Mit dem 718 Spyder RS auf dem Fuji Speedway – Das Auto, das den „Grenzwertbarometer“ zeigt
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Mit 911 Days auf dem Fuji Speedway
Am 22. März 2026 nahm ich an einer vom Magazin „911 Days“ organisierten Fahrveranstaltung teil.
An diesem Tag versammelten sich etwa 58 Porsche auf dem Fuji Speedway. Jährlich nehme ich an dieser Veranstaltung teil, im letzten Jahr war ich mit dem Taycan Turbo GT unterwegs. Dieses Jahr fiel meine Wahl auf den 718 Spyder RS. Die Gelegenheit, ein Cabriolet mit GT3-typischem 4,0-Liter-Boxermotor auf der GP-Strecke voll auszureizen, bietet sich nicht oft. Mit großer Erwartung, aber auch einem kleinen Rest Unsicherheit reihte ich mich in die Boxengasse ein.
Die Unsicherheit betraf das Verdeck. Das Verdeck des Spyder RS ist einfach konstruiert, und in der Bedienungsanleitung wird von Fahrten über 200 km/h abgeraten. Auf der Geraden des Fuji Speedway wird diese Marke leicht überschritten. Würde das Verdeck das aushalten? Dazu später mehr.
Der Spyder RS zeigt auf der Rennstrecke sein wahres Können – ein „Grenzwertbarometer“
Nach ein paar Runden war mein erster Eindruck schlicht: „Unglaublich leicht beherrschbar.“
Um ehrlich zu sein, hatte ich auf normalen Landstraßen kaum so eine Begeisterung für den Spyder RS wie für den GT3. Natürlich verfügt der RS über ein komplett anderes, hart abgestimmtes Fahrwerk verglichen mit einem normalen 718 Spyder, und das ist großartig. Doch bei Serpentinenstraßen hatte ich oft den Eindruck: „Der GT3 ist emotional berührender“. Auf der Rennstrecke jedoch kehrte sich das Urteil um. Der Spyder RS ist einfacher zu fahren und fühlt sich führiger an als der GT3. Das war meine unverstellte Wahrnehmung auf dem Fuji Speedway.

Während der Bruder 718 GT4 RS ein kompromisslos auf Rennstrecke ausgelegtes, sehr hartes Fahrwerk erhalten hat, kommuniziert Porsche selbst, dass der Spyder RS eher straßentauglich abgestimmt ist. Wie würde sich diese etwas weichere Federung auf der Strecke anfühlen? Mit einem gewissen Zweifel fuhr ich auf die Strecke.
In den ersten ein bis zwei Runden waren die Bremsen noch kalt und das Ansprechen etwas träge. Doch mit zunehmender Wärme griff das PCCB-System präzise und verlässlich, was sofort ein hohes Vertrauen in die Verzögerung erzeugte.
Am eindrücklichsten war das Gefühl, den Abstand zur fahrdynamischen Grenze genau spüren zu können. Zwar zeigt kein Display solch eine „Grenzwertanzeige“, aber es war fast so, als gäbe es im Kopf einen Barometer, der den Fahrer einfach wissen lässt: Jetzt 50%, jetzt 60%, jetzt 80% Ausnutzung – wie weit kann ich gehen, bevor das Auto ausbricht? Das Feedback aus Lenkrad und Chassis vermittelt diese Grenze klar und unmittelbar. So kann man jede Kurve vertrauensvoll anfahren und auch sicher abbremsen. Schon bei meinem 718 Cayman T vor zwei Jahren auf dem Fuji hatte ich das Gefühl, dass das Auto sehr leicht zu fahren war, doch der Spyder RS setzte hier nochmal einen drauf.
Der 992er Carrera ist ebenfalls sehr kontrollierbar, allerdings hilft hier eine ausgeklügelte Elektronik mit hoher Eingriffsrate, die sogar das Heckantriebskonzept vergessen lässt und digitales Rennfahren ermöglicht. Der Spyder RS dagegen fühlt sich analoger an. Die elektronischen Helfer greifen spürbar weniger ein, sodass der Fahrer mehr Einfluss hat. Fahrbahnzustand, Fahrwerks- und Reifenlimits kommen unverfälscht, quasi „roh“ beim Fahrer an – ein einzigartiges Erlebnis dieses Fahrzeugs.
Die Dunlop SPORT MAXX RACE 2 überzeugen jenseits aller Erwartungen
Lassen Sie mich kurz über die Reifen sprechen.
Ab Werk rollt mein Spyder RS auf Dunlop SPORT MAXX RACE 2 Reifen. Bei der Übergabe war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht, denn ich hatte eher mit Michelin Cup 2 gerechnet. Doch die Rennstreckenerfahrung widerlegte meine Vorurteile völlig. Diese Reifen sind wirklich hervorragend.

