【Fahrbericht】Porsche Macan GTS: Die Unterschiede zwischen Vor- und Facelift im Fahrtest

マカンGTSのメーター | 車のメーターパネル, 停車中, PORSCHE, 911, 991
Tests & Fahrberichte

Mein Mann hatte die Gelegenheit, einen Porsche Macan GTS Probe zu fahren, und seine Eindrücke für diesen Artikel festgehalten. Viel Spaß beim Lesen!


Erst vor Kurzem wurde das Facelift des Macan vorgestellt. Fast zeitgleich durfte mein Mann bereits den überarbeiteten Macan GTS fahren – also das Modell, das später als Zwischenmodell gelten wird. In diesem Fahrbericht vergleicht er ihn vor allem mit dem Macan Turbo der ersten Baureihe, den er schon kennt.

Porsche Macan GTS: Ausstattung und erster Eindruck

Der Macan GTS in diesem Fahrbericht ist ein Modelljahr 2022 (Baujahr 2021) und macht in Vulkanagrey Metallic einen ausgesprochen eleganten Eindruck. Die 20-Zoll-RS-Spyder-Räder, die Embleme in Wagenfarbe und die GTS-Sportsitze mit Alcantara-Bezug verleihen ihm einen sportlichen Auftritt.

Porsche Macan GTS

Auch fahrdynamisch ist der GTS bestens ausgestattet: Sportabgasanlage und SportDesign-Paket sind serienmäßig an Bord. Hinzu kommen das Sport Chrono Paket, die Porsche Surface Coated Brake (PSCB) und das Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus).

Bislang bin ich zwei Macan Turbo der ersten Baureihe gefahren und habe auch darüber Fahrberichte geschrieben. Einen Macan nach dem Facelift fahre ich heute zum ersten Mal.

Macan GTS im Fahrtest: Der erste Eindruck auf der Straße

Beim Start meldet sich der Motor mit einem für einen GTS standesgemäß kernigen Klang. Die Lautstärke ist ungefähr mit der des Macan Turbo der ersten Baureihe vergleichbar. Der 2,9-Liter-V6 leistet 380 PS.

Beim Anfahren schaltet das PDK ausgesprochen sanft. „Souverän“ trifft es vielleicht noch besser: Der Macan nimmt mühelos Fahrt auf und zeigt dabei, wie gewohnt, sein sportliches, präzises Fahrverhalten. Das hier getestete Exemplar hatte Stahlfederung statt Luftfederung – ehrlich gesagt wäre mir der Unterschied ohne Hinweis kaum aufgefallen.

Wenn überhaupt, wirkt die Stahlfederung im Federweg etwas straffer und die Dämpfung einen Tick präsenter. Natürlich dürfte die Luftfederung bei einem direkten Vergleich den höheren Komfort bieten. Im normalen Fahrbetrieb ist der Unterschied jedoch so gering, dass er kaum auffällt.

Innenraum des Porsche Macan

Über die Fahreigenschaften des Macan muss man eigentlich kaum noch Worte verlieren. Im Sportmodus geht es in die Kurve – und nichts bringt ihn aus der Ruhe. Wie ein ganz normaler Sportwagen zieht er völlig entspannt hindurch. Auch bei der Suche nach Unterschieden zum Vorgänger sind im Fahrverhalten zunächst kaum Abweichungen auszumachen. Bei genauerem Hinspüren wirkt das Facelift minimal sanfter – oder anders gesagt: noch einen Tick einfacher und angenehmer zu fahren.

Sicher spielt auch die unterschiedliche Federung eine Rolle. Mein Eindruck: Der Macan der ersten Baureihe fühlt sich etwas ungestümer an, während das Facelift stärker auf Stabilität ausgelegt ist. Der Unterschied ist allerdings sehr subtil; zudem können einzelne Fahrzeuge voneinander abweichen. Bitte versteht diesen Eindruck daher als persönliche Einschätzung.

