Der Porsche 911 GT3 ist endlich da! – Ein Dokumentarbericht vom Übergabetag

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Porsche 911

Übergabetag: GT3 mit Touring-Paket

Nach dem BMW war nun auch für unseren 911 GT3 Touring (991.2) der große Tag gekommen. Anfang Dezember des Vorjahres hatte uns der Händler überraschend angerufen: „Ein GT3-Touring-Platz ist frei geworden. Wenn Sie sich innerhalb der nächsten zwei Stunden für die Konfiguration entscheiden, können Sie ihn bestellen.“ Mein Mann fackelte nicht lange und bestellte den Wagen im Eiltempo. Deshalb konnten weder er noch ich so richtig fassen, dass wir tatsächlich einen Porsche gekauft hatten – bis schließlich der Tag der Übergabe da war.

Das Wetter am Übergabetag war traumhaft: strahlend blauer Himmel, keine einzige Wolke. Ob ich meine Pechsträhne als Regenbringerin wohl endlich hinter mir gelassen habe? Am frühen Morgen holte uns H. vom Porsche Zentrum, der sich immer so gut um uns kümmert, in einem Cayenne ab.

Der aktuelle Cayenne sieht wirklich klasse aus. Bei meiner Probefahrt war ich völlig begeistert gewesen, deshalb rutschte mir spontan heraus: „Also, ich würde mich auch riesig freuen, wenn heute stattdessen ein Cayenne ausgeliefert würde …“

Die Straßen am Bahnhof und die Nationalstraße waren an diesem Tag angenehm leer, sodass wir zügig beim Porsche Zentrum ankamen.

Wir gingen an den glänzenden Ausstellungsfahrzeugen vorbei und wurden ins Obergeschoss geführt. Unter den ausgestellten Modellen stand übrigens auch der neue Macan. Den würde ich nur zu gern bald einmal probefahren!

Oben angekommen, gingen wir weiter nach hinten – und da stand er …

Da war er! Der GT3 Touring in Kreide!

Der Lack glänzte wie verrückt: Kreide, ein eleganter Ton, der weder Weiß noch Grau ist. Kein Heckflügel, aber trotzdem eine ganz andere Ausstrahlung als ein normaler 911. So also sieht ein GT3 Touring aus! Und doch konnten weder mein Mann noch ich so richtig glauben, dass das tatsächlich unser neues Auto war. Mein Mann meinte:

Auch jetzt, wo wir hier stehen, fühlt sich das noch nicht wie mein eigenes Auto an. Es ist, als wären wir nur hier, um uns ein Ausstellungsfahrzeug anzusehen. Ich sage gleich noch: „Der GT3 Touring sieht echt klasse aus“, und dann fahren wir einfach wieder nach Hause – ohne ihn mitzunehmen.

Stimmt eigentlich. Während wir auf H. warteten, betrachtete mein Mann den GT3 ausgiebig von allen Seiten. Offenbar unterscheidet sich das Heck beim Touring ein wenig von der Version mit Flügel; außerdem soll die Karosserie etwas tiefer ausgelegt sein.


(Mein Mann schaut von unten nach und meint: „Der liegt wirklich tief.“)

Nachdem alle Formalitäten erledigt und die Unterlagen ausgefüllt waren, folgte im Innenraum die Einweisung in die Bedienung des Fahrzeugs. Weil wir an den großen Touchscreen des Panamera gewöhnt sind, kam uns der Bildschirm im 911 ziemlich klein vor. Wahrscheinlich ist einfach der Panamera-Bildschirm riesig.

Zur Einfahrzeit erklärte H.:

In der Betriebsanleitung steht, dass der GT3 während der Einfahrzeit nicht über 7.000 U/min gedreht werden soll. Man darf ihn also durchaus schon etwas höher drehen. Die Einfahrzeit beträgt 1.500 km. Danach empfiehlt es sich, einmal das Öl zu wechseln.

