Die nächste Cayenne-Generation mit Verbrenner ist beschlossene Sache – als Taycan-Fahrer kann ich die mögliche Active Ride nur kaum erwarten
Veröffentlicht: 2026.04.02
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„Verbrenner bis in die 2030er-Jahre“ – SUV-Chef bestätigt die Pläne
Ralf Keller, Leiter der SUV-Modellreihe bei Porsche, hat in einem Interview mit dem britischen Magazin Auto Express eine wichtige Aussage gemacht.
„Wir werden Verbrennungsmotoren und Hybride auch im nächsten Jahrzehnt weiter anbieten.“ Damit ist so gut wie sicher: Auch die nächste Cayenne-Generation wird es mit Benzinmotor geben. Der Cayenne der vierten Generation mit Verbrenner dürfte 2028 oder 2029 auf den Markt kommen und parallel zum bereits vorgestellten Cayenne Electric angeboten werden. Dass Porsche eine neue Cayenne-Generation erstmals gleichzeitig als Elektroauto und mit Verbrennungsmotor auf den Markt bringt, ist ein Novum in der Modellgeschichte.
Als Plattform kommt voraussichtlich der „PPC“ (Premium Platform Combustion) des Volkswagen-Konzerns zum Einsatz, den sich der neue Audi Q7 ebenfalls teilen dürfte. In einem früheren Beitrag habe ich bereits über die gemeinsame Plattformnutzung von Porsche und Audi geschrieben – auch der Cayenne folgt diesem Trend. Keller selbst sagte, dass sowohl die MLB-Evo-Plattform als auch die PPC-Plattform genutzt werden könnten. Das deutet auf eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Marken hin.

Active Ride im Porsche: Ein Taycan-Fahrer berichtet
Am meisten interessiert mich an dieser Nachricht die Möglichkeit, dass die nächste Cayenne-Generation mit Verbrennungsmotor das Porsche Active Ride Fahrwerk erhält.
Mein Taycan Turbo GT ist mit Active Ride ausgestattet. Offen gesagt fühlt sich dieses Fahrwerk an wie ein fliegender Teppich: straff, aber ohne jedes Nachschwingen. Das mag widersprüchlich klingen, doch diesen Eindruck kann man wohl nur nachvollziehen, wenn man selbst damit gefahren ist. Selbst an der Kante einer Supermarktausfahrt, wo es sonst kräftig „rumpelt“, bleibt der Kaffee im Becherhalter, ohne zu verschütten. Der Körper wird kaum noch durchgeschüttelt.
Beim Active Ride sitzt an jedem Rad eine elektrohydraulische Pumpe, die den Öldruck der Dämpfer bis zu 13-mal pro Sekunde aktiv regelt. Herkömmliche Stabilisatoren entfallen; stattdessen werden alle vier Räder unabhängig voneinander gesteuert. So lassen sich Wank- und Nickbewegungen nahezu vollständig unterdrücken. An jeder Fahrzeugecke kann das System eine vertikale Kraft von mehr als 2.300 Pfund erzeugen. Unebenheiten werden nicht einfach „geschluckt“, damit sie möglichst wenig in die Karosserie gelangen – das System wirkt ihnen aktiv entgegen. Das Ergebnis ist ein Fahrwerk auf einem ganz anderen Niveau. Auf kurvigen Bergstraßen fühlt sich der Taycan Turbo GT für mich agiler an als ein GT3. Gleichzeitig bietet er auf der Autobahn den Komfort einer Limousine.
Die Frage der Stromversorgung: Active Ride womöglich nur im Hybrid
Einen möglichen Haken gibt es allerdings: die Stromversorgung.
Active Ride ist ein System mit hohem Energiebedarf. Bei Spitzenlast soll es bis zu rund 34 PS (etwa 25 kW) benötigen und muss dafür über eine 400-Volt-Hochvoltbatterie versorgt werden. Bei den aktuellen Modellen ist Active Ride nur für Taycan, Cayenne Electric und Panamera E-Hybrid erhältlich. Alle drei sind Elektroautos oder Plug-in-Hybride und verfügen damit über eine große Batterie. In reinen Verbrennermodellen wird das System bislang nicht angeboten.

Wie könnte es also beim nächsten Cayenne mit Verbrennungsmotor aussehen?
Keller sprach davon, die Integration von Hybridsystemen zu verstärken. Sollte Active Ride angeboten werden, dürfte das System meiner Einschätzung nach auf die Plug-in-Hybrid-Variante beschränkt bleiben – ähnlich wie beim Panamera E-Hybrid. Für einen reinen Benziner wäre die Stromversorgung über ein 48-Volt-Mildhybridsystem vermutlich nicht leistungsstark genug. Vielleicht gibt es Active Ride also auch beim nächsten Cayenne nur in der PHEV-Version. Dann hieße es: Wer das Fahrwerk möchte, entscheidet sich für den Hybrid. In jedem Fall wäre es ein großer Fortschritt, wenn das Fahrwerk künftig auch für Cayenne-Modelle mit Verbrennungsmotor erhältlich wäre.
Der Cayenne sollte „so groß bleiben, wie er ist“
Keller machte noch eine weitere interessante Aussage: „Der Cayenne war immer am besten, wenn er kompakt war. Dieses Konzept wollen wir auch bei der nächsten Generation beibehalten.“
Viele Fahrer in Japan dürften sich allerdings fragen, was an einem Cayenne kompakt sein soll. Er ist mehr als 1.980 Millimeter breit und ragt in Parkhäusern in Tokio mitunter über die markierten Stellplatzgrenzen hinaus. Als ich einen Cayenne E-Hybrid fuhr, musste ich auf engen Straßen ebenfalls ständig aufpassen. Was in Deutschland als „kompakt“ gilt, ist nicht unbedingt mit den japanischen Straßenverhältnissen vergleichbar.

Keller dürfte jedoch meinen, dass das Wachstum dem K1-Flaggschiff überlassen bleibt und der Cayenne nicht noch größer werden soll. Dem stimme ich zu. Die Stärke des Cayenne liegt darin, bei seinen Abmessungen Sportlichkeit auf 911-Niveau zu bieten. Wer sieben Sitze braucht, bekommt den K1; wer einen Sport-SUV mit den typischen Cayenne-Qualitäten sucht, kann sich auf eine vierte Generation mit ähnlich handlichen Proportionen freuen. Elektro- und Verbrennermodelle nebeneinander, dazu eine klare Abgrenzung zum K1: Porsches SUV-Strategie nimmt endlich Gestalt an. Ich kann es kaum erwarten, bis Active Ride auch im nächsten Cayenne mit Verbrennungsmotor angeboten wird.
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