Mit dem Tesla auf Tour durch Okayamas weite Landstraßen – macht eine Tesla-Tour Spaß?
公開日:2024.06.23
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Tesla Model 3: erste Eindrücke und Erfahrungen im Alltag
Seit das Tesla Model 3 bei uns eingezogen ist, ist schon ein Monat vergangen.
Inzwischen bin ich mit der Bedienung vertraut und fahre ganz selbstverständlich damit. Immer wieder staune ich darüber, wie praktisch ein Tesla im Alltag ist. Einsteigen, das Bremspedal treten – und schon wählt das Auto automatisch D oder R, ohne dass ich schalten muss. Beim kurzen Einkauf im Supermarkt kann ich die Klimaanlage laufen lassen und das Auto trotzdem verriegeln. Auch beim Aussteigen ist kein Ausschalten per Knopfdruck nötig: Ich nehme einfach mein Smartphone mit und gehe.
Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen – das Auto ist wirklich unglaublich praktisch.

Als Alltagsauto kenne ich kaum ein Fahrzeug, das so praktisch und komfortabel ist. Der Tesla wirkt bis ins Detail durchdacht – als hätte man das Auto, wie wir es bisher kannten, von Grund auf neu konzipiert und dabei alle vertrauten Vorstellungen hinter sich gelassen.
Doch wie fühlt sich eine längere Tour mit dem Tesla an? Macht sie überhaupt Spaß oder wird sie langweilig? Werde ich am Ende bereuen, nicht doch den Porsche genommen zu haben? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, steuerte ich an einem freien Tag eine der weitläufigen Landwirtschaftsstraßen in der Präfektur Okayama an, die unter dem Spitznamen „Shōten Kaidō“ bekannt ist.
Tesla Autopilot im Praxistest
Am Morgen fahre ich mit 80 Prozent Ladestand los. Mein Model 3 ist die Long-Range-Version mit NMC-Batterie. Im Alltag wird empfohlen, den Akku höchstens bis 80 Prozent zu laden – daran halte ich mich normalerweise.
Bis Okayama sind es rund 160 Kilometer. Ich aktiviere den Autopilot auf der Sanyō-Autobahn und fahre entspannt Richtung Ziel.
Es ist mein erster längerer Einsatz des Autopiloten, und er lässt sich überraschend intuitiv nutzen. In manchen YouTube-Videos, die eher japanische Hersteller bevorzugen, kommt das System nicht besonders gut weg. Meine Erfahrung fällt jedoch ganz anders aus.
Unabhängig von Straßentyp, Wetter, Kurven oder GPS-Empfang in Tunneln fährt das System konstant souverän. Es wirkt weniger wie eine Weiterentwicklung des üblichen Spurhalteassistenten, der lediglich die Lenkung unterstützt, sondern tatsächlich wie ein „Autopilot“: Man hat das Gefühl, dass das Auto die Fahraufgabe selbst übernimmt.
So versucht es auch enge Kurven entschlossen zu durchfahren. Bewegungen von Fahrzeugen schräg voraus erkennt es früh, und selbst beim Einscheren anderer Autos verzögert es ausgesprochen sanft.

Die Hände müssen zwar am Lenkrad bleiben, doch das System ist nicht so streng wie bei anderen Herstellern. Es genügt, eine Hand etwa auf der Vier- bis-Fünf-Uhr- oder Sieben-bis-Acht-Uhr-Position locker ans Lenkrad zu legen und mit ihrem Eigengewicht gerade so viel Druck auszuüben, dass das Spiel verschwindet. Hält man das Lenkrad dagegen fest mit beiden Händen, wirkt das Drehmoment oft gleichmäßiger auf beide Seiten – und man wird eher gewarnt.
Ich stütze deshalb den Ellbogen auf der Türarmlehne ab und halte das Lenkrad mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand locker auf der Vier- oder Fünf-Uhr-Position. Das System fordert mich nicht je nach Straßenverlauf dazu auf, die Hände zu lösen oder fester zuzugreifen. So kann ich lange in einer bequemen Haltung fahren. Das ist wirklich entspannend. Im Vergleich zum Aktiven Abstands-Assistenten DISTRONIC in meinem früheren Mercedes GLB ist der Autopilot für mich um Längen besser.


