AT-Führerschein erweitern: Vom Fahrschulantrag bis zur bestandenen Prüfung
Veröffentlicht: 2019.03.06
Lob für meine Schaltwagen-Fahrkünste
Vor drei Jahren habe ich meinen Führerschein um die Klasse für Schaltwagen erweitert. Bei der abschließenden Prüfung bescheinigte mir der Fahrlehrer sogar: „Alles bestens. Sie fahren gut.“ Und trotzdem hatte ich später so große Probleme mit dem Schaltgetriebe-Boxster … Wie konnte das sein? Wahrscheinlich lag es schlicht daran, dass ich viel zu selten damit gefahren bin.
Neulich musste ich wieder daran denken und kramte die Unterlagen von damals hervor. Dabei kamen viele Erinnerungen zurück. Also beschloss ich, meine Erfahrungen hier im Blog zusammenzufassen – vom Antrag bei der Fahrschule bis zur bestandenen Prüfung.
Der Kauf eines Boxster mit Schaltgetriebe gab den Anstoß
Meinen Führerschein machte ich mit 18. Während der Semesterferien im Frühjahr meldete ich mich direkt nach meinem Geburtstag bei einer Fahrschule an und bestand die Prüfung. Bezahlt habe ich alles selbst – mit dem Geld aus meinem Nebenjob.
Autos interessierten mich überhaupt nicht, und ich fuhr jeden Tag mit dem Fahrrad oder der Bahn zur Uni. Einen Führerschein brauchte ich also eigentlich gar nicht. Warum ich damals trotzdem so entschlossen darauf hinarbeitete, ist mir bis heute ein Rätsel. Danach fuhr ich außerdem mehr als zehn Jahre lang praktisch gar nicht.
Rund 15 Jahre später, im Oktober 2015, ließ ich die Beschränkung auf Automatikgetriebe aus meinem Führerschein streichen. Der Auslöser war, dass mein Mann einen Boxster GTS mit Schaltgetriebe gekauft hatte.

Nach der Bestellung des Boxsters sagte mein Mann bei jeder Gelegenheit:
„Wenn du bald die Möglichkeit hast, einen Porsche mit Schaltgetriebe zu fahren, musst du unbedingt vor der Auslieferung die Automatikbeschränkung aufheben lassen.“
Damals hatte ich überhaupt nicht vor, den Boxster selbst zu fahren, also hörte ich erst einmal nicht weiter hin. Doch mein Mann ließ nicht locker:
„Und, hast du dich schon bei der Fahrschule angemeldet? Wann geht’s los? Der Boxster wird ja bald ausgeliefert – du musst dich beeilen!“
Also gab ich schließlich nach und meldete mich widerwillig bei einer Fahrschule an.

So lief die Erweiterung meines Führerscheins ab
Man kann die Beschränkung offenbar auch mit einer praktischen Prüfung direkt bei der Führerscheinstelle aufheben lassen. Für mich kam das allerdings überhaupt nicht infrage. Stattdessen entschied ich mich für die Fahrschule in meiner Nähe. (Bei meinen Recherchen stellte ich fest, dass nicht alle Fahrschulen solche Kurse anbieten.)

