließlich lieferte mir der Verkäufer das Auto persönlich aus und kam genau zur vereinbarten Zeit. „In Japan würde der Verkäufer wahrscheinlich nicht selbst mit dem Auto vorfahren“, dachte ich … Aber was soll’s, über Kleinigkeiten muss man sich nicht aufregen (lacht). Anschließend fuhren wir eine Runde in der Nachbarschaft, und er erklärte mir dabei verschiedene Einstellungen. Danach brachte ich den netten Herrn wieder zurück. Mit einem breiten Lächeln verabschiedete er sich: „Enjoy!“
4) Der Panamera im Alltag: Leistung und Fahreindruck
① Motor
Als Vergleich habe ich den V6-Biturbo meines früheren Maserati Ghibli. Einen Verbrenner mit einem Hybridantrieb zu vergleichen, ist zwar nicht ganz einfach, aber das Zusammenspiel von Elektromotor und Verbrennungsmotor im 4 E-Hybrid ist hervorragend. Gibt man Gas, unterstützt zunächst der Elektromotor, bevor der Turbomotor übernimmt – und unabhängig vom Tempo beschleunigt der Wagen kraftvoll weiter. Da dachte ich begeistert: „Das ist ein Rennwagen unserer Zeit!“

− Beschleunigung aus dem Stand
Besonders beim Anfahren macht sich das spontane Ansprechen des Elektromotors bemerkbar. Ohne die Verzögerung, die bei einem Turbomotor auftreten kann, wird man beim Betätigen des Gaspedals direkt in den Sitz gedrückt. Der Verbrennungsmotor beschleunigt für mich eher „gleichmäßig und mit langem Atem“, während der Elektromotor „mit einem kräftigen Satz losschießt“.
− Das Mehrgewicht des Hybridantriebs
Der Panamera wiegt 4.784 lb, der Ghibli 4.122 lb – das sind 660 lb (297 kg) Unterschied. In manchen Testberichten wird der Hybridantrieb wegen seines höheren Gewichts kritisiert. Im Alltag habe ich diesen Nachteil jedoch bisher nicht bemerkt.
− Beschleunigung
Der Panamera beschleunigt besser als der Ghibli. Ein wichtiger Grund dürfte sein, dass dank des Elektromotors das maximale Drehmoment schon im niedrigen Drehzahlbereich ab 1.100 U/min bis 4.500 U/min anliegt. Die Leistung und das Drehmoment des E-Hybrid spürt man besonders im Sport- und Sport-Plus-Modus; auch im Hybrid-Modus ist die Beschleunigung überzeugend.
− Fahrmodi und E-Modus
Anfangs hatte ich beim Fahren im Modus „E-Charge“ den Eindruck, dass der Verbrennungsmotor allein arbeitet und der Elektromotor ausgeschaltet ist. Tatsächlich unterstützt der Elektromotor aber auch in diesem Modus, wenn man stärker aufs Gas tritt.
Im E-Modus erlebt man die leise, aber dennoch kräftige Beschleunigung des Elektromotors. Kein Wunder, denn sein maximales Drehmoment beträgt 295 lb-ft. Im Stadtverkehr mit häufigem Anfahren und Anhalten fährt sich der Panamera ausgesprochen angenehm. Nach kurzer Zeit möchte man am liebsten dauerhaft im E-Modus unterwegs sein. Die Höchstgeschwindigkeit im E-Modus beträgt allerdings 137 km/h – auf der Autobahn wird es bei einem Verkehrstempo von 120 bis 130 km/h daher etwas mühsam (die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 112 bis 120 km/h).
Außerdem finde ich, dass der E-Modus zwar beim Beschleunigen aus dem Stand überzeugt, aber weniger für Zwischenspurts aus mittlerem oder höherem Tempo geeignet ist. Tritt man das Gaspedal jedoch etwas stärker durch, startet auch im E-Modus der Verbrennungsmotor. So muss man nicht befürchten, den Anschluss an den Verkehr zu verlieren.
② Das PDK
Die Schaltwippen des PDK reagieren beim Hoch- wie beim Herunterschalten sehr schnell. Je nach Situation macht das viel Spaß, aber leider gibt es in meiner Nähe keine kurvigen Straßen, auf denen ich es ausgiebig ausprobieren könnte.
Je nach Fahrmodus – Normal, Sport oder Sport Plus – schaltet das Getriebe bei unterschiedlichen Drehzahlen hoch und herunter. Das merkt man auch im Stadtverkehr und auf der Autobahn deutlich. Die Schaltwippen selbst werde ich im Alltag allerdings wohl nicht oft benutzen.

③ Handling
Früher bin ich Rennkart gefahren und mag eine direkte Reaktion auf Lenkbewegungen. Der Panamera erinnert mich daran: Er folgt präzise dem Lenkeinschlag und fährt genau die Linie, die ich anvisiere.
− Die Vorteile der Hinterachslenkung
Die Servolenkung ist insgesamt eher leichtgängig und vermittelt ein entspannteres Gefühl als im Maserati Ghibli. Stelle ich das Luftfahrwerk auf Sport, wird die Lenkung direkter. Auf schnellen, weiten Kurven wirkt die Fahrt beinahe wie auf einer Geraden. Dazu trägt vermutlich auch der durch die Hinterachslenkung entstehende Eindruck eines längeren Radstands bei.
Auch in großen, gleichmäßigen Kurven – etwa an einer Autobahnausfahrt – liegt der Wagen stabil. Weder Über- noch Untersteuern sind spürbar, und ich muss während der Kurve nicht nachkorrigieren. In Michigan muss ich außerdem oft wenden. Dabei zeigt sich der Vorteil des durch die Hinterachslenkung virtuell verkürzten Radstands.
Statt beim Wenden die ganze Fahrspur auszunutzen, kann ich auf engem Raum bequem in einem Zug herumfahren. Anders als bei einem Übersteuern, bei dem das Heck ausbricht, fühlt es sich an, als würde sich das Auto als Ganzes mit einem kräftigen Satz drehen. Schwer zu beschreiben – aber genau so fühlt es sich an.
Beim Einparken muss man sich erst an die Lenkgeometrie gewöhnen. Die Räder schlagen stärker ein, als ich erwartet hatte, und das kann anfangs irritieren.
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