【Porsche-Owner-Datei #21】Cayman S (987): Kauf, Sonderausstattung und Fahrbericht
Veröffentlicht: 2020.02.03
Die Reihe „Porsche-Owner-Datei“ entstand auf Wunsch unserer Leserinnen und Leser, die sich ehrliche Erfahrungsberichte von Porsche-Besitzern wünschen. In der 21. Folge berichtet „kazu“ vom Kauf seines Cayman S, seiner Sonderausstattung und seinen Erfahrungen am Steuer.
〘Informationen zum Besitzer〙
・Vorgestelltes Fahrzeug: Cayman S PDK, Baujahr 2009, 37.000 km
・Pseudonym: kazu (Blog von kazu: 60歳からの PORSCHE 987 Cayman S PDK)
・Wohnregion: Kanto
・Familie: Ehefrau, zwei Söhne und zwei Töchter
・Bisherige Fahrzeuge:
Auf meinen Namen zugelassen: VW Polo Sport Line, Fiat Abarth Punto, VW Scirocco 1.4 TSI, VW Scirocco R
Zweitwagen: Honda Fit Hybrid, Porsche Cayman S PDK
・Ein Wort an unsere Leserinnen und Leser:
Der 987 ist inzwischen in eine realistische Preisklasse gerutscht. Ich habe täglich gesucht – und diesmal war es einfach eine schicksalhafte Begegnung (eine ziemlich praktische Ausrede, ich weiß). Dass ich gerade 60 geworden war, gab mir den letzten Anstoß. Es mag eine abgedroschene Geschichte sein, aber ich habe mich auf den ersten Blick verliebt und kurzerhand zugeschlagen.
コンテンツ
1) Wie es zum Kauf kam
Meine Begeisterung für Porsche
Meine Faszination für Porsche reicht bis in die Grundschulzeit zurück. Mein Vater war ein echter Autonarr – ein Ausdruck, den man heute kaum noch hört – und nahm mich immer wieder mit an den frisch eröffneten Fuji Speedway. Damals gab es noch die 30-Grad-Steilkurve.
Die Sicherheitsstandards von heute waren noch Zukunftsmusik. Bei jedem Rennen gab es Tote (auch Kuniomi Nagamatsu, genannt „Kazuto“, erlebte ich damals hautnah) – eine erschütternde Welt. Doch die Geschwindigkeit und Stabilität des 910, den Tetsu Ikuzawa fuhr, sein großartiges Design und sein Sound waren für einen Grundschüler kaum zu fassen.
Später kamen der Klassiker „Le Mans“ und Steve McQueen. Auch heute bekomme ich manchmal spontan Lust, den Film wieder anzuschauen – dann natürlich mit ordentlich aufgedrehter Lautstärke. Der 917 wird für mich für immer das beste Rennfahrzeug aller Zeiten bleiben.
Und bevor ich in das Alter komme, in dem ich Gas und Bremse verwechsle, wollte ich irgendwann einen Porsche besitzen: einen echten Sportwagen, möglichst ohne überflüssige elektrische Helfer – einen Porsche, der nur mit Benzin fährt.
Auf der Suche nach einem gebrauchten Porsche
Ehrlich gesagt liegt ein Neuwagen preislich weit außerhalb meiner Möglichkeiten. Nebenbei besitze ich seit über 30 Jahren einen Segelflieger (kein Hängegleiter und kein Gleitschirm, sondern ein „Luftfahrzeug“), deshalb ist mein Autobudget begrenzt. Ich versuche, meine Verhältnisse nicht aus den Augen zu verlieren.
Ich suchte täglich nach gebrauchten Porsche-Modellen. Inzwischen tauchten immer mehr zehn Jahre alte 987er in einer Preisklasse auf, die mit der eines japanischen Autos vergleichbar war.

