Porsche Boxster GTS (Typ 981) mit PDK und Sportfahrwerk im Test
Veröffentlicht: 2020.05.08
Neulich hatte mein Mann die Gelegenheit, einen Boxster GTS der Baureihe 981 mit Sportfahrwerk zu fahren. Seine Eindrücke hat er in diesem Artikel festgehalten. Viel Spaß beim Lesen!
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Porsche Boxster mit Sportfahrwerk
An einem Nachmittag fuhr ich mit meinem Boxster GTS (981, Schaltgetriebe) zum Royu Driveway. Dort traf ich zufällig auf einen Blogleser, der einen Boxster GTS (981) mit PDK fährt.
Im Gespräch stellte sich heraus, dass sein Boxster GTS mit dem seltenen Sportfahrwerk ausgestattet ist. Anders als beim PASM gibt es beim Sportfahrwerk keine adaptive Dämpferregelung. Außerdem ist das Fahrwerk straffer abgestimmt und die Karosserie liegt rund einen Zentimeter tiefer.

Man könnte es als die besonders sportliche, kompromisslosere Variante des Boxster bezeichnen. Beim Kauf meines eigenen Wagens hatte ich ebenfalls kurz über diese Option nachgedacht.
Dazu kommt, dass dieser Boxster GTS mit dem SportDesign Paket ausgestattet ist. Die unlackierten Kunststoffteile außen sind in Tiefschwarz glänzend lackiert – das sieht richtig gut aus.

Der Besitzer meinte, das Sportfahrwerk sei straff und der Fahrkomfort nicht besonders hoch. Da ich selbst normalerweise einen Boxster mit PASM fahre, schlug er vor, dass ich beide Fahrwerke miteinander vergleiche. Das Angebot nahm ich gern an und durfte den Wagen kurz auf meiner üblichen Strecke ausprobieren.
Porsche Boxster: eine kurze Probefahrt
Direkt nach dem Losfahren konnte ich zunächst keinen Unterschied zu meinem Boxster mit PASM feststellen. Ein Unterschied gab es allerdings bei den Reifen: Mein Wagen ist mit Michelin bereift, dieser hier mit Pirelli. Auf gut asphaltierten, ebenen Straßen fühlte sich der Komfort nahezu gleich an.

Dann erhöhte ich nach und nach das Tempo und nahm ein paar Kurven. Hier wurde der Unterschied deutlich: Die Vorderachse spricht ausgesprochen spontan an. Subjektiv fühlte sich das Einlenken etwa zehn Prozent direkter an. Das erinnerte mich an den 718 Boxster GTS, den ich vor einiger Zeit gefahren war.
Beim 718 wirkte auch das Heck noch stabiler, doch die Lenkungsrückmeldung an der Vorderachse war meinem ersten Eindruck nach sehr ähnlich.
Auch die Seitenneigung ist spürbar geringer als beim PASM. Selbst im Sport-Plus-Modus des PASM neigt sich die Karosserie stärker. Im Vergleich zu einem GT3 gibt es zwar noch merklich Seitenneigung, doch unter den regulären Porsche-Modellen dürfte sie zu den geringeren gehören.
Wenn ich mit meinem Boxster im Sport-Plus-Modus durch die S-Kurven auf dem Suzuka International Racing Course fahre, wünsche ich mir manchmal noch weniger Seitenneigung. Mit dem Sportfahrwerk könnte man dort vermutlich ziemlich beherzt fahren. Auch auf kurvigen Landstraßen macht der Boxster richtig Spaß: In Kurven vermittelt er noch mehr Sicherheit und lenkt präzise wie auf Schienen.
Und wie steht es um den Fahrkomfort? Auf unebener Fahrbahn fühlte ich mich tatsächlich etwas stärker in der Vertikalen durchgeschüttelt als im Sport-Plus-Modus des PASM. Das Nachschwingen hielt sich jedoch in Grenzen, unangenehm fand ich es nicht.
Auf holprigen Straßen in der Stadt und bei niedrigerem Tempo dürfte das Auf und Ab etwas stärker auffallen. Verglichen mit einem GT3 sind die vertikalen Bewegungen bei niedriger Geschwindigkeit aber immer noch recht moderat.
Wer beim Kauf eines Boxster der Baureihe 981 vor allem Wert auf Komfort legt, ist meiner Meinung nach mit dem PASM gut beraten. Wer meist allein fährt und sportliches Handling bevorzugt, sollte das Sportfahrwerk unbedingt in Betracht ziehen. Würde ich mir noch einmal einen 981 Boxster GTS kaufen, würde ich das Sportfahrwerk wählen.

Boxster mit Schaltgetriebe oder PDK – was sind die Unterschiede?
Ein weiterer Höhepunkt der Probefahrt war für mich, den Boxster GTS mit PDK zu fahren. Mein eigener Boxster GTS hat ein Schaltgetriebe. Einen Boxster mit PDK war ich zuletzt bei meiner allerersten Probefahrt im Porsche Zentrum gefahren.
Auch das Rechtslenker-Cockpit war für mich ungewohnt, doch dabei konnte ich erneut erleben, wie viel Freude das PDK macht. Besonders das Hochschalten mit den Schaltwippen bietet ein Erlebnis, das man mit einem Schaltgetriebe so nicht hat. Ohne vom Gas zu gehen, schaltet das Getriebe hoch – und jeder Gangwechsel wird von einem knackigen „Pschun! Pschun!“ begleitet. Das macht richtig Laune.
Beim 3,8-Liter-Motor des 911 GTS und beim GT3 klingt das Hochschalten mit PDK weniger nach „Pschun!“ als vielmehr nach „Wuff!“. Der 3,4-Liter-Motor des 981 GTS klingt nicht ganz so tief. Durch den kleineren Hubraum ist sein Auspuffsound höher als der des GT3 oder des 911 GTS – und einfach wunderbar anzuhören. Der Motor des 981 GTS ist wirklich ein Meisterwerk mit einer unvergleichlich schönen Stimme.

Insgesamt fühlte sich die Beschleunigung fast genauso an wie bei meinem Schaltwagen. Bei der Zwischenspurts in den Gängen zwei und drei wirkte das Schaltgetriebe allerdings etwas schneller. Vermutlich liegt das an den unterschiedlichen Übersetzungen. Doch das muss man eigentlich nicht extra betonen: Wenn es um die Geschwindigkeit geht, ist das PDK eindeutig überlegen – und zwar mit deutlichem Abstand.
Nach der Rückkehr nach Hause fragte ich meine Frau tatsächlich: „Soll ich noch einen 981 Boxster GTS mit PDK kaufen, bevor es keine mehr gibt?“ Ihre Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
„Zwei gleiche Autos, eins mit Schaltgetriebe und eins mit PDK? Du bist doch verrückt! W“
Wenn ich an den Platz zum Abstellen denke, werde ich mir wohl keinen zweiten zulegen. Aber genau so großartig ist die Kombination aus diesem Motor und dem PDK.

Vielen herzlichen Dank an den Besitzer, der mich seinen seltenen Boxster GTS mit Sportfahrwerk fahren ließ. Wie er selbst sagte: Der Klang des 981 GTS ist einfach fantastisch. Diesen Sound mit dem großartigen Sportfahrwerk genießen zu können – darum beneide ich ihn wirklich. Angesichts immer strengerer Umwelt- und Geräuschvorschriften wird es einen Motor, der so klingt, vermutlich nicht mehr geben. Passen Sie gut auf diesen besonderen Porsche auf!
Vielen Dank für dieses außergewöhnliche Erlebnis.
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