Der MINI Cooper D (3-Türer) meiner Schwester ist da: Was sagt der Porsche-Fahrer nach der Probefahrt?
Veröffentlicht: 2021.07.10
Mein Mann hat einen Fahrbericht zum BMW MINI Cooper geschrieben, den meine Schwester gekauft hat. Schauen Sie gern einmal rein!
Bisher habe ich schon einige Beiträge über die Auslieferung und die Fahrberichte zu den Autos meines jüngeren Bruders geschrieben. Diesmal geht es um meine jüngere Schwester. Sie ist sieben Jahre jünger als ich und im selben Alter wie meine Frau. Rund 20 Jahre lang hatte sie zwar einen Führerschein, aber kaum Fahrpraxis. Jetzt hat sie sich einen Ruck gegeben und ein Auto gekauft: einen BMW MINI Cooper D (3-Türer).
Zunächst schwankte sie wohl zwischen einem Fiat oder Abarth und einem MINI. Am Ende fiel ihre Wahl auf den MINI. Auf die Frage, warum es ausgerechnet ein MINI wurde, meinte sie, dass ihr vor allem das Design und die Ausstrahlung gefielen. Offenbar entschied sie sich noch am selben Tag für den Kauf, an dem sie zum Händler ging.
Als ich sie beim Fahrtraining begleitete, setzte ich mich selbst ein paarmal ans Steuer. Hier kommt mein Fahrbericht.
コンテンツ
BMW MINI Cooper D: Das Exterieur
Bei diesem Wagen handelt es sich um einen MINI Cooper in nahezu serienmäßiger Ausstattung. An Bord sind das Pepper Paket, LED-Scheinwerfer, die Chromline Exterieur und seitliche Blinker mit Union-Jack-Motiv. Die Räder messen 15 Zoll; außen präsentiert sich der MINI in British Racing Green mit weißem Dach.


Das British Racing Green ist ein besonders satter, wunderschöner Grünton. Auch bei hellem Licht und in der Dunkelheit kommt die Farbe deutlich zur Geltung. Ihr britischer Charakter passt hervorragend zum Design des MINI.
BMW MINI Cooper D: Der Innenraum
Der Innenraum ist in Carbon Black gehalten und mit Standardsitzen in Firework ausgestattet. Die Sitze sind durchaus bequem. Sie bieten zwar weder außergewöhnlich viel Seitenhalt noch besonderen Komfort, aber echte Schwächen kann ich auch nicht feststellen. Sitzflächenstärke, Sitzlänge und Materialanmutung überzeugen; mir persönlich gefällt der Sitz ausgesprochen gut.



Im großen Rundelement auf der Mittelkonsole sitzt das Navigationssystem, das sich gut ablesen lässt. Der Drehzahlmesser ist für meinen Geschmack etwas schlechter zu erkennen. Aber der MINI ist nun einmal kein Auto, bei dem es in erster Linie darauf ankommt – insofern passt das schon.
Die Materialanmutung ist insgesamt nicht luxuriös, wirkt aber keineswegs billig. In dieser Fahrzeugklasse gibt es Modelle, bei denen hochwertige Materialien nur an gut erreichbaren Stellen zum Einsatz kommen und andere Bereiche aus billig wirkendem Kunststoff bestehen. Im MINI sind die Materialien dagegen durchgehend ähnlich gehalten und fühlen sich überall ordentlich an. Das gefällt mir.
BMW MINI Cooper D im Stadtverkehr: So fährt er sich
Gestartet wird der Motor über einen Schalter auf der Mittelkonsole. Auch die Schalter wirken hochwertig und bieten einen präzisen Druckpunkt. Der 1,5-Liter-Dreizylinder-Diesel erwacht mit vergleichsweise kräftigem Klang, obwohl seine Vibrationen nicht sonderlich ausgeprägt sind.
Im Innenraum ist der Motor im Leerlauf nicht besonders laut. Von außen klingt er jedoch eindeutig nach Diesel; das typische Nageln ist klar zu hören.

Mit dem BMW-ähnlichen Wählhebel lege ich den Fahrmodus ein und fahre los. Dieses Modell soll erstmals ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe haben. Das Anfahren gelingt ausgesprochen sanft und fühlt sich ähnlich an wie bei einer herkömmlichen Wandlerautomatik. Hätte man es mir nicht gesagt, hätte ich nicht erkannt, ob hier ein Doppelkupplungs- oder ein Wandlergetriebe arbeitet.
Sobald der MINI rollt, ist der zuvor so deutlich hörbare Dieselklang wie weggeblasen. Während der Fahrt lässt der Motor kaum noch etwas von seinem Dieselcharakter erkennen. Bei 1.750 bis 2.250/min stehen maximal 270 Nm Drehmoment bereit – entsprechend mühelos meistert der MINI Beschleunigen und Verzögern im Stadtverkehr.
Besonders angenehm ist, wie der Wagen nach dem Abbremsen vor einer Kreuzung und dem anschließenden Abbiegen wieder Tempo aufnimmt. Auch beim Anfahren an der Ampel und beim Beschleunigen am Berg gibt es nichts zu beanstanden. Im Stadtverkehr fehlt es ihm ganz sicher nicht an Leistung.
Bei Überholmanövern auf der Autobahn wirkt die Beschleunigung dagegen etwas verhaltener. Auf dem Papier ist der MINI vermutlich nicht besonders langsam. Doch weil er bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Stadt so kräftig antritt, erwartet man dieses Temperament auch bei höherem Tempo – und empfindet die Beschleunigung dann umso eher als sanft.

Beim Fahrkomfort in der Stadt überrascht das Fahrwerk mit seiner straffen Abstimmung. Angesichts der 15-Zoll-Räder mit Reifen im Format 195/65 hätte ich ein deutlich weicheres, schwammigeres Fahrgefühl erwartet. Das Gegenteil ist der Fall. Der Stabilisator scheint für diese Klasse recht kräftig dimensioniert zu sein: Bei langsamer Fahrt über größere Unebenheiten kann der Wagen zwar rumpeln und sich seitlich bewegen, mit zunehmendem Tempo liegt er aber ruhig und ausgeglichen. Das Fahrwerk fühlt sich typisch europäisch an.
Insgesamt ist der Fahrkomfort gut. Wer allerdings an das Fahrwerk eines japanischen Autos gewöhnt ist, könnte sich an das etwas rustikale Verhalten bei niedriger Geschwindigkeit erst einmal gewöhnen müssen.
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