Porsche 911 Carrera (992) im Test: Was das Basismodell so besonders macht
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Der Porsche 911 Carrera der Baureihe 992
Seit rund eineinhalb Jahren gehört ein neuer Porsche 911 Carrera Cabriolet der Baureihe 992 zu unserem Fuhrpark.
Seitdem habe ich mit ihm mehr als 8.000 Kilometer zurückgelegt – auf Touren, in der Stadt, auf dem Weg zur Arbeit und sogar auf der Rennstrecke. Der 992 ist ausgesprochen alltagstauglich. Gerade im Stadtverkehr, beim Pendeln und beim Einkaufen überzeugt er mit einer Bedienbarkeit und einem Fahrkomfort, die den Vorgänger 991 für mich übertreffen.

Auch auf der Rennstrecke zeigt der 992, was in ihm steckt, wenn man ihn an seine Grenzen bringt.
Die hervorragende Straßenlage, das kräftige Drehmoment und das natürlich ansprechende Lenkgefühl machen das Fahren zu einem echten Vergnügen. Selbst im Vergleich zu meinem früheren 991.2 GT3 ist der 992 ausgesprochen leistungsfähig. Ich kann mir sogar vorstellen, dass weniger geübte Fahrer mit dem 992 schneller unterwegs sind.
Auf Touren, über Bergstraßen und kurvige Landstraßen macht mir persönlich dagegen der emotionale, mitreißende 991.1 mehr Freude. Und wenn es auf eine lange Reise geht, kommt der 992 tatsächlich seltener zum Einsatz.
Porsche 911 Carrera in GT-Silber
Diesmal bot sich mir die Gelegenheit, den aktuellen 911 Carrera des Modelljahrs 2022 in seiner puren Basisversion zu fahren. Das Auto war gerade erst ausgeliefert worden und noch nicht eingefahren. Deshalb habe ich den Motor diesmal nicht hoch drehen lassen.
Eindrücke vom Fahrverhalten bei hohem Tempo und hohen Drehzahlen finden Sie daher in meinen Testberichten zu unserem eigenen 992.

Das in GT-silbermetallic lackierte Exemplar sieht ausgesprochen elegant aus. GT-Silber wurde ursprünglich für den Carrera GT eingeführt. Der Ton hat einen ausgeprägten metallischen Glanz und ist für mich schöner als jede andere Silberlackierung.
Montiert sind die optionalen Carrera-S-Räder in Schwarz, vorne in 20 und hinten in 21 Zoll – eine Kombination, die hervorragend zum Silber passt. Am Heck prangt der Schriftzug „911“. Der Innenraum ist schwarz gehalten und mit Sportsitzen Plus ausgestattet.
Genau so sieht für mich „Weniger ist mehr“ aus.
Schon beim Einsteigen kommt der Eindruck auf: Mit diesem Porsche könnte man lange glücklich werden, ohne dass er seinen Reiz verliert.

Die Sitzfläche ist stärker gepolstert als beim Standardsitz und vermittelt dadurch mehr Komfort. Auch der Seitenhalt der Sitzfläche ist genau richtig.
Hat der 992 einen Ottopartikelfilter (GPF)?
Beim Anlassen ist der Kaltstart ausgesprochen laut. Das Testfahrzeug ist zwar mit einer Sportabgasanlage ausgestattet, klingt aber fast genauso laut wie unser 992 mit serienmäßiger Abgasanlage ohne GPF.
Leser berichten mir immer wieder, die 992 des Modelljahrs 2021 oder 2022 seien sehr leise. Zumindest bei diesem Carrera trifft das nicht zu: Der Auspuffsound ist durchaus kernig. Sobald sich der Leerlauf stabilisiert hat, wird es zwar leiser. Beim Losfahren erfüllen dann aber ein schöner Auspuffklang und die mechanischen Geräusche den Innenraum.
„Leise“ ist dafür meiner Meinung nach wirklich nicht die passende Beschreibung.
Ich war davon ausgegangen, dass ab etwa diesem Modelljahr ein GPF verbaut sein müsste. Der kräftige Klang machte mich jedoch neugierig, also habe ich einen Blick unter das Auto geworfen. Dem Augenschein nach scheint dieses Fahrzeug keinen GPF zu haben. Das ist zwar nur eine Sichtprüfung; auch nach den verfügbaren Quellen aus dem Ausland scheint der 911 Carrera des Modelljahrs 2022 jedoch ohne GPF auszukommen.

Quelle: „https://www.sohu.com/a/426716683_372774“

Verglichen mit der obigen Darstellung sieht es so aus, als wäre kein GPF verbaut.
Auch bei ausgeschalteter Sportabgasanlage klingt der Wagen angenehm präsent. Ist sie eingeschaltet, werden die Schubblubbern deutlicher und der Gesamteindruck sportlicher.
Im Vergleich zu unserem 992 mit serienmäßiger Abgasanlage sind beim Start und bei ausgeschalteter Sportabgasanlage Klangfarbe und Lautstärke nahezu gleich. Mit eingeschalteter Sportabgasanlage klingt der Auspuff etwas tiefer und das Schubblubbern fällt markanter aus.
Das Handling des Porsche 992
Beim Einlenken fühlt sich das Coupé direkter an als das Cabriolet. Die Front richtet sich spontaner auf den Kurveneingang aus; das Coupé reagiert gefühlt einen halben Moment schneller. Beim 992 ist der Unterschied zwischen Cabriolet und Coupé im Vergleich zu den Vorgängergenerationen zwar gering. Im direkten Vergleich merkt man aber, dass es ihn durchaus gibt.

