Porsche-Verkäufe im Q1 2026: Nur der 911 legt um 22 % zu, alle anderen Modelle verlieren. Wollen am Ende doch alle einen Verbrenner?
Veröffentlicht:
コンテンツ
Nur der 911 glänzt im ersten Quartal
Porsche hat die Verkaufszahlen für das erste Quartal 2026 veröffentlicht.
Die Gesamtbilanz fällt ernüchternd aus: Weltweit lieferte der Sportwagenhersteller 60.991 Fahrzeuge aus – 15 % weniger als im Vorjahreszeitraum (Porsche Newsroom). Die schwache Nachfrage in China, der Wegfall der US-Steuervorteile für Elektroautos und das Produktionsende der 718-Baureihe kamen dabei zusammen. Doch inmitten dieser trüben Zahlen gibt es ein Modell, das deutlich zulegen konnte: den 911. Porsche lieferte 13.889 Exemplare aus – ein Plus von 22 % gegenüber dem Vorjahresquartal. In den USA waren es sogar 3.826 Fahrzeuge, ein beeindruckender Zuwachs von 83 %.
Am Ende wollen offenbar alle den 911. Und sie wollen einen Verbrenner. Die Verkaufszahlen für das erste Quartal sprechen aus meiner Sicht eine klare Sprache.

Porsche-Verkaufszahlen nach Modell: Gewinner und Verlierer
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache.
Ein Blick auf die Auslieferungen der einzelnen Modelle im ersten Quartal 2026:
- Cayenne: 19.183 Fahrzeuge (Vorjahr: −4 %) – das meistverkaufte Modell, mit leichtem Rückgang
- Macan: 18.209 Fahrzeuge (Vorjahr: −23 %) – davon 10.130 mit Verbrennungsmotor und 8.079 als Elektroversion
- 911: 13.889 Fahrzeuge (Vorjahr: +22 %) – das einzige Modell mit einem Zuwachs
- Panamera: 4.498 Fahrzeuge (Vorjahr: −42 %) – eine Durststrecke vor der Einführung neuer Editionen für China
- Taycan: 3.420 Fahrzeuge (Vorjahr: −19 %) – auch die Elektro-Limousine tut sich schwer
- 718 Boxster/Cayman: 1.792 Fahrzeuge (Vorjahr: −60 %) – die Produktion endete bereits im vergangenen Oktober
Nach Regionen betrachtet verzeichnete China mit 7.519 Auslieferungen ein Minus von 21 %. In Nordamerika waren es 18.344 Fahrzeuge (−11 %), während der Heimatmarkt Deutschland mit 7.778 Auslieferungen und einem Plus von 4 % als einzige Region im positiven Bereich lag. Der Rückgang der 718-Auslieferungen um 60 % ist zwar auf das Produktionsende zurückzuführen – damit ist das frühere Einstiegsmodell aber praktisch verschwunden. Auch das Minus von 42 % beim Panamera ist schmerzhaft, selbst wenn es in die Übergangsphase zum nächsten Modell fällt.

Macan mit Verbrenner oder Elektroantrieb? Der Benziner verkauft sich 1,25-mal so oft
Besonders aufschlussreich ist bei den aktuellen Zahlen das Verhältnis zwischen Verbrenner- und Elektro-Macan.
Von den insgesamt 18.209 ausgelieferten Macan waren 10.130 mit Verbrennungsmotor und 8.079 vollelektrisch. Der Macan mit Verbrenner verkauft sich damit etwa 1,25-mal so oft wie die Elektroversion. Und das, obwohl der Verkauf des Verbrenners voraussichtlich diesen Sommer endet – es sich also um ein Auslaufmodell handelt. Trotzdem liegt er vor dem Elektro-Macan. Das ist ein bemerkenswertes Signal.
Ich fahre im Alltag einen Taycan Turbo GT und halte die Elektroautos von Porsche für ausgezeichnete Fahrzeuge. Was das Fahrwerk angeht, ist der Taycan mit Active Ride für mich so agil, dass er den 911 beinahe wie ein Auto aus einer vergangenen Epoche wirken lässt. Das Problem ist nicht das Fahrverhalten von Elektroautos. Es liegt woanders: beim katastrophalen Wiederverkaufswert und bei einer Verkaufspraxis, durch die Kunden ein Elektroauto als eine Art „Kaufhistorie“ erwerben mussten, um sich für limitierte oder besondere Modelle zu qualifizieren. Das hat dem Image der Elektroautos erheblich geschadet. Die Qualität eines Autos und die Art, wie eine Marke es verkauft, sind zwei verschiedene Dinge.

Wollen am Ende alle einen Verbrenner? Und was kommt nach Euro 7?
Der Klang eines Porsche-Motors hat zweifellos seinen ganz eigenen Reiz.
Sobald ich den Motor unseres 718 Spyder RS starte, brüllt der 4,0-Liter-Saugmotor mit Sechszylinder-Boxeranordnung hinter mir los. In diesem Moment wird klar: Die Sehnsucht nach dem Verbrenner ist keine rationale Entscheidung, sondern etwas zutiefst Instinktives. Porsche selbst berichtet, dass beim Zuwachs des 911 um 22 % leistungsstarke Varianten wie GTS, Turbo und GT-Modelle einen hohen Anteil ausmachten. Die Menschen wollen offenbar einen schnellen, lauten und aufregenden 911.

Doch jetzt wird es spannend.
Sobald die Euro-7-Vorschriften umfassend greifen, dürften auch die Verbrenner – selbst der 911 – deutlich leiser werden. Neben strengeren Vorgaben für Abgasanlagen werden auch die Anforderungen an Otto-Partikelfilter (OPF) verschärft. Der raue Auspuffsound, wie wir ihn heute kennen, dürfte damit endgültig der Vergangenheit angehören. Werden diejenigen, die heute sagen „Ich will einen Verbrenner“ oder „Ich will einen 911“, dann noch genauso zufrieden sein? Wenn der Unterschied zwischen einem leiseren Verbrenner und einem von Haus aus leisen, aber enorm schnellen Elektroauto kleiner wird – für was entscheiden sich die Kunden dann? Genau das wird interessant.
Porsche bewegt sich derzeit im Spannungsfeld zwischen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Doch die Verkaufszahlen lügen nicht: Zumindest im ersten Quartal 2026 entschieden sich die Kunden mit deutlicher Mehrheit für den 911 mit Verbrennungsmotor. Wie lange dieser Trend anhält und ob sich das Blatt mit Euro 7 wendet, bleibt abzuwarten. Die Zahlen geben jedenfalls einen spannenden Hinweis darauf, wohin sich Porsche – und der Sportwagen insgesamt – entwickeln könnte.
Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.


Comment ( 0 )
Trackbacks are closed.
No comments yet.