【Porsche-Fahrer im Porträt #4】Porsche 911 GT3 (997.2) kaufen: Optionen und Fahrbericht

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Porsche 911

Hallo zusammen! Ich bin Mina, die Betreiberin von „Willkommen zu Hause, PORSCHE“. Auf Wunsch unserer Leserinnen und Leser, die gern echte Einblicke in den Alltag verschiedener Porsche-Besitzer erhalten möchten, haben wir die Reihe „Porsche-Fahrer im Porträt“ ins Leben gerufen. In der vierten Folge berichtet „cara“ aus der Präfektur Osaka vom Kauf, den Optionen und den Fahreindrücken seines 997.2 GT3.

〘Informationen zum Besitzer〙
・Porsche: 997.2 GT3 (Modelljahr 2010)
・Pseudonym: cara
・Wohnort/Region: Osaka
・Familie: fünf Personen
・Bisherige Fahrzeuge: Maserati 3200 GT (Modelljahr 2000) → Porsche 911 Carrera S (997, Vorfacelift; Modelljahr 2005) → Porsche Cayenne S der ersten Generation (Modelljahr 2006) → Cayenne Turbo (958.2, Modelljahr 2016) → Abarth 599 Competizione (Modelljahr 2014) → Ferrari 488 Spider (Modelljahr 2018)
・Eine Botschaft an die Leser:
Porsche stimmt alle Modellreihen auf höchstem Niveau auf die drei Grundtugenden Fahren, Kurvenfahren und Bremsen ab. Beim GT3 werden diese Qualitäten noch weiter gesteigert – und dazu kommt der Fahrspaß, das Auto ganz nach dem eigenen Willen zu beherrschen.

1) Der Weg zum Kauf

– Ein 911 Carrera S, der mir zufällig beim Händler auffiel

Wir wollten einen Wagen, in dem unsere fünfköpfige Familie komfortabel und sicher unterwegs sein kann, und gingen deshalb zum Händler, um einen Cayenne S der ersten Generation (955) (Modelljahr 2006; bestellt im September 2005, ausgeliefert im April 2006) zu kaufen. Dort fiel mir zufällig ein 911 Carrera S auf, der bereits auf Vorrat bestellt worden war.
Bis dahin hatte ich wenig Interesse an Porsche. Ich dachte: „Ein schlichter, robuster Porsche ist ein Auto für Leute, die Rennsport lieben.“

Doch der 911 Carrera, den ich dort sah, hatte jede Menge Sonderausstattung, eine Innenausstattung aus hellblauem Naturleder und statt Tiptronic ein Schaltgetriebe. Seit meiner Zeit in der Fahrschule interessierte ich mich für Schaltwagen, hatte aber selbst noch nie einen besessen. Als ich diesen 911 sah, konnte ich den Wunsch, ihn zu haben, nicht mehr unterdrücken. Nach einem Gespräch mit meiner Frau beschlossen wir noch vor Ort, den Cayenne und den 911 Carrera S gleichzeitig zu kaufen.

– Der Auslöser für den Kauf des 911 GT3

Der 911 Carrera S wurde natürlich früher ausgeliefert als der Cayenne S 955 (Modelljahr 2006), den wir bestellt hatten. Doch je öfter ich den 911 mit seiner für Porsche so typischen silbernen Lackierung fuhr, desto mehr verfiel ich seinem Charme.
Kein anderes Auto, das ich je probegefahren war, ließ sich so sehr wie eine Verlängerung meiner Arme und Beine bewegen. Mit der Zeit wuchs der Wunsch nach noch mehr Fahrspaß – und ich entschied mich für einen GT3.

2) Optionen und Ausstattung

Beim Kauf des GT3 wollte ich grundsätzlich keine Sonderausstattung bestellen. Das Sport Chrono Paket zum Beispiel montiert lediglich eine Uhr auf dem Armaturenbrett; das Ansprechverhalten des Gaspedals ändert sich dadurch überhaupt nicht.

