Ich habe meinen Mann gefragt, was er an seinem Porsche 911 (964 C2) so liebt – Teil 1

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Faszination Porsche

Ist der 911 wirklich so großartig?

Am 9. November wurde unser 911 (964 C2) ausgeliefert – und schon ist fast ein Monat vergangen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! Seit der Auslieferung fährt mein Mann den 911 fast jeden Tag und hat offenbar schon mehr als 1.000 Kilometer zurückgelegt. Er kann’s einfach nicht lassen! (lacht) Seinen ersten Eindruck könnt ihr hier nachlesen. Doch nachdem er den Wagen eine Weile gefahren war, sagte er: „Ich sehe ihn inzwischen anders. Je länger ich fahre, desto besser gefällt er mir.“ Also habe ich ihn gefragt, was genau ihn so begeistert. In diesem ersten Teil geht es um den Fahrkomfort und die Herausforderungen und Reize des Heckmotor-Konzepts.

Fahrkomfort des Porsche 911 (964 C2)

So beschreibt mein Mann den Fahrkomfort des 911 (964 C2):

Wenn man ganz normal und gemütlich fährt, spürt man die enorme Steifigkeit der Karosserie und wie klar alle vier Räder auf der Straße aufliegen. Auf schlechten Straßen hört man besonders von hinten deutlich ein „Bumm! Bumm!“. Und wenn man über die Fugen auf japanischen Autobahnen fährt, scheint der Wagen zu sagen: „Von dieser Härte will ich nichts wissen!“ Merkwürdig ist nur, dass die Lautstärke und die Stärke des Stoßes nicht unbedingt zusammenhängen.

Ähm … was genau ist eigentlich „Harshness“? (-_-)

*Harshness (Noise, Vibration, Harshness) ist ein Kriterium zur Beurteilung des Fahrkomforts. Die Anfangsbuchstaben ergeben die Abkürzung NVH. In der Fahrzeugentwicklung und in Automobilzeitschriften spricht man im Japanischen auch von „Oto-shin“ – Geräusch und Schwingungen.

Aha. Den Begriff Harshness hatte ich noch nie gehört. Mein Mann fuhr fort:

Wenn es „Bumm!“ macht, spannt man sich automatisch auf einen heftigen Stoß ein – der bleibt aber aus. Auch die Karosserie schaukelt sich trotz des Geräuschs kaum auf. Das Auto liegt vergleichsweise ruhig, und auch die Bewegung des Blickfelds nach oben und unten hält sich in Grenzen. Das liegt wohl nicht nur an der weichen Sitzfläche und ihrer guten Polsterung, sondern vor allem an der hohen Karosseriesteifigkeit.

Das kann ich bestätigen. Die Karosserie fühlte sich für mich steifer an als bei jedem anderen Porsche, den ich bisher gefahren bin – mit deutlichem Abstand. Oft wird sie als „Tresor“ beschrieben, und tatsächlich hat man das Gefühl, in einem zu sitzen.

Natürlich ist der 911 im Vergleich zu einem modernen Boxster deutlich härter abgestimmt. Auch bei der Abstimmung von NVH (Noise, Vibration, Harshness – Geräusche, Vibrationen und Rauigkeit) scheint der Komfort nicht im Vordergrund gestanden zu haben. Trotzdem empfindet mein Mann den Fahrkomfort auf den Vordersitzen nicht als schlecht – für ihn ist er durchaus akzeptabel. (Inzwischen kommt ihm der Boxster sogar ausgesprochen weich vor.)

Die Rücksitze sind dagegen schmal und nur dünn gepolstert. Wenn man Kinder dort mitnimmt, könnten sie sich also beschweren. Zum Glück scheinen unsere Töchter das beengte Gefühl aber zu mögen.

Dazu möchte ich allerdings ergänzen: Für fünf bis zehn Minuten finden unsere Töchter die Rücksitze prima – bei Fahrten von mehr als einer Stunde wird es schwierig. Neulich waren sie auf einer rund anderthalbstündigen Fahrt mit dem 911 (964 C2) hinten dabei. Nach etwa 30 Minuten klagte unsere ältere Tochter über „Rückenschmerzen“. Wir legten eine Jacke unter, um es ihr bequemer zu machen, doch irgendwann fingen die beiden an zu weinen und zu quengeln. Am Ende musste ich mich auf die Rückbank setzen.

… und die drei Damen im Auto (ich und meine beiden Töchter) waren den Rest der Fahrt alles andere als gut gelaunt. (lacht)

Die Herausforderungen und Reize des Heckmotor-Konzepts

Wenn man beim 911 (964 C2) etwas beherzter aufs Gaspedal tritt und in eine Kurve fährt, zeigt er offenbar eine ganz andere Seite.

