Porsche verzichtet auf „simulierte“ Gangwechsel im Elektroauto – für ein authentisches EV-Fahrerlebnis
Veröffentlicht: 2024.09.03
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Porsche lehnt „simulierte“ Gangwechsel im Elektroauto ab
Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern hat offenbar verraten, dass der Hersteller zwar kurz über simulierte Gangwechsel für Elektroautos nachgedacht, die Idee aber rasch wieder verworfen hat. Porsche ist demnach der Ansicht, dass solche Funktionen das authentische Fahrerlebnis eines Elektroautos beeinträchtigen.
Für Autofans auf der ganzen Welt kommt nur wenig an das Gefühl und den Nervenkitzel heran, bei einem Auto mit Verbrennungsmotor die Gänge von Hand zu wechseln. Mit der Verbreitung von Automatikgetrieben ist das einst notwendige Schalten jedoch längst zum besonderen Vergnügen für Enthusiasten geworden. Elektroautos gehen noch einen Schritt weiter: Dank der unmittelbaren Kraftentfaltung des Elektromotors brauchen sie grundsätzlich kein mehrstufiges Getriebe.
Hyundai bringt einen simulierten Gangwechsel ins Elektroauto
Der kürzlich vorgestellte sportliche Kompaktwagen Hyundai IONIQ 5 N sieht das Schalten als wichtigen Teil des Fahrspaßes und bietet deshalb die Funktion „N e-Shift“. Sie simuliert Gangwechsel und vermittelt so das Gefühl, durch die Gänge eines konventionellen Getriebes zu schalten.

Bei diesem „simulierten“ Schalten werden im Wesentlichen Leistung und Drehmoment geregelt, damit es sich für den Fahrer so anfühlt, als wären mechanische Gänge vorhanden. In der Praxis wird der IONIQ 5 N dadurch allerdings etwas langsamer.
Was Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern dazu sagt
In einem Interview mit dem Magazin Drive erklärte Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern, auch Porsche habe simulierte Gangwechsel für Elektroautos in Betracht gezogen. Letztlich habe man die Idee jedoch verworfen, weil sie „intuitiv nicht sinnvoll“ sei.
Kern sagte dazu offenbar:
„Wir haben darüber nachgedacht, aber … ich verstehe nicht, warum man ein Elektroauto wie einen Verbrenner wirken lassen sollte. Denn es ist kein Verbrenner. Deshalb machen wir das nicht.“ Porsche habe den Hyundai N ausprobiert und sich mit dem Konzept auseinandergesetzt, fügte Kern hinzu. „Offensichtlich halten manche das für eine gute Idee und andere für eine schlechte.“
Porsches Haltung zu Elektroautos
Porsche scheint der Ansicht zu sein, dass das sofort verfügbare Drehmoment und die gleichmäßige Leistungsentfaltung eines Elektroautos für sich sprechen – und nicht nachträglich so verändert werden sollten, dass sie einen Verbrennungsmotor nachahmen. Kern ging noch weiter und erklärte, simulierte Gangwechsel würden das authentische Elektroauto-Fahrerlebnis beeinträchtigen.
Das ist ein überzeugendes Argument: Elektroautos haben eigene Vorzüge und bieten ein Fahrerlebnis, das viele schätzen – womöglich sogar mehr als das intensive Schalten in einem Auto mit Verbrennungsmotor.
Porsches Haltung lässt sich als Strategie verstehen, die den besonderen Reiz des Elektroautos in den Mittelpunkt stellt und es klar vom klassischen Verbrenner abgrenzt. Indem Porsche neue Fahrerlebnisse aus den spezifischen Eigenschaften des Elektroantriebs entwickelt, könnte der Hersteller seine Eigenständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter der Elektromobilität sichern wollen.
Es bleibt spannend, welchen Weg andere Hersteller bei Elektroautos einschlagen. Porsches Entscheidung dürfte bei vielen Porsche-Fahrern und Autofans Anklang finden, weil sie den authentischen Charakter des Elektroautos in den Vordergrund stellt.
Als jemand, der selbst einen elektrischen Porsche fährt, kann ich nur sagen: Ein Elektroauto darf sich ruhig wie ein Elektroauto anfühlen – die enorme, nahtlose Beschleunigung ist einfach großartig. Und wer unbedingt blitzschnell schalten möchte, findet in Porsches Verbrennermodellen schließlich das weltweit renommierte Doppelkupplungsgetriebe PDK.
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