Ein Porsche-Fahrer testet den Mazda3: sein Urteil

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Tests & Fahrberichte

Fahreindruck mit dem Skyactiv-G 2.0

Als Nächstes probierte ich den Skyactiv-G mit 2,0-Liter-Motor. Wenn ich den Mazda3 gekauft hätte, wäre diese Variante meine erste Wahl gewesen – entsprechend gespannt stieg ich ein.

Der Motor klingt nicht so dieselartig wie der Skyactiv-X, sondern ganz natürlich. „Ja, der gefällt mir besser“, dachte ich und fuhr los.

MAZDA3 Innenraum

Das Fahrwerk unterscheidet sich kaum von dem des Skyactiv-X. Vielleicht spricht es beim Skyactiv-G etwas sanfter an, doch der Unterschied dürfte kaum mehr als eine Nuance sein.

Trotzdem konnte ich mich mit dem Fahrwerk persönlich nicht anfreunden. Die stärkeren Auf-und-ab-Bewegungen bei niedriger Geschwindigkeit wären noch hinnehmbar, ebenso die eher straffe und solide Abstimmung. Doch auf ebenem, gut asphaltiertem Untergrund fährt sich der Mazda3 nicht wirklich geschmeidig. Die Reifen scheinen einen gewissen Widerstand zu bieten; das Gefühl, mühelos dahinzurollen, fehlt. Ohne europäischen Autos pauschal den Vorzug geben zu wollen: Viele Konkurrenten aus aller Welt fahren sich geschmeidiger.

Ob es an der Reibung im Antriebsstrang oder an den Reifen liegt, kann ich nicht sagen. Doch ich frage mich, ob der Fahrkomfort nicht noch besser sein könnte.

Optisch sehen 18-Zoll-Räder gut aus. Für den Mazda3 wären meiner Meinung nach aber 16 oder 17 Zoll vielleicht die bessere Wahl. Wer die serienmäßigen 18-Zöller fährt, könnte es meiner Ansicht nach mit einem Reifendruck von etwa 2,2 bis 2,3 bar versuchen. Damit dürfte sich das Fahrgefühl stimmiger anfühlen. (Der vom Hersteller angegebene Wert beträgt vorne und hinten 2,5 bar.)

Dem 2,0-Liter-Motor fehlt es nicht direkt an Leistung, aber wirklich souverän wirkt er auch nicht. Mit höherer Drehzahl fährt er ordentlich, und für den normalen Alltag dürfte die Leistung ausreichen. Nach der Probefahrt mit dem Skyactiv-X lässt sich ein gewisser Drehmomentmangel jedoch kaum übersehen. Wer moderne Hybridantriebe oder Downsizing-Turbomotoren kennt, die schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig anschieben, empfindet die 199 Nm bei 4.000 U/min als eher durchschnittlich.

MAZDA3 Schaltbereich

Der 2,0-Liter-Motor dreht höher als der Skyactiv-X. Ob man seinen Klang mag, dürfte den Gesamteindruck deshalb besonders stark beeinflussen.

Mazda ist als Hersteller bekannt, der viel Wert auf den Klang legt – mir persönlich sagte dieser Motorsound aber nicht besonders zu. Der Klang ist gleichmäßig und läuft sauber durch, klingt aber weder angenehm sonor noch besonders ausdrucksstark, sondern eher einfach nur nach „Brumm“. Bei diesem stilvollen Innenraum hätte ich mir etwas mehr Sportlichkeit und Emotionalität gewünscht. Der mechanische Klang des Motors und die Verbrennungsgeräusche sind durchaus in Ordnung. Ein etwas präsenterer Auspuffsound hätte dem Ganzen meiner Meinung nach gutgetan.

Mazda3: das Gesamturteil

Der Mazda3 überzeugt mit einem ausgesprochen hochwertigen Innenraum, einer angenehm engen Sitzposition und einem wunderschönen Exterieur. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Allein beim Design landet der Mazda3 für mich ziemlich weit oben.

Allerdings hatte ich den Eindruck, dass der hervorragende Innenraum und das schöne Exterieur nicht ganz mit dem Fahrgefühl und dem Motor harmonieren. Die sichtbare Hochwertigkeit und das, was ich beim Fahren körperlich wahrnahm, passten für mich nicht ganz zusammen. Wäre der Innenraum des Mazda3 bewusst schlichter und stärker auf den praktischen Charakter eines Gebrauchsgegenstands ausgelegt, hätte ich das Auto vielleicht ganz anders erlebt.

Fahrwerk und Karosserie sind solide; das schwammig-weiche Fahrgefühl älterer japanischer Autos findet man hier nicht. Das gefällt mir, und bei höherem Tempo dürfte der Mazda3 gute Fahreigenschaften zeigen. Insgesamt ist es keineswegs ein schlechtes Auto. Bei Fahrverhalten, Abrollkomfort und Geschmeidigkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten hätte ich persönlich jedoch gern noch etwas mehr geboten bekommen.

Das Design gefiel mir sehr gut, doch nach einer Gesamtbewertung teilte ich dem Händler mit, dass ich vom Kauf vorerst absehen würde. Anschließend bedankte ich mich herzlich und verabschiedete mich.

Dies ist eine eher kritische Einschätzung. Ich bin den Mazda3 als möglichen Pendlerwagen gefahren und habe dabei vor allem den Einsatz im Stadtverkehr zugrunde gelegt. Mein Urteil basiert außerdem auf meinen wenigen bisherigen Erfahrungen mit verschiedenen Autos. Für lange Reisen, Freizeitfahrten oder Wochenendausflüge könnte der Mazda3 ganz anders zu bewerten sein. Wer mit dem Gedanken spielt, einen zu kaufen, sollte ihn deshalb selbst probefahren und mit allen Sinnen prüfen, ob er zum eigenen Geschmack passt.

*Bildquelle: 2019 Mazda 3 Schrägheck

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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