Fahrkomfort: Wie Reifendruck, Räder und Reifen das Fahrgefühl verändern
Veröffentlicht: 2020.05.28
Der Fahrkomfort des Panamera
Neulich bin ich nach längerer Zeit wieder mit unserem Panamera gefahren. Kurz zuvor hatte ich den Panamera GTS Probe gefahren. Im direkten Vergleich hatte ich den Eindruck, dass sich der Panamera GTS komfortabler fährt als unser Panamera Turbo.

Der Panamera GTS erinnerte mich mit seinem Fahrkomfort an die Souveränität des aktuellen Cayenne. Er glitt so leicht und geschmeidig dahin, dass man kaum glauben konnte, dass auch er einen V8 hat. Unser Panamera Turbo fühlte sich dagegen schwerer und etwas holpriger an.
Als ich das erzählte, meinte mein Mann:
Den Fahrkomfort kann man nicht einfach nur zwischen verschiedenen Modellen vergleichen. Das ist gar nicht so leicht. Die Größe der Räder,
der Reifendruck und die montierten Reifen – all diese Faktoren können das Fahrgefühl deutlich verändern.
Stimmt eigentlich. Dann ergänzte er:
Der Panamera GTS, den du neulich Probe gefahren bist, hatte 20-Zoll-Räder. Der Reifendruck lag, soweit ich mich erinnere, bei etwa 2,6 bis 2,8 bar. Unser Panamera hat dagegen größere 21-Zoll-Räder, und der vorgeschriebene Reifendruck – der „Standarddruck“ – liegt vorn bei etwa 3,1 bar. Deshalb fühlt sich das Fahrwerk vermutlich noch straffer und härter an.
Als ich sagte: „Dann könnten wir doch auch bei unserem Panamera den Reifendruck etwas absenken. Würde er sich dann nicht komfortabler und geschmeidiger fahren?“, antwortete er:
Im Prinzip schon. Aber unser Panamera hat ein Reifendruckkontrollsystem (TPMS). Wenn man den Druck einfach so absenkt, erscheint eine Warnmeldung. Bei uns ist der Reifendruck auf „Standarddruck“ eingestellt. Stellt man auf „Komfortdruck“ um und passt den Reifendruck entsprechend an, fährt sich das Auto geschmeidiger. Bei Modellen in japanischer Ausführung ist der Komfortdruck allerdings so ausgelegt, dass bei mehr als 160 km/h eine Warnmeldung erscheint.
Auf Japans Straßen fährt man zwar wohl kaum schneller als 160 km/h, aber mir gefällt diese landesspezifische Einschränkung nicht. Deshalb fahre ich mit Standarddruck. Das trägt natürlich dazu bei, dass sich das Auto straffer anfühlt.
Beim Komfortdruck für die deutsche Ausführung ist dagegen eine Geschwindigkeit von bis zu 270 km/h vorgesehen. Typisch für das Land der Autobahn!
Ich glaube, mein Mann hatte mir das schon einmal erklärt.

Wie sich herausstellt, lässt sich beim 971 Panamera, den wir fahren, zwischen „Standarddruck“ und „Komfortdruck“ wählen. Bei der Auslieferung stellt das Porsche Zentrum eine der beiden Optionen ein. Es lohnt sich also, die Einstellung den eigenen Vorlieben anzupassen.
Beim 971 Panamera kann man die Einstellung über den Touchscreen unter „Fahrzeug → Fahrzeugsteuerung → Reifendrucküberwachung“ ändern.
Und bei einem Porsche mit TPMS muss man beim Befüllen der Reifen auf dem Fahrzeugdisplay nachsehen, wie viel Luft man noch hinzufügen oder ablassen soll. Orientiert man sich nur an der Anzeige am Kompressor, kann der tatsächliche Reifendruck deutlich vom Sollwert abweichen, weil die Temperatur nicht berücksichtigt wird. Überraschend viele wissen das nicht – sogar unter eingefleischten Porsche-Fans.
„Du kennst dich ja wirklich bis ins kleinste Detail aus“, sagte ich. Da lachte mein Mann:
Na klar. Ich muss alles über die Dinge wissen, die ich benutze – zu 100 Prozent! Bevor ich etwas kaufe, recherchiere ich schließlich wie verrückt. (lacht)
Wie viel der Fahrkomfort wirklich ausmacht
Unser Panamera ist zwar straff abgestimmt, aber keineswegs unkomfortabel. Im Gegenteil: Ich finde ihn sehr geschmeidig. Auch der Boxster fährt sich inzwischen angenehm ausgewogen und komfortabel. Steige ich direkt danach in den Panamera, wird mir jedoch wieder bewusst: Selbst bei Porsche kann sich der Fahrkomfort zwischen einem Sportwagen und einer Luxuslimousine deutlich unterscheiden.
Mit 21-Zoll-Rädern und Standarddruck fährt sich unser Panamera bereits so komfortabel. Mit kleineren Rädern und Komfortdruck dürfte er sich vermutlich noch geschmeidiger anfühlen.
Auch die jeweilige Reifenmarke und das Reifenmodell spielen eine Rolle. Das Thema ist wirklich komplex.
Zum Glück habe ich im Alltag immer wieder Gelegenheit, verschiedene Autos Probe zu fahren. Trotzdem lässt sich nach einer einzigen Probefahrt nicht pauschal sagen: „So fährt sich dieses Auto.“
Ideal wäre es, dasselbe Modell mit unterschiedlichem Reifendruck und verschiedenen Radgrößen auszuprobieren und sich so ein umfassendes Bild zu machen. Bei einer gewöhnlichen Probefahrt ist das allerdings kaum möglich.
Gerade deshalb ist es beim Schreiben eines Artikels wichtig, die Rahmenbedingungen genau zu benennen: Welche Ausstattung und Optionen hatte das getestete Fahrzeug, und welche Räder waren montiert? Das ist mir heute wieder klar geworden.
Je mehr man über Autos lernt, desto faszinierender wird das Thema.
Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.


Comment ( 0 )
Trackbacks are closed.
No comments yet.