So souverän ist der neue Porsche 911 (992): Wet Mode auf der Rennstrecke im Starkregen

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Tests & Fahrberichte

Porsche 911 am Fuji Speedway

Vor Kurzem fand am Fuji Speedway ein vom Magazin „911DAYS“ veranstaltetes Trackday-Event statt. Mein Mann nahm mit seinem 911 Carrera Cabriolet (992) teil. Als er sich für die Veranstaltung anmeldete, überlegte er noch:

Mit welchem Auto fahre ich diesmal auf der Rennstrecke? Mit dem GT3 war ich noch nie am Fuji Speedway – vielleicht nehme ich den GT3 …

Doch dann stand fest, dass ich mitkommen würde – ich, die „Frau, die Starkregen, Sturm, dichten Nebel und Schnee mitbringt“. Also meinte er:

… Dann regnet es ja garantiert (w). Mit den Cup-Reifen auf dem GT3 kann ich da nicht fahren … Ich nehme das 911 Cabriolet.

Lange bevor die erste Wochenwettervorhersage vorlag, hatte er sich also entschieden: „Diesmal fahre ich mit dem 992.“

Und am Tag der Veranstaltung? Genau wie mein Mann es vorausgesagt hatte, regnete es in Strömen … (-_-)

Regen am Fuji Speedway

Am Fuji Speedway haben wir schon einiges an Unwettern erlebt: Ein WEC-Rennen (FIA World Endurance Championship) wurde wegen dichten Nebels nach heftigem Regen unter roter Flagge beendet, ein Porsche-Fahrtraining musste wegen Starkregens abgesagt werden, wir haben bei strömendem Regen am Warm-up+-Programm der Porsche Driving School teilgenommen, und nach starkem Schneefall über Nacht lag Schnee auf der Rennstrecke.

Wir haben also schon so manches schlechte Wetter am Fuji Speedway erlebt (wobei wir insgesamt erst ein paarmal dort waren – wie kann man in so kurzer Zeit so viel Pech haben … w). Doch so heftig hatte es noch nie geregnet: Es fühlte sich an wie ein Taifun.

Die Strecke war natürlich komplett durchnässt.

Regen am Fuji Speedway

An diesem Tag waren auch Fahrer mit einem GT3 oder GT3 RS dabei. Wie ich hörte, sagten einige ihre Teilnahme kurzfristig wegen des schlechten Wetters ab.

Kann man ihnen nicht verdenken … Und trotzdem tut es mir irgendwie leid.

Porsche 911 am Fuji Speedway

Mein Mann meinte allerdings:

Schon nach etwa 30 Sekunden Fahrt, nachdem ich heute Morgen das Hotel verlassen hatte, wurde mir der WET-Modus empfohlen. Diese Warnung erscheint nur bei wirklich starkem Regen. So eine Gelegenheit, bei derart heftigem Regen auf einer Rennstrecke zu fahren und den Wet Mode zum ersten Mal auszuprobieren, bekommt man nicht oft – vielleicht ist das also auch eine wertvolle Erfahrung.

Beim Trackday fuhr er dann tatsächlich die ganze Zeit im Wet Mode.

Anzeige des Wet Mode im Porsche 911 (992)

Wegen des Starkregens konnte er in den beiden jeweils 30-minütigen Turns wohl nur vier bis fünf Runden wirklich fahren; mehrmals wurde die Session mit roter Flagge unterbrochen. Trotzdem bekam er einen guten Eindruck davon, was der Wet Mode kann. Davon möchte ich heute berichten.

Der Wet Mode im Porsche 911 (992)

Der 911 der Generation 992 war das erste Auto weltweit, das mit dem Wet Mode ausgestattet wurde. Dieses Fahrerassistenzsystem (ADAS) erhöht die Fahrsicherheit auf nasser Fahrbahn und gehört beim 992 zur Serienausstattung.

Erkennt das System eine nasse Fahrbahn und wird der Wet Mode aktiviert, werden unter anderem das Porsche Stability Management (PSM), das Porsche Traction Management (PTM), die adaptive Aerodynamik und das Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus) so abgestimmt, dass die Fahrstabilität bestmöglich unterstützt wird.

