Porsche 911 GT3 (991.1) im Test: Fahrbericht

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Endlich durfte er den GT3 fahren

Bei unserem letzten „Sonntagstreffen am Royu Driveway“ durfte mein Mann den Porsche 911 GT3 (991.1) fahren – und war völlig begeistert.

Ein paar Tage später, als er sich wieder etwas beruhigt hatte, habe ich ihn nach seinen Eindrücken gefragt. Heute möchte ich euch davon erzählen.

Porsche 911 GT3 im Test: der Fahrbericht

① Anfahren

Vor der Fahrt hatte ich die Vorstellung, dass ein für die Rennstrecke gebautes Auto ein schweres Gaspedal hat und sich deshalb im Alltag schwierig fahren lässt. Mein Mann erzählte mir jedoch:

Der GT3 hat ein PDK ohne Kriechfunktion. Trotzdem rollt er erstaunlich sanft los, sobald man leicht Gas gibt. Das fühlt sich dem Anfahren mit einem Schaltwagen, bei dem man ebenfalls etwas Gas gibt, sehr ähnlich an. Da ich sonst meistens mit Schaltgetriebe fahre, kam mir das überhaupt nicht fremd vor.

Wir waren nur kurz am Royu Driveway unterwegs, deshalb kann ich nichts über den Komfort im Stadtverkehr oder auf längeren Strecken sagen. „Zumindest fühlte sich der GT3 beim Losfahren keineswegs unkomfortabel an.“

② Lenkverhalten

Während mein Mann den GT3 fuhr, sagte er immer wieder: „Was ist das denn? Das fährt sich völlig anders als alles, was ich bisher gefahren bin!“ Als ich ihn später fragte, „Was genau war denn so anders?“, erklärte er:

Die Lenkung ist unglaublich präzise, und das Auto liegt dabei unfassbar stabil. Schon nach ein, zwei Kurven im Normalmodus war das klar. Auch der McLaren 650S, den ich früher gefahren bin, hatte eine messerscharfe, präzise Lenkung – aber der GT3 fühlt sich ganz anders an.

Aha! Was meinte er damit, dass beide präzise, aber trotzdem so verschieden sind? Auf meine Nachfrage erklärte er: „Im McLaren hatte ich das Gefühl, fast barfuß über den Asphalt zu laufen. Im GT3 dagegen fühlte es sich an, als würde ich in einem ultraleichten Hightech-Laufschuh unterwegs sein.“

Soll man sich das also wie die Laufschuhe aus der TBS-Serie „Rikuō“ vorstellen, die von einem traditionsreichen japanischen Hersteller von Zehensocken gefertigt wurden? (Wahrscheinlich macht das den Vergleich nicht verständlicher.) Mein Mann führte weiter aus:

Mit „fast barfuß“ meinte ich, dass sich zwischen Reifen und Fahrer nichts zu befinden scheint – man spürt die Straße unmittelbar. Die Karosserie neigt sich kaum, und man bekommt natürlich sehr direkt mit, wie die Fahrbahn beschaffen ist. Das Auto lässt sich gut kontrollieren, aber auf Dauer strengt diese Unmittelbarkeit an. Es fährt sich zwar sehr kurvenwillig, trotzdem fragt man sich vielleicht, ob es nicht plötzlich ausbrechen könnte. Am ehesten lässt sich das wohl mit einem Gokart vergleichen.
Der GT3 ist dagegen wie ein moderner Laufschuh, der perfekt am Fuß sitzt. Man läuft damit einfach gut und bequem, spürt durch die leistungsfähige Sohle aber trotzdem genau, wie die Straße beschaffen ist, wie sich die Last verteilt und ob noch Reserven da sind.

„Das muss das Ergebnis der Porsche-Ingenieurskunst sein. Beim Fahren hatte ich das Gefühl, das Auto sagt zu mir: ‚Da geht noch mehr – fahr weiter!‘ Ich glaube, nur wenige Autos lassen sich so stabil und mit so viel Vertrauen durch Kurven bewegen.“ Der Boxster, meinte er, fühle sich übrigens an, als trüge man einen Laufschuh mit etwas dickerer Sohle. (lacht)

③ PDK SPORT-Taste

Drückt man die PDK SPORT-Taste, schaltet das Getriebe beim Bremsen vor einer Kurve im genau richtigen Moment herunter.
„Das war unglaublich clever. Die Schaltvorgänge kamen so passend, dass ich fast dachte, das Auto hätte die Kurve per Kamera erkannt.“

Die Funktion war so überzeugend, dass er meinte, auf die Schaltwippen könne man zur Not sogar verzichten. Zwar schaltete mein Mann während der Probefahrt zeitweise manuell über die Wippen, doch den Großteil der Zeit fuhr er im Automatikmodus mit PDK SPORT – der machte ihm einfach mehr Spaß.

