Warum ich den Cayenne lieber mag als den Porsche 911 | Erfahrungen mit zwei Porsche
Veröffentlicht: 2021.03.26
Mit dem Cayenne zum Fuji Speedway
Vor Kurzem habe ich darüber geschrieben, wie mein Mann bei einer vom Magazin „911DAYS“ veranstalteten Ausfahrt mit seinem 992 im Wet-Modus unterwegs war – und bei strömendem Regen über die Strecke fuhr.

Ich selbst fuhr mit unserem Cayenne E-Hybrid hinterher und legte die rund 1.000 Kilometer lange Hin- und Rückfahrt von zu Hause zum Fuji Speedway zurück (einschließlich der Fahrten zum Hotel und anderer Wege).
Unterwegs war ich fast ausschließlich auf der Autobahn. So eine lange Strecke allein mit dem Cayenne zu fahren, war für mich eine Premiere.

Früher bin ich die Strecke von zu Hause zum Fuji Speedway und zurück schon mit dem Panamera Turbo und dem BMW 320i gefahren. Diesmal möchte ich erzählen, wie sich der Cayenne im Vergleich dazu geschlagen hat – und was mir sonst noch aufgefallen ist.
Diesen Winter war der Cayenne mit Winterreifen unterwegs. Kurz vor der Fahrt wechselte ich jedoch auf Sommerreifen.
Mit dem Cayenne auf Langstrecke: meine Erfahrungen
Mein Fazit zur Langstrecke mit dem Cayenne lässt sich in einem Wort zusammenfassen: superkomfortabel.

Sanfter Fahrkomfort und leiser Innenraum
Über den sanften Fahrkomfort des aktuellen Cayenne habe ich in diesem Blog schon oft geschrieben. Auf der Autobahn war das Fahrgefühl wirklich ausgesprochen ruhig und geschmeidig – und im Innenraum herrschte eine bemerkenswerte Stille.
Von allen Porsche, die ich bisher gefahren bin, waren beim Cayenne die Abroll- und Windgeräusche am geringsten. Wie sehr sich diese Ruhe auf den Komfort auswirkt, merkt man besonders auf langen Strecken.
Die erhöhte Sitzposition
Dank der erhöhten Sitzposition am Steuer konnte ich entspannt und mit guter Übersicht fahren. Dadurch war ich deutlich weniger müde, als ich erwartet hatte. Als ich früher mit dem Panamera eine lange Strecke zurücklegte, dachte ich schon: „So anstrengend ist das gar nicht.“ Mit dem Cayenne war es sogar noch entspannter.

Auf der Hinfahrt standen wir zeitweise im Stau – dank ACC war das aber angenehm
Rückblickend ist die Sitzposition im Panamera im Vergleich zum Cayenne deutlich niedriger, und er fühlt sich auch wesentlich sportlicher an. Dazu kam, dass unser Panamera ein Turbo war – da schaltete ich innerlich schnell in den Modus: „Jetzt will ich einfach aufs Gas treten und fahren.“
Im Cayenne dagegen konnte ich grundsätzlich ganz gelassen unterwegs sein.
Souverän und stabil auf jedem Untergrund
Auf der Hin- und Rückfahrt war der Seitenwind teilweise ziemlich kräftig. Doch der Cayenne mit seinem Allradantrieb lag ausgesprochen stabil auf der Straße. Bei besonders starken Böen spürte ich zwar, wie das Lenkrad leicht versetzt wurde, aber beängstigend war das keineswegs.

