MARSIEN: Der andere Offroad-911 jenseits des 911 Dakar – auf Basis des 911 Turbo S (992)
Veröffentlicht: 2025.03.13
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Wenn es um die Offroad-Version des 911 geht, ist in jüngster Zeit vor allem der 911 Dakar bekannt. Daneben gibt es jedoch einen besonderen Offroad-911, der von einem Tuninghersteller entwickelt wurde. Dieses Modell taucht inzwischen auch in den sozialen Medien immer häufiger auf – Grund genug, es genauer vorzustellen.
Was ist der MARSIEN? Die Tradition des Porsche 959 lebt weiter
Der MARSIEN ist ein außergewöhnliches Fahrzeug von Marc Philipp Gemballa GmbH, geführt von Marc Philipp Gemballa, dem Sohn des verstorbenen Uwe Gemballa, einer legendären Größe der Tuningszene. Als Basis dient der aktuelle Porsche 911 Turbo S der Baureihe 992, der für ernsthafte Offroad-Einsätze weiterentwickelt wurde. Der Name leitet sich vom französischen Wort für „Marsmensch“ ab und geht auf Testfahrten in den roten Dünen der Vereinigten Arabischen Emirate zurück.

Foto: Marc Philipp Gemballa
Das Projekt lässt sich als Versuch verstehen, den Geist des Porsche 959 in die Gegenwart zu holen – jenes Modells, das in den 1980er-Jahren bei der Rallye Paris–Dakar Erfolge feierte. Bei seiner Vorstellung im Jahr 2021 wurde eine Produktion von weltweit nur 40 Exemplaren angekündigt. Alle Fahrzeuge waren kurz darauf ausverkauft – ein beeindruckender Erfolg. Der Umbau allein kostete 495.000 Euro; der 911 Turbo S als Basisfahrzeug kam noch hinzu. Umgerechnet dürfte der Gesamtpreis damit bei über 80 Millionen Yen liegen.
Als einzigartige Verbindung von Supersportwagen-Performance und echter Geländetauglichkeit zieht der MARSIEN Porsche-Fans und Besitzer auf der ganzen Welt in seinen Bann.
Modernste Technik für beeindruckende Performance
Im MARSIEN arbeitet der 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit Biturboaufladung aus dem Porsche 911 Turbo S der Baureihe 992, der von RUF speziell abgestimmt wurde. In der Grundausführung leistet er mehr als 750 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 930 Nm. Mit dem optionalen Upgrade „Stage 2“ lässt sich die Leistung auf bis zu 830 PS steigern. Möglich machen das unter anderem leistungsfähigere Turbolader und eine optimierte Motorsteuerung.
Die Kraftübertragung übernehmen das serienmäßige Porsche-Achtgang-PDK und der Allradantrieb.

Foto: Marc Philipp Gemballa
Besonders bemerkenswert ist das gemeinsam mit KW Automotive entwickelte Fahrwerk. An der Vorderachse kommt statt der bei einem 911 üblichen Konstruktion eine Doppelquerlenkerachse zum Einsatz, kombiniert mit elektronisch geregelten Dämpfern. So lässt sich die Bodenfreiheit per Knopfdruck von 120 auf bis zu 250 mm anheben.
Zusätzlich zu den Porsche-Fahrmodi für die Straße bietet der MARSIEN spezielle Einstellungen für Schotter, Schlamm, Sand und Schnee. Die Modi passen unter anderem die Leistungsentfaltung des Motors und die Steuerung des Getriebes an, damit auf unterschiedlichsten Untergründen möglichst viel Traktion zur Verfügung steht. Auch bei den Details wurde konsequent für den Geländeeinsatz entwickelt – von speziellen Luftfiltern zum Schutz vor Staub bis zur Titan-Abgasanlage von Akrapovič.

Foto: Marc Philipp Gemballa
Eigenständiges Design mit funktionalem Anspruch
Das Außendesign stammt vom französischen Designer Alan Derosier und verbindet futuristische Akzente mit der DNA des Porsche 959. Die Karosserie besteht aus mehr als 85 Carbonteilen und ist rund 50 kg leichter als die eines serienmäßigen 911 Turbo S. Große Lufteinlässe, verbreiterte Kotflügel und eine Motorhaube mit integriertem Heckflügel sind ebenfalls aus Carbon gefertigt – eine durchdachte Kombination aus geringem Gewicht und aerodynamischer Funktion.
Für unterschiedliche Einsatzbedingungen gehören serienmäßig zwei Radsätze dazu.

Foto: Marc Philipp Gemballa
Auf der Straße kommen Ultra-High-Performance-Reifen von Michelin zum Einsatz, im Gelände All-Terrain-Reifen. Beide Radsätze verfügen über geschmiedete Aluminiumfelgen mit Zentralverschluss. Die Nabendeckel tragen ein Emblem aus 24-karätigem Gold – ein Beispiel für die Liebe zum Detail, die sich durch das gesamte Fahrzeug zieht. Auch der Innenraum ist mit viel Leder und Alcantara ausgestattet. Eine hohe Mittelkonsole aus Carbon im Stil des Carrera GT und Türgriffe mit Zugschlaufen setzen besondere Akzente.
Atemberaubende Performance und Geländegängigkeit
Die Fahrleistungen des MARSIEN stellen gängige Vorstellungen von einem Supersportwagen auf den Kopf. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in nur 2,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 330 km/h. Damit liegt er auf dem Niveau des serienmäßigen 911 Turbo S und bietet trotz des Mehrgewichts der Offroad-Umbauten eine beeindruckende Dynamik. Seine eigentliche Besonderheit ist jedoch die außergewöhnliche Geländetauglichkeit.
Während der Entwicklung wurde das Fahrzeug offenbar unter unterschiedlichsten Bedingungen erprobt – von der Nürburgring-Nordschleife über Wüsten im Nahen Osten bis hin zu den Eisflächen Nordeuropas. Die variable Federung ermöglicht bis zu 250 mm Bodenfreiheit; serienmäßige Unterfahrschutzplatten helfen dabei, auch anspruchsvolles Terrain wie Felsen und Dünen souverän zu bewältigen. Die speziellen Fahrmodi sorgen selbst auf rutschigem Untergrund oder tiefem Sand für eine optimale Traktion.
Auch in einem Wüstentest des britischen Magazins Top Gear zeigte der MARSIEN seine beeindruckende Geländegängigkeit. Der ungewöhnliche Versuch, einen 750-PS-Porsche für den Offroad-Einsatz zu bauen, kann damit als eindrucksvoll gelungen gelten.
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