Panamera an der Spitze: Fahrbericht mit dem Panamera Turbo S E-Hybrid
公開日:2021.11.16
Ursprünglich entstand dieser Blog aus der Begeisterung meiner Frau für den Panamera.
Bei uns zu Hause standen ein Panamera Edition der späten 970-Baureihe und später ein Panamera Turbo der frühen 971-Baureihe. Inzwischen ist an seine Stelle ein Cayenne getreten – doch der Panamera zählt nach wie vor zu unseren liebsten Porsche-Modellen.
Diesmal hatte ich das Glück, als Ersatzwagen einen Panamera Turbo S E-Hybrid der frühen 971-Baureihe zu bekommen. Hier kommt mein Fahrbericht.
Panamera Turbo S E-Hybrid
Das Fazit gleich vorweg: Dieses Auto ist schlicht ein Meisterstück.
Bei einem Fahrzeug, das über 30 Millionen Yen kostet, mag das selbstverständlich klingen. Doch was Fahrgefühl und Fahrleistungen angeht, liegen für mich Welten zwischen diesem Panamera und den Sportlimousinen derselben Klasse, die ich bisher gefahren bin – ja, selbst deutlich teurere Modelle können da nicht mithalten.
Wie konsequent Porsche den Antrieb und das Fahrwerk auf Leistung ausgelegt hat, ist beeindruckend. Etwas überspitzt gesagt: Die Konkurrenz wirkt daneben fast wie Spielzeug – das ist mein ehrlicher Eindruck.

Der Panamera Turbo S E-Hybrid baut auf dem Panamera Turbo auf, den ich früher selbst besessen habe, und ergänzt dessen Antrieb um ein Hybridsystem. Zum 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 550 PS kommt ein Elektromotor mit 136 PS hinzu. Die Systemleistung beträgt damit 680 PS, das maximale Drehmoment 850 Nm.
Dreht man nach dem Einsteigen den Startschalter, startet das Auto standardmäßig im E-Power-Modus – der Verbrennungsmotor bleibt also aus. Im Vergleich zum Cayenne E-Hybrid fällt im Stand ein leises, summendes Geräusch auf, das an den Wechselrichter erinnert. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell.
Sobald im Display „Ready“ erscheint, genügt ein sanfter Druck aufs Gaspedal.
Der geschmeidige Antritt ist typisch für den Elektroantrieb. Anders als der Cayenne E-Hybrid bei uns zu Hause mit seiner Tiptronic und dem Drehmomentwandler hat der Panamera ein PDK-Doppelkupplungsgetriebe. Dadurch wirkt der Antrieb direkter.
Vor allem ab dem zweiten Gang schiebt der Wagen spürbar kräftig an – so spontan, dass man sich erst einmal denkt: „Wow!“ Wer vom Cayenne E-Hybrid umsteigt, muss sich daran kurz gewöhnen. Obwohl beide Modelle einen Elektromotor nutzen, fühlt sich der Panamera insgesamt deutlich kraftvoller an.

Am meisten begeistert mich jedoch das Fahrwerk. Mit der schlichten Aussage „Der Komfort ist gut“ lässt sich sein Charakter kaum beschreiben. Von allen Panamera- und Cayenne-Modellen, die ich bisher gefahren bin, bietet dieser Panamera den besten Fahrkomfort.
Was Geschmeidigkeit und Sänftencharakter angeht, mag der aktuelle Cayenne mit Luftfederung vielleicht noch einen Tick komfortabler sein. Doch der Panamera verbindet ein sattes Gefühl für den Fahrbahnkontakt und ein ausgesprochen steifes Fahrwerk mit Leichtigkeit und sanftem Abrollen.
Für mich fährt er genau so, wie man sich einen Panamera vorstellt.
Sportlich und gleichzeitig außerordentlich komfortabel: Das Fahrwerk bringt die beiden scheinbar gegensätzlichen Ansprüche des Panamera-Konzepts perfekt zusammen. Der Panamera Turbo fühlt sich sportlicher abgestimmt an, der GTS legt noch einmal nach. Beim Turbo S wurde das Fahrwerk des Turbo dagegen um ein besonders hochwertiges Maß an Komfort ergänzt.

Der breite Heckspoiler bleibt Turbo und GTS vorbehalten
Ein wichtiger Grund dafür dürften die beim Turbo S serienmäßigen PCCB und PDCC sein. Die deutlich leichteren Keramik-Verbundbremsen harmonieren hervorragend mit den mächtigen 21-Zoll-Turbo-Rädern. In Situationen, in denen sich der Panamera Turbo mit seinen serienmäßigen Graugussbremsen etwas schwerfälliger anfühlt, folgen die Räder des Turbo S mühelos den Unebenheiten und federn sie sanft weg.
Selbst beim Überfahren einer Kante hört man nur ein „Tock, tack“.
Im Vergleich zum Taycan mit Luftfederung und PDCC wirkt der Taycan zwar noch eine Spur souveräner und flacher. Doch auf rauem Asphalt fühlt sich der Panamera geschmeidiger an, während der Taycan für mich etwas straffer abgestimmt ist. Natürlich können Fahrbahnbelag und Felgenwahl den Eindruck beeinflussen.
So fährt sich der Panamera Turbo S E-Hybrid auf kurvigen Straßen
Besonders beeindruckend ist das Kurvenverhalten. Im Sport-Plus-Modus senkt sich die Karosserie deutlich ab, und das Fahrwerk wird maximal gestrafft. Laut Fahrzeugpapieren bringt der Wagen 2.360 kg auf die Waage – beim Fahren würde man das niemals vermuten. Er fühlt sich so agil an, dass ich ihn für kaum schwerer als den Panamera Turbo halte, den ich früher gefahren bin.
Die Wankbewegungen werden geradezu magisch kontrolliert und sind eindeutig minimal. Wie ich in diesem Blog schon oft geschrieben habe: Die Wirkung des PDCC ist enorm.