Auch der Panamera mit Allradantrieb war sehr stabil. Beim Cayenne kommt als SUV noch das beruhigende Gefühl dazu, dass er sich auch abseits befestigter Straßen wohlfühlt. Egal, auf welcher Straße ich unterwegs war – der Cayenne gab mir ein sicheres Gefühl.
Als wir vor Ort zum Abendessen fuhren, erreichten Regen und Wind ihren Höhepunkt. Es fühlte sich an, als würde ich mitten in einem Taifun fahren. Doch auch die Wasserpfützen auf der Straße brachten den Cayenne nicht aus der Ruhe. Solange man mit angemessener Geschwindigkeit und entsprechend vorsichtig fährt, gab es keinerlei Probleme.
Bei dieser Fahrt wurde mir einmal mehr bewusst, wie sehr man sich auf den Cayenne verlassen kann.
Schnell ist er auch
Der Cayenne E-Hybrid ist schnell. Beim Beschleunigen auf der Autobahn genügt es, in den Sport-Modus zu wechseln und kräftig aufs Gas zu treten: Der Wagen zieht kraftvoll und zugleich wunderbar gleichmäßig an.
Der Cayenne wiegt mehr als zwei Tonnen. Auf dieser Fahrt saßen außerdem drei Kinder auf der Rückbank, und im Kofferraum lag ein schwerer Koffer. Trotzdem fühlte sich die Beschleunigung kein bisschen mühsam an.
„Der Cayenne E-Hybrid fährt sanft an und ist dabei schnell“, sagen sowohl Bekannte meines Mannes als auch Mitarbeiter im Porsche Zentrum. Und tatsächlich: Die Unterstützung durch den Elektromotor macht einen großen Unterschied.
Unser früherer Panamera Turbo dagegen sackte beim kräftigen Tritt aufs Gaspedal regelrecht in die Knie und beschleunigte so brutal, als würde er den Asphalt aufreißen. Der Cayenne liefert seine Leistung genau in der richtigen Dosis – auch das macht das Fahren angenehm.
Für einen Hybrid ist der Verbrauch hoch
Bei Porsche-Hybridmodellen steht bekanntlich nicht der niedrige Verbrauch im Vordergrund, sondern die bessere Fahrleistung dank elektrischer Unterstützung. Vielleicht sollte man also keine Verbrauchswunder erwarten – sparsam ist der Cayenne E-Hybrid jedenfalls nicht.
Mit voll geladener Batterie (bei unserem Cayenne wird eine elektrische Reichweite von etwa 28 bis 30 Kilometern angezeigt) kann man ohne Benzin fahren. Doch sobald man kräftig beschleunigt oder bergauf fährt, ist die elektrische Reichweite schnell aufgebraucht. Auch diesmal fuhr ich deshalb überwiegend mit Benzin. (Ich hatte ein Ziel eingegeben und war im Hybrid Auto-Modus unterwegs, aber die Batterieladung war schnell verbraucht.)
Wenn er doch nur mit einer Ladung etwa 50 Kilometer weit käme …
Zum Glück hatte das Hotel in der ersten Nacht eine Lademöglichkeit. Nach etwa drei Stunden war die Batterie wieder voll – doch schon am nächsten Tag war die Ladung erneut schnell aufgebraucht.
Da der Cayenne E-Hybrid durch seinen Elektromotor zusätzliches Gewicht mitbringt, lag der Gesamtverbrauch auf der Rückfahrt bei leerer Batterie bei unter 10 km/l.
Vielleicht mag ich den Cayenne lieber als den 911
Unterwegs tauschte ich einmal mit meinem Mann und fuhr sein 911 Cabriolet. Doch ehrlich gesagt war ich im Cayenne so komfortabel unterwegs, dass ich schon bald wieder ans Steuer des SUV zurückwollte.
Tja …

Direkt nach dem Cayenne in den 911 zu steigen, war schon ein Erlebnis: Das Auto wirkte unglaublich steif, die Sitzposition war tief – und sobald der Motor ansprang, schien es zu sagen: „Na los, fahren wir!“ Ich dachte nur: „Äh, gerade bin ich nicht in der Stimmung dafür …“ und war erst einmal ein wenig eingeschüchtert. (lacht)
Für kurvige Bergstraßen ist der 911 vielleicht die bessere Wahl. Doch wenn man endlos über die Autobahn fährt, ist der Cayenne einfach entspannter und komfortabler. Alles fühlt sich mühelos an, man wird kaum müde, und auch der ACC (Adaptive Cruise Control) funktioniert clever. Man könnte stundenlang weiterfahren. (Das Fahren selbst macht allerdings so viel Spaß, dass ich den ACC diesmal kaum nutzte und lieber selbst fuhr.)
Mein Mann meinte zu mir:
Was ist denn los mit dir? In letzter Zeit stehst du total auf den Cayenne. Den magst du ja inzwischen eindeutig lieber als den 911.
Und er hat recht. In letzter Zeit kommt es mir vor, als hätte mich der Cayenne gezähmt und mir die Krallen gezogen. (lacht)
Wenn ich allerdings in den Boxster mit Schaltgetriebe steige, denke ich bestimmt wieder: „Wow, macht das Spaß!“ Jeder Porsche hat seinen ganz eigenen Reiz. Bei jeder Fahrt aufs Neue merke ich, wie sehr mich diese Autos um den Finger wickeln – und das ist bis heute so.
Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.


Comment ( 0 )
Trackbacks are closed.
No comments yet.