Sechs Monate mit dem neuen Porsche 911 (992): Was mein Mann inzwischen darüber denkt
Veröffentlicht: 2021.04.05
Wie sich ein Porsche wie ein echter Begleiter anfühlt
Einige Zeit nach der Auslieferung des 911 Cabriolet (992) sagte mein Mann:
Der 992 ist einfach großartig …! Vielleicht brauche ich weder einen GT3 noch einen Boxster. Ganz unabhängig davon, ob der Wert künftig steigt oder was er heute wert ist: Wenn ich nur einen behalten dürfte, wäre es definitiv der 992.

Ein paar Monate später fährt mein Mann weiterhin regelmäßig seine Autos – und inzwischen klingt sein Fazit so:
Inzwischen hat sich meine Meinung wieder ein wenig gedreht: Der 964 (luftgekühlter Porsche 911) und der Boxster (981 Boxster GTS) machen mir einfach wahnsinnig viel Spaß. Mit dem 964 und dem Boxster fühlt man sich wie mit einem echten Begleiter.
Der 992 ist ein unglaublich gutes und leistungsstarkes Auto, aber so perfekt, dass er fast etwas wie ein Cyborg wirkt. Vielleicht fühlt er sich deshalb ein bisschen weniger lebendig an.
Auf der Rennstrecke ist er wahnsinnig schnell, und selbst bei Regen fährt er dort so stabil. Auch auf normalen Straßen ist er angenehm, auf kurvigen Bergstraßen macht er ebenfalls eine tolle Figur, und sein Handling ist hervorragend. Egal in welcher Situation: Der 992 ist einfach perfekt. Was die Performance angeht, ist er nach wie vor herausragend.
Auf der anderen Seite ist das Gefühl, einen echten „Begleiter“ zu haben, bei ihm für mich etwas weniger ausgeprägt als bei den anderen Porsche-Modellen.
Und der GT3 Touring? Der ist ohne Frage extrem leistungsstark. Als Handschalter strahlt er allerdings aus: „Den beherrschst du nicht mal eben so.“ In diesem Sinne ist er für mich weniger ein „Begleiter“ als ein „Lieblingspferd“, das ich noch nicht vollständig im Griff habe – und gerade deshalb fühlt er sich lebendig an.
Trotzdem sitze ich im 992 und denke jedes Mal: „Was für ein unglaubliches Auto!“ Wenn es um Alltagstauglichkeit geht und darum, in jeder Situation ein echter Allrounder zu sein – ganz unabhängig vom Wiederverkaufswert –, ist der 992 wohl kaum zu schlagen.
So sieht mein Mann den 992 mittlerweile. Das kann ich gut verstehen: Der 992 ist ein fantastisches Auto, aber vielleicht lässt seine überragende Perfektion dem Fahrer nur wenig Raum, selbst Teil des Fahrerlebnisses zu sein.

Mein Mann ergänzte:
Beim 964 hört man während der Fahrt, wie das Öl durch den Motor fließt, und spürt, wie der Motor arbeitet. Er fühlt sich unglaublich lebendig an.
Auch der 981 Boxster GTS hat einen fantastischen Motorsound. Sein Handling ist etwas entspannter als beim 992, aber wenn er geschmeidig durch die Kurven am Royu Driveway gleitet, macht das einfach unglaublich viel Spaß.
Schon bei niedriger Drehzahl klingt der Motor großartig, das Fahrwerk ist angenehm geschmeidig, und meiner hat außerdem ein Schaltgetriebe, sodass ich selbst die Kontrolle habe. Das Fahren macht mich einfach richtig glücklich.
Autos sind wirklich faszinierend. Nach einer einzigen Probefahrt kann man sie unmöglich richtig einschätzen. Selbst wenn man ein Auto besitzt, kann sich das Fahrerlebnis zwischen der Auslieferung und einigen Monaten später verändern.
Und auch die eigene Wahrnehmung wandelt sich mit der Zeit.
Zum Glück durfte ich schon viele Autos von Bekannten probefahren. Mit jeder Fahrt finde ich aufs Neue heraus, welcher Autotyp mir eigentlich liegt – und vielleicht verändert sich dadurch auch mein Blick auf die eigenen Autos.
Welchen Porsche behalten?
In unserer Familie gibt es derzeit sechs Autos. Mein Mann überlegt jedoch, seine Sammlung nach und nach zu verkleinern. Bisher kamen immer wieder spannende Autos dazu, aber sechs Fahrzeuge sind einfach zu viele, um sie alle regelmäßig zu fahren. Deshalb möchte er sich auf die Autos beschränken, um die er sich wirklich kümmern und die er regelmäßig bewegen kann.
Welche Autos bleiben und von welchen wir uns trennen, lässt sich allerdings nicht von heute auf morgen entscheiden – auch der richtige Zeitpunkt spielt eine Rolle. Eines steht für meinen Mann aber schon fest: „Den 981 behalte ich auf jeden Fall. Und einen Cayenne brauchen wir auch, damit die ganze Familie mit fünf Personen hineinpasst.“
Wird unser Porsche-Besitz also nach und nach überschaubarer? Ganz so schnell wohl nicht: Mein Mann hat noch jede Menge Autos im Blick und schaut täglich auf CarSensor … (lacht)
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