Was den frühen Porsche Macan so besonders macht: ein SUV wie ein echter Porsche!

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Tests & Fahrberichte

Vor Kurzem konnte ich mir für etwa eine Woche den Porsche Macan S der ersten Generation ausleihen. Zeit für einen ausführlichen Fahrbericht!

Der Porsche Macan: drei Modellphasen

Der Porsche Macan (Baureihe 95B) ist seit 2014 auf dem Markt und wurde im Laufe der Jahre mehrfach überarbeitet. Damit gehört er zu den Porsche-Modellen mit einer vergleichsweise langen Laufzeit.

Grob lässt sich die Baureihe in drei Phasen unterteilen: das frühe, das mittlere und das aktuelle, späte Modell. Ein typisches Merkmal des frühen Macan, um den es hier geht, sind die nicht durchgehenden Rückleuchten. Ich bin bereits alle drei Varianten gefahren – den frühen, mittleren und späten Macan – und ihr Charakter unterscheidet sich deutlich.

In diesem Bericht möchte ich die Besonderheiten des frühen Macan herausarbeiten und ihn mit den späteren Modellphasen vergleichen.

Heck des frühen Macan S

Beim frühen Modell sind die Rückleuchten nicht miteinander verbunden

Porsche Macan S der ersten Generation

Der Macan S, den ich gefahren bin, war ein weitgehend serienmäßiges Modell. Er stand auf den serienmäßigen 18-Zoll-Rädern und hatte das normale Fahrwerk ohne PASM. Sportabgasanlage und Sport-Chrono-Paket fehlten ebenso – fahrdynamische Extras gab es also keine.

Wählhebel im frühen Macan S

Ich stieg zunächst ohne große Erwartungen ein. Doch schon direkt nach dem Anlassen beeindruckte mich der Macan mit seinem kraftvollen Auftritt. Selbst ohne Sportabgasanlage klingt der Kaltstart ziemlich laut. Diese sonore Präsenz bekommt man bei den späteren Modellphasen kaum zu erleben.

Noch ganz angetan von diesem kernigen Klang legte ich den großen, inzwischen fast schon etwas nostalgisch wirkenden Wählhebel auf D und fuhr los.

Der erste Fahreindruck

Schon beim Anfahren fühlt er sich nach Porsche an. Und zwar unverkennbar.

Natürlich sind auch die späteren Macan echte Porsche. Doch im Vergleich dazu wirkt der frühe deutlich intensiver. Die Reifen greifen satt auf der Straße, ohne dass sich das Auto unangenehm leicht anfühlt. Die Lenkung reagiert präzise und ohne Spiel, wird dabei aber keineswegs nervös.

Dank ihrer angenehm straffen Rückmeldung lassen sich auch feinste Lenkbewegungen gut dosieren. Schon kleine Eingaben setzt das Auto ausgesprochen linear um.

Fahrt im frühen Macan S

Dass ein Auto auf den Lenkeinschlag reagiert, ist selbstverständlich. Beim Macan ist jedoch auch das Tempo, mit dem man lenkt, unmittelbar in der Fahrzeugbewegung spürbar.

Man könnte fast sagen, dass die Lenkung eine zusätzliche Dimension bietet: Nicht nur der Lenkeinschlag, sondern auch die Geschwindigkeit der Lenkbewegung wird präzise und direkt umgesetzt. Nur wenige Autos reagieren so feinfühlig und synchron auf beides.

Es ist genau dieses Gefühl, das man auch aus dem 911 kennt.

Das Fahren macht dadurch unglaublich viel Freude. Es fühlt sich an, als würden die Gedanken und Absichten des Fahrers unmittelbar an das Auto weitergegeben – ohne dass es dessen Wünsche je durchkreuzt. So fährt sich ein Sportwagen, bei dem Mensch und Maschine eins werden.

Serienmäßige Räder des frühen Macan S

Auch der Fahrkomfort ist ausgezeichnet und bleibt in jeder Situation auf hohem Niveau. Kaum zu glauben, dass hier das serienmäßige Fahrwerk ohne PASM arbeitet. Offenbar passen Fahrwerk und Räder optimal zusammen: Die serienmäßigen 18-Zoll-Räder harmonieren bestens mit dem Standardfahrwerk.

Mit einem breiten Grinsen fuhr ich durch die Stadt und machte mich auf den Weg in die Berge.

Auch meine Frau meinte: „Nach zwei Sekunden war klar, dass dieser Macan anders ist.“ So übertrieben klingt das für mich gar nicht.

Motor und PDK

Ich aktivierte den Sportmodus und wechselte in den manuellen Modus. Mit den Schaltwippen hielt ich den zweiten Gang bis in höhere Drehzahlen und schaltete dann in den dritten. Bei hohen Drehzahlen wechselte das PDK mit einem markanten „Batsch!“ – fast wie in einem 911, ja sogar wie in einem GT3.

Diese Inszenierung bekommt man ehrlich gesagt bei den PDK-Getrieben der späteren Modelle nicht geboten.

Auch beim Herunterschalten überzeugt das Getriebe: Der Motor wird sauber mit Zwischengas auf Drehzahl gebracht, während die Nadel des Drehzahlmessers schwungvoll ausschlägt. Die Schaltgeschwindigkeit ist ebenfalls beeindruckend. Dazu kommt der kernige, sportliche Klang beim Gangwechsel.

Das ist Porsche pur.