PSCB-Bremse von Porsche

Unbedingt erwähnenswert ist auch die Wirkung der PSCB. Porsche beschreibt die Porsche Surface Coated Brake offiziell so:

Bei der innovativen Porsche Surface Coated Brake sind die herkömmlichen Grauguss-Bremsscheiben mit einer Wolframcarbid-Beschichtung versehen. Das sorgt nicht nur für eine hervorragende Verschleißfestigkeit, sondern verbessert auch den Reibwert und damit das Ansprechverhalten der Bremse. Zudem entsteht weniger Bremsstaub, und die Lebensdauer der Graugussbremse verlängert sich um 20 bis 30 Prozent. Auch optisch macht die Bremse einiges her: Die Bremssättel sind weiß lackiert, und die Scheiben erhalten nach dem Einfahren eine spiegelglatte Oberfläche. Die PSCB ist nur in Verbindung mit Rädern ab 19 Zoll erhältlich.

Der Bremsstaub soll deutlich geringer ausfallen, was die Pflege erleichtert. Auch das Pedalgefühl ist hervorragend. Porsche-Bremsen sind ohnehin für ihre starke Rückmeldung bekannt, doch die PSCB reagiert noch feiner auf den Druck, den man aufs Bremspedal ausübt. Wie sie sich von der PCCB unterscheidet, ist schwer zu sagen. Vermutlich würden die meisten den Unterschied bei einer Fahrt kaum bemerken, wenn man sie nicht vorher darauf aufmerksam macht.

Auch die Bremsleistung ist erstklassig. Diese Option würde ich mir auch für den 911, den Boxster und den Cayman wünschen.

Unterschiede bei PDK und Auspuffklang

Im Sport-Plus-Modus beschleunigt der Macan GTS, ohne dass mir im Vergleich zum Turbo der ersten Baureihe ein großer Unterschied auffällt. Das zeigt wohl, wie schnell der überarbeitete GTS ist. Bei niedrigen Drehzahlen klingt die Sportabgasanlage dezenter als beim Vorgänger, bei höheren Drehzahlen wird der Klang aber ganz GTS-typisch deutlich kräftiger. Im Vergleich zum Macan Turbo der ersten Baureihe klingt der Auspuff etwas tiefer. Möglicherweise spielt dabei der Ottopartikelfilter (GPF) eine Rolle – unangenehm ist der Klang aber keineswegs.

Mittelkonsole des Porsche Macan

Der für mich größte Unterschied betrifft das PDK. Im Sport-Plus-Modus schalte ich mit den Schaltwippen – und die Gangwechsel wirken deutlich ausgefeilter. Beim Macan der ersten Baureihe kuppelte das Getriebe mit einem abrupten „Wusch! Wusch!“ ein, fast so, als würde man einen 911 fahren. Beim GTS sind die ohnehin geringen Schaltrucke nochmals kleiner: Das Getriebe schaltet spürbar kultivierter. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch beim 911 vom 991 zum 992 beobachten.

Die Schaltstrategie erinnert mich an das PDK unseres früheren Panamera Turbo der Baureihe 971. Im Automatikmodus schaltet das Getriebe angenehm und ausgesprochen sanft. Da man hört, dass beim Macan der ersten Baureihe vergleichsweise häufig Probleme mit dem Antriebsstrang auftreten, könnte die Steuerung möglicherweise auch im Sinne einer höheren Schonung angepasst worden sein.

Fazit zur Probefahrt im Macan GTS

Ob erste Baureihe oder Facelift – eines steht fest: Der Macan ist ein echter Sportwagen. Der Besitzer dieses Fahrzeugs ist ein überzeugter Porsche-Fahrer und besitzt unter anderem einen frühen 911 sowie einen 356. Seine Einschätzung, der Macan fahre sich durch und durch wie ein Porsche und sei so beeindruckend, dass man fast keinen 911 mehr brauche, kann ich gut nachvollziehen.

Porsche-Emblem am Macan

Der Macan bietet so viel Dynamik, dass er es mit einem Sportwagen aufnehmen kann. Gleichzeitig ist er ein alltagstaugliches Auto, in dem fünf Personen Platz finden. Beim Facelift bleibt der sportliche Charakter erhalten, während der Komfort nach meinem Eindruck weiter verfeinert wurde.

Vielleicht könnte man sagen, dass die etwas schärferen Kanten der ersten Baureihe abgerundet und der Macan dadurch noch zugänglicher geworden ist. Das mag für manche zunächst nach weniger Fahrspaß klingen – doch davon kann keine Rede sein.

Der Fahrspaß ist auch beim Facelift voll und ganz erhalten geblieben.

Das neue Facelift-Modell dürfte bald auch in Japan erhältlich sein. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde ich es ebenfalls gern ausprobieren.

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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