Aha – während der Einfahrzeit sind also bis zu 7.000 U/min drin. Nicht schlecht! Beim GT2 RS beträgt die Einfahrzeit übrigens 3.000 km, und die Drehzahl soll 4.000 U/min nicht überschreiten. Selbst bei Porsche-Modellen aus derselben GT-Familie gelten also ganz unterschiedliche Vorgaben.

Während ich nebenbei über all die Details staunte, war es schließlich so weit: die Fahrzeugübergabe. H. startete den Motor, um den Wagen nach unten zu bringen, und tatsächlich: Der Motor klang ganz anders als im Panamera oder Boxster. Jetzt wurde es ernst.

Mit dem GT3 auf den Royu Driveway

Als wir nach unten kamen, wartete der GT3 schon auf uns.

Mein Mann stieg ein, trat die Kupplung und sagte als Erstes:

Leicht! Die Kupplung ist unglaublich leicht! Viel leichter als im Boxster!

Offenbar lässt sich das Schaltgetriebe im 991.2 besonders einfach fahren. Er startete den Motor und setzte den Wagen vorsichtig in Bewegung. Wir verließen das Porsche Zentrum, winkten H. zum Abschied und fuhren zunächst zu einem Fotospot am Meer.

Was uns beim Fahren als Erstes überraschte, war der gute Fahrkomfort. Ich hatte erwartet, dass ein GT3 so hart gefedert ist, dass jede Fahrt durch die Stadt anstrengend wird. Das Fahrwerk ist zwar straff, aber der Wagen fährt sich erstaunlich geschmeidig. Unebenheiten spürt man natürlich deutlich, doch insgesamt ist der Fahrkomfort wirklich gut. Mein Mann meinte während der Fahrt:

In einem Magazin stand, dass der Motor beim Hochschalten automatisch die Drehzahl anpasst. Stimmt tatsächlich – man kann dabei einfach auf dem Gas bleiben. Ich glaube, sogar Mina-chan könnte den Wagen fahren. Bei der PCCB-Bremsanlage merke ich den Unterschied bisher allerdings noch nicht so richtig.

Am Fotospot am Meer angekommen, stellten wir fest, dass die Landschaft und der GT3 in Kreide überhaupt nicht zusammenpassten. Gute Fotos wollten uns nicht gelingen, also gaben wir den Versuch auf und nahmen den Royu Driveway ins Visier. Bis dahin waren wir ganz normal gefahren und hatten nicht einmal ein Prozent der GT3-Leistung genutzt. Umso gespannter waren wir, wie sich der Wagen auf kurvigen Bergstraßen schlagen würde.

Von Ashiya aus beginnt die kurvenreiche Strecke zum Royu Driveway bereits vor der Mautstelle. Einige Kurven sind ziemlich eng. Als ich früher einmal mit einem luftgekühlten 911 (964) hier unterwegs war, dachte ich: „Um diese Strecke wirklich gut zu fahren, braucht man einiges an Können.“

Mit dem GT3 fühlte es sich dagegen an, als würde das Auto jede Kurve ohne die geringste Abweichung nehmen. Selbst wenn ich dachte: „Die Kurve ist aber eng“, zog der Wagen weiter souverän hinein. Die Ideallinie exakt zu treffen – genau das bedeutet es wohl. Mein Mann war völlig begeistert:

Der lenkt ja unglaublich ein! Das ist also der GT3! Und der Schalthebel hat so kurze Schaltwege – dieses knackige Einrasten fühlt sich einfach fantastisch an!

Als Beifahrerin fiel mir auf, wie wenig sich der GT3 in den Kurven zur Seite neigt. Ich glaube, selbst wer auf dem Beifahrersitz anderer Porsche-Modelle leicht reisekrank wird, könnte sich im GT3 wohlfühlen. Der Wagen liegt unglaublich stabil auf der Straße und hält die Fahrbahn regelrecht fest. Kein Wunder, dass es ein GT3 ist – dieses Auto scheint in einer ganz eigenen Liga zu spielen.