Teslas Ladestandard NACS ermöglicht mit diesem kompakten Stecker eine Ladeleistung von bis zu 250 kW – ganz ohne Authentifizierung: Einstecken genügt. Die in Japan verbreitete CHAdeMO-Ladelösung hat dagegen sehr dicke, schwere Kabel und einen aufwendigeren Authentifizierungsprozess.
Während ich den Autopiloten ausgiebig nutze, fahre ich zunächst zum Tesla Supercharger (SC) in der Stadt Okayama. Der Akku ist noch nicht leer, aber ich möchte die weiten Landstraßen in Ruhe genießen und auch an die Rückfahrt denken. Deshalb lade ich vorsorglich schon jetzt.
Der Supercharger liegt nahe dem Zentrum des Ausgehviertels und scheint einen Teil des Geländes eines gebührenpflichtigen Parkplatzes zu nutzen.
Der Ladestand beträgt zu diesem Zeitpunkt 47 Prozent. Während das Auto lädt, esse ich in der Nähe zu Mittag. Als ich zurückkomme, ist der Akku auf 90 Prozent geladen.
Da der Ladestand zu Beginn noch relativ hoch war, fiel die Ladeleistung nicht besonders hoch aus. Insgesamt dauerte der Ladevorgang etwa 30 Minuten.
Mit dem Tesla auf dem Oku-Kibi Kaidō
Von hier aus fahre ich nach Norden, zum berühmten Oku-Kibi Kaidō.
Auf dem Weg dorthin nehme ich auch den Kibi-Kōgen Kaidō in der Nähe des Flughafens Okayama unter die Räder. Normalerweise fahre ich meinen Tesla im Komfort-Modus. Jetzt wechsle ich in den Modus „Standard“ und stelle die Lenkung auf „Sport“.
Die Reaktion auf das Fahrpedal verändert sich so drastisch, dass man kaum glauben mag, im selben Auto zu sitzen. Der Unterschied ist sogar ausgeprägter als beim Wechsel in den Sport-Plus-Modus eines Porsche.

Schon ein beherzter Tritt aufs Fahrpedal genügt, und das Model 3 schießt mit brutaler Beschleunigung nach vorn. Ob bergauf oder auf ebener Strecke, macht kaum einen Unterschied. Dass Fahrpedalstellung, Beschleunigung und Geschwindigkeit derart direkt miteinander zusammenhängen, ist mit einem Elektroauto kaum zu übertreffen. Selbst V8- und V12-Motoren können bei dieser unmittelbaren Reaktion nicht mithalten.
Mit der Beschleunigung, die an den zweiten Gang eines GT3 erinnert, gleite ich leise und entspannt über die kurvenreiche Strecke mit ihren ständigen Höhenunterschieden.
Auch die Präzision in Kurven ist beeindruckend. Die Lenkung des Model 3 hat nur wenig Spiel und ist ausgesprochen neutral abgestimmt. Das macht richtig Spaß.
Allerdings ist die Dämpfung des Fahrwerks nicht mit der eines Sportwagens vergleichbar – im Grenzbereich kommt das Model 3 nicht an einen Porsche heran. Die weichere Abstimmung sorgt andererseits dafür, dass die Reifen in unterschiedlichsten Situationen guten Kontakt zur Straße halten; ein plötzlicher Kontrollverlust scheint daher eher unwahrscheinlich. Bei den 18-Zoll-Rädern sind Michelin e.Primacy-Reifen montiert, deren Grip nicht gerade üppig ausfällt. Bei normal zügiger Fahrweise ist das kein Problem. In engen Kurven sollte man jedoch vorsichtig sein, wenn man mit höherem Tempo und entsprechend hohen Querbeschleunigungskräften unterwegs ist.

