Porsche-Batterie auf MegaLife-Lithium-Ionen-Batterie umgerüstet: Was hat sich verändert? Vorteile und Erfahrungen
Veröffentlicht: 2021.04.23
Mein Mann hat die Batterie unseres luftgekühlten Porsche 911 (964) gegen eine Lithium-Ionen-Batterie ausgetauscht. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen und davon, was sich im Vergleich zu vorher verändert hat. Viel Spaß beim Lesen!
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Erfahrungen eines Porsche-Fahrers mit dem Batteriewechsel
Vorweg: Dieser Artikel ist kein Gefälligkeitsbeitrag. Weder der Hersteller noch andere Beteiligte haben uns darum gebeten. Es geht ausschließlich um die persönlichen Erfahrungen eines Privatkunden, der die Batterie auf eigene Kosten gekauft und selbst genutzt hat.
Vor einiger Zeit traf ich auf dem Royu Driveway einen Fahrer eines 991.1 GT3. Er erzählte, dass er seine Batterie gegen eine Lithium-Ionen-Batterie ausgetauscht habe. Seit dem Wechsel habe sich das Fahrgefühl deutlich verändert.


Auf meine Nachfrage erklärte er, dass er die serienmäßige Blei-Säure-Batterie durch eine MegaLife-Batterie mit Lithium-Ionen-Technologie ersetzt habe. Dadurch sank das Gewicht von rund 21 auf etwa 7 kg – die neue Batterie wiegt also nur noch knapp ein Drittel. Schon bei der ersten Fahrt nach dem Einbau habe sich das Lenkrad leichter angefühlt und das Auto ganz anders bewegt.

Bei neueren Porsche-Modellen sitzt die Batterie etwa vor der Windschutzscheibe. Sie liegt zwar relativ nahe an der Fahrzeugmitte, für einen Sportwagen aber vergleichsweise hoch.
Daher dürfte eine Batterie mit fast 20 kg das Gewicht und den Schwerpunkt des Fahrzeugs spürbar beeinflussen. Nicht ohne Grund gab es für die Generationen 997 und 987 sogar eine extrem teure Porsche-Option mit Lithium-Ionen-Batterie.
Wird eine Batterie an dieser Stelle auf etwa ein Drittel ihres bisherigen Gewichts reduziert, liegt es nahe, dass sich das positiv auf das Handling auswirkt.
Außerdem verfügt die Batterie über eine Notstartfunktion: Bei einer entladenen Hauptbatterie lässt sich per Notstartknopf der Motor über eine separate, integrierte Reservebatterie starten.
Zudem soll sie Lade- und Entladeraten ermöglichen, die bis zu zehnmal höher sind. Ihr Gewicht beträgt höchstens ein Drittel des Gewichts einer herkömmlichen Blei-Säure-Batterie; die Lebensdauer wird mit fünf bis zehn Jahren angegeben.

An diesem Tag durfte ich den GT3 selbst fahren. Die Vorderachse lenkte tatsächlich sehr willig ein, das Auto wirkte insgesamt agil und bot einen hohen Fahrkomfort. Allerdings waren auch Fahrwerk und Räder verändert worden. Wie viel davon allein auf die Batterie zurückzuführen war, konnte ich deshalb nicht beurteilen – dafür hätte ich das Auto vor dem Umbau kennen müssen. Das war ein wenig schade.
Die Batterie klang trotzdem äußerst interessant. Also bestellte ich kurzerhand eine und ließ sie in meinen Porsche 911 (luftgekühlter 964) einbauen.
Porsche-911-Batterie auf Lithium-Ionen-Technik umrüsten
In der Kompatibilitätsliste des Herstellers ist der Porsche 911 Typ 964 aufgeführt. Passend soll die Batterie mit der Teilenummer MV-072 sein. Sie wiegt gerade einmal 7,6 kg. Die üblichen Batterien für den 964 bringen etwa 18 bis 20 kg auf die Waage – die neue Batterie ist also weniger als halb so schwer.
Ein kurzer Blick auf die Händler in meiner Nähe zeigte, dass auch Super Autobacs in Sunshine Wharf Kobe MegaLife-Batterien führt. Ich fuhr hin und bestellte eine. Der Preis lag bei 106.920 Yen, dazu kamen 2.200 Yen für den Einbau. Drei bis vier Tage später war die Batterie da, und ich brachte den Wagen zum Einbau in die Werkstatt.