Was bei meinem heutigen Porsche den Ausschlag gab
Der wichtigste Punkt war natürlich der Sechszylinder-Boxermotor. Auf den wollte ich auf keinen Fall verzichten.
Außerdem sollte es ein PDK sein. Bei einem Sportwagen gilt das manuelle Getriebe zwar als die klassische Wahl, aber die Gangwechsel meines VW Scirocco mit Doppelkupplungsgetriebe – bei VW DSG genannt – hatten mich begeistert. Doppelkupplungsgetriebe sind die Zukunft: Auch bei sportlicher Fahrt kann man sich wie Schumacher fühlen.
Für einen Porsche kam deshalb natürlich nur das PDK infrage.
Wichtig war mir auch, dass der Wagen keine unnötige Ausstattung abseits des Fahrens hatte. Sport Chrono und PASM sind beim Cayman S dabei, ebenso Schaltwippen. Auf Tempomat und Heckscheibenwischer wurde hingegen verzichtet, der Innenraum ist schlicht und mit schwarzem Kunstleder ausgestattet. Genau mein Geschmack.
Auch die Außenfarbe passt: Mitternachtsblau-Metallic – ich mag elegante, erwachsene Farben.

2) Sonderausstattung und technische Daten
Da es sich um einen Gebrauchtwagen handelt, entspricht die Ausstattung den oben beschriebenen Angaben. Seit dem Kauf habe ich nichts am Auto verändert.
3) Der Weg bis zur Auslieferung
Vielleicht ist es wieder eine etwas schöngefärbte Interpretation, aber die Werkstatt war nicht einmal zehn Minuten von meinem Zuhause entfernt. Es ist eine auf deutsche Autos spezialisierte Tuningwerkstatt, die mich schon länger neugierig gemacht hatte. Sie ist allerdings so spezialisiert, dass ich mich bisher nicht hineingetraut hatte.
Und ausgerechnet dort stand mein „Schicksalsauto“ … Da musste ich einfach an Fügung glauben.
Die Batterie wurde erneuert, und ich bekam außerdem vier neue Michelin Pilot Sport 4-Reifen.

4) Porsche im Alltag: Fahrleistungen und Eindrücke
① Motor und Motorsound
Beim Start erwacht der frei atmende Sechszylinder-Boxer mit einem herrlich klaren, unverfälschten Sound. Mein vorheriger VW Scirocco R hatte serienmäßig einen bassigen Startklang, der allerdings so tief war, dass ich nachts Rücksicht nehmen musste. Der 987 ist dagegen leise.
Der 3.436 cm³ große Sechszylinder läuft bei niedrigen und mittleren Drehzahlen ausgesprochen kultiviert. Man spürt ihn kaum im Rücken – bis der Drehzahlmesser die Zwölf-Uhr-Position überschreitet. Dann verändert sich alles. Schon bei niedrigem Tempo macht das Fahren Spaß; in jedem Geschwindigkeitsbereich bleibt der Cayman spannend.
② Meine Einschätzung zum PDK
Beim PDK gehen die Meinungen vermutlich auseinander. Ich bin bereits zwei Autos mit Doppelkupplungsgetriebe von VW gefahren und fühle mich daher sofort zu Hause. Bei niedrigen Geschwindigkeiten ruckelt das Getriebe allerdings immer noch, und an eine Wandlerautomatik kommt es in dieser Hinsicht nicht heran.
Vor Kurzem bin ich den aktuellen 911 Carrera 4S mit PDK Probe gefahren – die Weiterentwicklung ist deutlich spürbar. Besonders angenehm ist das Verhalten beim Anfahren. Bei den Gangwechseln nach oben und unten habe ich jedoch keinen großen Unterschied bemerkt, was mich beruhigt hat.
③ Fahrkomfort und Fahreindruck
Mit den serienmäßigen Dämpfern ist der Cayman etwas straffer als der Durchschnitt deutscher Autos. Der Scirocco R war allerdings noch kompromissloser. Im Sport- und Sport-Plus-Modus wird die Abstimmung drastisch härter – dann fühlt sich der Wagen fast wie ein Rennwagen an.