■ Außenfarbe: Schwarzmetallic (der Favorit meiner Frau)
■ Innenausstattung: Schwarz (Serie)
■ Klappbare Carbon-Schalensitze
(Weil ich den Überrollkäfig wählte, waren die Sitze mit schwer entflammbarem Material bezogen.)
■ Fünfpunktgurte und Feuerlöscher an Bord
(In der Straßenversion sind die Sitze mit Naturleder bezogen; Fünfpunktgurte und Feuerlöscher gehören dort nicht zur Ausstattung.)
■ Klarglas-Heckleuchten

3) Der Weg bis zur Auslieferung

– Da noch nicht einmal der 997 der zweiten Generation vorgestellt war, gab ich zunächst eine unverbindliche Reservierung ab

Als ich dem Händler meinen Kaufwunsch mitteilte, war noch nicht einmal der 997 der zweiten Generation vorgestellt. Deshalb ließ ich den 997.2 GT3 zunächst unverbindlich reservieren. Bestellen konnte man ihn, soweit ich mich erinnere, ungefähr ein Jahr später.
Damals wurden die verfügbaren Fahrzeuge der Reihe nach vergeben. Ich sicherte mir meinen Platz bereits im Sommer des Vorjahres, obwohl die Optionen noch nicht bekannt waren. Wer mit der Serienausstattung zufrieden war, konnte die Bestellung zu diesem Zeitpunkt abschließen. Da es mein erster GT3 war, wartete ich jedoch auf die Bekanntgabe der Optionen und gab meine Bestellung im Herbst mit der gewünschten Ausstattung auf.
Ausgeliefert wurde der Wagen im April des Folgejahres. Heute werden Interessenten bei großer Nachfrage meines Wissens per Los ausgewählt. Wer ausgelost wird, erhält das Recht, eine Bestellung aufzugeben.

〘Vom Bestelleingang bis zur Auslieferung〙
April 2008: unverbindliche Reservierung
April 2009: Reservierung
September 2009: Auswahl der Optionen abgeschlossen
April 2010: Auslieferung

4) So fährt sich der 911 GT3 im Alltag

① Handling

Von außen unterscheidet sich der Wagen trotz Aerodynamikbauteilen im Wesentlichen nicht von einem serienmäßigen 911. Doch sobald man einsteigt und losfährt, merkt man: Das ist ein völlig anderes Auto.
Der 997.2 GT3 verfügt zwar über die elektronische Stabilitätsregelung PSM, die es in der 996-Generation noch nicht gab, doch er setzt die Absichten des Fahrers treu um. Die auf Sicherheit ausgelegte vorausschauende Regelung, die man von den 911 Carrera-Modellen kennt, arbeitet hier auf einem ausgesprochen hohen Niveau.

So lässt sich der GT3 tatsächlich „ganz nach dem eigenen Willen“ bewegen. Schnelligkeit und Präzision der Gasannahme und Lenkung sowie das geringe Spiel – im besten Sinne – liegen weit über dem Niveau eines 911 Carrera. Auf die Spitze getrieben fühlt es sich an, als würde der Wagen bei hohem Tempo im rechten Winkel abbiegen. Anders gesagt: Wer entspannt fahren möchte, ist mit einem 911 Carrera deutlich besser bedient.
Im GT3 kann ein Fahrfehler ernste Folgen haben. Selbst wenn man alle Sicherheitssysteme abschaltet, soll die Elektronik im Notfall aber letztlich doch eingreifen. Deshalb denke ich, dass man sich keine Sorgen machen muss.

② Motor

Der Motor des GT3 ist etwas völlig anderes als der eines 911 Carrera. Es handelt sich um einen GT3-spezifischen Motor mit GT1-Kurbelgehäuse. Außerdem wurde der Hubraum bei dieser Generation von 3,6 auf 3,8 Liter vergrößert, sodass die Leistung mehr als ausreicht. Durch den Heckmotor und den Hinterradantrieb ist die Traktion hinten sehr gut. Bei hohem Tempo wird jedoch Abtrieb benötigt – auch die größere Ausführung des Heckflügels ist deshalb deutlich spürbar.

③ Bremsen

Porsche ist ohnehin für seine herausragende Bremsleistung bekannt, doch beim GT3 liegt die Messlatte noch höher. Damals gab es Berichte über Probleme mit der Bremswirkung bei kalter Bremse und bei Nässe. Deshalb entschied ich mich bewusst gegen PCCB (Porsche Ceramic Composite Brake, die Porsche-Keramikbremse). Die zweiteiligen Bremsscheiben mit Aluminiumtopf erwiesen sich jedoch als ausgesprochen gelungen.