Sie bieten mehr als ausreichenden Grip, aber noch beeindruckender war die Hitzeresistenz. Als ich früher mit dem 991 GT3 Touring auf Cup 2 unterwegs war, spürte ich nach etwa 30 Minuten Volllast wie die Haftung deutlich nachließ, und in den Kurven fühlte es sich „schlabberig“ an. Das ist das Schicksal der Cup 2. Der SPORT MAXX RACE 2 blieb hingegen nahezu konstant in der Haftung – kein deutlicher Gripverlust gegen Ende der Sessions.
Auf der Straße ist das Verhalten ebenfalls positiv: Im Winter verursachte der Cup 2 bei Kurvenfahrten schon bei rund 40 km/h störende Geräusche wegen Temperaturschwäche. Diesen Effekt zeigt der SPORT MAXX RACE 2 nicht. Zwar ist der Grip natürlich nicht mit normalen Straßenreifen zu vergleichen, aber auch bei niedrigen Temperaturen bleibt die Leistung akzeptabel. Ein Reifen, der Rennstreckenhaltbarkeit mit Alltagstauglichkeit vereint. Beim nächsten Wechsel würde ich ohne zu zögern wieder den SPORT MAXX RACE 2 wählen und nie mehr zum Cup 2 zurückkehren.
PDK-Blipps und das Donnern des GT3-Motors
Über den Sound muss ich ebenfalls sprechen.
Das PDK des Spyder RS zaubert selbst im Automatikmodus eine spektakuläre Show. Beim Beschleunigen auf der Geraden und dem anschließenden starken Bremsen wechselt das Getriebe in einem atemberaubenden Tempo vom 5. auf den 4. und dann auf den 3. Gang, die Blipps klingen dabei so scharf und schnell wie ein Blitzschlag. Das knackige Geräusch des Zwischengasanschlags hallt mächtig von hinten herein und übertragen sich als Vibration unmittelbar in den Körper. Mehrfach vergaß ich dabei das schnelle Fahren und war einfach nur vom Sound berauscht.
Der typische Klang des 4,0-Liter GT3-Boxermotors, der bei Drehzahlen bis über 8.000, 9.000 U/min aufheult, ist unverändert beeindruckend. Dieser heulende, fast wie ein Stöhnen klingende Sound bleibt im Spyder RS vollständig erhalten – und dank offenem Verdeck kommt er besonders unverfälscht ans Ohr. Auch durch den Helm war die fesselnde Klangkulisse dieses Flat-Six-Motors eher Gänsehaut als nur Sound. Die Kombination aus diesem Motor und dem PDK macht den Kauf dieses Autos allein schon lohnenswert.
Spyder RS – einfach der Hammer!
Unglaublich leicht zu fahren und perfektes Eins-zu-eins-Gefühl mit dem Porsche. In Sachen Handling auf der Rennstrecke das Nonplusultra! Jetzt will ich fast den GT4 RS #SpyderRS #FujiSpeedway pic.twitter.com/eOUEQWnTQp— Hiro@ポルシェがわが家にやってきた (@boxster_gts) 22. März 2026
Ist es sicher, mit Verdeck über 200 km/h zu fahren?
Zum Schluss noch ein Thema, das viele interessiert: das Verdeck.
Das Verdeck des Spyder RS ist äußerst simpel konstruiert, mit quasi keinem Gerüst. Die Bedienungsanleitung warnt vor Fahrten über 200 km/h, und tatsächlich erscheint bei Überschreiten dieser Marke eine Warnmeldung auf dem Kombiinstrument. Diese Meldung sprang auch auf, als ich auf der Geraden des Fuji zur Höchstgeschwindigkeit beschleunigte. Ich erreichte dabei maximal 271 km/h und kann abschließend sagen: Es gab keine Probleme.

Während der Fahrt war im Innenraum nichts vom Verdeck wahrnehmbar: Kein Flattern, keine Luftgeräusche oder klappernde Stellen. Zwar sind Wind- und Fahrgeräusche bei dieser Geschwindigkeit ohnehin sehr präsent und könnten das Verdeckgeräusch überdecken, aber für den Fahrer war es völlig unauffällig. Blickt man auf vom Bruder während der Fahrt gemachte Fotos von außen, sieht man, dass das Verdeck deutlich wölbt. Die Luftströmung über der Oberfläche ist schneller und erzeugt Unterdruck, der das Verdeck wie einen Ballon leicht anhebt.

Interessanterweise zeigte sich schon auf der Heimfahrt bei rund 120 km/h auf der neugebauten Tōmei-Autobahn, dass das Verdeck deutlich aufgebläht war. So ist das Konzept des Spyder RS Verdecks eben anzusehen. Die hohen Geschwindigkeitsabschnitte auf dem Fuji Speedway sind mit wenigen Sekunden knapp bemessen, sodass die Belastung für das Verdeck nicht allzu hoch sein dürfte. Für längere Fahrten über 200 km/h, wie auf einer deutschen Autobahn, rate ich allerdings davon ab.
Zudem war es auf dem Fuji Speedway verboten, das Verdeck abzunehmen. Obwohl Porsche ab 200 km/h empfiehlt, ohne Verdeck zu fahren, forderte der Veranstalter aus Sicherheitsgründen, das Verdeck aufzuschnallen. Dies möchte ich ergänzend erwähnen.
Viele, die mit dem Spyder RS auf der Rennstrecke fahren wollen, machen sich wegen des Verdecks Sorgen. Ich hoffe, meine Erfahrungen können dabei etwas weiterhelfen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde ich jederzeit gerne erneut mit diesem Auto auf dem Fuji Speedway fahren.
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