Kosten
Die Kosten für die Erweiterung unterscheiden sich je nach Fahrschule. Üblicherweise scheinen sie bei rund 50.000 Yen zuzüglich Steuern zu liegen. Bei meiner Fahrschule waren es 52.824 Yen (57.050 Yen inklusive Steuern). Darin enthalten waren:
Anmeldegebühr, Unterricht (vier Einheiten), Prüfungsgebühr und Lehrmaterial
Ich dachte: „Ich muss mich doch nicht gleich richtig anmelden … Ich will das einfach schnell machen und wieder hinter mich bringen … (-_-)“ Aber so einfach ging es natürlich nicht.
Manche Fahrschulen nehmen die Gebühr am Kurstag bar oder per Kreditkarte entgegen. Bei meiner musste ich den Betrag jedoch vorab überweisen.
Anmeldung
Heutzutage lässt sich alles bequem online erledigen. Ich dachte deshalb, ich könnte mich einfach im Internet anmelden und direkt am ersten Tag mit dem Unterricht beginnen. Bei meiner Fahrschule musste ich jedoch für die Anmeldung persönlich vorbeikommen.
„Ach, wie umständlich … (-_-)“, dachte ich, vereinbarte einen Termin und machte mich mit Stempel, Führerschein und Passfoto auf den Weg zur Fahrschule.
Dort erklärte man mir den Ablauf und führte einen kurzen Eignungstest durch. Anschließend legten wir den Starttermin und die weiteren Fahrstunden fest. Allerdings gab es bei meiner Fahrschule nur zweimal pro Woche einen festen Starttermin – mittwochs um 17:20 Uhr und samstags um 9:50 Uhr –, was die Terminplanung ziemlich kompliziert machte.
Da dachte ich tatsächlich:
„Hätte ich doch während des Studiums, als ich mehr Zeit hatte, gleich den normalen Führerschein gemacht statt der Automatik-Version.“
Überrascht hat mich auch, dass es überhaupt keinen Theorieunterricht gab. Man bekam lediglich ein dünnes Lehrbuch ausgehändigt:

* Bildquelle: Aufhebung der Automatikbeschränkung – Prüfung
Danach standen vier praktische Fahrstunden auf dem Plan, bevor die Abschlussprüfung anstand. Außerdem sollte man bis dahin den Fahrschulparcours auswendig kennen. Ich war ziemlich entmutigt und dachte: „Ich weiß weder, wie ein Auto aufgebaut ist, noch wie die Kupplung funktioniert. Wie soll ich nach nur vier Fahrstunden bestehen …?“ Innerhalb von drei Monaten nach der Anmeldung musste ich außerdem den Kurs abschließen.
Der erste Kurstag
Am ersten Tag bekam ich gemeinsam mit einigen Studierenden eine Einführung und stieg danach gleich ins Fahrschulauto. An meiner Fahrschule gab es nur wenige Fahrlehrer, die diesen Kurs betreuen durften, und entsprechend wenige Unterrichtstermine. Die Planung war also wieder eine Herausforderung.
Schon in der ersten Fahrstunde war ich furchtbar nervös, obwohl ich vorher YouTube-Videos zum Schalten angeschaut und das Lehrbuch gründlich gelesen hatte. Das Fahrschulauto war ein Toyota Comfort. Man sagte mir, die Kupplung sei sehr leichtgängig und einfach zu bedienen. Trotzdem bekam ich nicht einmal die grundlegenden Abläufe richtig hin …

(Ungefähr so eins. * Bildquelle: Toyota Comfort, Baujahr 2003)
„Du musst die Kupplung und die Bremse unbedingt gedrückt halten, sonst würgst du den Motor ab“, erklärte man mir. Kaum ließ ich die Kupplung los, ging der Motor aus. An einer roten Ampel hielt ich an, bekam den Wagen bei Grün aber nicht wieder in Gang – und schon sprang die Ampel erneut auf Rot.
Der Fahrlehrer warnte mich: „Wenn du bei der Prüfung an einer Ampel nicht losfährst, ist die Prüfung sofort vorbei.“ Er musste mehrmals von der Beifahrerseite aus auf die Bremse treten. Am Ende des ersten Tages war ich am Boden zerstört und dachte: „Schaltwagen fahren ist für mich völlig unmöglich (-_-).“
Die Fahrstunden beginnen
In der zweiten und dritten Fahrstunde stand einiges auf dem Programm: Anfahren am Berg, Bahnübergang, S-Kurve, Wenden und der enge Slalomparcours. Rückblickend ging es wohl vor allem darum, ein Gefühl für den Schleifpunkt der Kupplung zu entwickeln.

