Porsche 911 Carrera S (992) im Test: PASM-Sportfahrwerk, Hinterachslenkung und PDCC – was bringen die Optionen?
公開日:2023.11.19
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Ein 992 Carrera S mit umfangreicher Sonderausstattung
Mein jüngerer Bruder hat sich schon wieder ein Auto gekauft.
Charakterlich ist er das komplette Gegenteil von mir: Er liebt Ferrari, die G-Klasse, Lamborghini, Okinawa, Richard Mille und Hublot – und verkörpert mit voller Überzeugung den Bilderbuch-„Erfolgsmenschen“ (lacht).

Autos wie Porsche, die eher unspektakulär und ganz auf die Fahrdynamik ausgelegt sind, sind eigentlich nicht sein Fall. Oft beschwert er sich über die wenigen Funktionen und das schlichte Interieur eines Porsche.
Umso überraschender: Nach längerer Zeit hat er sich wieder einen Porsche gekauft.
Diesmal ist es ein 992 Carrera S, der bei einem Porsche-Zentrum als Vorführwagen im Einsatz war. Allein die Sonderausstattung kostet über fünf Millionen Yen.
Die Außenfarbe heißt Gentianblau, dazu kommen die beliebten Classic-Felgen und ein Lederpaket. Im Innenraum gibt es Sportsitze Plus mit Sitzbelüftung. Auch bei den fahrdynamischen Extras ist fast alles an Bord: das Sport Chrono Paket, die Sportabgasanlage, das PASM-Sportfahrwerk, die Hinterachslenkung und sogar Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC). Ein Carrera S in wahrhaft üppiger Ausstattung.


Der optionale Dachhimmel in Race-Tex.
Mein Bruder würde auf diese Option auf keinen Fall verzichten. „Ich verstehe nicht, wie man bei einem Auto für 20 Millionen Yen diesen Innenraum ohne Race-Tex nehmen kann“, sagt er. Ich wiederum verstehe nicht, warum er darauf nicht verzichten kann (lacht).

Die Sitze sind belüftet.
Ich bin schon einige Carrera S gefahren, aber ein Exemplar mit einer derart umfangreichen Ausstattung hatte ich noch nie.
In diesem Test vergleiche ich ihn mit unserem Carrera T und Carrera Cabriolet. Im Mittelpunkt steht dabei, wie sich die Optionen des 992 auf das Fahrerlebnis auswirken.
PASM-Sportfahrwerk: So fährt sich der Carrera S
Beginnen wir mit dem Fahrgefühl des PASM-Sportfahrwerks.
Es legt die Karosserie um 10 Millimeter tiefer und bietet eine sportlichere Dämpferabstimmung. In der Regel ist es für Modelle ab dem Carrera S erhältlich; beim Carrera T gehört es serienmäßig zur Ausstattung.
Das PASM-Sportfahrwerk kenne ich bereits aus unserem Carrera T. Im Carrera S fühlt es sich allerdings etwas anders an.

Bei meinem Auto reichen zwei Finger zwischen Reifen und Kotflügelkante – das ist das PASM-Sportfahrwerk. Beim serienmäßigen PASM passen drei Finger dazwischen.
Der Carrera T fühlt sich ohnehin besonders leichtfüßig an: Auch die Lithium-Ionen-Batterie trägt zu seiner leichten Front bei, und die elektrische Servolenkung wirkt sehr reibungsarm. Dadurch fährt sich der Wagen ausgesprochen agil. Der Carrera S erreicht dieses Maß an Leichtfüßigkeit nicht ganz. Auch vom Sportfahrwerk des Carrera GTS unterscheidet er sich: Dieses fühlt sich noch härter an.
Dass sich dasselbe PASM-Sportfahrwerk je nach Modell so unterschiedlich anfühlt, war für mich eine neue Erkenntnis.
Verglichen mit unserem Carrera Cabriolet mit serienmäßigem PASM ist der Carrera S jedoch agiler und vermittelt mehr Grip. Beim Komfort macht sich eine etwas straffere Abstimmung bemerkbar: Mit dem normalen Reifendruck rollt er auf Unebenheiten leicht holprig ab. Mit dem Komfort-Reifendruck wird es deutlich angenehmer. Auf glattem Asphalt fährt er sich durchaus komfortabel.
Im Vergleich zum serienmäßigen PASM bleibt das Fahrwerk aber spürbar straffer. Auf schlechten Straßen wird man daher stärker durchgeschüttelt. Auch auf der Autobahn fühlt sich der Wagen erst bei sehr hohem Tempo richtig komfortabel an.

In kurvigen Passagen spielt das PASM-Sportfahrwerk seine Stärken dagegen klar aus: Beim Einlenken und in Sachen Agilität liegt es deutlich vorn. Schon das serienmäßige PASM des 992 lässt den Wagen außergewöhnlich gut um die Kurve gehen – das Sportfahrwerk kann es sogar noch besser.
Wer das PASM-Sportfahrwerk wählt, sollte vor allem Freude am Fahren und an sportlichen Kurvenfahrten haben. Wer den Porsche hauptsächlich als komfortables Auto für gemeinsame Ausflüge nutzt und sich nur von der um 10 Millimeter tieferen Optik verleiten lässt, könnte es bereuen, wenn er später einmal mit einem Wagen mit serienmäßigem PASM vergleicht.
Hinterachslenkung: mehr Agilität in engen Kurven
Diese Option ist von außen nicht zu erkennen. Sie ist deshalb vor allem etwas für Menschen, die wirklich gern Porsche fahren. Und weil sie sich nicht auf den ersten Blick zeigt, bringt sie beim Wiederverkauf auch keinen großen Aufpreis.
Persönlich würde ich für einen Gebrauchten mit Hinterachslenkung allerdings durchaus rund 500.000 Yen mehr bezahlen.
Der 911 ist von Haus aus ein Sportwagen mit kurzem Radstand und sehr handlichem Kurvenverhalten. Durch den Heckmotor und den Hinterradantrieb kann sich sein Fahrverhalten für manche jedoch ungewohnt anfühlen. Mein Bruder etwa hat wenig Erfahrung mit Heckmotor-Porsche und findet selbst beim 992, dass er anders um die Kurve fährt als andere Autos.

