Volkswagen Golf kaufen: 1.2 oder 1.4 Liter – welcher Motor passt?

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Volkswagen

Unser Volkswagen Golf 7

Im August 2016 wurde der Volkswagen Golf Allstar Teil unserer Familie. Wir nutzen ihn für den Arbeitsweg meines Mannes, wenn wir zu fünft unterwegs sind (der Panamera hat vier Sitze, Boxster und SL jeweils zwei …) und wenn es in enge Parkhäuser oder auf schmale Straßen geht.

Unser Golf ist ein Golf 7 der ersten Generation: ein auf 300 Exemplare limitiertes Sondermodell, die letzte Sonderedition, mit 1,2-Liter-Turbomotor und 7-Gang-DSG. Die Karosseriefarbe Carbon Steel Grey Metallic ist exklusiv für dieses Modell. Vom Golf hatte ich zunächst keine allzu hohen Erwartungen:

„Ein 1,2-Liter-Turbomotor hat doch bestimmt überhaupt keine Leistung, oder? (-_-)“

Doch als der Wagen endlich da war und ich ihn ausprobierte, stellte sich heraus: Der Golf ist wirklich ein tolles Auto.

Wann unser Golf zum Einsatz kommt

Eine ganz persönliche Sache: Seit diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, einmal im Monat das Grab meines Vaters und das meines Schwiegervaters zu besuchen (das Grab meiner Familie liegt auf dem Land). Zufällig befinden sich beide Gräber ganz in der Nähe voneinander (was für ein Zufall!). Für die Fahrten dorthin nehmen wir den Golf und nicht den Panamera. Der Grund: Die Straßen rund um das Haus meiner Familie auf dem Land sind so eng, dass der Panamera dort schlicht nicht durchkommt – haha.

Hin und zurück sind wir etwa drei Stunden unterwegs und legen ungefähr 160 Kilometer zurück. Die Strecke besteht aus einer angenehmen Mischung aus Autobahn, Stadtverkehr und Landstraßen – auch diesmal war die Fahrt sehr entspannt. Über die Details schreibe ich ein anderes Mal. Heute möchte ich erst einmal meinen Gesamteindruck vom Golf 7 schildern.

Meine persönliche Einschätzung

1) Im Stadtverkehr

Natürlich bietet der Golf nicht das Porsche-Gefühl, bei dem schon ein Millimeter am Gaspedal genügt, und auch dieses begeisternde Gefühl, mit dem Auto eins zu werden, fehlt. Das Gaspedal wirkt auf mich etwas weniger direkt. Trotzdem gilt: Es fühlt sich keineswegs schwammig oder kraftlos an – der Golf beschleunigt zuverlässig so, wie man aufs Gas tritt. Die Bremse ist eher weich abgestimmt, packt aber gut und problemlos zu.

Beim „1,2-Liter-Turbomotor“ hatte ich mich gefragt, ob er den steilen Anstieg vor unserem Haus wohl schaffen würde. Kein Problem: Der Golf kommt mühelos hinauf, ohne dass es sich anfühlt, als müsse er sich dabei besonders anstrengen. Unser früherer Audi A3 2.0 T wirkte am Berg und beim Anfahren sogar eher, als würden die Räder durchdrehen. Und anders als der Panamera ist der Golf schön handlich: Man kommt überall hin und findet fast überall einen Parkplatz – ausgesprochen praktisch.

2) Auf der Autobahn

Beim Beschleunigen auf dem Einfädelungsstreifen fühlt sich die Leistung zunächst etwas knapp an. Das liegt aber vielleicht daran, dass ich normalerweise den monströsen Panamera Turbo fahre, der in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt (im Test von Car Graphic waren es sogar nur 3,36 Sekunden) – haha. Ist der Golf erst einmal auf Tempo, beschleunigt er ab etwa 80 km/h ausgesprochen geschmeidig.

