Porsche 911 GT3 S/C vorgestellt! Erster GT3 Cabriolet – Specs, Preis & Besonderheiten im Detail

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Porsche 911

Das erste GT3 Cabriolet trägt den Namen „S/C“

Endlich ist es soweit.

Am 14. April 2026, exakt um 23 Uhr japanischer Zeit, präsentierte Porsche beim digitalen Weltpremieren-Event den 911 GT3 S/C (Sport Cabriolet) erstmals weltweit. Es ist das erste Cabriolet-Modell in der Geschichte des GT3. Zwar existierte mit dem 991 Speedster bereits ein limitiertes Modell, dieses wurde jedoch nicht offiziell als GT3-Cabriolet geführt. Mit dem GT3 S/C trägt nun erstmals ein offen konzipiertes Fahrzeug den GT3-Namen.

Tatsächlich hatte ich bereits am 1. März in dem Artikel „Erstes Cabriolet mit GT3-Motor? Der mögliche Name „911 S/C““ genau diese Namensgebung prognostiziert. Der Name S/C erinnert an den legendären 911SC von 1978 bis 1983 – und genau so wurde der neue GT3 getauft. Es freut mich sehr, dass die Vorhersage eingetroffen ist.

4,0-Liter Saugmotor mit Flat-Six und 9.000 Touren

Im Herzen schlägt derselbe 4,0-Liter-Boxermotor mit Saugtechnik wie beim GT3.

Allerdings ist dies kein gewöhnlicher GT3-Motor: Aggressive Nockenwellen vom GT3 RS und eine strömungsoptimierte, individuelle Drosselklappe wurden verbaut. Die maximale Leistung beträgt 375 kW beziehungsweise 510 PS bei 9.000 U/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 450 Nm. Die Drehzahlgrenze ist damit rund 1.500 Touren höher als bei turboaufgeladenen Wettbewerbern. Das pure Saugmotorerlebnis bis in diesen hohen Drehzahlbereich ist ein Gefühl, das ein Turbo definitiv nicht bietet.

Ich selbst fahre regelmäßig einen 718 Spyder RS mit demselben 4,0-Liter Saugmotor und kann mir kaum etwas Besseres vorstellen, als dieses Triebwerk offen bei 9.000 Touren arbeiten zu hören. Andreas Preininger, der GT-Fahrzeugentwicklungsleiter, beschreibt es so: „Die Kombination aus Saugmotor, dynamischem Fahrwerk und Leichtbau schafft ein unvergleichliches Fahrvergnügen.“

Exklusiv manuell: 6-Gang-Getriebe mit kurzem Spreizungsbereich

Besonders bemerkenswert ist: Dieses Auto ist ausschließlich mit Schaltgetriebe erhältlich.

Es verbaut eine 6-Gang-Handschaltung mit kurzem Übersetzungsbereich für ein direktes, präzises Fahrgefühl auf kurvigen Strecken. Eine PDK-Automatik ist nicht im Angebot. Ein 510-PS-Cabriolet von 2026 – und das rein manuell. Dieser Fakt spricht Bände über die Philosophie, die Porsche diesem Fahrzeug zugrunde legt.

Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h beträgt in der japanischen Ausführung 3,9 Sekunden. Für ein reines Handschaltmodell ist das exzellent. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 313 km/h. Zwar wird man diese Performance im Alltag kaum vollständig ausreizen, doch genau der manuelle Umgang mit diesem hochdrehenden NA-Motor verleiht diesem Sportwagen seinen besonderen Charakter.

Leichtbau dank Carbon und Magnesium: nur 1.497 kg

Cabriolets sind naturgemäß schwerer – das lässt sich nicht vermeiden.

Aufgrund der Dachmechanik und Verstärkungen fällt das Gewicht höher aus als bei Coupés. Doch Porsche hat konsequent am Leichtbau gearbeitet: Motorhaube, Kotflügel, Türen, Stabilisatoren und Schweller sind aus Carbon gefertigt. Magnesium kommt für die Zentralverschlussräder (20 Zoll vorne, 21 Zoll hinten), Dachstreben, Frontdachrahmen und Heckscheibenrahmen zum Einsatz.

Die 40-Ah-Lithium-Ionen-Batterie spart etwa 4 kg gegenüber herkömmlichen Batterien. Die serienmäßigen Porsche Ceramic Composite Brakes (PCCB) reduzieren das Gewicht gegenüber Gusseisenbremsen um über 20 kg. Auch ich fahre einen 718 Spyder RS mit PCCB – die Reduktion der ungefederten Masse wirkt sich spürbar auf das Handling aus, besonders im Kurvenbereich.

So bringt der GT3 S/C nur 1.497 kg auf die Waage – nur 30 kg mehr als der Vorgänger 991 Speedster. Für ein Cabriolet ist diese Zahl sensationell leicht.

Fahrwerk vom GT3 Touring und ausfahrbarer Heckspoiler

Das Fahrwerk basiert auf dem 911 GT3 Touring Paket.