Auch Besitzer eines 997.1 mit PCCB sagten mir, die zweiteiligen Bremsscheiben mit Aluminiumtopf ließen sich besser dosieren. Trotz der zweiteiligen Konstruktion gibt es kein Nachlassen der Bremsleistung durch Hitze. Selbst wiederholte Bremsmanöver aus hohem Tempo waren überhaupt kein Problem.

④ Motorgeräusch

Der Boxermotor ist ziemlich laut – unabhängig davon, ob man den Klang nun mag oder nicht. Im Vergleich zu Lamborghini oder Ferrari finde ich den GT3 aber eher zurückhaltend.

⑤ Die perfekte Einheit von Fahrer und Auto

Der 911 ist zwar größer geworden als früher, aber bei seinen Abmessungen und seinem Gewicht lässt er sich nach etwas Eingewöhnung wie eine Verlängerung des eigenen Körpers bewegen. Das ist wohl seine größte Stärke. Oft spricht man von einer perfekten Einheit zwischen Fahrer und Auto – beim GT3 trifft das genau zu. Fahren, Kurvenfahren und Bremsen gelingen auf höchstem Niveau, und der Wagen spiegelt das Können seines Fahrers eindrucksvoll wider.

⑥ Verbrauch

Der Verbrauch dürfte bei etwa 5 bis 8 km/l liegen. In der Stadt fahre ich den GT3 allerdings kaum, und besonders verbrauchsschonend bin ich bisher auch nicht gefahren. Auf der Rennstrecke war ich mit ihm noch nie unterwegs; meistens fahre ich mit Freunden auf Tour oder allein.

⑦ Geringe Bodenfreiheit

Wegen des tief sitzenden Frontspoilers passe ich an Supermärkten und Tankstellen auf. Mit etwas Übung ist das aber kein Problem. Wer möchte, kann einen Liftsystem für die Vorderachse bestellen.

⑧ Alltagstauglichkeit

Man kann den GT3 durchaus täglich fahren, und manche Besitzer tun genau das. Wer jedoch vor allem ein Auto für den Alltag sucht, ist mit einem 911 Carrera deutlich entspannter unterwegs. Der GT3 lässt in vielerlei Hinsicht schlicht keine Nachlässigkeit zu. Auch der Fahrkomfort ist nicht gerade seine Stärke, und meine Frau und die Kinder fahren so gut wie nie mit. Wenn ich mich auf ein einziges Auto festlegen müsste, würde ich trotzdem den GT3 wählen.

5) Diese Optionen würde ich bei meinem nächsten Porsche wieder wählen

Schaltgetriebe

Mit dem 991.2 kehrte das Schaltgetriebe endlich zurück. Mir ist völlig klar, dass das PDK schneller und präziser schaltet. Da ich aber das Gefühl einer perfekten Einheit von Fahrer und Auto erleben möchte, würde ich mich beim Kauf eines 992 ohne Zögern für das Schaltgetriebe entscheiden.

Mein früherer 997.1 Carrera S ließ sich nach dem Anhalten manchmal nur widerwillig in den ersten Gang schalten. Auch nachdem ich auf ein Schaltwegverkürzungs-Kit umgerüstet hatte, blieb das zunächst so. Mit der Zeit gewöhnte ich mir an, erst in den zweiten und dann in den ersten Gang zu schalten. Ich glaube, das Getriebe war von Aisin.

Das Getriebe des GT3 ist ganz anders. Die Schaltwege sind sehr kurz, und die Gänge flutschen nur so hinein – manchmal fühlt es sich an, als würden sie regelrecht eingesogen. Das macht enorm viel Spaß und ist einer der Gründe, warum ich mich nicht von dem Auto trennen kann. Selbst eine Tagestour von Osaka bis nach Ise in der Präfektur Mie war für mich mit der Kupplung überhaupt kein Problem. (Ein Bekannter von mir, der sowohl einen GT3 als auch einen BMW M3 besitzt, meinte allerdings, die Kupplung des BMW sei leichter.) Eine zu leichtgängige Kupplung erschwert meiner Meinung nach eher das richtige Timing. Das Gewicht der GT3-Kupplung ist genau richtig.

Schon als Neuwagen ließ sich das Getriebe ganz leicht schalten, ohne dass irgendein Gang klemmte. Meine Frau fuhr den Wagen ebenfalls und fand die Kupplung nicht schwer. Im Gegenteil: Sie meinte, Kupplung und Schaltung seien einfacher zu bedienen als im 997.1. Ein alter Porsche-Tipp besagt, beim Anfahren nicht gleich Gas zu geben, sondern die Kupplung sauber kommen zu lassen und erst anzufahren, bevor man aufs Gaspedal tritt. Auch das ging ausgesprochen mühelos.

