Erziehung bei uns zu Hause – Gedanken beim Anblick meiner Tochter, die seit ihrem ersten Lebensjahr Porsche fährt
公開日:2018.09.15

Das morgendliche Gespräch zwischen meinem Mann und unserer ältesten Tochter
Bei uns zu Hause bringt mein Mann jeden Morgen unsere vierjährige Tochter in den Kindergarten. Vor dem Losfahren fragt er sie stets: „Mit welchem Auto möchtest du heute fahren?“ Darauf antwortet sie dann zum Beispiel:
„Der blaue Por-sche!“ oder „Der weiße Por-sche!“ oder „Golf!“
Je nach Wunsch fährt mein Mann dann mit dem entsprechenden Auto los. Manchmal schlägt er vor: „Heute nehmen wir den weißen Porsche, okay?“, doch wenn unsere Tochter dann sagt: „Nein, ich will das andere!“, fährt er am Ende doch mit dem Auto, das sie ausgesucht hat.
Das ist schon verrückt, wenn man bedenkt, dass das die eigene Tochter ist…
Im Juli sind wir zu viert mit unserer anderthalbjährigen jüngeren Tochter in die USA gereist – für die Kinder war es der erste Auslandsaufenthalt und sie waren total begeistert (ich habe ihnen immer wieder gesagt: „Mit vier Jahren ins Ausland zu reisen ist wirklich ein großes Glück, das ist nicht selbstverständlich“, was sie ziemlich genervt hat, haha).
Wenn ich das Umfeld meiner Töchter betrachte, wird mir wieder bewusst, wie sehr sich meine eigene Kindheit davon unterscheidet. Ich hatte zwar eine sorgenfreie Kindheit und durfte sogar auf eine private Universität gehen, wofür ich meinen Eltern sehr dankbar bin, aber bei uns gab es grundsätzlich nur ein Auto pro Familie, wir sind selten essen gegangen und ins Ausland bin ich erst mit dem Geld aus Nebenjobs während des Studiums gereist (die Zeiten waren eben anders).
Als Schülerin dachte ich auch: „Ausländische Autos sind etwas für Leute aus einer ganz anderen Welt“. Als ich hörte, dass der Vater einer Freundin einen Mercedes fährt, war ich regelrecht schockiert: „Was? Die sind ja richtig reich!“ (;゚Д゚)
Trotzdem bin ich froh, unter meinen Eltern und in meinem Umfeld aufgewachsen zu sein. Gerade deshalb empfinde ich die Situation meiner Töchter als sehr luxuriös – und manchmal macht mir das auch ein wenig Sorgen für ihre Zukunft.
Die Zukunft unserer Töchter
Mein Mann und ich sprechen immer wieder über unsere Erziehungsziele, aber wir haben keine konkreten Vorstellungen wie „Sie sollen später diesen oder jenen Beruf ergreifen“ oder „So sollen sie werden“. Vielmehr wünschen wir uns, dass sie selbst herausfinden, was sie wollen, und ihren eigenen Weg im Leben gehen.
Deshalb haben wir auch keine Absicht, sie „auf eine Aufnahmeprüfung vorzubereiten“ oder „mit vielen außerschulischen Aktivitäten zu überfrachten“ (es sei denn, sie wollen das selbst).
Viel wichtiger ist uns, ihnen jetzt schon viele Erfahrungen zu ermöglichen, die ihre Zukunftschancen erweitern.
Gleichzeitig möchten wir aber nicht, dass sie zu „weltfremden Prinzessinnen“ werden.
Wir wollen nicht, dass sie alles nur am Geld messen, selbstverständlich erwarten, dass ihnen alles gegeben wird, sich für etwas Besonderes halten und anderen gegenüber egoistisch sind. Stattdessen sollen sie die Welt mit offenen Augen sehen, viele Erfahrungen sammeln und die süßen und bitteren Seiten des Lebens kennenlernen – auch die Schattenseiten (die manchmal etwas beängstigend sind) –, um auf Basis eigener Erlebnisse und Weisheit den Wert von Dingen richtig einschätzen, beurteilen und auswählen zu können.
Deshalb sage ich meinem Mann oft: „Wenn die Kinder ihren Führerschein machen, sollen wir ihnen nicht sofort ein Auto kaufen“ (wenn sie ein Auto wollen, sollen sie selbst arbeiten oder uns überzeugen) und „Sie sollen nicht gleich Business Class fliegen“ (Economy reicht erstmal völlig aus).
Obwohl ich das meinem Mann so predige, hat unsere jüngste Tochter mit 1 Jahr und 8 Monaten immer noch nicht abgestillt… (-_-)
Die Wahrnehmung verändert sich schon jetzt…
Neulich bin ich mit meiner ältesten Tochter in der Nachbarschaft spazieren gegangen. Plötzlich kam ein Mercedes-Benz E-Klasse Coupé entgegen. Ich dachte: „Ah, ein E-Klasse Coupé!“ – und meine Tochter rief laut:
„Das Auto ist aber klein!“(*゚∀゚)!!
…
…Nein, nein, nein, nein! ((;゚Д゚))!!!!
Ich war völlig sprachlos und wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Also sagte ich hastig: „Nein, das Auto ist überhaupt nicht klein! Es ist sogar ziemlich groß und ein richtig tolles Auto! Und so etwas laut beim Vorbeigehen zu sagen, ist nicht in Ordnung!“ – doch meine Tochter schaute mich nur verwundert an.
Wenn ich darüber nachdenke, hat sie ja nur gesagt, dass das Auto klein sei, und ich habe überreagiert…
Für sie, die sonst im Panamera mitfährt, mag die E-Klasse tatsächlich kleiner wirken. Trotzdem wurde mir klar, dass ihre Wahrnehmung sich schon von der normalen Welt entfernt – und das hat mich ein bisschen erschreckt. Ich muss wirklich aufpassen, dass sie nicht den Weg zur „weltfremden Prinzessin“ einschlägt.
このブログが気に入ったらフォローしてね!
Comment ( 0 )
Trackbacks are closed.
No comments yet.