Porsche spricht über den Entwicklungsstand des kommenden 718 EV

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Porsche Boxster

Entwicklungsstand des Porsche 718 EV

Die Nachricht, dass Porsche den vollelektrischen 718 Boxster und Cayman entwickelt, dürfte viele Fans von Elektroautos begeistern. Auch ich verfolge die Entwicklung des 718 EV mit großem Interesse – ehrlich gesagt sogar mehr als die des überarbeiteten 992.

Allerdings gibt es Berichte, wonach Porsche seine Elektrifizierungspläne überprüft. Das lässt manche an der Zukunft des 718-Projekts zweifeln. Umso spannender sind die Einblicke, die Michael Steiner, Porsches Entwicklungsvorstand, zum Entwicklungsstand des 718 EV gegeben hat.

Laut Steiner sollen der elektrische 718 Boxster und Cayman mithilfe von Rennsporttechnologie die Fahrleistungen eines echten Sportwagens bieten. Entwickelt werden die Modelle auf einer eigens dafür vorgesehenen Plattform.

Auf agiles Handling ausgelegt

Einer der Gründe, warum die aktuelle 718-Baureihe so geschätzt wird, ist ihr hervorragendes Handling.

Dafür sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: die Leichtbauweise und die ausgewogene Gewichtsverteilung des Mittelmotorlayouts.

Beim 718 EV soll ein besonders effizientes Rekuperationssystem dazu beitragen, die Batterie kleiner und leichter zu halten. Besonders interessant ist auch ihre Anordnung. Anders als bei vielen Elektroautos liegt sie nicht flach im Fahrzeugboden: Porsche setzt offenbar auf ein spezielles Layout, das als „Core“-Anordnung bezeichnet wird.

Die Batterie sitzt dabei hinter den Sitzen. So soll der Schwerpunkt ähnlich liegen wie beim bisherigen 718 mit Verbrennungsmotor. Steiner erklärt:
„Wenn der Schwerpunkt möglichst nahe am Fahrer liegt, wird das gesamte Fahrzeug flexibler und agiler. Das Ergebnis ist ein ausgewogenes, gut beherrschbares Auto.“

Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung: Der Fahrer kann tiefer sitzen. Das soll für ein besonders sportliches Fahrgefühl sorgen.

Bremsperformance: Erkenntnisse aus der Formel E

Damit die Elektro-Plattform erfolgreich ist, musste Porsche die Effizienz des Fahrzeugs maximieren – auch, um die Batterie kompakt zu halten.

Laut Steiner legte das Entwicklungsteam besonderen Wert darauf, Rekuperation und konventionelle Bremsen so aufeinander abzustimmen, dass Effizienz und Bremsleistung gleichermaßen überzeugen.

Deshalb wird kein One-Pedal-Driving-System zum Einsatz kommen. Steiner erläutert:
„Fragt man Rennfahrer, würde sich wohl keiner für ein One-Pedal-System entscheiden. Entscheidend ist, dass sich Rekuperation und herkömmliche Bremsen möglichst nahtlos über dasselbe Pedal steuern lassen. Beim Einlenken muss das Pedalgefühl stimmen – sonst kann man dem Fahrzeug nicht vertrauen.“

Das präzise Bremsgefühl in Kurven sei eine der „Erkenntnisse aus der Formel E“, so Steiner.

Ein Bremssystem für sportliches Fahren

Laut Steiner setzt ein One-Pedal-Bremssystem die Rekuperation früher ein, als es für sportliches Fahren ideal wäre. Werden hingegen alle Bremsfunktionen über das Bremspedal gesteuert, kann der Fahrer „die nötige Dosierung vornehmen und auch den Fahrbahnkontakt und die Reaktionen der Lenkung besser spüren“.

„Man kann das Auto sowohl mit der Bremse als auch mit dem Gaspedal kontrollieren“, sagt Steiner.

Bei der Entwicklung des 718 EV setzt Porsche also gezielt auf Rennsporttechnologie und arbeitet daran, die typischen Eigenschaften eines klassischen Sportwagens auch im Elektroauto zu bewahren. Offenbar bleibt der sportliche Porsche-Charakter auch im Zeitalter der Elektromobilität erhalten. Die Vorstellung des 718 EV kann man mit Spannung erwarten.

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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