Porsche 718 Boxster GTS selbst gefahren: Noch einmal im Vergleich zum 981

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Porsche 718 Boxster GTS im Fahrbericht

Im gestrigen Artikel schrieb ich, dass ich enttäuscht war, den Porsche 718 Boxster GTS nicht selbst fahren zu können. Warum mich das so geärgert hat, wird beim Lesen des heutigen Beitrags sicher klar – haha. Im Februar durfte mein Mann bereits auf dem Beifahrersitz eines Bekannten im 718 Boxster GTS mitfahren.

ポルシェ 718 ボクスター GTSと、981 ボクスター GTSの乗り比べ。

Diesmal ließ uns der Besitzer freundlicherweise selbst ans Steuer – wenn auch nur für etwa zehn Minuten. Und wie schon so oft hat mein Mann seinen Fahrbericht für uns zusammengefasst. Hier sind seine Eindrücke.

Erster Eindruck vom 718 Boxster GTS

Ich stellte den Sitz ein und trat die Kupplung. Sie fühlte sich etwas leichter an als im 981. Ich hatte gehört, dass der Turbo wegen des geringeren Drehmoments bei niedrigen Drehzahlen das Anfahren mit Schaltgetriebe erschwere. In der Praxis war das aber kaum ein Thema: Die Kupplung ließ sich ohne besondere Empfindlichkeit einkuppeln.

Wie beim 981 hatte ich allerdings auch im 718 den Eindruck, dass es nicht nur einen einzigen Schleifpunkt gibt. (So richtig in Worte fassen lässt sich das schwer.) Ob das ein typisches Porsche-Gefühl ist oder mir einfach die Erfahrung mit Schaltwagen fehlt, weiß ich nicht. Schon beim ersten Mal im 981 kam mir der Schleifbereich der Kupplung recht groß vor. Wenn man sich noch nicht daran gewöhnt hat, kann es passieren, dass man die Kupplung loslässt, sobald man meint, sie greife – und das Auto dann plötzlich ruckartig anzieht.

Auch beim 718 hatte ich das Gefühl, dass die Kupplung erst zu greifen scheint und dann beim Loslassen schlagartig richtig packt. Wie beim 981 braucht man also eine kurze Eingewöhnungszeit.

Die Unterschiede zwischen 981 und 718

Nachdem ich mich an die Kupplung gewöhnt hatte, fuhr ich los. Der Eindruck unterschied sich grundlegend von der Mitfahrt auf dem Beifahrersitz beim letzten Mal. Einfach alles fühlte sich anders an.

Lenkverhalten

Als Erstes fiel mir das Lenkverhalten auf: Der 718 lenkt ausgesprochen geschmeidig ein und vermittelt zugleich deutlich mehr Grip. Gegenüber dem 981 ist das eine klare Weiterentwicklung. Beim ersten Einlenken ist der Unterschied noch nicht besonders groß, doch das Gripgefühl mitten in der Kurve und die Präzision beim Halten der Linie kamen mir um zehn bis zwanzig Prozent besser vor als im 981.

Es fühlte sich an, als wären Reifen mit einer deutlich höheren Haftung montiert.

Man hat fast das Gefühl, selbst besser fahren zu können, und kann Kurven mit mehr Reserven nehmen. Genau so stelle ich mir eine konsequente Weiterentwicklung bei einem Modellwechsel vor. Das Lenkverhalten des 718 wirkt insgesamt ausgesprochen ausgereift.

Auch beim normalen Fahren zeigt der 981 keine auffällige Untersteuerneigung. Im direkten Vergleich kommt er einem im 718 aber fast ein wenig untersteuernd vor. Der 718 folgt dem Lenkeinschlag so präzise, dass er genau dorthin fährt, wohin man ihn lenkt.

Die Grundabstimmung des Lenkverhaltens unterscheidet sich nicht wesentlich vom 981. Beim Einlenken ist der 718 eher sanft; eine betont direkte, schnelle Reaktion wie bei manchem italienischen Sportwagen bleibt aus. Sobald man einlenkt, stehen Lenkeinschlag und Fahrzeugbewegung jedoch in einem angenehm natürlichen Verhältnis zueinander – ein typisches Porsche-Gefühl, das dem Gehirn keinerlei Irritationen bereitet.

Fahrkomfort

Der Fahrkomfort ist ebenfalls ausgesprochen gut. Schon der 981 fährt sich komfortabel, doch der 718 wirkt noch einmal kultivierter. Er ist nicht nur für einen Sportwagen komfortabel, sondern bietet Fahrkomfort, der auch bei Autos generell zur Spitzengruppe gehört. Was die Ruhe und Ausgewogenheit auf der Straße angeht, ist er meiner Meinung nach deutlich komfortabler als so mancher mäßige Familienwagen oder Minivan.

Früher habe ich bereits einen Fahrbericht zum serienmäßigen Cayman ohne PASM geschrieben. Der 718 Boxster GTS fühlte sich komfortabler an. Natürlich bin ich nicht auf derselben Strecke gefahren, daher ist das nur ein persönlicher Eindruck. Zumindest bei niedrigen Geschwindigkeiten federt der GTS geschmeidiger. Dass mir das trotz der größeren Reifen des 718 Boxster GTS so vorkam, dürfte vermutlich am PASM liegen (Porsche Active Suspension Management).

