Luftgekühlten Porsche 911 kaufen? Alles über den 964 Carrera 2

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Porsche 911

Der 964 „Carrera 2“

Neulich habe ich hier im Blog die damaligen Fahrberichte zum 964 „Carrera 4“ vorgestellt – denn mein Mann überlegt, einen luftgekühlten Porsche 911 zu kaufen. Heute geht es um den 964 „Carrera 2“. Übrigens: Genau dieses Modell hat mein Mann im Blick. Auch diesmal habe ich die Informationen aus dem Buch „ポルシェ911―964~997 (CG選集)“ zusammengefasst.

Als 1989 zunächst der allradgetriebene 964 „Carrera 4“ auf den Markt kam, galt er als nahezu idealer Sportwagen. Für Porsche-Fahrer bleibt jedoch das klassische Konzept „Heckmotor und Hinterradantrieb“ ein zeitloses Thema. Der Carrera 2 mit Hinterradantrieb war rund 100 kg leichter und etwa zwei Millionen Yen günstiger. Kein Wunder also, dass viele Porsche-Fans gespannt auf sein Erscheinen warteten.

Der Carrera 2 war sowohl die umfassende Weiterentwicklung des Vorgängers 911 (930) als auch die Version des Carrera 4 mit Hinterradantrieb.

Der luftgekühlte 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor, ABS, Lenkrad, Räder und der ausfahrbare Heckspoiler waren nahezu identisch mit denen des Carrera 4. Von außen ließ sich der Unterschied im Wesentlichen nur an der Beschriftung erkennen: „Carrera 2“ statt „Carrera 4“. (Mehr zu den technischen Daten des Carrera 4 gibt es im folgenden Artikel ↓↓)

→ Zum Weiterlesen: Luftgekühlten Porsche 911 kaufen? Alles über den 964 Carrera 4

Doch was unterschied den Carrera 4 und den Carrera 2 am deutlichsten?

① Der Carrera 2 hat keinen Antriebsstrang zu den Vorderrädern.
② Er war mit dem neuartigen Automatikgetriebe Tiptronic erhältlich.

Vor allem der erste Punkt sorgt dafür, dass beim Carrera 2 der besondere Fahrspaß erhalten bleibt, Über- und Untersteuern selbst mit dem fahrerischen Können zu kontrollieren.

Wie wurde die Tiptronic bewertet?

Beim 964 „Carrera 2“ interessierte viele vor allem das neuartige Automatikgetriebe Tiptronic. Porsche hatte zwar schon früher einen 911 mit Automatik angeboten, doch dieser fand nicht den erhofften Zuspruch. Der 964 Carrera 2 war gewissermaßen die zweite Generation des Porsche mit zwei Pedalen.

Die damaligen Zeitschriftentests bewerteten die Tiptronic unter anderem so:

① Viergangautomatik und manueller Modus in einem

Die Tiptronic war eine Viergangautomatik (ja, tatsächlich nur vier Gänge!), die Porsche gemeinsam mit Bosch (einem deutschen Hersteller von Automobiltechnik und Elektrowerkzeugen) und ZF (einem Automobilzulieferer mit Sitz in Friedrichshafen) entwickelt hatte. Links befand sich die Wählhebelgasse „P–R–D–3–2“ für den normalen Automatikbetrieb. Wurde der Hebel nach rechts bewegt, ließen sich die Gänge zum gewünschten Zeitpunkt selbst hoch- und herunterschalten.

② Eine intelligente, elektronisch gesteuerte Automatik

Für die Tiptronic des 964 wurde der manuelle Schaltvorgang gründlich analysiert. Die Schaltreaktion war so schnell, dass das Getriebe präziser schaltete, als es vielen Fahrern von Hand gelang. Alle Schaltmodi wurden elektronisch gesteuert: Drohte der Motor in einem niedrigen Gang zu hoch zu drehen, schaltete das Getriebe automatisch hoch. Beim Herunterschalten wiederum wartete es, bis die Motordrehzahl im zulässigen Bereich lag, um ein Überdrehen zu verhindern. (Überdrehen bedeutet, dass die Motordrehzahl den roten Bereich überschreitet.)

③ Sportliches Fahren bleibt möglich

Auch als Sportwagen sollte der Carrera 2 natürlich nicht gegen den Willen des Fahrers hochschalten. Eine adaptive Programmsteuerung hob die Schaltpunkte an und verhinderte unnötige Schaltvorgänge vor und während der Kurvenfahrt. Außerdem ließ sich zwischen dem normalen E-Modus (Economy) und dem sportlichen S-Modus wählen.

Wie fiel der Fahrbericht aus?

Die damaligen Fahrberichte fielen insgesamt sehr positiv aus.