Das Fahrgefühl macht so viel Spaß, dass man schnell einmal über 100 km/h fährt, ohne es richtig zu merken. Selbst bei höherem Tempo bleibt der Kontakt zur Fahrbahn spürbar, und der Golf liegt stabil. Man fährt entspannt, ohne sich wegen der Geschwindigkeit unsicher oder angespannt zu fühlen. Da merkt man einmal mehr, wie gut deutsche Autos auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sind – schließlich werden sie auch mit Blick auf die Autobahn und das Fahren auf der deutschen Autobahn entwickelt.

3) Innenraum und Sitze

Der Innenraum des Golf Allstar sieht ziemlich schick aus. Die Ziernähte an den Sitzen sind elegant, und weder der Touchscreen noch das Lenkrad wirken billig. Die Sitze sind nicht zu weich und bleiben auch auf längeren Fahrten bequem. Außerdem ist überraschend viel Platz auf der Rückbank. Woran das wohl liegt? Selbst mein 1,78 Meter großer Mann meinte: „Hinten sitzt man richtig großzügig.“ Die Sitze von Fahrer und Beifahrer lassen sich allerdings von Hand statt elektrisch einstellen. Ob das jemanden stört, der elektrische Sitze bevorzugt? Vermutlich schon – oder doch nicht?

4) ACC (Adaptive Cruise Control)



Die ACC (Adaptive Cruise Control) des Golf ist ziemlich clever.
Der Spurhalteassistent hält den Golf auch in moderaten Kurven in der Spur. Und wenn sich ein anderes Fahrzeug vor uns einordnet, erkennt das System es zuverlässig und bremst. Allerdings hat der Golf – anders als der neue Panamera – nicht je einen Radarsensor links und rechts, sondern nur einen in der Mitte. Bei abrupten Spurwechseln ist deshalb Vorsicht geboten.

Am angenehmsten ist die ACC im Stau. Sie folgt dem vorausfahrenden Verkehr auch bei sehr langsamem Tempo. Hält das Auto vollständig an, wechselt die ACC nach drei Sekunden in den Standby-Modus. Mit einem Druck auf die RES-Taste oder einem leichten Tritt aufs Gaspedal fährt sie wieder an. Fast schon zu bequem – man könnte glatt einschlafen. Also aufgepasst, haha.
In der Werkseinstellung war mir der Abstand zum Vordermann allerdings zu klein, und das Bremsen setzte gefühlt zu spät ein. Deshalb würde ich den Abstand größer einstellen.

5) Verbrauch

Der Verbrauch ist sehr gut (wobei jedes Auto im Vergleich zum Panamera Turbo sparsam wirkt, haha). Selbst wenn der Tank schon fast leer ist, zeigt der Bordcomputer noch eine Restreichweite von 100 Kilometern an – beeindruckend! ( ゚д゚ )!!

Der Verbrauch bei unserem letzten Friedhofsbesuch sah übrigens so aus:

Moment mal – 6,7 km/l?! Das ist ja furchtbar!

Das dachte ich zunächst auch. Mein Mann hatte den Bordcomputer jedoch so eingestellt, dass er anzeigt, wie viele Liter für 100 Kilometer benötigt werden. Umgerechnet in die in Japan übliche Angabe, also Kilometer pro Liter, sind es 14,9 km/l. Das ist wirklich gut. Auch auf dem Arbeitsweg liegt der Verbrauch meines Mannes meist zwischen 14 und 15 km/l.

Seit dem Neuwagenkauf sind wir inzwischen rund 20.000 Kilometer gefahren, und bisher gab es keinen einzigen Defekt. Bei 5.000 Kilometern haben wir einmal beim Händler das Öl wechseln und den Wagen durchchecken lassen. Seitdem fährt der Golf zuverlässig und ohne Probleme.

Der Golf ist so gut, dass ich nach einem ganzen Tag am Steuer manchmal denke:

„Vielleicht brauche ich den Panamera gar nicht mehr. Der Golf ist einfach klasse.“

Mein Mann meinte neulich auch: „Ob 1,2 oder 1,4 Liter – der 1,2er reicht völlig.“ Ich finde ebenfalls, dass er absolut genügt. Und wenn sogar mein Mann das sagt, obwohl er den 550 PS starken Panamera Turbo mit 4,0-Liter-V8-Biturbo fährt, muss es wohl stimmen. (lacht)

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