Die Nachteile des Tesla Model 3 – ehrlich gesagt. Warum sie trotzdem nur Kleinigkeiten sind
Veröffentlicht: 2026.04.22
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Fortsetzung folgt – heute sprechen wir bewusst über die Nachteile
Im letzten Artikel habe ich geschrieben, dass meine Zufriedenheit mit dem Tesla Model 3 bei 12 von 10 Punkten liegt.
Das ist mein ehrliches Fazit nach 30.000 Kilometern – und daran hat sich bis heute nichts geändert. Vielleicht haben sich manche beim Lesen gefragt: „Schreibt er nicht ein bisschen zu viel Gutes darüber?“ Das kann ich verstehen. Deshalb möchte ich diesmal ganz bewusst und offen über die Punkte sprechen, bei denen ich nach dem Kauf meines Tesla Model 3 dachte: „Das könnte besser sein.“
Vorweg aber gleich mein Fazit: Ja, es gibt Dinge, die mich stören. Allerdings hat das Model 3 so viele Vorzüge, dass diese Schwächen für mich inzwischen kaum mehr als Kleinigkeiten sind. Trotzdem können sie für alle interessant sein, die über einen Kauf nachdenken. Also: Hier kommt meine ehrliche Einschätzung.
Wendekreis von 5,8 Metern: Das Model 3 ist nicht besonders wendig
Als Erstes fällt mir der Wendekreis auf.
Der Wendekreis des Tesla Model 3 beträgt rund 5,8 Meter – für eine Limousine ist das ziemlich viel. Zum Vergleich: Bei der Mercedes-Benz C-Klasse sind es etwa 5,1 Meter. Der Unterschied ist deutlich. Mercedes-Modelle lassen sich oft erstaunlich weit einschlagen und sind entsprechend wendig. Beim Model 3 ist eher das Gegenteil der Fall.
Am deutlichsten merke ich das im Parkhaus. Selbst mit mehrmaligem Rangieren gelingt es nicht immer, auf Anhieb in die Parklücke zu kommen. Und in engen Parkhäusern kann es schwierig sein, mit einem Zug aus der Parklücke herauszufahren, wenn ein Auto gegenübersteht. Im normalen Fahrbetrieb fällt der große Wendekreis kaum auf, aber bei einer Kehrtwende auf einer schmalen Straße muss man meist einmal zurücksetzen. Da frage ich mich ehrlich gesagt schon, ob sich das nicht besser hätte lösen lassen.

Mit den serienmäßigen 18-Zoll-Rädern kommt derzeit Michelin-Bereifung zum Einsatz. Zwischen 18 und 19 Zoll gibt es offenbar einen deutlichen Reichweitenunterschied: Mit den 18-Zöllern soll die Reichweite um etwa 40 Kilometer höher liegen.
Glasdach im Sommer und Winter
Beim Model 3 besteht das gesamte Dach aus Glas.
Das sorgt für ein tolles Raumgefühl, allerdings wird es im Sommer oft warm. Ich habe das originale Sonnenschutzrollo montiert, was die Situation etwas verbessert. Trotzdem spürt man an heißen Sommertagen die Infrarotwärme nach und nach am Kopf. Im Sommer ist ein Sonnenschutz für das Glasdach ein Muss. Es gibt zahlreiche Produkte von Drittanbietern, die ebenfalls einen Blick wert sind.

Im Winter wird das Glasdach dagegen zum Vorteil. An sonnigen Tagen nehme ich den Sonnenschutz ab und lasse die Sonnenwärme angenehm in den Innenraum. Ich habe außerdem den Eindruck, dass sich dadurch die Heizung effizienter nutzen lässt. Beim neuen Model Y soll übrigens Glas verbaut sein, das weniger Wärme durchlässt. Im Model 3 wird es zwar nicht unerträglich heiß, aber im Vergleich zu einem Metalldach ist die Wärme deutlich spürbar. Meine Lösung: Im Sommer kommt der Sonnenschutz drauf, im Winter nehme ich ihn ab.
Autopilot im Stau: Stop-and-go kann ruckelig sein
Beim Autopilot – dessen Funktion heute als Lenkassistent bezeichnet wird – gibt es Situationen, in denen mir das Verhalten auffällt.
Besonders im Stau, wenn es ständig vor und zurück geht. Sobald das Auto vor mir losfährt, beschleunigt das Model 3 mitunter plötzlich, um dessen Tempo aufzunehmen. Dadurch wirkt die Fahrt manchmal ruckelig. Eine größere Einstellung des Abstands, etwa auf Stufe 4, hilft etwas. Im Vergleich zu ähnlichen Systemen anderer Hersteller wirkt der Autopilot im Stop-and-go aber weniger sanft.
Ich nutze außerdem den erweiterten Autopilot (EAP), mit dem das Auto allein durch Betätigen des Blinkers die Spur wechseln kann. Den Spurwechsel erledigt es gut, doch oft wünsche ich mir dabei etwas mehr Beschleunigung. Das Model 3 wechselt die Spur meist fast seitlich und beschleunigt dabei nur leicht. Wenn sich von hinten ein schnelleres Auto nähert, ist die Funktion deshalb nicht ideal.

