BMW M3 CSL (E46) im Test: Seltenes Exemplar mit Handschaltung statt SMG
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Begegnung mit dem legendären M3 CSL und einem Umbau auf Handschaltung
Diesmal geht es nicht um einen Porsche: Ich hatte die Gelegenheit, den BMW M3 CSL zu fahren – und möchte meine Eindrücke mit euch teilen.
Und zwar nicht irgendeinen M3 CSL.
Es handelt sich um einen E46 M3 CSL aus dem Jahr 2003, von dem nur rund 150 Exemplare nach Japan importiert wurden – und obendrein um ein äußerst seltenes Exemplar mit Umbau auf Handschaltung.
BMW ist für mich eine Marke mit besonderer Bedeutung.
Früher fuhr ich einen E36 318is, dessen Fahrverhalten mich nachhaltig beeindruckte.
Das agile Handling und die souveräne Straßenlage waren für einen 1,8-Liter-Saugmotor außergewöhnlich.
Die ausgereifte Stabilität bei hohem Tempo und der beeindruckende Durchzug, der sich kaum nach den gerade einmal 140 PS anfühlte, sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Damals war ich verblüfft, wie groß der Unterschied zu den japanischen Autos war, die ich bis dahin kannte.
Seitdem faszinieren mich BMW und die Philosophie der Marke: „Freude am Fahren“.

Auch innerhalb der BMW-Modellpalette nimmt der M3 eine Sonderstellung ein.
Als Hochleistungsmodell an der Spitze der 3er-Reihe ist er auch für den Einsatz auf der Rennstrecke ausgelegt – ein echter Wolf im Schafspelz.
Der M3 ist nicht einfach nur ein schnelles Auto, sondern verkörpert BMWs Motorsportleidenschaft und technische Kompetenz.
Der M3 CSL, den ich diesmal fahren durfte, ist noch einmal etwas Besonderes.
CSL steht für „Coupe Sport Lightweight“ und bezeichnet ein Modell, bei dem geringes Gewicht und hohe Fahrdynamik im Mittelpunkt stehen.
Technologien zur Gewichtsreduzierung kommen vielfach zum Einsatz, darunter ein Dach aus Carbon und Karosserieteile aus CFK (kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff). So ist der CSL 110 kg leichter als der serienmäßige M3.

Dieses Exemplar war durch den Umbau auf Handschaltung noch seltener.
Ab Werk ist der M3 CSL mit einem SMG-Getriebe (sequenzielles Schaltgetriebe) ausgestattet. Bei diesem Fahrzeug wurde es jedoch durch ein manuelles Schaltgetriebe ersetzt.
Der Umbau wirkte erstaunlich stimmig: Das Schaltgefühl war so natürlich, dass man den Eindruck hatte, in einem M3 CSL mit serienmäßiger Handschaltung zu sitzen.
Diese außergewöhnliche Kombination ist wohl der tiefen Begeisterung des Besitzers für BMW und den M3 CSL zu verdanken.
Der 3,2-Liter-Reihensechszylinder: zwei Charaktere, Normal- und Sportmodus
Im Cockpit fällt der Drehzahlmesser ins Auge, dessen Skala bis zum roten Bereich bei 8.000/min reicht.
Schon das macht deutlich, dass hier ein besonderer M-Motor am Werk ist.
Das Herzstück ist ein 3,2-Liter-DOHC-Reihensechszylinder.
Der Motor vom Typ S54B32HP leistet 360 PS bei 7.900/min und entwickelt ein maximales Drehmoment von 37,7 kgm bei 4.900/min. Das entspricht einer Literleistung von beeindruckenden 113 PS.

Oberflächenbehandlungen beweglicher Motorteile reduzieren die innere Reibung. Außerdem kommt ein groß dimensionierter Ansaugtrakt aus Carbon zum Einsatz.
Beim Anfahren war der M3 CSL überraschend unaufgeregt.
Der 3,2-Liter-Reihensechszylinder fühlte sich sanft und kultiviert an; bei niedrigen Drehzahlen schien er sich kaum von einem 320i zu unterscheiden.
Er fuhr sich gelassen wie ein Spitzensportler in Alltagskleidung.
Doch ab etwa 4.000/min änderte sich dieser Eindruck schlagartig.
Der Motor verwandelte sich förmlich: Mit kräftigem Drehmoment und einem betörenden Klang entführte er den Fahrer in eine andere Welt.
Es war, als würde ein Athlet auf der Laufbahn endlich sein ganzes Können zeigen – eine beeindruckende Leistungsentfaltung.
BMWs Reihensechszylinder, oft als „Sechszylinder in Reihe“ oder „Reihensechser“ bezeichnet, macht seinem Ruf alle Ehre: Er läuft seidenweich und dreht mit beeindruckender Leichtigkeit bis in hohe Drehzahlbereiche.
Das Gefühl erinnert an einen kleinen Motor, den man genussvoll ausdreht, während Leistung und Drehmoment des 3,2-Liter-Aggregats mit Nachdruck zur Sache gehen.
Je weiter man das Gaspedal durchtritt, desto intensiver wird der Motorsound – kraftvoll und zugleich so wohlklingend wie ein Orchester.

