Porsche 911: Fahrkomfort im Vergleich zum Cayman
Veröffentlicht: 2020.09.17
Fahrkomfort von Cayman und 911
In letzter Zeit stelle ich im Blog immer wieder vor, wie mein Mann auf Fragen von Leserinnen und Lesern antwortet. Diesmal geht es um eine Frage und Kommentare zum Fahrkomfort von Cayman und 911 – und natürlich um die Einschätzung meines Mannes.
Zunächst die Frage:
Welches Modell würden Sie beim Fahrkomfort empfehlen, wenn man insgesamt etwa 200 km zurücklegt: den 911 oder den Cayman? Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, einen 911 Carrera S (997.1) mit meiner Frau Probe zu fahren. Sie meinte danach: „Mir tun Po und Rücken weh!“
Tatsächlich fühlte sich der Wagen härter an als der Cayman S (987), den ich zuvor gefahren bin. Vielleicht liegt es am Baujahr? Ihre Einschätzung würde mir bei der Wahl des Modells helfen – ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Gedanken dazu teilen könnten.
Als ich meinen Mann dazu befragte, sagte er:
Wenn man allgemein vom 911 und Cayman spricht, finde ich, dass der 911 den besseren Fahrkomfort bietet. Der Grund: Der 911 hat Heckmotor und Heckantrieb, dadurch ist die Vorderachse leichter. Das Fahrwerk vorn, das den Komfort stark beeinflusst, ist deshalb tendenziell weicher abgestimmt. Es federt Unebenheiten geschmeidig ab, und man hat den Eindruck, dass die Karosserie weniger stark auf und ab schaukelt.
Außerdem wirkt der 911 auf mich eher wie ein GT, der sich gut für komfortable Langstrecken eignet.
Wenn sich ein 911 dennoch härter anfühlt, kommen neben individuellen Unterschieden und einem möglicherweise verschlissenen Fahrwerk zum Beispiel größere optionale Räder infrage: Mit größeren Rädern fällt der Fahrkomfort tendenziell geringer aus. Auch die Frage, ob das Fahrzeug mit PASM oder einem Sportfahrwerk ausgestattet ist, spielt eine Rolle.
Ohne PASM oder mit Sportfahrwerk wirkt das Fahrverhalten auf mich etwas straffer. Und die Generationen 987 und 997 sind insgesamt tendenziell härter abgestimmt als 981 und 991. Mit dem 991 und 981 hat sich der Fahrkomfort meiner Meinung nach deutlich verbessert.
So seine Einschätzung.

Sportlich abgestimmter Porsche 911 (Baureihe 992)
Als Nächstes möchte ich von einem besonders straff abgestimmten 911 Carrera S (Baureihe 992) erzählen, den mein Mann kürzlich beim Porsche Zentrum kurz Probe fahren durfte. Eine Leserin beziehungsweise ein Leser, der denselben Vorführwagen gefahren war, hat uns dazu eine sehr interessante Einschätzung geschickt.
Ich durfte den 992 Carrera S, den Sie kürzlich Probe gefahren sind, ebenfalls fahren – und teile Ihren Eindruck vollkommen. Im Vergleich zum harten Modus meines eigenen 991.2 GT3 RS war mein erster Gedanke: „Der ist aber hart!“
Selbst im harten Modus hat der 991.2 GT3 RS bei schneller sportlicher Fahrt noch reichlich Federweg, auch wenn das Fahrwerk stark einfedert. Die Räder arbeiten sehr gut, die Karosserie bleibt ruhig und das Fahrwerk schwingt hervorragend aus. Beim 992 S dagegen schien mir die Federrate zu hoch und die Dämpfung nicht darauf abgestimmt. Dazu kommt der kurze Federweg – vermutlich fühlt er sich deshalb so „hart“ an.
Ob das optionale Sportfahrwerk oder PDCC verbaut war, weiß ich nicht. Ich vermute allerdings, dass es das Sportfahrwerk war. Als kleinen Bruder meines RS ziehe ich einen 992 Carrera oder Carrera als Basismodell in Betracht und habe bereits bei mehreren Porsche Zentren Probe gefahren. Da die Fahrzeuge je nach Vorgaben von Porsche Japan unterschiedlich ausgestattet sind, lassen sich die Unterschiede gut erkennen.
Es kommt nicht oft vor, dass man eine Einschätzung eines 911 im direkten Vergleich mit einem GT3 RS lesen kann – umso spannender fand ich diesen Bericht.
Zu dieser Rückmeldung meinte mein Mann:
Der Carrera S, den ich Probe gefahren bin, hatte vermutlich PASM Sport, daher dürfte er sich so hart angefühlt haben. Außerdem ist mir bei meinen Recherchen aufgefallen, dass Fahrzeuge mit RS-Spyder-Rädern in vergleichsweise vielen Testberichten als unkomfortabel bewertet werden. (Das gilt auch für einige ausländische Berichte. Vielleicht ist es Zufall, deshalb kann ich es nicht mit Sicherheit sagen.)
Bei etwas höherem Tempo lag das Auto schön ruhig auf der Straße, aber bei sehr niedriger Geschwindigkeit filterte es Unebenheiten nicht besonders gut.
Möglicherweise waren Fahrwerk und Buchsen des Vorführwagens auch noch nicht eingefahren.
fügte er hinzu.

Weiter sagte er:
Generell finde ich den 911 für einen Sportwagen komfortabel. Deshalb glaube ich nicht, dass der Fahrkomfort bei irgendeiner Ausstattung so schlecht ist, dass man den Wagen kaum ertragen kann.
Je nach sportlichen Optionen und Rädern reicht die Abstimmung allerdings von eher komfortabel bis straff. Wer den Wagen als Einkaufsauto für die Familie oder für alltägliche Fahrten kaufen möchte, bevorzugt vermutlich eine weichere Abstimmung. Wer dagegen vor allem auf der Rennstrecke oder auf kurvigen Straßen unterwegs ist, dürfte eine straffere Abstimmung schätzen.
Am besten prüft man die Optionen und Räder sorgfältig und wählt passend zum eigenen Einsatzzweck und Geschmack.
So seine Einschätzung.
Auch wenn man einfach nur vom 911 spricht, können Ausstattung und Optionen den Fahrkomfort und das Fahrerlebnis deutlich verändern. Bis ich mir selbst einmal einen Porsche kaufe (konkrete Pläne gibt es noch nicht, haha), möchte ich mir Gedanken machen, welcher 911 am besten zu mir passen würde.
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