Lederpaket und Sportsitze Plus (4-Wege)
Der 911 dreht sich gefühlt um seine Hinterachse. Im Vergleich zu einem 718 wird so deutlich, dass sein Drehpunkt weiter hinten liegt.
Mit Hinterachslenkung ändert sich dieser Eindruck: Der gedachte Drehpunkt scheint weiter nach vorn zu wandern. Bei unserem Carrera Cabriolet ohne Hinterachslenkung wirkt es, als würde die Front um das Heck herum einen größeren Weg zurücklegen – auch wenn sich der Wagen trotzdem unglaublich schön durch die Kurve fahren lässt. Im getesteten Carrera S und in unserem Carrera T fühlt sich das Kurvenverhalten dagegen fast wie bei einem Mittelmotorauto an.

Sportabgasanlage
Es ist zwar nicht ganz wie beim 718, aber man kann sich den Unterschied als eine Mischung aus 911 und 718 vorstellen.
Noch deutlicher als die veränderte Fahrzeugbewegung ist der Unterschied beim Einlenken in enge Kurven. In langsamen Kehren, etwa einer Haarnadelkurve, hat man das Gefühl, dass der Wagen mühelos um die Kurve gleitet. Er zieht eine wunderbar saubere, gleichmäßige Linie.
Auch beim Rangieren und Wenden ist die Hinterachslenkung hilfreich. Besonders empfehlenswert ist sie aber für alle, die sich mehr Performance und das besonders angenehme, präzise Einlenken wünschen.
PDCC: Wie viel bringt die Wankstabilisierung?
Zum Schluss noch PDCC. Ehrlich gesagt konnte ich beim getesteten Carrera S den Unterschied nur schwer erkennen.
Mit eingeschaltetem System – dann ist das Fahrwerk sportlicher abgestimmt – fühlte sich der Wagen in manchen Situationen komfortabler an, in anderen nicht. Mein Eindruck änderte sich je nach Fahrbahnbelag.
Ich vermute, dass das vor allem am PASM-Sportfahrwerk des getesteten Carrera S liegt. Da das Auto bereits tiefer liegt und straffer abgestimmt ist, neigt es ohnehin weniger zum Wanken. Dadurch war die Wirkung der Wankstabilisierung durch PDCC möglicherweise schwerer zu erkennen.


Verglichen mit unserem Carrera Cabriolet, das nur das serienmäßige PASM hat, wankt der Carrera S eindeutig weniger. Allerdings lässt sich nur schwer sagen, welchen Anteil daran das PASM-Sportfahrwerk und welchen PDCC hat.
Auch gegenüber dem Carrera T, der ausschließlich mit dem PASM-Sportfahrwerk ausgestattet ist, sind die Unterschiede beim Wanken und Kurvenverhalten gering. Allenfalls wirkt es so, als wanke der Carrera S mit eingeschaltetem PDCC ein wenig weniger.
Ich bin schon mehrere Porsche mit PDCC gefahren – neben dem 911 auch Cayenne, Taycan und Panamera. Am deutlichsten spürt man den Effekt im Cayenne, weil die höhere Karosserie das Wanken stärker wahrnehmbar macht. Auch im Panamera und Taycan lässt sich die Wirkung gut erkennen. Der Taycan hat als Elektroauto zwar einen sehr niedrigen Schwerpunkt und wankt ohnehin wenig, aber mit PDCC fühlt sich das Fahrwerk trotzdem anders an: Es liegt spürbar satter und flacher.
Aus meiner Erfahrung lässt sich PDCC umso leichter beurteilen, je höher das Auto ist. Beim 911 dürfte sich die Wirkung daher vermutlich besser zeigen, wenn man PDCC mit dem serienmäßigen PASM kombiniert.
Porsche-Optionen: die richtige Würze für den eigenen 911
In diesem Test habe ich mir angesehen, wie sich die für den 992 Carrera S verfügbaren Optionen auf die Fahrdynamik auswirken. Das PASM-Sportfahrwerk, die Hinterachslenkung und PDCC verändern das Fahrverhalten auf ihre eigene Weise und können die Freude am Fahren spürbar steigern.
Das PASM-Sportfahrwerk schärft den Charakter des Wagens, die Hinterachslenkung verbessert die Präzision und Agilität. PDCC unterstützt die Fahrdynamik und kann zugleich das Fahrverhalten fein abstimmen – auch auf längeren Strecken. Diese Extras dienen nicht nur dazu, die Performance zu steigern, sondern verfeinern auch das Gefühl am Steuer.

Gentianblau sieht einfach fantastisch aus.
Welche Optionen man wählt, hängt vom persönlichen Geschmack und dem eigenen Fahrstil ab.
Ein Porsche macht auch in schlichter Ausstattung viel Freude. Die Sonderausstattung ist jedoch wie das Würzen eines Gerichts: Manche mögen es kräftig, andere bevorzugen eine leichte Würzung oder essen ihr Essen am liebsten nur mit Salz. Finden Sie die Optionen, die Ihrem ganz persönlichen Porsche-Geschmack entsprechen, und stellen Sie sich so den perfekten Begleiter zusammen.
Ich hoffe, dieser Artikel hilft Ihnen dabei.
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