Ein Porsche-Fahrer testet den Mazda3: sein Urteil

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Tests & Fahrberichte

Vor Kurzem habe ich darüber geschrieben, dass mein Mann einen „Nissan Note e-POWER NISMO S“ als Pendlerauto gekauft hat. Tatsächlich war auch der Mazda3 in der engeren Auswahl, und mein Mann hatte ihn bereits probegefahren. Hier berichtet er von seinen Eindrücken – viel Spaß beim Lesen!

Mazda3: Innenraum und Design

Bei der Suche nach einem Pendlerauto gab es ein Modell, das für uns unbedingt infrage kam: den neuen Mazda3. In Japan war das Modell ursprünglich unter dem Namen Axela bekannt. Mit dem Modellwechsel wurde es nun auch dort in „Mazda3“ umbenannt – so heißt es bereits auf den internationalen Märkten.

Als ich davon hörte, spürte ich, wie ernst es Mazda mit diesem Schritt ist. Dass die Marke sich vom japanischen Sonderweg lösen und ihre Modelle weltweit unter einheitlichen Namen anbieten möchte, gefiel mir ausgesprochen gut.

Vor der Probefahrt hatte ich mich in Zeitschriften, im Internet und in Videos über den Mazda3 informiert. Die Bewertungen fielen durchweg sehr positiv aus. Da das Modell gerade erst auf den Markt gekommen war, mochte manches Lob vielleicht etwas wohlwollend ausfallen. Doch auch davon abgesehen waren die Urteile überzeugend – und ich entsprechend neugierig. Deshalb wollte ich den Mazda3 unbedingt als Pendlerauto in Betracht ziehen und machte eine Probefahrt.

Ich fuhr sowohl den Mazda3 Skyactiv-X als auch den Skyactiv-G 2.0. Hier schildere ich meine Eindrücke – ganz ohne Schönfärberei.

Innenraum

Vor der Probefahrt nahm ich mir Zeit, das Ausstellungsfahrzeug genau anzusehen. Es war ein Skyactiv-G 1.5, also das Einstiegsmodell. Als ich auf dem Fahrersitz Platz nahm, war ich überrascht!

MAZDA3

Die Materialien und die Verarbeitung wirken ausgesprochen hochwertig. Vom Material des Armaturenbretts über die Sitzbezüge und das Lenkrad bis hin zur Mittelkonsole: Die Qualität ist für ein Auto der 200.000-Yen-Preisklasse kaum zu glauben. Ehrlich gesagt gefällt mir der Innenraum sogar deutlich besser als der meines früheren Golf 7.

MAZDA3 Innenraum

MAZDA3 Innenraum

Der Innenraum ist nicht besonders großzügig, sondern eher etwas knapp geschnitten. Das empfinde ich aber nicht als Nachteil. Die angenehm enge Umgebung hilft dabei, sich auf das Fahren zu konzentrieren. Auch auf dem Beifahrersitz habe ich Platz genommen. Dort fühlt es sich noch etwas schmaler an – doch gerade dieses umschließende Gefühl fand ich ausgesprochen angenehm.

Die Sitze wirken für meine Statur etwas klein, sind aber bequem. Ihre Form ist schlicht, bietet aber guten Halt. Wer bei einem japanischen Auto ein sofaartiges, großzügiges Sitzgefühl erwartet, könnte enttäuscht sein. Auch wer glaubt, ein dick gepolsterter, weicher Sitz sei automatisch besonders komfortabel auf langen Strecken, wird hier vielleicht einen anderen Eindruck gewinnen.

MAZDA3 Innenraum

Im Prospekt stand etwas davon, dass das Becken aufgerichtet werde und so weiter – darauf habe ich beim Sitzen nicht besonders geachtet. Trotzdem bin ich überzeugt: Mit dieser Form und Festigkeit dürfte der Sitz auch auf langen Strecken bequem sein und wenig ermüden.

Exterieur

Über das Design lässt sich bekanntlich streiten. Mir gefällt es ausgesprochen gut. Mazda setzt auf geschickt gestaltete Flächen und vermittelt damit Modernität und Eleganz, ohne auf die vielen senkrechten Einschnitte und ausgeprägten Sicken zurückzugreifen, die man derzeit oft sieht. Das Ergebnis ist ein aufgeräumtes, klares Design.

MAZDA3

Besonders gelungen finde ich die schmalen Spaltmaße zwischen Türen und Karosserie sowie deren gleichmäßigen Verlauf. Die Türspalte sind auf das nötige Minimum reduziert. Dadurch wirkt die Karosserie wie aus einem Guss.

Rücksitzbank

Auch im Fond ist das Platzangebot ehrlich gesagt nicht besonders großzügig. Das Außendesign ist allerdings so gelungen, dass ich diesen Kompromiss für seine Formgebung nachvollziehen kann.