Auf dem Oku-Kibi Kaidō treffe ich einen Porsche-Freund. Er fährt ein 992 Turbo S Cabriolet und darf ebenfalls das Model 3 ausprobieren. Sein erster Kommentar: „Der ist schneller als der Turbo S!“
Und tatsächlich: Aus den Kurven heraus beschleunigt das Model 3 deutlich stärker.
Sobald das Tempo hoch ist, kann es der Beschleunigung des Turbo S natürlich nicht mehr das Wasser reichen. Bis dahin aber sind Ansprechverhalten und Beschleunigungsgefühl des Tesla schlicht überwältigend.

Anschließend genieße ich die Strecke noch eine Weile allein. Dabei merke ich plötzlich, dass mir von der brutalen Beschleunigung fast schlecht wird. Es fühlt sich an wie beim Rennspiel mit VR-Brille: Im leisen, friedlichen Innenraum baut sich die starke Beschleunigung immer wieder blitzartig auf. Mein Gehirn scheint kurz durcheinanderzukommen – vermutlich, weil die Sinneseindrücke von Augen und Ohren nicht zu den spürbaren G-Kräften passen.
Nach einer Weile wird es besser. Für längere Fahrten könnte der Komfort-Modus aber womöglich die angenehmere und letztlich schönere Wahl sein.
Tesla und Porsche: zwei ganz unterschiedliche Arten des Tourens
Als es dämmert, fahre ich wieder auf die Sanyō-Autobahn und mache mich auf den Heimweg.
Unterwegs denke ich über die Tour nach. Die besonderen Reize einer Ausfahrt mit dem Tesla liegen offenbar an ganz anderen Stellen als bei einer Tour mit dem Porsche.

Bei einer Porsche-Tour steht für mich der Fahrspaß auf kurvenreichen Strecken und gut ausgebauten Landstraßen im Mittelpunkt. Der Klang, die Kraft des Motors und das typische Porsche-Handling machen den Reiz aus. Die Fahrt dorthin und die Autobahn sind dagegen oft weniger spannend.
Mit dem Tesla macht mir dagegen die ganze Fahrt Spaß – auch auf der Autobahn und auf den unscheinbaren Straßen, die zu den Kurvenstrecken führen. Selbst die Planung der Ladestopps und der Besuch eines Superchargers werden zu einem Teil des Reiseerlebnisses. Auch auf kurvenreichen Straßen macht das Model 3 eine gute Figur, doch es ist derart schnell, dass man sich erst daran gewöhnen muss.
Die Art, eine Tour zu genießen, ist also eine ganz andere.
Das Touren mit dem Tesla erinnert mich eher an eine Motorradtour.

Mit dem Motorrad macht – abgesehen von Staus – fast jede Straße Spaß. Auch das direkte Beschleunigungsgefühl ist vergleichbar. In engen Kurven ist man allerdings nicht so schnell unterwegs wie mit einem Auto. Und weil die Reichweite begrenzt ist, muss man die Tankstopps im Voraus zumindest grob planen. Das erinnert an die Ladeplanung für Teslas Supercharger. Eine Reise macht oft gerade dann mehr Spaß, wenn sie ein paar kleine Herausforderungen bereithält.
Auch in Zukunft möchte ich bei Gelegenheit längere Touren mit dem Tesla unternehmen. Ein Auto, mit dem eine Tour keinen Spaß macht oder in das man gar nicht erst einsteigen möchte, ist das Model 3 jedenfalls nicht. Eine Tour mit dem Tesla ist durchaus ein Vergnügen – doch statt von einer klassischen Ausfahrt würde ich bei diesem Auto eher von einer Reise sprechen.
Hier noch der Link zu meinem Tesla-Empfehlungscode.
Damit lässt sich beim Fahrzeugkauf sparen. Wenn Sie einen Tesla kaufen möchten, nutzen Sie den Code am besten gleich mit.
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