Warum ich den Boxster ganz selbstverständlich fahre – und den 911 nicht

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Porsche 911

Unser 911 Cabriolet (992)

Neulich sagte mein Mann ganz nebenbei:

Mit dem Boxster GTS fahre ich problemlos auch mal eben in die nähere Umgebung. Aber beim 911 Cabriolet denke ich, dass es fast zu schade ist, damit nur schnell zum Supermarkt um die Ecke oder sonst irgendwohin in der Nähe zu fahren. Deshalb nehme ich ihn viel seltener, als ich eigentlich könnte …
Ich weiß ja, dass der 911 ein Sportwagen ist, den man auch im Alltag fahren kann. Trotzdem fällt es mir schwer, mich einfach so hineinzusetzen und loszufahren.

Da musste ich ihm recht geben. Mein Mann achtet nicht besonders auf den Kilometerstand und findet: Ein Auto muss gefahren werden. Trotzdem scheint es ihm nicht leichtzufallen, unseren 911 Cabriolet ganz selbstverständlich im Alltag zu nutzen.

Porsche 911 Cabriolet

Vielleicht liegt es auch daran, dass der Porsche 911 schon seit seiner Kindheit das Traumauto meines Mannes ist. Als Ikone der Marke hat er etwas ganz Besonderes an sich. Selbst wenn er in unserer Garage steht und jederzeit bereit ist, zögert man doch, ihn nur für eine kurze Fahrt um die Ecke zu nehmen.

Neulich wollte ich bei einem Café in der Nachbarschaft Kaffeebohnen kaufen. Der Parkplatz dort ist so eng, dass der Cayenne auf keinen Fall infrage kam. An dem Tag stand allerdings unser 911 Cabriolet zu Hause, also hätte ich damit fahren können. Doch ich dachte: „Nur für diese Kleinigkeit den 911 aus der Garage holen …?“ Am Ende nahm ich meinen Sohn ins Tragetuch und ging zu Fuß.

Auf dem Rückweg musste ich einen steilen Anstieg hinauf. Mit meinem zehn Kilo schweren Sohn auf dem Arm war das ganz schön anstrengend. Ich wartete gerade an der Bushaltestelle, als mein Mann zufällig mit dem Auto vorbeikam – und mich zum Glück mitnahm (lacht).

Eigentlich muss man sich darüber ja nicht so viele Gedanken machen …

Porsche-Farben: Wie Lack und Innenraum das Fahrerlebnis prägen

Mein Mann hat sich dazu auch Gedanken gemacht und etwas gesagt, das ich gut nachvollziehen konnte:

Vielleicht liegt es auch am Charakter unseres 911. Wir haben ihn in Aventuringrünmetallic mit beigem Innenraum bestellt – ein 911 mit einer eleganten, luxuriösen Ausstrahlung.
Vielleicht kommt er uns gerade deshalb für den Alltag ein bisschen zu schade vor.
Das ist natürlich nur mein persönlicher Eindruck, aber ein 911 mit schwarzem Innenraum und silberner Lackierung wirkt vielleicht eher wie ein Sportwagen, den man überallhin mitnimmt – vom Alltag bis auf die Rennstrecke. So einen würde man vermutlich ganz selbstverständlich öfter fahren.
Und unser Boxster ist weiß mit schwarzem Innenraum, außerdem fallen Verschmutzungen nicht so leicht auf. Vielleicht steigt man deshalb einfach unbeschwerter ein.

Das kann ich gut verstehen.

Porsche Boxster GTS (981)

Selbst beim gleichen Modell können Lackfarbe und Innenraum den Charakter eines Autos völlig verändern.

Beim 911 – das ist natürlich nur mein ganz persönlicher Eindruck – wirkt ein weißes Exemplar elegant und stilvoll, während ein schwarzer 911 für mich etwas markanter und sportlicher aussieht. Ein knallroter 911 ist ausgesprochen chic und urban. Ein leuchtend blauer passt dagegen sowohl in die Stadt als auch in die Natur zu jeder Jahreszeit – da bekommt man gleich Lust, zu besonders schönen Aussichtspunkten zu fahren.

Ich habe immer davon geträumt: „Wenn ich mir einen 911 kaufe, dann in knalligem Rot. So schick, selten auf der Straße und einfach wunderschön!“ Aber ich bin jemand, der sich von der Ausstrahlung eines Autos leicht einschüchtern lässt. Vermutlich würde ich am Ende sagen:

„Ich bin gar nicht die elegante, stilvolle Frau, zu der ein knallroter 911 passt. Erst gehe ich ins Fitnessstudio und nehme ab, bis mir Skinny Jeans stehen – dann fahre ich ihn …“

Und so würde ich ihn womöglich doch wieder kaum im Alltag bewegen (lacht).

Wer sein Auto lieber makellos in der Garage stehen hat, es nicht oft fährt und es einfach gern bewundert, wird mit einer besonders individuellen Ausstattung sicher glücklich. Wer seinen Porsche dagegen möglichst unbeschwert und häufig fahren möchte, sollte es mit den persönlichen Extras vielleicht nicht übertreiben. Sonst ist der Wagen am Ende so „zu schade“ zum Fahren, dass man ihn viel zu selten nutzt.

Klar, man kann auch sagen, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Trotzdem glaube ich, dass die Lackfarbe mehr oder weniger beeinflussen kann, wie selbstverständlich man seinen Porsche im Alltag fährt. Das geht mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf.

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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