④ Motor

Der Motor ist, wie nicht anders zu erwarten, drehfreudig und kraftvoll. „Es ist natürlich nicht ganz fair, ihn mit dem 3,4-Liter-Motor des 981 Boxster GTS zu vergleichen. Aber beim Drehmoment und bei der Leistung liegt der GT3 klar eine ganze Klasse darüber.“

Wenn man im zweiten Gang aus einer Kurve herausbeschleunigt, steigt die Drehzahl deutlich schneller an. Selbst dort, wo sich der Boxster etwas zäh anfühlen kann, kletterte die Nadel des Drehzahlmessers im GT3 unaufhaltsam nach oben.

Kein Wunder, schließlich ist es ein GT3.

⑤ Motorsound

Auch auf dem Beifahrersitz fand ich den Klang durchweg großartig. Mein Mann meinte:

Der Motorsound ist, wie soll ich sagen, eher hart und klar. Ich kann es nicht perfekt beschreiben, aber im Vergleich zum Boxster klingt der GT3 deutlich härter. Der 981 Boxster GTS klingt für mich eher voll und melodisch, während der GT3 geradezu „Kaaang!“ ruft. Es erinnert an den Klang eines Blasinstruments mit kürzerem Rohr. (Dabei hat mein Mann von Orchestern und Instrumenten überhaupt keine Ahnung.)

„Beim Hoch- und Runterschalten klang das einfach fantastisch. Das Zwischengas beim Einrasten des PDK hätte ich am liebsten aufgenommen und immer wieder angehört!“ Na, wenn’s ihm gefällt. (lacht)

In Testberichten liest man oft, dass beim GT3 Motorgeräusche und andere Fahrgeräusche besonders direkt in den Innenraum dringen. Dazu sagte mein Mann:

Der GT3 ist tatsächlich lauter als ein serienmäßiger 911. Aber ich fahre den Boxster im Alltag oft mit offenem Dach – da kommen Motor- und Fahrgeräusche noch unmittelbarer ans Ohr. Deshalb empfand ich den GT3 überhaupt nicht als unangenehm laut. Im Gegenteil: Der Komfort einer geschlossenen Karosserie war für mich fast eine angenehme Überraschung.

Wenn man den Motorsound vom Fahrersitz aus beurteilt, klang der Boxster für ihn sogar lauter. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen Auto. Trotzdem gehört der 981 Boxster GTS zu den lauteren Modellen in der Porsche-Palette. Besonders das knisternde Nachbrennen beim Lupfen des Gaspedals sei beim Boxster deutlich markanter als beim GT3.

Stimmt eigentlich … In letzter Zeit kommt mir der Boxster-Motor sogar noch lauter vor als früher. Vielleicht ist der Auspuff inzwischen schön freigebrannt.

⑥ Fahrkomfort

Weder mein Mann noch ich fanden den Fahrkomfort unangenehm. Auf der kurvigen Strecke störten uns weder die Bewegungen der Karosserie noch harte Stöße. (Wie sich der GT3 im Stadtverkehr fährt, können wir allerdings nicht beurteilen.)

Ich mache gerne lange Touren durch ganz Japan. Bisher hatte ich den GT3 wegen Bedenken beim Fahrkomfort und der Langstreckentauglichkeit von meiner Kaufliste gestrichen. Nach dieser Fahrt dachte ich aber: Damit könnte ich mich wirklich gut arrangieren.


So fasste mein Mann seine Eindrücke zusammen.

„Bei großen Unebenheiten könnte der GT3 deutlich härter durchschlagen. Bei kleinen Unebenheiten auf der Fahrbahn könnte es dagegen sein, dass der Boxster mehr feine Stöße an die Insassen weitergibt.“

Fazit zum Porsche 911 GT3

Wir waren nur auf kurvigen Straßen unterwegs, daher kann ich keinen umfassenden Testbericht liefern. Aber mein ehrlicher Eindruck ist: „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so ein faszinierendes Auto gibt!“ Der GT3 fühlt sich in jeder Hinsicht direkt und präzise an, fährt sich dabei aber stabil und vermittelt ein enormes Gefühl der Sicherheit.
Es gibt Autos mit noch brachialerer Leistung oder einer noch messerschärferen Lenkung als der GT3. Doch nur wenige vermitteln zugleich dieses tief verankerte Vertrauen, das alle Sinne anspricht. Genau das macht für mich den Reiz des GT3 aus: Er bietet ein mitreißendes Porsche-Fahrerlebnis, ohne den Fahrspaß durch Unsicherheit zu trüben.
Ich habe gehört, dass der 991.2 GT3 noch besser sein soll. Irgendwann würde ich den deshalb gern auch einmal fahren.

So lautete sein Fazit. Das war unser Fahrbericht zum Porsche 911 GT3 (991.1).

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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