PCCB

Der GT3 ist meiner Meinung nach schon in der Serienausstattung vollkommen. Da die PCCB (Porsche Ceramic Composite Brake, die Porsche-Keramikbremse) inzwischen besser geworden ist, würde ich sie eventuell trotzdem wählen.

Überrollkäfig

Heutzutage entscheiden sich die meisten GT3-Besitzer offenbar für die Straßenversion. Und dann kamen auch noch überraschende Modelle wie der 911 R und das Touring Paket für den GT3 dazu. Trotzdem würde ich mich beim nächsten Mal ganz sicher wieder für den Überrollkäfig entscheiden.

6) Was man wissen sollte

Der Kühler der Klimaanlage ist kleiner als im 911 Carrera, deshalb kühlt die Klimaanlage im Sommer nicht besonders gut. Außerdem steigt die Motoröltemperatur im Stau schnell auf über 120 °C. Das gehört wohl einfach zum Charakter des GT3.

7) Fazit

Erst den Charakter des 911 Carrera kennenlernen

Der 911 Carrera gilt als Inbegriff der Marke Porsche. Das Angebot an Modellen ist inzwischen breit gefächert, doch die Grundkonfiguration ist bei allen gleich geblieben: Heckmotor und 2+2-Sitzplätze. Ob Stadtverkehr, lange Reisen, sportliche Ausfahrten oder Rennstrecke – der 911 ist ein wirklich vielseitiges und überzeugendes Auto. Die Eigenheiten des Heckmotorkonzepts sind zwar weiterhin vorhanden, wurden aber nach und nach entschärft. Heute ist der 911 kein Auto mehr, das nur ausgewählte Fahrer beherrschen können. Wer einen Führerschein hat, kann ein begeisterndes Fahrerlebnis und ein hohes Maß an Sicherheit genießen. Und auch für alle, die sich den traditionellen, knackigen Charakter des 911 wünschen, bietet der Carrera mehr als genug.

Über den GT3

Porsche stimmt alle Modellreihen grundsätzlich auf dieselben drei Tugenden ab: Fahren, Kurvenfahren und Bremsen. Und zwar auf ausgesprochen hohem Niveau.
Der GT3 hebt diese Qualitäten noch weiter und schenkt dem Fahrer das Vergnügen, das Auto ganz nach dem eigenen Willen zu beherrschen.

8) Zum Schluss

Über den 996 GT3

Mit der 996-Generation verschwand die als RS bezeichnete Modellvariante. Für eingefleischte Fans kam jedoch der 996 GT3 auf den Markt. Wer ein wenig recherchiert, wird schnell feststellen: Das ist ein messerscharf abgestimmtes Auto. Der auf sportliches Fahren ausgelegte GT3 wurde konsequent erleichtert und mit möglichst wenigen Sicherheitsausstattungen versehen. So kann er die Absichten des Fahrers direkt umsetzen. Heute zählt der 996 GT3 bereits zu den klassischen Sportwagen, ist bei einer treuen Fangemeinde aber nach wie vor sehr beliebt.

9) Was bedeutet Porsche für Sie?

Für mich ist Porsche wie ein Teil der Familie.

Ich möchte immer mindestens einen Porsche besitzen. Auch wenn man die Modelle für die ganze Familie mitzählt, vermitteln sie ein starkes Gefühl von Geborgenheit und lassen sich sicher fahren.
Der neue Cayenne ist inzwischen ebenfalls auf dem Markt, und sein Fahrverhalten entwickelt sich immer weiter. Porsche ist eine Marke, deren Autos ich auch in Zukunft besitzen möchte.

〘Mina, die Betreiberin, meint〙
Ich durfte neulich zum ersten Mal in einem GT3 (991.1) mitfahren – auf dem Beifahrersitz. Der Komfort war besser als erwartet, und ich hatte mehr als in jedem anderen Porsche, den ich bisher gefahren bin, das Gefühl: Das ist ein echter Porsche. Ein wirklich beeindruckendes Auto! Dass cara und seine Frau den GT3 mit Schaltgetriebe fahren, finde ich einfach großartig. Vielen Dank, cara, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast!

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