Mit dem Porsche 911 Carrera 4 GTS auf Tour bei schlechtem Wetter

ポルシェ911 カレラ4GTS | 車, 道路, 木, 草地, 屋外, 雨天, 路肩, PORSCHE, 911, 991
Tourenberichte

Auch im Regen macht Porschefahren Spaß

Ich bin ein bekennender Tourenfan – und tatsächlich fahre ich nicht nur bei Sonnenschein gern, sondern auch bei strömendem Regen.

Deshalb packt mich manchmal spontan die Lust auf eine Ausfahrt, wenn die Wettervorhersage nicht bloß leichten Nieselregen, sondern Starkregen ankündigt. Warum ich Fahrten bei heftigem Regen so gern mag, kann ich selbst nicht genau erklären. Vielleicht liegt es an der besonderen Atmosphäre, am Wasser, das auf die Scheibenwischer trifft, und am Prasseln der Tropfen aufs Dach – an all den Eindrücken, die die Sinne ansprechen. Oder daran, dass der Kontrast zwischen den rauen Bedingungen draußen und dem behaglichen Innenraum so reizvoll ist. (Das ist wohl etwas speziell, ich weiß.)

Regenfahrt

Viele Besitzer teurer Autos wie eines Porsche lassen ihren Wagen an Regentagen lieber in der Garage. Das kann ich sehr gut verstehen.

Regen allein lässt ein Auto zwar nicht gleich Schaden nehmen. Auch mir ist wichtig, es in einem gepflegten Zustand zu halten und seinen Wert zu bewahren.

Ich persönlich fahre meine Lieblingsautos aber gerade auch bei Regen – und lege mit ihnen gern viele Kilometer zurück. Denn wenn mir ein Auto besonders gut gefällt, habe ich zunächst nicht vor, es wieder zu verkaufen.

Mir ist es deshalb wichtiger, den Wagen ausgiebig zu nutzen und sein Fahrerlebnis voll auszukosten, als ihn nur zu schonen und seinen Wert zu erhalten. Und falls doch einmal etwas verschleißt, lässt sich das betreffende Teil ersetzen – und der Wagen kommt damit seinem Neuzustand wieder näher. Das freut mich sogar.

Also warf ich einen Blick auf die Wetterkarte und steuerte meinen 911 in Richtung der Regenwolken.

Vom „Sanda Nürburgring“ zur Präfekturstraße 77

Mein Ziel war Sanda in der Präfektur Hyōgo. Von dort wollte ich Richtung Norden fahren – los ging es auf meiner Lieblingsstrecke, die ich augenzwinkernd den „Sanda Nürburgring“ nenne.

Zunächst fuhr ich auf der Präfekturstraße 33 von Takarazuka in Richtung Sanda. Bei wenig Verkehr ist sie eine kurvenreiche Strecke, die richtig Fahrspaß bietet. An diesem Tag hatte ich ausnahmsweise freie Fahrt und konnte eine freie Runde genießen. Der Asphalt war nass, und die steile Straße ging überwiegend im zweiten und dritten Gang bergauf.

Dank der beeindruckenden Traktion des Allradantriebs konnte ich beherzt aufs Gas treten – ein besonderer Vorzug des Carrera 4.

Porsche 911 Carrera 4 GTS

Porsche 911 Carrera 4 GTS

Nach einem schwungvollen Abschnitt unter den Hochbrücken der Shin-Meishin-Autobahn ging es weiter auf der Präfekturstraße 323. Von dort fuhr ich auf der wenig befahrenen Präfekturstraße 37 Richtung Norden und wechselte über die Präfekturstraßen 309 und 308. So konnte ich die kurvigen Straßen im Regen nach Herzenslust genießen. Am Momoko-Ōike-Teich legte ich einen kurzen Zwischenstopp ein.

Der Teich hat für mich etwas von einem alten europäischen See und gehört zu meinen Lieblingsorten.

Anschließend fuhr ich auf der Präfekturstraße 12, der Inagawa Valley Line, weiter Richtung Norden. Auch in der Nähe des Passes bietet diese Straße reichlich Fahrspaß – sie zählt zu meinen Lieblingsstrecken. Hinter dem Pass führte der Weg durch ein Dorf mit weiten Feldern, bevor ich auf der Nationalstraße 372 nach Westen fuhr.

Ich streifte Tamba-Sasayama und bog auf die Präfekturstraße 77 ab – ebenfalls eine großartige Strecke. Hier gibt es auch das Café Route 77, einen beliebten Zwischenstopp für Motorradtouren. Die Route bietet alles von kurvigen Abschnitten am Fluss bis hin zu breiteren, offeneren Straßen. Von Hikami aus ging es mit dem 911 weiter auf die Präfekturstraße 78, die „Koharu Road“.