Die Karosserie neigt sich weniger als beim Boxster GTS im Sport-Plus-Modus. Auch in Kurven liegt der Wagen stabil, und ich habe kein unsicheres Gefühl. Aber es fährt sich anders, wenn man durch Bremsen oder Lupfen des Gaspedals die Last gezielt verlagert, als wenn man einfach mit Schwung durch die Kurve rollt. Bei einer sauberen Lastverlagerung fühlt es sich an, als würde sich das Heck um die Kurve drehen. Das ist ein ganz neues Gefühl, das man im Boxster nicht erlebt. Da merkt man: „Ach, so fühlt sich ein Heckmotor-Porsche an.“ Fährt man dagegen einfach nur mit Schwung durch die Kurve, bleibt dieses „Wow, ist das großartig!“-Gefühl aus. Besser als ein gewöhnliches Auto kurvt er natürlich trotzdem.
Ich hatte außerdem gehört, dass der Wagen stark übersteuert, wenn man mitten in der Kurve vom Gas geht. Doch auf einer kurvigen Landstraße und bei vernünftigem Tempo fühlt sich das überhaupt nicht gefährlich an. Das Fahrverhalten verändert sich zwar ein wenig, aber ich denke, auch normale Fahrer haben noch genügend Sicherheitsreserven. Im Winter sollte man allerdings vorsichtiger sein, wenn der Asphalt kalt und die Reifen noch nicht warm sind.

Ich habe noch kein richtiges Gefühl dafür, wie man die Last optimal verlagert, und das Erlebnis, eine Kurve wirklich mit Genuss zu durchfahren, steht mir noch bevor. Momentan finde ich das anspruchsvolle Fahrverhalten noch präsenter als den Fahrspaß des Heckmotors. Ich hoffe, dass ich bald herausfinde, wie sich eine Kurve mit dem 911 richtig gut anfühlt.

Doch auch mein Mann beherrscht die richtige Kurventechnik offenbar noch nicht jedes Mal …

Wenn man das jederzeit hinbekommt, ist man wohl ein echter „911-Fahrer“. Ich verstehe das Fahrverhalten inzwischen schon viel besser. Aber gerade weil man jedes Mal aufs Neue ausprobiert, wie man den 911 am besten durch die Kurve bewegt, fühlt es sich so gut an, wenn es endlich klappt.

So sagte er es.

In einer etwas steileren Bergaufkurve kann es außerdem passieren, dass sich die Vorderachse beim Beschleunigen für einen Moment leicht anfühlt. Dann entsteht deutliches Untersteuern. Bergab lässt sich der Wagen dagegen einfacher fahren. Beim Boxster mit Mittelmotor verändert sich das Kurvenverhalten bergauf und bergab kaum; er durchfährt die Kurve ungefähr mit demselben Radius. Auch das sei eine Besonderheit des Heckmotor-Konzepts, meint mein Mann.

Sein Eindruck auf der Autobahn:

Von anderen 911-Fahrern hatte ich oft gehört, dass sich die Front bei höherem Tempo leicht anfühlt. Ich war gespannt, wie es tatsächlich ist, aber im Auto fühlt es sich nicht so instabil an, wie ich erwartet hatte. Beim Beschleunigen wirkt die Front zwar etwas unruhig, trotzdem hat man das Gefühl, den Wagen unter Kontrolle zu haben. Das ist etwas ganz anderes als das unsichere Gefühl, das man in einem japanischen Auto bei hohem Autobahntempo bekommen kann.

Das stimmt. Beim Beschleunigen wirkt der Wagen zwar etwas unruhig, aber nie instabil. Die Angst, die man mitunter bei hohem Tempo in einem japanischen Auto hat, kam bei mir überhaupt nicht auf.

Wenn man auf der Autobahn etwas zügiger fährt, können Seitenwind und Spurrillen das Lenkrad leichter aus der Spur bringen. Für mich bleibt das aber völlig im akzeptablen Bereich. Die aerodynamische und konstruktive Unruhe war deutlich geringer, als ich erwartet hatte. Natürlich ist der 911 im Vergleich zu modernen Porsche-Modellen nicht auf demselben Niveau. Bei mehr als 200 km/h auf der Autobahn wäre die Sache vielleicht eine andere. Bei den Geschwindigkeiten, mit denen man auf der Überholspur der Shin-Tōmei fährt, sehe ich jedoch kein großes Problem.

So weit sein Fazit.

Das klingt spannend! Im nächsten Teil möchte ich auf den „luftgekühlten Motor“ und unser Gesamtfazit eingehen. Mein Mann hat außerdem ausführlich über das Tiptronic-Getriebe gesprochen – dazu wird es ebenfalls noch einen eigenen Artikel geben.

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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