④ Lenkung und Bremsen
Die Servolenkung ist ziemlich schwer und vermittelt viel Gewicht. Sobald man fährt, liegt der Cayman jedoch wie auf Schienen. Schon beim Abbiegen an einer Kreuzung wird die Mittelmotor-Bauweise spürbar. Auf kurvigen Bergstraßen ist er schnell, aber anspruchsvoll. Anders als der Scirocco R lässt er sich nicht einfach mit Untersteuern durch die Kurve schieben. Die Freiheit bei der Linienwahl hat mich so überzeugt, dass ich nicht mehr zu einem Fronttriebler zurückmöchte.
Gerade bergauf muss man die Belastung der Vorderreifen und das Ausbrechen des Hecks im Blick behalten – sonst kann man selbst mit serienmäßigen Reifen leicht ins Schleudern geraten. Ein paar brenzlige Situationen hatte ich schon. Dabei war ich ziemlich schnell unterwegs.
Die Bremsen sind, wie man hört, schlicht perfekt. Sie lassen sich präzise dosieren. Bislang dachte ich, eine Bremse, die sich anfühlt, als würde sie „in Watte greifen“, sei das Maß der Dinge. Meine Meinung hat sich völlig geändert.
Allerdings half nichts gegen das Bremsenquietschen: Ich habe Bremssättel und Scheiben wechseln lassen, aber ohne Erfolg – inzwischen habe ich aufgegeben. Im Stau mache ich mir mittlerweile einen Spaß daraus, so zu verzögern und anzuhalten, dass die Bremsen möglichst nicht quietschen. Und dann ist da noch der Bremsstaub. Dagegen lässt sich kaum etwas machen, also putze ich die Felgen nicht mehr allzu oft. Vielleicht ist das ja ein Zeichen dafür, wie gut die Bremsen zupacken.
⑤ Verbrauch und Wartung
Verbrauch
Der Verbrauch hat mich überrascht. Innerorts sind es erwartungsgemäß etwa 6 km pro Liter. Bei einer gemütlichen Tour waren es aber ganze 12 km pro Liter – damit hatte ich nicht gerechnet. Der schlechteste Wert lag bei 3,3 km pro Liter. Ob ich dabei auf öffentlichen Straßen unterwegs war, verrate ich lieber nicht.
Wartung
Die vorderen Bremsen wurden erneuert. Auch die Bremsbeläge habe ich wechseln lassen, da weniger als 5 mm übrig waren. Den Ölwechsel lasse ich alle 5.000 km machen. Verwendet wird das von der Werkstatt empfohlene Moty’s 5W-40. Wegen der Trockensumpfschmierung werden acht Liter benötigt – das geht ins Geld.
Ansonsten ist der Wagen seit dem Kauf 12.000 km gelaufen und völlig problemlos.

⑥ Reaktionen von Familie und Umfeld
Meine Frau habe ich erst nach dem Kauf informiert. Kein Wunder, dass sie überrascht war. Ein Porsche hat schließlich einen besonderen Status, sogar über Mercedes und BMW hinaus. Als ich ihr den Preis nannte, konnte sie sich damit arrangieren. Im Alltag steht uns ohnehin noch ein Honda Fit Hybrid zur Verfügung, sodass es keine Einschränkungen gibt.
Ein paar Freunde habe ich wohl verloren. Wenn sie hören: „Der fährt Porsche!“, gehen sie lieber auf Abstand. Aber das ist ein kleines Opfer.
⑦ Was mir besonders gefällt
Alles.
Auch ein Porsche aus Deutschland ist alltagstauglich. Ich fahre damit ganz normal zum Supermarkt und lege die Frühlingszwiebeln auf den Beifahrersitz. Der Cayman ist wendig und mit 1.800 mm Breite gut zu handhaben. Auch der Stauraum vorne und hinten reicht aus. Abgesehen davon, dass er ein Zweisitzer ist, habe ich nichts zu beanstanden.

5) Diese Sonderausstattung müsste mein nächster Porsche unbedingt haben
Sport Chrono und PASM sind ein Muss. Das PDK ebenfalls. Damit wäre ich bestens ausgestattet.
6) Was mich stört
Nicht einmal ein Schönheitsfehler ist mir aufgefallen – wirklich nichts.
7) Fazit
Der 981 bekam als „unnötiges Extra“ sogar eine Start-Stopp-Automatik. Außerdem gefällt mir persönlich das straffe, markante Heck des Fließhecks besonders gut. Dass der 981 für mich etwas wuchtiger wirkt, ist allerdings nur mein persönlicher Eindruck.

Deshalb finde ich den 987 vom Design her am gelungensten.
〘Eindruck der Blogredaktion〙
Ich bin selbst noch nie einen 987 Cayman gefahren. Vielleicht vereint er noch etwas von den Stärken der luftgekühlten Porsche-Modelle … Beim Lesen von kazus Bericht habe ich jedenfalls Lust bekommen, ihn unbedingt einmal selbst zu erleben. Jeder Porsche hat seinen ganz eigenen Reiz – ganz gleich, aus welcher Zeit er stammt. Porsche ist einfach beeindruckend. Vielen Dank für den Bericht, kazu!
Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.


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