Im Nu erreichten wir den Aussichtspunkt Higashi-Rokko. An einem Werktagmittag waren kaum Autos oder Menschen unterwegs, und mein Mann verwandelte sich für eine Weile in einen begeisterten Hobbyfotografen.

Allerdings ist es offenbar gar nicht so einfach, den GT3 Touring gut zu fotografieren …

Mit dem Heckflügel wirkt das Auto plastischer, ohne Flügel sieht es auf Fotos etwas flach aus. Und auch die Farbe ist schwierig: Kreide ist eben kein knalliger Ton. Da muss ich noch ein bisschen herumprobieren.

Vor sich hin murmelnd, machte mein Mann weiter Fotos.

Meine erste Fahrt im GT3

An diesem Punkt durfte auch ich den GT3 ein kleines Stück fahren!

Unser BMW mit Schaltgetriebe war bereits da, und ich hatte mich schon ein wenig an das Fahren mit der Handschaltung gewöhnt. Also stieg ich voller Vorfreude auf den Fahrersitz und dachte: „Diesmal schaffe ich das!“ Ich stellte den Sitz ein, startete den Motor und ließ langsam die Kupplung kommen … doch der Schleifpunkt wollte einfach nicht kommen.

Als ich fürchtete, der Motor könnte gleich ausgehen, gab ich spontan etwas Gas. Schon bei leichtem Druck auf das Pedal brüllte der Motor auf – „Wroooom!“ – und ich erschrak so sehr, dass ich den Motor abwürgte. Ich nahm mich zusammen, trat die Kupplung und wollte neu starten, aber der Motor sprang nicht an.

„Moment, startet der Motor nach dem Abwürgen nicht automatisch wieder?“, fragte ich meinen Mann.

Das dachte ich auch, aber offenbar nicht. Wobei: Wer auf so eine Funktion angewiesen ist, sollte wohl keinen GT3 fahren.

Da hatte er wohl recht.

Ich startete den Motor erneut und kam diesmal ein kleines Stück voran. Doch ich hatte das Gefühl für die Kupplung noch nicht gefunden und rollte nur langsam los. Da sah ich im Rückspiegel einen ziemlich schnellen BMW näherkommen. „Oh nein!“ Erschrocken schaltete ich die Warnblinkanlage ein und hielt am Straßenrand an.

Nachdem der BMW vorbeigefahren war, wollte ich wieder anfahren. Doch die Straße stieg leicht an, und die Kupplung wollte einfach nicht greifen. Ich gab Gas, erschrak, würgte den Motor ab – und das Ganze wiederholte sich.

„Nein, das geht nicht. Unmöglich. Der BMW ist völlig anders, ich komme damit nicht klar. Ich kann nicht mehr!“

Frustriert gab ich auf und stieg aus. Mein Mann meinte:

Warum denn? Beim Boxster hieß es noch: „Der ist ganz anders als das Fahrschulauto, das schaffe ich nicht.“ Und jetzt ist der BMW schuld, weil der GT3 anders ist? Natürlich ist er anders! Dabei müsste der GT3 doch sogar leichter zu fahren sein als der Boxster.

Für mich fühlte sich die Kupplung im Boxster leichter verständlich an. Sie war schwergängiger, und wenn ich das Pedal langsam kommen ließ, konnte ich den Schleifpunkt gut spüren. Beim GT3 ist die Kupplung dagegen so leicht, dass mein Gefühl für den Schleifpunkt durcheinandergeriet.

Auch beim BMW, den wir jetzt zu Hause haben, ist die Kupplung leichtgängig. Außerdem unterstützt eine Anfahrhilfe das Losfahren. Das macht das Fahren mit Schaltgetriebe noch einfacher. Aber ein Porsche macht es einem eben nicht ganz so leicht. Bis ich einen Porsche mit Handschaltung fahren kann, muss ich wohl noch einiges üben.