Nachdem ich den Fahrersitz auf meine Position eingestellt hatte, blieb auf der Rückbank etwa anderthalb Faustbreit Platz. Schob ich den Beifahrersitz dagegen weit nach hinten in eine entspannte Position, war kaum noch Kniefreiheit vorhanden. Die Rückseite der Vordersitze ist jedoch stark ausgespart, sodass meine Knie nicht anstießen.

MAZDA3 Rücksitzbank

Weniger überzeugend ist die etwas billig wirkende Verarbeitung der hinteren Türen. Die Vordertüren schließen mit einem satten Geräusch, die hinteren Türen klingen dagegen leichter und fühlen sich weniger wertig an. Außerdem klappert die Türverkleidung beim Schließen. Das Material selbst macht einen guten Eindruck, doch die Befestigung könnte stabiler sein.

Wie ich schon öfter gesagt habe: Bei vielen japanischen Kompaktwagen wird an der Anmutung der hinteren Türen gespart. Leider ist auch der Mazda3 keine Ausnahme. Dabei sind Exterieur und Innenraum so hochwertig gestaltet – schade, dass Mazda ausgerechnet an dieser Stelle nicht noch einen Schritt weitergeht.

Mazda3 Skyactiv-X

Zuerst fuhr ich den Skyactiv-X. Diese neue Ausstattungsvariante ist mit Mazdas neu entwickeltem Motor ausgestattet und erst im vergangenen Herbst auf den Markt gekommen.

Das Testfahrzeug war ein Modell mit Burgundy-Selection-Paket. Die rote Lackierung ist wunderschön, und auch der Innenraum sieht ausgesprochen edel aus. Die roten Sitze wirken nicht aufdringlich, sondern beinahe elegant. Dieser Innenraum gefällt mir so gut, dass ich mir vorstellen kann, dass manche allein seinetwegen den Mazda3 kaufen.

MAZDA3 Innenraum rot

Beim Starten des Motors fiel mir zunächst das Geräusch auf. Es ist nicht laut und klingt auch nicht billig, aber ein leichtes Rasseln oder Surren ist zu hören – wenn auch längst nicht so deutlich wie bei einem Diesel. Der Skyactiv-X nutzt wie ein Dieselmotor die Kompressionszündung, bei der das Gemisch durch hohen Druck entzündet wird. Je nach Drehzahl kommt wohl auch die Zündkerze zum Einsatz. Im Grunde verbindet dieser Motor Eigenschaften eines Benzin- und eines Dieselmotors.

MAZDA3 Fahrersitz

Beim Anfahren spürte ich stärkere Stöße als erwartet. Mein erster Gedanke war: „Das passt irgendwie nicht zur hochwertigen Anmutung des Innenraums.“ Vielleicht war der Reifendruck hoch, vielleicht kamen die 18-Zoll-Räder mit dem Fahrwerk nicht ganz zurecht – jedenfalls störten mich die vertikalen Bewegungen bei niedriger Geschwindigkeit.

Im Stadtverkehr, bei etwa 40 bis 50 km/h, fiel es kaum noch auf. Trotzdem hätte ich mir ein geschmeidigeres, beinahe schwebendes Fahrgefühl gewünscht. Die Reifen vermittelten den Eindruck, nicht ganz rund abzurollen. So fährt sich der frühere Golf 7 mit 1,2-Liter-Motor für mich hochwertiger. Allerdings ist der Innenraum des Mazda3 so hochwertig, wie man ihn sonst in einer höheren Fahrzeugklasse erwarten würde. Das weckt automatisch große Erwartungen an den Fahreindruck – und verstärkt möglicherweise meine Kritik.

Der Motor hat schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Drehmoment und lässt sich sehr angenehm fahren. Auch das Automatikgetriebe schaltet sanft und mit nur wenigen spürbaren Übergängen. Für zügige Beschleunigung im Stadtverkehr reicht die Leistung vollkommen aus. Der Motor läuft gleichmäßig und geschmeidig, ist aber nicht besonders sportlich – für diese Klasse würde ich ihn als überdurchschnittlich, aber nicht außergewöhnlich einstufen. Selbst einen ziemlich steilen Anstieg bewältigte der Testwagen, ohne dass ich das Gaspedal wesentlich stärker durchdrücken musste.

Die Bremse lässt sich über den Pedaldruck dosieren und hat einen eher kurzen Pedalweg. Sie fühlt sich knackig an und ist gut zu kontrollieren, doch die Bremswirkung dürfte kräftiger sein. Bei diesem präzisen Pedalgefühl hätte ich mir insgesamt eine bissigere Verzögerung gewünscht.

Das Handling konnte ich nicht ausführlich testen. Die Lenkung fühlt sich jedoch sehr geschmeidig an und lässt sich angenehm bedienen. Als Alltagsauto reagiert der Mazda3 ausreichend agil. Auf kurvigen Landstraßen dürfte er durchaus Spaß machen.

Weiter zur nächsten Seite → Probefahrt im Skyactiv-G 2.0 und das Gesamturteil

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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