Sobald man weiter einlenkt und sich das Auto in der Kurve stabilisiert, sind zwischen Coupé und Cabriolet kaum noch Unterschiede zu spüren. Beide ziehen ausgesprochen sicher ihre Bahn. Es gibt wohl nur wenige Autos, die in einer Kurve so viel Vertrauen vermitteln wie der 992.
Natürlich gibt es Fahrzeuge, die noch direkter einlenken und sich mit weniger Seitenneigung durch die Kurve bewegen. Wenn es aber um das Vertrauen geht, das daraus entsteht, dass sich das Auto jederzeit unter Kontrolle anfühlt, ist der 992 kaum zu schlagen.
Auch bei etwas höherem Tempo passiert nichts Unvorhergesehenes. Die elektronischen Regelsysteme leisten im Hintergrund natürlich ihren Beitrag. Für eine schnelle und zugleich entspannte Fahrt auf öffentlichen Straßen ist diese Abstimmung jedoch ideal: Man muss sich keine unnötigen Gedanken machen und kann sich ganz aufs Fahren konzentrieren.
Die Stärken des Basis-992 liegen im Motor
Wie bereits erwähnt, habe ich den Motor diesmal nicht hoch gedreht. Doch schon der 3,0-Liter-Turbomotor des Basis-Carrera ist einfach großartig. Das Turboloch ist ausgesprochen klein. Der 450 PS starke Motor des Carrera S ist bei hohen Drehzahlen enorm kräftig. Bei wechselnden Drehzahlen im unteren und mittleren Bereich spricht er jedoch mit einer kurzen Verzögerung an, was das Fahren etwas hakelig machen kann.

Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn man im dritten Gang bei etwa 50 km/h kräftig Gas gibt: Der Basis-Carrera zieht sofort an. Beim S setzt die Beschleunigung dagegen erst etwa eine Sekunde später ein und kommt dann mit einem kräftigen Schub.
Deshalb empfehle ich den Basis-Carrera besonders für den häufigen Stop-and-go-Verkehr in japanischen Städten und für kurvige Bergstraßen.
Wer dagegen auf der Überholspur der Shin-Tōmei-Schnellstraße gern zügig unterwegs ist oder vor allem auf kraftvolle Beschleunigung auf der Geraden Wert legt, ist mit dem S besser bedient.
19/20 oder 20/21 Zoll?
Kommen wir zum Fahrkomfort: Der Carrera, den ich diesmal gefahren bin, war mit Carrera-S-Rädern in 20 und 21 Zoll ausgestattet. Unser Carrera Cabriolet fährt dagegen auf Carrera-Rädern in 19 und 20 Zoll.
Im direkten Vergleich gilt: Die größeren 20/21-Zoll-Räder machen den Fahrkomfort keineswegs schlechter.
Im Gegenteil: Durch ihr etwas höheres Gewicht wirkt das Fahrgefühl mit den 20/21-Zoll-Rädern sogar eine Spur satter. Die 19/20-Zoll-Räder bieten dafür den leichteren, agileren Eindruck.

Beim 992 sind die Federraten gegenüber dem Vorgänger auch auf dem Papier höher, das Fahrwerk ist also straffer abgestimmt. Im Vergleich zur Generation 991 würde ich es als deutlich kräftiger und satter abgestimmt beschreiben.
Auf normalem Asphalt fühlen sich Abrollen und Straßenkontakt dadurch hochwertig an: Das Fahrwerk ist zwar straff, bietet aber dennoch guten Komfort. Auf Straßen mit starken Höhenunterschieden zwischen links und rechts oder großen Unebenheiten schaukelt sich das Auto allerdings spürbarer auf als der Vorgänger.
Meine persönliche Empfehlung

Nach der Fahrt war ich wirklich begeistert vom 992 Carrera Coupé. Nicht nur die schlichte Ausstattung entspricht meinem Geschmack: Auch Fahrgefühl und Handling sind hervorragend. Das Coupé fährt sich wie das Cabriolet, dessen sportliche Fähigkeiten mit einer zusätzlichen Prise Würze verfeinert wurden – ein ausgesprochen frischer Eindruck.
Wenn ich mir einen weiteren 992 kaufen würde, wäre es ganz sicher ein Carrera Coupé in GT-Silber – entweder als Basis-Carrera oder als Basis-Carrera 4. Diese Probefahrt hat mir erneut vor Augen geführt, wie schön das Auto ist und wie viel Fahrspaß schon der grundlegende Carrera bietet.
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