Als ich auf die Uhr sah, war es schon nach 13 Uhr. Wir hatten beide Hunger und beschlossen, an einem Supermarkt anzuhalten und eine Kleinigkeit zu essen. Normalerweise gehen mein Mann und ich bei Probefahrten oder Ausflügen nur selten in ein Restaurant. Meistens gibt es ein Onigiri, also ein japanisches Reisbällchen, oder ein Sandwich vom Supermarkt. Wir hassen es beide, warten zu müssen – wenn wir in einem Restaurant Zeit verlieren, fahren wir lieber länger.

Allerdings: Da stehen wir mit unserem GT3 Touring auf dem Supermarktparkplatz und essen zu zweit Reisbällchen im Auto …

„Die haben ihr ganzes Geld in das Auto gesteckt und sind jetzt völlig pleite“, denken die anderen bestimmt.

Nach etwa zehn Minuten waren wir fertig und machten uns wieder auf den Weg.

Da der GT3 noch in der Einfahrzeit war, entschieden wir uns für eine Route über die Autobahn. Über die Chūgoku-Autobahn und die Maizuru-Wakasa-Autobahn fuhren wir nach Taka in der Präfektur Hyōgo. Mein Mann war begeistert: „Selbst auf der Autobahn merkt man, was für ein großartiger GT3 das ist!“ Ich auf dem Beifahrersitz hingegen wurde von der Niederlage beim Abwürgen und dem vollen Bauch überwältigt. Mir fielen die Augen zu, und bald bekam ich nichts mehr mit.

Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen war. Als ich spürte, dass das Auto anhielt, öffnete ich die Augen. „Wir sind da“, sagte mein Mann. „Was, echt? Schon da?“, fragte ich.

Du schläfst in einem GT3? Und dabei war die Strecke hierher so schön.

Mein Mann schüttelte den Kopf. Aber aus Sicht der Beifahrerin muss ich sagen: Der Beifahrersitz im GT3 ist so bequem, dass man wunderbar einschlafen kann. (Tut mir wirklich leid!)

Wir waren am Rastplatz Sugiharagami-no-Sato Taka angekommen. Als ich ausstieg, roch es nach erhitztem Auspuff und heißem Gummi. Ich glaube, beim Boxster hatte ich diesen Geruch am Anfang auch bemerkt.

Anschließend machten wir einen kleinen Spaziergang zum gegenüberliegenden Aotama-Schrein. Dort werden mächtige alte Zedern verehrt. Ein ruhiger, stimmungsvoller Ort.

Nach unserem Spaziergang war es bereits nach 15 Uhr. Damit wir rechtzeitig unsere jüngere Tochter aus dem Kindergarten abholen konnten, stiegen wir wieder in den GT3 und fuhren über Landstraßen bis zur Anschlussstelle Takino-Yashiro, von wo aus wir auf die Chūgoku-Autobahn wechselten. Vielleicht wegen der bulligen Front des GT3: Auf der Autobahn machten vorausfahrende Autos immer wieder Platz, obwohl wir noch mit reichlich Abstand hinter ihnen waren.

Nach der Autobahnabfahrt fuhren wir noch ein Stück über die Bergstraßen bei Arima und dann nach Hause.

Unsere erste Ausfahrt führte über rund 200 km. Auf 7.000 U/min kamen wir dabei natürlich nicht annähernd. Vielleicht ließe sich die Drehzahl im zweiten Gang entsprechend hoch treiben, wenn man den Gang lange genug ausfährt – auf normalen Straßen ist das aber kaum möglich.

Nach den 200 km war außerdem deutlich zu hören, dass der Motor lauter klang als direkt nach der Übergabe. Im Porsche Zentrum hatte ich noch gedacht: „Der klingt ruhiger als erwartet.“ Auf dem Heimweg bekamen wir dann schon einen ersten Eindruck vom kraftvollen GT3-Sound.

Wenn sich der Motor erst einmal richtig eingelaufen hat, klingt er bestimmt noch besser.

Damit war unsere erste Fahrt am Übergabetag erzählt. Über den ersten Fahreindruck meines Mannes vom GT3 Touring schreibe ich ein andermal ausführlicher. Schon am nächsten Tag brach er zu einer Einfahr-Tour nach Shikoku auf. Auch davon werde ich später berichten.

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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