Dann kam die vierte Fahrstunde – die sogenannte Zwischenbeurteilung. Nur wenn man dabei besteht, darf man zur Prüfung antreten. Zu meiner eigenen Überraschung bekam ich langsam ein Gefühl fürs Fahren, und der Fahrlehrer, der mich schon vom ersten Tag an kannte, lobte mich: „Ja, das ist schon viel besser geworden.“ Ich freute mich über das Lob, als er mich plötzlich fragte:
„Übrigens: Warum möchtest du die Automatikbeschränkung aufheben lassen?“
Ich antwortete:
„Mein Mann kauft ein Auto mit Schaltgetriebe, und er meinte, ich sollte lernen, es zu fahren.“
„Ach so. Und was für ein Auto ist es?“, fragte der Fahrlehrer. Ich wollte eigentlich nicht unbedingt ein bestimmtes Modell nennen, aber schließlich sagte ich:
„Ein Porsche Boxster, glaube ich …“
Da änderte sich der sonst so gelassene Ton des Fahrlehrers schlagartig:
„Was?! Ein Boxster?! Dann musst du noch mehr üben! Für heute kann ich dir noch kein Okay geben!“
Ich weiß noch genau, wie er mir direkt zusätzliche Fahrstunden verordnete.
Also buchte ich zwei weitere Fahrstunden – für jeweils etwa 5.000 Yen, insgesamt also rund 10.000 Yen. Nach der sechsten Stunde hieß es, ich hätte mich deutlich verbessert. Ich bekam das Okay für die Prüfung und trat schließlich an.

Die Abschlussprüfung
Die Prüfung legte ich zusammen mit einem jungen Mann ab, der wie ein Student aussah. Er war zuerst an der Reihe, und ich stieg auf die Rückbank. Unterwegs würgte er den Motor ab und schaffte es nicht immer, den Anweisungen zu folgen. Ich dachte: „Der fällt bestimmt durch.“ (Tut mir leid.)
So gemein es klingt: Dadurch ließ meine eigene Nervosität nach, und ich konnte während der gesamten Prüfung ruhig fahren. Der Prüfer sagte: „Ich habe nichts zu beanstanden. Sie fahren gut. Wenn ich überhaupt etwas anmerken soll: Beim Umfahren von Hindernissen fahren Sie zu weit auf die Gegenfahrbahn.“ Trotzdem bestand ich ohne Probleme.
Und siehe da: Auch der Student hatte bestanden. Da fragte ich mich ehrlich: „Kann hier am Ende eigentlich jeder bestehen? (-_-)“ (lacht)

(Der Boxster wurde im November 2015 ausgeliefert – gerade noch rechtzeitig.)
Auch wenn ich die Abschlussprüfung bestanden hatte, bekam ich beim Anfahren am Berg noch Hinweise wie „Fahr los, wenn es sich für dich richtig anfühlt.“ Beim Einfädeln hieß es: „Keine Eile – warte einfach, bis die Straße ganz frei ist.“ Dabei hatte ich keinerlei Fahrpraxis im echten Straßenverkehr gesammelt, sondern nur auf dem Fahrschulgelände geübt. Ob es wirklich genügte, die Beschränkung unter diesen Umständen aufheben zu lassen, fragte ich mich schon.
Den Boxster mit Schaltgetriebe wirklich beherrschen
Endlich durfte ich auch Schaltwagen fahren. Doch als ich nach der Auslieferung des Boxsters zum ersten Mal am Steuer saß, war ich von der schweren Kupplung völlig überrascht. „Das fühlt sich ganz anders an als im Toyota Comfort!“, redete ich mir ein. So vergingen drei Jahre, bis ich mich endlich traute, mit dem Boxster durch die Stadt zu fahren. (Die Kupplung gleichmäßig zu bedienen, muss ich noch lernen – da liegt noch einiges vor mir.)
Jetzt hilft wohl nur noch Fahrpraxis: Besser werde ich vermutlich nur, wenn ich regelmäßig fahre. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob Fahrschulautos nicht mit einer etwas schwergängigeren Kupplung ausgestattet sein sollten. Sind die Kupplungen in normalen Schaltwagen wirklich alle so leichtgängig? Mit dieser Frage beschäftige ich mich in letzter Zeit immer wieder.
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