Der Carrera 2 beschleunigte leichtfüßiger als der Carrera 4. Er war schlicht schnell – selbst beim zurückhaltenden Anfahren im normalen Straßenverkehr. Ein wichtiger Grund dafür war das rund 100 kg geringere Gewicht. Der Unterschied machte sich aber nicht nur beim Beschleunigen bemerkbar, sondern auch beim Durchzug in den einzelnen Gängen.

Auch die Geradeauslaufstabilität bei Höchstgeschwindigkeit hatte sich deutlich verbessert. Die alte Faustregel, dass man im 911 nur bis 200 km/h wirklich sicher schnell fahren könne, galt nun nicht mehr. Im Vergleich zu früheren 911ern war die Stabilität bei sehr hohen Geschwindigkeiten kaum wiederzuerkennen. Dennoch fühlte sich der Carrera 2 im Vergleich zum Carrera 4 weniger souverän an. Da der 911 aber nicht in erster Linie für ultraschnelle Autobahnfahrten konzipiert wurde, sollte man in diesem Punkt keine Wunder erwarten.

Bei der Tiptronic stellte sich zunächst die Frage, ob ihr nicht das direkte Gefühl fehlte. Doch sie galt als das feinfühligste und am besten automatisch steuerbare Getriebe, das bis dahin in einem Serienfahrzeug verbaut worden war.

So lauteten die damaligen Eindrücke. Mein Mann kennt das Fahrgefühl des heutigen PDK – umso mehr frage ich mich, was er wohl von der Tiptronic halten wird.

Wie schnitt der Carrera 2 in den einzelnen Kategorien ab?

Die damaligen Tests enthielten auch detaillierte Bewertungen einzelner Fahrzeugbereiche. Hier ein kurzer Überblick:

① Kupplungspedal

Das Kupplungspedal war deutlich leichter zu treten. Anders als beim kräftigen, satten Pedalgefühl eines 911 Carrera oder beim straffen Carrera 4 fühlte es sich – etwas überspitzt gesagt – kaum anders an als in einem gewöhnlichen Alltagsauto. Wer an ältere 911er gewöhnt war, konnte von der Leichtgängigkeit überrascht sein.

② Motor

Der Motor überzeugte mit kräftigem Drehmoment – nicht nur bei niedrigen, sondern über den gesamten Drehzahlbereich hinweg.

③ Servolenkung

Auch der Carrera 4 hatte eine Servolenkung (eine Lenkunterstützung, die den Kraftaufwand am Lenkrad verringert), doch sie war etwas schwergängiger als erwartet. Die Lenkung des rund 100 kg leichteren Carrera 2 bot ein sehr natürliches Feedback.

④ Bremsen

Die Bremsen überzeugten mit einer gelungenen Abstimmung. Der Pedalweg fühlte sich vielleicht etwas schwer an, dafür war der Druckpunkt schön fest. Die Bremswirkung nahm proportional zur Pedalkraft zu – ein ausgesprochen sportliches Gefühl.

Der 964 Carrera 2 war schon damals sehr gefragt

Den 964 Carrera 2 gab es als Coupé, Targa und Cabriolet. Die Preise lagen damals zwischen 9,3 Millionen Yen für das Coupé und 11 Millionen Yen für das Cabriolet. Für die Tiptronic wurden offenbar 600.000 Yen Aufpreis fällig. (Das ist ungefähr so viel wie heute für PDK!)

Für das Modelljahr 1990 waren alle japanischen Modellvarianten auch mit Rechtslenkung erhältlich. Beim Carrera 2 gab es das Schaltgetriebe nur mit Linkslenkung, die Tiptronic dagegen sowohl mit Links- als auch mit Rechtslenkung. Der 964 Carrera 2 war bei seiner Markteinführung offenbar so beliebt, dass die Nachfrage schon mit Beginn der Reservierungen groß war.

Das leuchtet ein. Wer damals einen möglichst puristischen 911 wollte, entschied sich wohl für den Carrera 2.

Wenn ich meinen Mann in letzter Zeit ständig von „luftgekühlt, luftgekühlt!“ reden höre, muss ich unwillkürlich an die „熟女芸人“-Folge der japanischen Comedy-Sendung Ame Talk denken – die Ausgabe mit Comedians, die auf reifere Frauen stehen „熟女芸人“. (Als ich es ihm gesagt habe, meinte er nur: „Stimmt ja!“ und musste lachen.)

→ Zum Weiterlesen: „Der Autogeschmack eines Mannes passt oft erstaunlich gut zu seinem Frauentyp.“

Nun bleibt die Frage: Für welchen luftgekühlten Porsche wird mein Mann sich entscheiden – den 964 Carrera 2 oder den 993?

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