Fahrersitz des frühen Macan S

Auch der Besitzer eines 718 Cayman GTS, der später mitfuhr, war vom kraftvollen Klang des PDK überrascht. Sein Urteil: „Der klingt beim Schalten besser als mein 718!“

Übrigens: Aktiviert man beim frühen Turbo oder GTS die Sportabgasanlage, sind Schalt- und Auspuffklang derart eindrucksvoll, dass man sich fragt, ob sie nicht sogar einen 911 übertreffen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, sollten Sie es unbedingt selbst erleben.

Sportendrohre des frühen Macan S

Früher Porsche Macan S

Auch Leistung und Drehmomententfaltung des Motors überzeugen. Obwohl es sich um einen Turbomotor handelt, wächst der Schub mit steigender Drehzahl spürbar weiter an. Dazu kommt der gleichmäßige, geschmeidige Lauf. Die Drehzahlmessernadel klettert zügig nach oben, als wollte der Motor sagen: „Ich bin kein gewöhnliches Aggregat für ein Alltagsauto.“ Mit 340 PS fühlt sich der Macan sogar schneller an, als es die Zahl vermuten lässt.

Lenkung und Fahrkomfort im frühen Macan

Die Lenkung ist schlicht hervorragend.

Mit jeder späteren Modellphase wurde das Handling agiler. Die späteren Macan verbinden Leichtfüßigkeit mit sicherem Grip und einem satten Kontakt zur Straße. Der frühe Macan dagegen ist alles andere als leichtfüßig: Er vermittelt ein ausgesprochen solides, sattes Fahrgefühl.

Damit ist nicht gemeint, dass sich die Lenkung selbst schwer betätigen lässt. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass das gesamte Auto besonders dicht und massiv gebaut ist – als kämen durchweg steife, hochfeste Fahrwerkslenker und Lagerbuchsen zum Einsatz.

Fahrt im frühen Macan S

Das schafft großes Vertrauen. Der Macan setzt Lenkbefehle zuverlässig um und vermittelt über das Lenkrad detailliert, was die Straße gerade tut. So kann man sich beim Fahren voll und ganz auf ihn verlassen.

Auch die Bremsen lassen nichts zu wünschen übrig und sind hervorragend dosierbar.

Wie man es von Porsche erwartet, steigt die Bremswirkung gleichmäßig mit dem Pedaldruck. Auch als SUV macht der Macan bei der Abstimmung keine Kompromisse – das sind Bremsen, wie man sie von Porsche kennt.

Beim Verzögern schaltet man mit den Wippen herunter und genießt das markante Zwischengas, bevor man das präzise ansprechende Lenkrad durch die Kurve führt. Dann das Gaspedal öffnen und sich mit kräftiger Traktion aus jeder einzelnen Kehre ziehen lassen – ein Fahrerlebnis vom Feinsten.

Fazit zum frühen Porsche Macan

Nach längerer Zeit wieder einen frühen Macan zu fahren, war ein echtes Vergnügen. Ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen.

Schon bei seiner Markteinführung fand ich ihn gut. Doch jetzt, nach dieser erneuten Fahrt, weiß ich erst recht, wie beeindruckend er ist.

Bei uns soll demnächst ein Mercedes GLB vor der Tür stehen. Ehrlich gesagt habe ich mich trotzdem gefragt, ob wir nicht lieber einen gebrauchten Macan der ersten Generation hätten kaufen sollen.

So großartig ist dieser frühe Macan.

Früher Porsche Macan S

Wer einen frühen Macan kaufen möchte, dem würde ich besonders ein Modell mit Luftfederung empfehlen. Der Fahrkomfort der Luftfederung im frühen Macan ist wirklich hervorragend. Mein jüngerer Bruder ist eigentlich kein Porsche-Fan und äußert sich oft kritisch über die Marke. Trotzdem sagt er: „Von allen Luxusautos, die ich bisher gefahren bin, bietet die Luftfederung des frühen Macan den besten Komfort.“

Außerdem lässt sich das Fahrzeug mit der Luftfederung absenken. Der tiefere Schwerpunkt sorgt dann für ein besonders sportliches Fahrgefühl.

Wer vor allem den charakteristischen Sound sucht, sollte nach einem Fahrzeug mit Sportabgasanlage oder einem GTS Ausschau halten. Der frühe GTS ist besonders laut und kernig – damit dürften selbst anspruchsvolle Klangfans zufrieden sein.

Früher Porsche Macan S

Wenn ich selbst einen frühen Macan wählen würde, wäre es ein Turbo mit Luftfederung. Ein GTS wäre ebenfalls eine gute Wahl. Doch mit Sportabgasanlage bietet auch der Turbo mehr als genug Klang und kommt dem GTS nahe.

Gut erhaltene Exemplare des frühen Macan dürften auf dem Gebrauchtwagenmarkt zunehmend seltener werden. Die Preise könnten daher stabil auf hohem Niveau bleiben. Achten Sie beim Kauf auf bekannte Probleme, etwa Defekte am PTM-System, und lassen Sie PDK-Öl sowie Differenzialöl regelmäßig warten – dann kann der frühe Macan ein sehr guter Kauf sein.

Wer vor allem Alltagstauglichkeit, ein unkompliziertes Fahrverhalten und einen leisen Innenraum sucht, ist mit einem Macan der mittleren oder späten Modellphase gut beraten. Der frühe Macan hingegen ist das richtige Auto für Enthusiasten, die einen besonders intensiven, unverfälschten Porsche-Charakter suchen.

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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