Einen wichtigen Punkt möchte ich dabei klarstellen: FSD (Full Self-Driving) und Autopilot sind zwei völlig unterschiedliche Systeme. Viele glauben, FSD sei einfach eine Weiterentwicklung des Autopiloten. Das ist ein grundlegendes Missverständnis. Die beiden Systeme beruhen auf vollkommen unterschiedlichen Programmierlogiken. Soweit ich gehört habe, hat Tesla die Entwicklung des Autopiloten intern bereits eingestellt und konzentriert sich ganz auf die Verbesserung von FSD. Das erklärt wohl auch, warum sich beim Autopilot nicht viel tut. FSD fährt dagegen unglaublich sanft. In dieser Hinsicht muss man sich also keine Sorgen machen.
Spaltmaße im Innenraum und eine straffe Fahrwerksabstimmung
Bei den Spaltmaßen im Innenraum – also den Abständen zwischen einzelnen Bauteilen – gibt es gelegentlich kleine Unterschiede, etwa zwischen der linken und rechten Seite.
Mich stört das kaum. Wer allerdings von Lexus oder Toyota umsteigt, scheint solche Details oft sehr genau zu beachten; ich habe gehört, dass sich viele darüber beschweren. Das kann ich zwar nachvollziehen, aber ein Tesla ist kein Kunstwerk mit makelloser Verarbeitung. Wer auf eine besonders präzise Verarbeitung Wert legt, ist mit einem Lexus vermutlich besser beraten. Doch der Tesla überzeugt mit Qualitäten, die sich nicht an solchen Details messen lassen.

Auch das Fahrwerk möchte ich erwähnen. Manche könnten es als etwas straff empfinden. Wer an das weichere Fahrgefühl vieler japanischer Autos gewöhnt ist, dürfte die Stöße von der Straße stärker wahrnehmen. Ich persönlich mag die Abstimmung jedoch. Das Auto liegt satt auf der Straße, und Lenkbewegungen werden präzise in die Fahrtrichtung umgesetzt. Wohin man lenkt, dahin fährt das Auto – sportlich und mit einem richtig guten Fahrgefühl. Mein Model 3 Highland, also das aktuelle Modell, hat zudem ein überarbeitetes Fahrwerk. Der Komfort hat sich gegenüber dem Vorgänger spürbar verbessert.
Ist der Touchscreen wirklich so umständlich?
Einen Punkt möchte ich zum Schluss noch ansprechen.
Vielleicht befürchten manche, dass der große Touchscreen im Model 3 kompliziert zu bedienen ist. Meine klare Antwort: Er ist unglaublich einfach zu bedienen.

Zunächst einmal muss man während der Fahrt kaum etwas über den Touchscreen bedienen. Die Klimaanlage lässt sich per Sprachbefehl steuern, und die Gangwahl erfolgt automatisch. Man kann also fahren, ohne ständig etwas anzutippen. Und wenn man doch einmal eine Einstellung ändern oder etwas anpassen möchte, reagiert der Bildschirm schnell. Auch die Menüstruktur ist durchdacht und leicht verständlich. Bei Infotainmentsystemen anderer Hersteller – auch bei Porsche – wird die Bedienung zwar immer digitaler, ist aber oft nicht besonders intuitiv. Der Tesla-Touchscreen fühlt sich dagegen so vertraut an wie ein iPhone. Wer findet schon, dass die Bedienung eines iPhones kompliziert ist? Genau so ist es auch hier. Das Vorurteil, Touchscreens im Auto seien umständlich, passt auf das Bedienkonzept von Tesla schlicht nicht.
Es gibt Schwächen. Na und?
Ich habe die Punkte, die mich stören, ganz offen angesprochen.
Der Wendekreis ist groß. Im Sommer wird es unter dem Glasdach warm. Der Autopilot fährt im Stau manchmal ruckelig. Und bei den Spaltmaßen reicht das Model 3 nicht an Lexus heran. Das stimmt alles. Aber selbst wenn ich diese Punkte aufzähle, denke ich nur: „Na und?“

Wie ich schon im letzten Artikel geschrieben habe, sind die präzise Lenkung, die außergewöhnliche Ruhe im Innenraum, die regelmäßigen Updates und der Camping-Modus, mit dem das Auto überall zum Arbeitsplatz werden kann, für mich einfach überzeugend. Dagegen wirken die genannten Schwächen wie Kleinigkeiten. Dass mir darüber hinaus kaum weitere Nachteile einfallen, sagt vielleicht schon viel über die Qualitäten dieses Autos aus. Es ist ein Auto mit so wenigen Schwächen, dass ich erst einmal überlegen muss: „Gab es da noch etwas?“ Zwölf von zehn Punkten. Auch nach 30.000 Kilometern hat sich an meiner Bewertung nichts geändert.
Hier noch der Link zu meinem Tesla-Empfehlungscode.
Damit wird das Fahrzeug günstiger. Wenn Sie einen Tesla kaufen, denken Sie daran, ihn zu verwenden.
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