Von der Präfekturstraße 78 zur Nationalstraße 427

Der Regen wurde immer stärker, die Sicht immer schlechter. Der Anstieg zum Pass auf der Präfekturstraße 78 hatte sich in einen regelrechten Bach verwandelt. Ich schaltete das PDK in den manuellen Modus und gab etwas Gas, statt den Wagen einfach rollen zu lassen. So konnte das System aktiv Drehmoment an die Vorderräder verteilen. Der 911 stürmte den Pass hinauf, als gäbe es den Regen gar nicht.

Die Kraft des 3,8-Liter-Motors ist einfach beruhigend.

In jeder Situation hat er reichlich Reserven. Selbst dort, wo sich der 3,4-Liter-Motor des Boxster GTS etwas zäh anfühlen kann, beschleunigt er souverän. Die 100 PS Unterschied machen sich deutlich bemerkbar.

Regenfahrt

Hinter dem Pass folgte eine lange, gerade Abfahrt. Bei Regen ließ ich es natürlich ruhig angehen, doch die breite, schnurgerade Straße machte trotzdem viel Freude. Ich fragte mich, wie viel Spaß es wohl machen würde, diese Strecke einmal mit einem GT3 hinaufzufahren, bevor ich auf die Nationalstraße 427 traf und nach Norden weiterfuhr.

Porsche 911 Carrera 4 GTS

Am Michi-no-Eki Taka machte ich eine kurze Pause. Anschließend fuhr ich auf derselben Strecke zurück.

Auf der Autobahn bei Starkregen

Nachdem ich noch einmal über die „Koharu Road“ auf der Präfekturstraße 78 gefahren war, entschied ich mich für die Rückfahrt über die Autobahn. Normalerweise hätte ich die Landstraßen genommen. Wegen des Starkregens wollte ich jedoch gezielt ausprobieren, wie stabil sich der Wagen auf der Autobahn verhält.

Der Regen war heftig. Ich fuhr ganz normal im Normal-Modus und ließ den Wagen im siebten Gang rollen. Auf der Anzeige der PTM-Drehmomentverteilung im Kombiinstrument war zu sehen, dass fast das gesamte Drehmoment an der Hinterachse anlag und vorne kaum zehn Prozent ankamen.

Bei ruhiger Fahrt fühlt sich der 911 Carrera 4 daher kaum anders an als ein heckgetriebener 911 mit Hinterradantrieb (RR). In dieser Situation vermittelt der WET-Modus des heckgetriebenen 992 meines Erachtens sogar ein etwas sichereres Gefühl.

Auf der Autobahn bei Regen

Als ich anschließend einen Gang herunterschaltete oder in den Sport-Modus wechselte und beschleunigte, wurde deutlich mehr Drehmoment an die Vorderräder geleitet – offenbar bis zu einer Verteilung von etwa 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse. Auch im Sport-Modus schien bei gleichmäßiger Fahrt etwas mehr Drehmoment an den Vorderrädern anzuliegen als im Normal-Modus.

Nach einigen Versuchen war mein Fazit: Auf einer Autobahnfahrt bei Starkregen fühlt sich ein Allradler wie der 911 Carrera 4 im gleichmäßigen Reisetempo kaum anders an als ein heckgetriebener 911. Beim Beschleunigen und bei einer engagierteren Fahrweise wird jedoch auch an die Vorderräder Drehmoment geleitet, sodass der Carrera 4 seine typische Stabilität ausspielen kann.

Porsche 911 Carrera 4 GTS

Das heißt aber nicht, dass man bei Regen schnell fahren sollte. Besonders vorsichtig ist man, wenn das Reifenprofil bereits abgefahren ist. Aber auch ein tiefes Profil schützt ab einer gewissen Wassertiefe nicht mehr zuverlässig vor Aquaplaning. Das habe ich am eigenen Leib erfahren, als ich bei Starkregen auf dem Fuji Speedway unterwegs war.

Nach der Autobahnabfahrt nahm ich noch ein paar kurvige Straßen und machte mich schließlich auf den Heimweg. Diesmal war es nur eine sehr kurze Halbtagestour in der näheren Umgebung. Bei nächster Gelegenheit möchte ich aber wieder mit dem Carrera 4 GTS auf Reisen gehen.

Die Gesamtstrecke betrug 250,0 km, die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 46 km/h und der Verbrauch bei 9,1 km/l.

Die Karte zur Route

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

Profile

Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.

Kommentare schließen
  • Comment ( 0 )

  • Trackbacks are closed.

  1. No comments yet.