Vorn kommt eine Doppelquerlenker-Aufhängung zum Einsatz und wurde auf ein sportlich-agiles Kurvenverhalten abgestimmt. Anders als der GT3 RS – der auf Rundenzeiten auf der Rennstrecke ausgerichtet ist – fokussiert der S/C klar auf Fahrspaß auf öffentlichen Straßen. Die Bereifung kombiniert 255/35 ZR 20 vorne mit 315/30 ZR 21 hinten.

Auch die Aerodynamik wartet mit Neuerungen auf: erstmals wird ein ausfahrbarer Heckspoiler mit Gurney Flap an einem 911 Cabriolet verbaut. Dieses für Cabriolets untypische Bauteil sorgt für mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und lässt sich bei Bedarf einfahren. Die Matrix-LED-Scheinwerfer, das elektrische Dach mit etwa 12 Sekunden Öffnungszeit (bedienbar bis 50 km/h) und der Windabweiser, der bis 120 km/h schützt, runden das Paket ab.

Kein Sondermodell – reguläres Katalogmodell, Preis in Japan: 38,43 Mio. Yen

Für mich persönlich die größte Nachricht: Es handelt sich nicht um ein limitiertes Sondermodell.

Der 991 Speedster war auf 1.948 Einheiten limitiert. Der GT3 S/C ist regulär im Porsche-Programm erhältlich – er ist für jeden verfügbar, ohne auf spezielle Kundengruppen beschränkt zu sein. Dennoch wird er vermutlich nicht zum spontanen Kauf für Gelegenheitskunden einladen.

Der Preis in Japan liegt bei 38.430.000 Yen. Das sind rund 10 Mio. Yen (ca. 70.000 Euro) mehr als das GT3 Coupé mit etwa 28,14 Mio. Yen kostet. Angesichts der umfangreichen Carbon-Komponenten, PCCB serienmäßig und Lithium-Ionen-Batterie ist dieser Aufpreis jedoch angemessen.

Auf den ersten Blick wirkt der GT3 S/C eher wie ein offenes GT3 RS: 510 PS, 9.000 Touren, Carbon-Karosserie, PCCB Serie. Der Unterschied liegt in der fahrwerksseitigen Ausrichtung auf Straßen statt Rennstrecke und dem luftigen Open-Air-Erlebnis.

Da der Wagen nur mit Schaltgetriebe angeboten wird, ist die Zielgruppe wahrscheinlich begrenzt. Andererseits werden auch einige Käufer wohl mit Wiederverkaufsabsicht zuschlagen. Diese Fahrzeuge könnten relativ früh den Gebrauchtmarkt erreichen. Für Liebhaber, die den Wert erkennen und das Saugmotor-Klangspektrum auf kurvigen Straßen genießen wollen, könnte sich das Warten auf ein gebrauchtes Exemplar lohnen.

Der GT3 S/C ist eine luxuriöse Kombination aus NA-Motor, Schaltgetriebe und offenem Fahren – ein Traum in der heutigen Zeit. Ob solche Modelle angesichts steigender Umweltauflagen langfristig im Porsche-Katalog bleiben, ist ungewiss. Umso mehr ist dieses Debüt eine willkommene Botschaft.

Wichtige technische Daten des Porsche 911 GT3 S/C

Zum Abschluss hier die wichtigsten Specs zusammengefasst:

Motor 4,0 L Boxermotor, 6 Zylinder, Saugmotor
Maximale Leistung 375 kW (510 PS)
Maximales Drehmoment 450 Nm
Maximale Drehzahl 9.000 U/min
Getriebe 6-Gang Handschaltung (kurze Übersetzung)
0-100 km/h 3,9 Sek. (japanische Version)
Höchstgeschwindigkeit 313 km/h
Fahrzeuggewicht 1.497 kg
Bremsen PCCB (serienmäßig)
Vordere Federung Doppelquerlenker
Reifen vorne 255/35 ZR 20
Reifen hinten 315/30 ZR 21
Felgen Magnesium Zentralverschluss
Carbon-Verwendung Motorhaube, Kotflügel, Türen, Stabilisatoren, Schweller
Magnesium-Verwendung Felgen, Dachstreben, Frontdachrahmen, Heckscheibenrahmen
Batterie 40 Ah Lithium-Ionen
Dach-Öffnungszeit ca. 12 Sekunden (bedienbar bis 50 km/h)
Windabweiser bis 120 km/h wirksam
Scheinwerfer Matrix-LED
Sitzplätze 2
Kraftstoffverbrauch (WLTP) 13,7–13,8 L/100 km
CO₂-Emissionen 310–312 g/km
Preis Japan 38.430.000 Yen
Produktionsart Reguläres Katalogmodell (keine Limitierung)

Hiro

Minaの夫です。 ファッションやステータスシンボルのためにクルマは乗りません。 運転して楽しく、工業製品として優れ、作り手の意思が感じられるようなクルマを好んで乗ります。長距離ツーリングをこよなく愛し、「クルマは走らせてナンボ」と思ってます。休日には日本全国を愛車で旅しています。 ブログでは主に試乗レポートやツーリング記などを執筆しています。またブログのシステム周りやチューニングなども担当しています。

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