【Probefahrt】Der 987 Boxster Spyder – der leichteste Roadster, der das Gefühl vermittelt, „Porsche zu tragen“

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Tests & Fahrberichte

Eines Tages fuhr ich den 987 Boxster Spyder

Ein Auto hat mich lange Zeit fasziniert: der Porsche 987 Boxster Spyder. Bereits im Herbst 2023 schrieb ich auf Social Media: „Das möchte ich unbedingt einmal fahren.“ Zwei Jahre später bot sich endlich die Gelegenheit zur Probefahrt.

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Die Route führte vom Rokko-Aussichtspunkt hin und zurück in Richtung Arima Onsen. Normalerweise fährt man so eine Runde einmal und sagt: „Jetzt weiß ich Bescheid“. Doch dieses Mal wollte ich nicht aussteigen – und legte eine zweite Runde ein. Zwei Runden derselben Strecke bei einer Probefahrt sind äußerst selten. So sehr hat mich das Lachen während der Fahrt nicht losgelassen. Das Lob, das dieses Auto in der Öffentlichkeit erhält, ist keineswegs übertrieben.

Leistungsdaten eines der leichtesten Porsche, die auch nach 15 Jahren überzeugen

Der 987 Boxster Spyder wurde im November 2009 auf der Los Angeles Auto Show vorgestellt. Der Verkauf in Europa startete im Februar 2010, der Import nach Japan folgte im Herbst desselben Jahres. Als letzte und leistungsstärkste Variante des 987 Boxster (2004–2012) ist dieses Modell mehr als nur ein einfaches Sportmodell. Es ist ein Roadster, der konsequent auf Gewichtsersparnis und reines Fahrerlebnis ausgelegt ist.

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Das Fahrzeuggewicht beträgt nur 1275 kg (6-Gang-Schaltgetriebe, DIN-Wert). Damit ist der Spyder etwa 80 kg leichter als der Boxster S und war damals der leichteste serienmäßige Porsche. Der Motor ist ein 3,4-Liter-NA-Flat-6 des Typs MA1, verwandt mit dem des 997.2 Carrera. Die Leistung beträgt 320 PS bei 370 Nm Drehmoment. Von 0 auf 100 km/h schafft er 5,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 267 km/h. Obwohl diese Zahlen keine Spitzenwerte sind, ergibt das Leistungsgewicht von rund 4 kg/PS auch nach heutigen Maßstäben eine enorme Fahrfreude.

Die Details der Gewichtsreduzierung sind spannend: Aluminiumtüren sparen etwa 15 kg, Kohlefaser-Bucketsitze etwa 12 kg, leichte 19-Zoll-Porsche-Felgen, eine manuelle Canvas-Haube plus Carbonrahmen statt elektrischem Softtop. Selbst Klimaanlage, PCM, Türgriffe und Getränkehalter waren optional. Der Heckdeckel ist von zwei Doppelhöckern bedeckt, das Fahrwerk ist um 20 mm tiefergelegt und wurde von Walter Röhrl mitgestaltet – der Legende zufolge hat er den Wagen selbst gekauft. 15 Jahre später wird dieses Modell noch immer gefeiert – und das aus gutem Grund.

Leichter als es Zahlen vermuten lassen – mit einem „kernigen“ Fahrwerk

Schon beim Losfahren spürt man die Qualität des geringen Gewichts. Zwar weiß man im Kopf, dass das Auto 1275 kg wiegt, doch auf der Straße fühlt es sich wesentlich leichter an. Das Einlenken der Vorderräder, die Gewichtsverlagerung beim Gaswegnehmen und das Eintauchen der Front beim Bremsen – alle Reaktionen kommen eine Nuance früher und direkter zurück.

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Das Fahrwerk ist straff – was bei einer 20 mm Tieferlegung und spezieller Sportfederung selbstverständlich ist. Doch hier handelt es sich nicht um ein rein „hartes“ Fahrwerk. Es nimmt Unebenheiten auf und filtert diese sorgfältig, bevor sie an die Insassen weitergegeben werden. Man könnte sagen, es hat die „Bissfestigkeit“ von Sanuki-Udon-Nudeln – also einen sicheren, markanten Kern.

Als Vergleich ziehe ich meinen 718 Spyder RS heran, ein ebenso herausragender, sportlich-komfortabler Porsche. Das Fahrwerk des 987 Spyder ist noch etwas weicher, ohne dabei an Kernigkeit einzubüßen. Unebenheiten im Alltag werden angenehm abgefedert, während das Auto in Kurven eine erstaunlich ebene Linienführung zeigt. Dass eine 15 Jahre alte Konstruktion dieses Fahrwerks-Feintuning erreicht, ist schlicht beeindruckend.

Ein außergewöhnlicher Porsche, der besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten Freude bereitet

Die echte Stärke dieses Fahrzeugs liegt für mich im Fahrspaß bei niedrigen Geschwindigkeiten. Sportwagen kommen meist erst bei höheren Tempi wirklich zur Geltung – bei 30, 40 oder 50 km/h herrscht oft nur ernstes Fahren. Nicht so der 987 Spyder. Schon im Stadtverkehr reagiert er auf jede Lenkradbewegung präzise und unmittelbar.