Nach etwa 30 Minuten war der Wechsel erledigt. Anschließend testete ich die Batterie auf meiner gewohnten Strecke. Hier sind meine Eindrücke.
Der Motor startet deutlich schneller
Nach dem Batteriewechsel sprang der Motor viel schneller an. Der Unterschied ist wirklich enorm: Anlassergeräusch und Drehzahl wirken völlig anders. Der Motor läuft gefühlt sofort. Die bisherige Batterie wurde zwar gelegentlich geladen und war keineswegs offensichtlich verschlissen, trotzdem ist der Unterschied beim Starten überwältigend.
Überrascht hat mich außerdem, dass der Leerlauf deutlich ruhiger geworden ist. Lithium-Ionen-Batterien haben offenbar einen niedrigen Innenwiderstand und können eine hohe Leistung bereitstellen. Außerdem sollen sie unabhängig vom Ladezustand eine sehr stabile Stromversorgung gewährleisten.
Ich habe das auf Video festgehalten. Wenn ihr einen 964 fahrt, vergleicht den Leerlauf gern einmal mit eurem eigenen Auto.
リチウムイオンバッテリー化した後のエンジン始動。
セルの回り方、始動までの時間が全然違う。964乗りの方なら違いが分かると思う。#メガライフバッテリー #MEGALiFeBattery#空冷ポルシェ#ポルシェ964 pic.twitter.com/sVAcuXRrMR— Hiro@ポルシェがわが家にやってきた (@boxster_gts) April 20, 2021
Fahrkomfort und Handling haben sich verbessert
Auch hier ist der Unterschied sofort spürbar. Beim 964 sitzt die Batterie weit vor der Vorderachse: links, schräg unterhalb des Scheinwerfers und direkt hinter der Stoßstange.
Sie liegt zwar ziemlich tief, aber ganz vorn im Fahrzeug und zudem auf der linken Seite.

Da an dieser Stelle viel Gewicht eingespart wird, meinte auch der Mitarbeiter im Geschäft: „Den Effekt dürften Sie deutlich merken.“ Und tatsächlich: Schon kurz nach der Abfahrt war er spürbar.

Die Lenkung fühlt sich leichter an – oder besser gesagt: geschmeidiger. Am ehesten lässt sich das mit der optionalen Servolenkung Plus von Porsche vergleichen. Besonders überrascht hat mich, dass deutlich weniger Vibrationen von der Vorderachse ans Lenkrad übertragen werden.
Auch die Nickbewegungen sind spürbar geringer; feine vertikale Vibrationen an der Front treten seltener auf. Wird Gewicht ganz vorn und vor der Vorderachse eingespart, wird natürlich auch die Belastung für die vordere Federung geringer. Das Auto gleitet nun spürbar geschmeidiger über Unebenheiten; auch Stabilität und Komfort bei höherem Tempo haben sich verbessert.
Und dann ist da noch das Handling. Die Vorderachse lenkt wunderbar direkt und berechenbar ein. Durch den Wechsel auf die Lithium-Ionen-Batterie fiel mir etwas auf, das mir vorher nie bewusst gewesen war: Das Auto reagierte unterschiedlich darauf, ob ich nach links oder rechts lenkte.
Vor dem Umbau wirkte das Einlenken nach rechts wohl etwas schwerfälliger. Mit der neuen Batterie gibt es praktisch keinen Unterschied mehr zwischen Links- und Rechtskurven. Das Auto reagiert in beide Richtungen sehr ähnlich. Diese Asymmetrie ist mir erst nach dem Batteriewechsel aufgefallen.
Dadurch lassen sich kurvige Straßen viel entspannter fahren. Die Front lenkt gleichmäßig und sanft ein, und durch schnelle S-Kurven fließt der 964 jetzt wie auf Schienen.
Um sicherzugehen, dass ich mir das nicht nur einbildete, ließ ich auch TAKURO den Wagen bei der Testfahrt fahren. Er hatte den 964 schon einmal erlebt und war ebenfalls begeistert: „Der Unterschied ist riesig!“, „Fühlt sich an wie ein moderner Porsche!“ und „Dieses schwere Gefühl ist komplett weg!“
Sein Fazit: „Das hier ist der wahre ‚Touring‘-964!“ Der Wagen sei so komfortabel und angenehm zu fahren, dass man am liebsten gleich zu einer langen Tour aufbrechen möchte.