Gerade wer sich am Steuer nicht ganz sicher fühlt, sollte dieses System wählen. Selbst wenn die Linie durch die Kurve nicht perfekt ist, hält sich die Seitenneigung so in Grenzen, als hätte ein ausgesprochen versierter Fahrer die optimale Linie getroffen.

Kurvenlage, Lenkpräzision und Rückmeldung von der Straße: In jeder Hinsicht ist es kaum zu glauben, dass man in einer großen Sportlimousine sitzt. Der Wagen fühlt sich mit jeder Kurve kleiner und handlicher an – und zieht so vergnüglich durch die Bögen, dass man unwillkürlich grinsen muss.
Die 680 PS lassen sich kraftvoll auf die Straße bringen. Beim Herausbeschleunigen verteilt der Panamera das Drehmoment auf alle vier Räder und drängt unermüdlich nach vorn. Trotz der beeindruckenden Leistung fühlte sich die Beschleunigung für mich allerdings im Turbo intensiver an – möglicherweise macht sich hier das höhere Gewicht bemerkbar.
Bei der Bremsanlage fällt auf, dass die Rekuperationsverzögerung etwas zu schwach wirkt.
Beim Cayenne E-Hybrid setzt die Rekuperation von Anfang an kräftig ein. Im Panamera fällt die Bremswirkung zunächst sanfter aus, während die konventionellen Bremsen am Ende sehr stark zupacken. Mit den PCCB ist die Verzögerung natürlich hervorragend. Der deutliche Unterschied zwischen Rekuperation und mechanischer Bremswirkung fühlte sich für mich jedoch etwas ungewohnt an.
Das Zusammenspiel von V8 und Elektromotor
Der entscheidende Unterschied zum Turbo liegt nicht etwa in der Leistung, sondern im Ansprechverhalten des Motors. Der V8 des Turbo hat für einen modernen Turbomotor nur wenig Turboloch. Bei einem derart leistungsstarken Triebwerk spürt man beim kräftigen Beschleunigen dennoch manchmal einen kurzen Moment, in dem das Drehmoment noch nicht voll anliegt.
Genau diesen Moment füllt der Elektromotor des E-Hybrid geschickt aus. Beim Überholen im Stadtverkehr, etwa aus Tempo 50 heraus, beschleunigt der Wagen ohne spürbares Turboloch – fast so, als würden Gaspedalstellung und Geschwindigkeit unmittelbar zusammenhängen. Das fühlt sich großartig an und erinnert beinahe an den Taycan. Beim Panamera kommt zusätzlich der Klang des V8 hinzu, der das Fahrerlebnis noch intensiver macht.

Der Turbo S war nicht mit der Sportabgasanlage ausgestattet. Im Vergleich zum Turbo, den wir früher mit Sportabgasanlage besaßen, ist der Unterschied beim Klangvolumen deutlich.
Dreht man den Motor hoch, wird er zwar hörbar laut und klingt durchaus sportlich. Knallgeräusche beim Schubbetrieb gibt es jedoch kaum. Neben dem geradezu explosiven Klang des Turbo mit Sportabgasanlage wirkt der Turbo S ausgesprochen zurückhaltend.
Der Panamera Turbo S E-Hybrid auf der Autobahn
Auf der Autobahn zeigt der Panamera die Souveränität eines echten Spitzenmodells. Leistung, Stabilität und Geradeauslauf sind beeindruckend – und anders als ein reiner Geradeausläufer vermittelt er auch vor jeder Kurve das Gefühl, dass man sich auf ihn verlassen kann.

Eine längere Reise dürfte mit diesem Wagen ausgesprochen komfortabel sein. Der einzige Haken: Für den Panamera sind Japans Autobahnen fast zu harmlos. Sein Potenzial kann er vermutlich erst auf der deutschen Autobahn voll ausspielen.
Was meine Frau vom Panamera Turbo S E-Hybrid hält
Als wir wieder zu Hause waren, nahm meine Frau den Schlüssel und sagte, sie wolle den Panamera auch einmal fahren. Kurz darauf bekam ich eine Nachricht aufs Smartphone:
„Nach zwei Sekunden Fahrt war ich schon begeistert!“

So groß ist der Unterschied beim Turbo S tatsächlich. Dass sich die Porsche-Modellvariante „Turbo“ deutlich von den anderen Ausführungen abhebt, habe ich schon früher beschrieben. Doch das Spitzenmodell Turbo S ist nicht einfach nur eine noch leistungsstärkere Version.
Mein Eindruck war vielmehr, dass Porsche ihm einen ganz eigenen Charakter und ein anderes Fahrgefühl gegeben hat.
Nachdem wir den Wagen schweren Herzens zurückgegeben hatten, fragten wir uns als Paar: „Meinst du, sie würden ihn uns verkaufen?“ oder „Ob sie ihn wohl gegen unseren Cayenne tauschen würden? (lacht)“

Hätte der Panamera hinten etwas mehr Platz und könnten drei Kinder bequem mitfahren, wäre die Versuchung gefährlich groß gewesen.
So außergewöhnlich ist dieser Panamera – schlicht ein Meisterstück.
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