Besonders erstaunlich ist, wie stark sich der Charakter zwischen Normal- und Sportmodus verändert.
Im Normalmodus ist die Motorcharakteristik zurückhaltend und damit auch im Stadtverkehr gut beherrschbar.
Doch sobald man in den Sportmodus wechselt, erwacht die Bestie: Schon bei niedrigen Drehzahlen spricht der Motor deutlich spontaner an, und die Leistung kommt unmittelbar am Gaspedal an.
Der M3 CSL besitzt beinahe eine Jekyll-und-Hyde-artige Doppelpersönlichkeit.
Beim Zurückschalten vom dritten in den zweiten Gang fiel mir das automatische Zwischengas im Normalmodus zunächst etwas zu dezent aus – ich fragte mich, ob das schon alles sei.
Im Sportmodus dreht der Motor dagegen scharf hoch und macht den Gangwechsel gleich doppelt so reizvoll. Genau hier zeigt der M3, was in seinem Motor steckt.
Diese Vielseitigkeit und die außergewöhnlich geschmeidige Drehfreude zählen zu den großen Stärken des M3.

Türverkleidung aus Carbon
Betörender Klang und agiles Handling: Gemeinsamkeiten mit dem 996 GT3
Der M3 CSL überzeugt nicht nur mit seinem Motor.
Auch seine Fahrdynamik ist beeindruckend, insbesondere die Leichtigkeit, mit der er sich bewegen lässt.
Das durch die konsequente Gewichtsreduzierung erreichte agile Fahrverhalten – unter anderem dank des Carbon-Dachs und der CFK-Karosserieteile – verkörpert die „Freude am Fahren“ geradezu perfekt. Der CSL wirkt leichtfüßig und elegant, als würde er über die Straße tanzen.

Auf kurvigen Landstraßen fühlt sich der M3 CSL in seinem Element und zieht leichtfüßig durch die Kurven.
Das Fahrgefühl erinnert mich an den 996 GT3, den ich früher gefahren bin: ein Auto mit analogem Charakter, das zugleich hohe Leistung bietet – ein wahrhaft „menschliches“ Auto.
Es verlässt sich nicht übermäßig auf elektronische Helfer, sondern reagiert ehrlich auf die Eingaben des Fahrers.
Auch die Bremsen überzeugen und geben einem das Vertrauen, zügig in die Kurven hineinzufahren.
Sie packen kräftig zu und ermöglichen es, sicher auf die Kurve zuzuhalten.
Das präzise, feste Gefühl, das man von einem Porsche kennt, bieten sie allerdings nicht ganz; die Bremsen wirken etwas sanfter.
Das dürfte letztlich Geschmackssache sein.

Und dann ist da natürlich noch der betörende Motorsound.
Der für BMW typische helle Klang ist keineswegs ein aufdringliches Dröhnen, sondern bringt den Puls des Motors direkt zum Fahrer.
Er klingt klar und präzise wie ein fein abgestimmtes Instrument – und vor allem: Die Klangqualität ist wirklich hervorragend.
Je höher der Motor dreht, desto intensiver wird der Sound und desto mehr steigt die Begeisterung am Steuer.
Der kraftvolle Klang erinnert an einen Rennwagen und hüllt den Fahrer ganz ein.
Meine Gedanken zum M3
Der M3 CSL ist ohne Zweifel ein großartiges Auto.
Innerhalb der M3-Familie ist der CSL etwas ganz Besonderes: Seine Seltenheit und seine Fahrleistungen machen ihn ausgesprochen reizvoll.
Allerdings kann seine kompromisslose Leichtfüßigkeit im Alltag auch Konzentration verlangen.
Weil er Unebenheiten direkt an den Fahrer weitergibt, könnte eine längere Fahrt beispielsweise ermüdend sein.

Wenn ich mich für einen E46 M3 entscheiden würde, käme ich vermutlich auch mit dem etwas komfortableren normalen M3 bestens zurecht.
Natürlich sind die beeindruckende Leistung des CSL und das besondere Gefühl, ihn zu besitzen, unvergleichlich.
Trotzdem könnte für mich ein M3, den ich im Alltag etwas unkomplizierter genießen kann, die passendere Wahl sein.
Das liegt wohl daran, dass mir neben den Sportwagenqualitäten auch Komfort und Alltagstauglichkeit wichtig sind.
Der M3 CSL mit Handschaltungsumbau, den ich diesmal fahren durfte, ist und bleibt jedoch ein echtes Einzelstück. Sein Fahrerlebnis ist mir bis heute lebhaft in Erinnerung geblieben.
Er verkörpert BMWs „Freude am Fahren“ und trägt den Titel eines Klassikers zu Recht.
Dieser M3 CSL wird sicherlich auch in Zukunft viele BMW-Fans begeistern.
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