Den Reifendruck beim Porsche richtig einstellen – so funktioniert es mit TPM
Veröffentlicht: 2018.08.17
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Porsche mit Reifendruckkontrollsystem
In diesem Beitrag geht es darum, wie du den Reifendruck bei einem Porsche richtig einstellst. Genauer gesagt: Wir erklären, worauf du bei Fahrzeugen mit einem Reifendruckkontrollsystem (TPM) achten solltest.
TPM ist eine Funktion, die bei Porsche-Modellen ab dem 997 verbaut ist. Sie zeigt den Reifendruck an den Vorder- und Hinterrädern im Kombiinstrument an. Das System erkennt schleichenden Druckverlust – etwa durch natürliche Diffusion oder einen Fremdkörper im Reifen – und warnt dich, damit du sicher unterwegs bist. (Ein plötzlicher Druckverlust, etwa durch einen Reifenplatzer infolge äußerer Einwirkung, wird nicht erkannt und löst daher keine Warnung aus.)
Als Beispiel dient unser 971 Panamera.
Komfort- oder Standard-Reifendruck?
Bevor du den Reifendruck einstellst, solltest du zunächst entscheiden, welchen Modus du nutzen möchtest: „Standarddruck“ oder „Komfortdruck“. Bei der Fahrzeugübergabe ist häufig bereits einer der beiden Modi voreingestellt. Es lohnt sich also, die Einstellung an die eigenen Vorlieben anzupassen. Die Unterschiede im Überblick:
■ Standarddruck: der übliche Reifendruck für das Porsche-Fahrgefühl. Die Abstimmung ist etwas straffer.
■ Komfortdruck: Der Reifendruck ist etwas niedriger und die Abstimmung dadurch komfortabler.
Über den Touchscreen gelangst du zu „Fahrzeug → Fahrzeugsteuerung → Reifendruckkontrolle“. Setzt du das Häkchen bei „Komfortdruck“, ist der Komfortmodus aktiviert. Ohne Häkchen gilt der Standarddruck.

Wichtig: In Japan ist der Komfortdruck nur bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h freigegeben. Wird diese überschritten, erscheint eine Warnung. (In Deutschland gilt die Freigabe bis 270 km/h; beim Boxster sind es auch in Japan 270 km/h.) Auf japanischen Straßen wird man zwar kaum schneller als 160 km/h fahren, doch wer sich nicht von wiederholten Warnmeldungen stören lassen möchte, sollte den Standarddruck wählen. Da wir ein strafferes Fahrgefühl bevorzugen, nutzen wir den Standarddruck.
So stellst du den Reifendruck beim Porsche richtig ein
Beim Einstellen des Reifendrucks orientierst du dich an den Anzeigen im Kombiinstrument. Dabei ist allerdings ein Punkt entscheidend: Verwende nicht die Anzeige „Aktueller Reifendruck“, um den Druck anzupassen. Wenn du beispielsweise 2,5 bar erreichen möchtest und aktuell 2,2 bar angezeigt werden, solltest du also nicht einfach 0,3 bar nachfüllen.
Der Grund: Die Anzeige des aktuellen Reifendrucks berücksichtigt die Reifentemperatur nicht. (Die vorgeschriebenen Reifendruckwerte beziehen sich auf kalte Reifen bei 20 °C.) Oft fährt man erst zur Tankstelle, bevor man Luft nachfüllt. Während der Fahrt erwärmen sich die Reifen und der Druck steigt. Füllst du dann Luft nach, kann der Reifendruck später zu niedrig sein, wenn die Reifen wieder abgekühlt sind.
Auch im Panamera-Handbuch steht:
Reifendruck → Die unter „Aktueller Reifendruck“ angezeigten Werte dienen ausschließlich der Information. Der Reifendruck verändert sich mit der Temperatur. Stellen Sie den Reifendruck unter keinen Umständen anhand dieser Anzeige ein.
Woran solltest du dich stattdessen orientieren? An der „Druckabweichung“ im Menü „Reifendruck“. Sie berücksichtigt die Reifentemperatur und zeigt für jedes Rad die Abweichung vom vorgeschriebenen Reifendruck an.
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In der Abbildung oben wird am rechten Hinterrad eine Abweichung von „−0,1 bar“ angezeigt. Das bedeutet: „Am rechten Hinterreifen müssen 0,1 bar nachgefüllt werden.“ Passe den Druck anhand dieser Anzeige an. Sobald bei allen vier Rädern „0,0 bar“ angezeigt wird, ist alles in Ordnung.
Wenn du den Reifendruck an der Tankstelle auffüllen lässt, solltest du also nicht sagen: „Bitte auf 2,8 bar einstellen“, sondern: „Bitte noch 0,3 bar nachfüllen.“
Der Reifendruck beeinflusst das Fahrgefühl
Nachdem ich den Reifendruck auf diese Weise eingestellt hatte, war der Unterschied beim Fahren deutlich spürbar: Die Reifen rollten leichter, und der Rollwiderstand fühlte sich merklich geringer an. Auf unebener Fahrbahn kann sich das Auto etwas hoppelig anfühlen. Auf glattem Asphalt rollt es dagegen angenehm und fast wie von selbst. Auch in schnell gefahrenen Kurven merkt man, wie sicher die Reifen die Spur halten und wie wenig sich das Fahrzeug verwindet. Mein Mann meinte:
Stimmt, als ich den Boxster beim Händler abgeholt habe, sagte H. zu mir: „Wenn Sie den Reifendruck einstellen, orientieren Sie sich nicht am Manometer des Luftdruckgeräts, sondern immer an der Anzeige im Fahrzeug.“ Jetzt weiß ich, was er damit meinte! Das ist wirklich wichtig!
Im Handbuch steht übrigens, dass der Reifendruck mindestens alle zwei Wochen bei kalten Reifen geprüft werden sollte. Bei uns wird es ungefähr einmal im Monat. Gerade im Sommer geht jedoch häufig Luft verloren – deshalb ist es sinnvoll, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren.
Und obwohl ich hier so großspurig darüber schreibe, habe ich selbst noch nie Luft nachgefüllt. (An der Tankstelle bin ich meist diejenige, die meinem Mann zuruft: „Da fehlen noch 0,1 bar! Oh, jetzt ist es zu viel – plus 0,1 bar!“) Höchste Zeit also, dass ich es künftig selbst einmal ausprobiere.
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