Zusätzlich fährt der ausfahrbare Heckspoiler in eine besonders stabilisierende Position, die Luftklappen öffnen sich und die Kennlinie des Gaspedals wird flacher. Zu beachten ist außerdem: Die PSM-Off-Funktion und der Sportmodus stehen dann nicht zur Verfügung.
* Quelle: Response, „Der neue Porsche 911 erhält einen Wet Mode: Nasse Fahrbahn wird automatisch erkannt und die Systeme werden gemeinsam gesteuert“

Beeindruckend … ganz schön clever.

Mein Mann erzählte über den Wet Mode:

Im Wet Mode war die Rennstrecke trotz des heftigen Regens stellenweise wie ein Fluss. Aber solange ich normal gefahren bin und das PDK machen ließ, lag das Auto erstaunlich stabil. Es fühlte sich überhaupt nicht so an, als könnte es wegrutschen.
Klar, bei dem Regen bin ich nicht besonders schnell gefahren. Und wenn man auf der Geraden ins Aquaplaning gerät, kann es gefährlich werden – ich war also vorsichtig. Trotzdem fand ich beeindruckend, wie stabil das Auto blieb.
Als gerade niemand in der Nähe war, habe ich in Kurven wie der Lexus-Kurve versucht, das Auto mit ziemlich hohem Tempo etwas herauszufordern. Aber ich konnte es überhaupt nicht zum Rutschen bringen. Abgesehen von Aquaplaning dürfte es ziemlich schwer sein, das Auto ins Rutschen zu bekommen. Wenn der 911 auf der Rennstrecke so sicher fährt, hat man auf öffentlichen Straßen erst recht reichlich Reserven.
Am Anfang waren ein paar Autos vor mir. Weil der Wet Mode so viel Vertrauen vermittelt, konnte ich sie ganz normal überholen. Irgendwann war ich plötzlich ganz vorne, und weit und breit war kein Auto mehr zu sehen. Da fragte ich mich schon: „Habe ich etwa nicht mitbekommen, dass die Veranstaltung abgebrochen wurde und ich hier ganz allein fahre?“ (lacht)

Allerdings gab es unterwegs auch einen beängstigenden Moment:

In der lang gezogenen Rechtskurve vor der Coca-Cola-Kurve beschleunigte ich gerade schön aus der Kurve heraus, als ich vermutlich ins Aquaplaning geriet. Das Heck brach plötzlich aus und das Auto wurde nach rechts und links geschleudert. Beinahe wäre ich in die rechte Leitplanke gekracht.
In diesem Moment war ich wirklich froh, an der Porsche Driving School teilgenommen zu haben. Dort wird immer wieder vermittelt: Wenn sich das Auto nicht mehr kontrollieren lässt, sollte man nicht versuchen, die Situation allein mit dem Lenkrad zu retten, sondern entschlossen auf die Bremse treten.
Die ABS-Regelung moderner Porsche ist hervorragend. Man soll dem Auto vertrauen, kräftig bremsen und erst dann lenken, wenn die Geschwindigkeit deutlich reduziert ist – so lässt sich die Gefahr abwenden.

Als das Auto diesmal auszubrechen begann, trat ich deshalb voll auf die Bremse und konnte es gerade noch abfangen.
Das hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, eine Notbremsung zu üben. Ein Training für eine Vollbremsung im Ernstfall sollte man unbedingt absolvieren. Ohne diese Übung hätte ich wahrscheinlich nur am Lenkrad herumgerissen und wäre von der Strecke abgekommen.

So ist das also …!

Der Trackday war in dieser Hinsicht eine wertvolle Erfahrung: Wir konnten den Wet Mode des 992 ausprobieren und uns zugleich erneut bewusst machen, wie wichtig eine sichere Fahrweise ist.

Der Trackday im vergangenen Jahr, an dem ich nicht teilgenommen hatte, fand allerdings bei Sonnenschein statt. Vielleicht sollte ich also besser nicht mitfahren, falls wir nächstes Jahr wieder eingeladen werden …

Mein Mann meint:

Warum entscheidest du nicht erst kurz vorher, ob du mitkommst – und fährst nur dann mit, wenn die Vorhersage Sonne verspricht?

Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Regenvorhersage genau dann auftaucht, sobald ich beschlossen habe mitzufahren … Das geht mir in letzter Zeit öfter durch den Kopf (w).

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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