Die knackige Rückmeldung, die ich sonst erst ab 60 bis 80 km/h im 981 Boxster GTS erlebe, vermittelt der 987 Spyder bereits bei 30 bis 50 km/h. Für den Alltag auf Japans Straßen ist das ein enormer Vorteil: Hier genießen Sie auch innerhalb erlaubter Geschwindigkeitsbereiche durchgehend das legendäre Porsche-Fahrerlebnis. Dieses Auto entfaltet seine Qualitäten nicht nur auf der Rennstrecke.

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Ein weiterer Eindruck: Die Sitzposition wirkt ungewöhnlich vorn. Obwohl die Maße mit 981 oder 718 vergleichbar sind, sitzt man im 987 Spyder scheinbar näher am Fahrzeugvorderende – direkt hinter den Vorderreifen. Die Kombination aus tiefen Kohlefaser-Bucketsitzen und der Tieferlegung sorgt für dieses intensive Gefühl der Direktheit – als würde man mit den Vorderrädern kommunizieren.

Auch der Sound des Testwagens beeindruckte. Mit der Sportauspuffanlage versehen, war der Klang keineswegs laut oder aufdringlich, sondern in angenehmer Lautstärke präsent. Allein im dritten Gang genießt man eine durchgehend angenehme Klangkulisse als perfekte Begleitung. Der zweite Gang ist etwas tiefer übersetzt und bietet in der Stadt viel Fahrspaß, der dritte klingt länglich. Während ich im 981 GTS manchmal eine leichte Leerlaufübersetzung spüre, passt die Gangabstufung des 987 Spyder perfekt zu meinem Geschmack.

Ein Porsche, der „zum Anziehen“ ist – wie ein maßgeschneiderter Anzug

Der 981 Spyder ist ebenfalls ein herausragendes Auto. Ich liebe seinen 3,8-Liter-Saugmotor, den straffen Fahrwerkskomfort und das offenem Fahrgefühl – alles in erlesener Qualität. Doch im Vergleich wirkt der 981 wie eine etwas zu große Jacke – nicht unpassend, eher schick, aber mit minimalen Spielräumen an Schultern und Ärmeln.

Der 987 Spyder hingegen sitzt wie ein maßgeschneiderter Anzug, der perfekt sitzt. Der japanische Ausdruck „Porsche o kiru“ („Porsche anziehen“) passt so gut wie bei keinem anderen wassergekühlten Modell.

Vom Charakter her erinnert er an den 996 GT3: scharfer Einlenker, direkte Reaktionen und ein steifes Fahrwerk. Im Unterschied zum GT3 ist der 987 Spyder allerdings deutlich leichter zu handhaben, weniger nervös, genügsamer und mit besserem Komfort. Er eignet sich hervorragend als Alltagsfahrzeug, bei dem man spielerisch einfach nur die Sportlichkeit genießen kann.

Ich bin auch den ursprünglichen 986 Boxster S gefahren – ein geschmeidiger und sanfter Gentleman-Roadster. Der 987 Spyder baut auf dessen Sanftheit auf, verbessert aber die Agilität spürbar und bringt eine frische, präzisere Sportlichkeit mit.

Für wen eignet sich dieser Wagen?

Mit immer strengeren Umweltauflagen sind die aktuellen Porsche-Modelle stark auf Turboaufladung und leisere Abgassysteme optimiert. Natürlich haben moderne Fahrzeuge ihre Vorzüge, doch wer den unverfälschten Sound und das direkte Fahrgefühl eines Saugmotors erleben möchte, fährt mit einem vorregulierten NA-Motor besser.

Der MA1-Motor des 987 Spyder markiert diese „goldene Ära“ der natürlichen Ansaugung. Da Neuwagen nicht mehr verfügbar sind, steigt der Wert gepflegter Exemplare zunehmend.

Schaltgetriebe, Cabrio, Mittelmotor und Saugmotor – diese Kombination gibt es bei aktuellen Porsche-Neuwagen nicht mehr. Der 987 Boxster Spyder bleibt für Porsche-Besitzer daher eine besonders reizvolle Option.

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Wer Fahrspaß mehr liebt als Bestzeit, wer manuelles Schalten, Offenheit und Saugmotor nicht missen mag oder wer nach Erlebnissen mit 981 oder 718 noch reineres Feedback sucht, für den ist dieser Porsche ideal. Wer hingegen Wert auf modernste Sicherheitssysteme, digitale Interfaces und maximalen Langstreckenkomfort legt, wird weniger Freude haben. Wenn man bereit ist, bei Navi auf traditionelle Karten zu setzen, hält der Wagen seinen Charme über Jahre hinweg.

Nach der Auslieferung freue ich mich schon darauf, den 987 Spyder auf Touren mitzunehmen und seine Qualitäten auch auf langen Strecken zu erleben.

Hiro

Minaの夫です。 ファッションやステータスシンボルのためにクルマは乗りません。 運転して楽しく、工業製品として優れ、作り手の意思が感じられるようなクルマを好んで乗ります。長距離ツーリングをこよなく愛し、「クルマは走らせてナンボ」と思ってます。休日には日本全国を愛車で旅しています。 ブログでは主に試乗レポートやツーリング記などを執筆しています。またブログのシステム周りやチューニングなども担当しています。

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