Ich hatte zunächst befürchtet, dass das geringere Gewicht an der Front das Gefühl für den Vorderachsgrip schwächen und zu mehr Untersteuern führen könnte. Deshalb habe ich verschiedene Tests gemacht, konnte aber keinen spürbaren Unterschied feststellen. Bei meinem Wagen habe ich keine Nachteile entdeckt.
Der Motor läuft kraftvoller und geschmeidiger
Hier dürfte sich die hohe Entladeleistung der Lithium-Ionen-Batterie besonders bemerkbar machen. So wie der Anlasser beim Starten deutlich kräftiger durchdreht, erhält vermutlich auch die Zündanlage mehr Leistung. Der Motor hat spürbar mehr Drehmoment und läuft geschmeidiger hoch.
Besonders deutlich zeigt sich das beim Anfahren: Der Wagen fährt sanfter und kraftvoller los. Auch beim Beschleunigen auf der Autobahn im vierten Gang, etwa beim Ausscheren zum Überholen, zieht der Motor spürbar besser durch. Der Unterschied ist so deutlich, dass ihn wohl jeder bemerkt.

Wer einen 964 fährt, kennt vielleicht den Effekt, dass der Motor bei ausgeschalteter Klimaanlage gefühlt geschmeidiger und kräftiger läuft als mit eingeschalteter. So ähnlich fühlt sich der Unterschied an.
Die Tiptronic schaltet geschmeidiger
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, aber nach dem Wechsel war der Unterschied klar spürbar: Die Gangwechsel erfolgen schneller und mit weniger Ruckeln. Auch beim Anfahren an der Ampel wirkt die Beschleunigung sanfter. Das Fahrgefühl erinnert an einen Wechsel des Automatikgetriebeöls.
Kein mobiles Starthilfegerät mehr nötig
Wie bereits erwähnt, verfügt die Batterie über eine Notstartfunktion. Sollte die Hauptbatterie einmal leer sein, lässt sich der Motor per Notstartknopf mithilfe der separaten, integrierten Reservebatterie starten.
Anfangs überzeugte mich neben der Gewichtsersparnis vor allem diese Funktion davon, die Batterie in meinen 964 einzubauen. Zum Glück ist sie seit dem Wechsel noch nie leer gewesen. Trotzdem ist das Plus an Sicherheit enorm – und ich muss den Batterie-Trennschalter nicht mehr ständig ausschalten. Dadurch bleiben sowohl die Uhr im Innenraum als auch die Uhrzeit im Audiosystem korrekt eingestellt.
So kann ich auf Touren verzichten, jedes Mal ein Starthilfegerät mitzunehmen. Das ist eine echte Erleichterung.
Fazit: Lithium-Ionen-Batterie im Porsche
Das waren meine Erfahrungen und die Vorteile, die sich durch den Wechsel auf eine Lithium-Ionen-Batterie ergeben haben. Ehrlich gesagt hatte ich selbst nicht mit so vielen positiven Veränderungen gerechnet – umso mehr hat mich das Ergebnis überrascht.
Wenn die Batterie so viel bewirkt, würde ich am liebsten auch den Akku meines 981 Boxster GTS tauschen. Allerdings wurde dessen Batterie erst bei der Hauptuntersuchung erneuert, deshalb bin ich noch unentschlossen.
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