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Motor

Der Motor dreht bereitwillig hoch. Als Turbomotor hatte ich ihn mir etwas träger vorgestellt, doch er dreht besser, als ich erwartet hatte. Beim Saugmotor des 981 steigt mit der Drehzahl auch die Tonhöhe: Vom dunklen Klang bis zu den hohen Tönen lässt sich ungefähr heraushören, wie hoch der Motor dreht – sogar ohne auf den Drehzahlmesser zu schauen.

Beim 718 verändert sich der Klang dagegen weniger. Allein am Motorgeräusch lässt sich die Drehzahl daher schwerer einschätzen. Ein Blick auf den Drehzahlmesser sorgte mehrfach für Überraschungen: „Was, der dreht schon so hoch?“ Vielleicht hatte ich deshalb besonders den Eindruck, dass der Motor freudig hochdreht. Ab etwa 2.000 U/min steht zudem jederzeit reichlich Drehmoment zur Verfügung.

718 Boxster GTS

Die Zahlen sprechen für sich: Der 981 Boxster GTS leistet 330 PS, der 718 Boxster GTS 365 PS. Das sind satte 35 PS Unterschied.

Bei einer entspannten Fahrt über kurvige Landstraßen wie bei dieser Probefahrt war der Drehmomentunterschied beim Herausbeschleunigen im zweiten Gang aus niedrigen Drehzahlen zwar spürbar. Ansonsten nahm ich den Unterschied bei der Leistung gegenüber dem 981 jedoch nicht besonders deutlich wahr.

Der Unterschied zwischen Saugmotor und Turbo kommt zur Mehrleistung hinzu. Gibt man richtig Gas, dürfte der Abstand also deutlich spürbarer werden.

Sport- und Sport-Plus-Modus

Ich probierte die Modi Normal, Sport und Sport Plus aus. Dabei bestätigte sich mein Eindruck vom 981: Ein Porsche ist ein Auto, das sich erst ab dem Sportmodus so richtig entfaltet. Mit jedem Schritt in Richtung Sport Plus fühlt sich die Karosserie muskulöser an – als wären ihr die Fesseln abgenommen worden.

Zusätzlich werden das PASM-Fahrwerk und die Motorlager spürbar straffer, wodurch das Fahrgefühl direkter wird. In den engen Kurven am Royu Driveway ist der 718 in seinem Element – wie ein Fisch im Wasser.

Vor der Kurve trat ich die Kupplung und schaltete herunter. Beim Zwischengasgeben wollte ich die Motordrehzahl anpassen – doch sie passte auffallend gut. Beim 981 muss man die Drehzahl genauer treffen, sonst gibt es einen kleinen Ruck. Im 718 gelingt der Gangwechsel auf Anhieb, als hätte ich meine Fähigkeit zum Zwischengasgeben plötzlich verbessert.

Wie sich später herausstellte – und wie ein Leser in den Kommentaren zu diesem Blog erklärte –, übernimmt der 718 das automatische Zwischengas auch im Sportmodus. Beim 981 gab es diese Funktion erst im Sport-Plus-Modus. Auch darin unterscheiden sich die beiden Modelle deutlich.

Sportabgasanlage

Bei der Sportabgasanlage fällt der Unterschied im Klang und in der Lautstärke selbst eingeschaltet weniger deutlich aus als beim 981. Der Klang bekommt etwas mehr Tiefbass und Rhythmus, außerdem wird es lauter. Anders gesagt: Auch bei ausgeschalteter Sportabgasanlage klingt der Auspuff angenehm sonor.

Der Klang ist natürlich Geschmackssache. Wer einen tiefen, kräftigen Sound bevorzugt, dürfte eher am 718 Gefallen finden; wer hohe Töne mag, eher am 981.

Fahrwerk und Chassis

Im Vergleich zwischen 981 und 718 fiel mir die Weiterentwicklung des Chassis am stärksten auf. Beim 718 wurde nach meinem Kenntnisstand ein zusätzlicher hinterer Träger ergänzt, um den hinteren Hilfsrahmen zu verstärken. Außerdem sind die Hinterräder um 0,5 Zoll breiter.

Auch Änderungen an der Fahrwerks- und PASM-Abstimmung dürften eine Rolle spielen. Wie bereits erwähnt, zeigt sich die Weiterentwicklung des Chassis vor allem beim Lenkverhalten und Fahrkomfort – und genau dort war sie für mich am deutlichsten spürbar.

Fazit

Aus Sicht eines 981-Fahrers ist der 718 Boxster GTS vor allem eines: ein ausgesprochen talentierter, rundum gereifter Boxster. Er verkörpert die oft zitierte Aussage „Der neueste Porsche ist der beste Porsche“ mit einer konsequenten Weiterentwicklung.

Wahrscheinlich gibt es nur wenige, die an der Leistung des 718 Boxster etwas auszusetzen haben. Wenn doch, liegt es wohl eher daran, dass der Wagen nicht den persönlichen Vorlieben entspricht oder andere Erwartungen erfüllt werden sollen.

Natürlich ist das ein rein hypothetisches Gedankenspiel: Würde man den 718 Boxster GTS blind mit einem noch teureren Cabrio vergleichen, dürften viele den Porsche für das bessere Auto halten.

Für mich ist der 718 ein Auto mit einem außergewöhnlich guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Nach der Probefahrt kam mir ganz spontan dieser Satz über die Lippen:

„Am Ende ist ein Auto eben doch ein Porsche …“ (seufz)

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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