BMW 5er im Test: Die sportliche Limousine entdeckt die Freude am Fahren wieder
Veröffentlicht: 2018.10.11
Eines Tages ruft der BMW-Händler an
Vor Kurzem rief ein BMW-Händler meinen Mann an. Der Grund: „Ihr bisheriger Ansprechpartner hat das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger möchte sich gerne vorstellen – und Sie sind herzlich eingeladen, bei dieser Gelegenheit eine Probefahrt zu machen.“
Wobei wir bei unserem bisherigen Ansprechpartner noch kein einziges Auto gekauft hatten … na ja. 😉
Mein Mann fragte mich, ob ich mitkommen wolle. Doch unsere jüngste Tochter bekam ausgerechnet an diesem Tag Fieber, also blieb ich zu Hause.
Als mein Mann nach einer Probefahrt mit dem „neuen X3“ zurückkam, war sein erster Kommentar gewesen: „Der geht gar nicht – von Freude am Fahren keine Spur!“ Deshalb erwartete ich diesmal eine ähnliche Reaktion. Doch als er an diesem Tag wieder nach Hause kam, sagte er: „Der war viel besser als gedacht!“ Also fragte ich ihn nach seinen Eindrücken von der Probefahrt. (Die Probefahrt dauerte nur einige Dutzend Minuten – es geht also um den ersten Eindruck.)
Probefahrt mit dem BMW 530i
Auf dem Programm stand der aktuelle BMW 530i mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor.
① Innenraum und Sitze
Der getestete 530i war in der Luxury-Ausführung unterwegs. Entsprechend hochwertig wirkte der Innenraum, und die früher bei BMW oft auffällige Kunststoffanmutung war deutlich zurückgedrängt, erzählte mein Mann.

Auch die BMW-Sitze überzeugten ihn mit ihrer „sehr gelungenen Balance aus Seitenhalt, Festigkeit und Sitzkomfort“. Natürlich hängt das auch von der Statur ab, aber mein Mann meinte: „Bei den Sitzen könnte BMW tatsächlich meine Lieblingsmarke sein.“
② Fahreigenschaften
Der Innenraum war sehr leise, und schon beim Losfahren wirkte der 530i angenehm geschmeidig. Zunächst fuhr mein Mann im Comfort-Modus. „Im Vergleich zum Vorgänger, dem 5er (F10), fühlte er sich deutlich agiler an und hatte spürbar mehr Fahrbahnkontakt. Das hat mir sehr gut gefallen.“
Früher besaß mein Mann einen BMW 318is (hier ↓)

Im Vergleich zu damals habe er sich oft gefragt: „Hat BMW die Freude am Fahren inzwischen vergessen?“ Beim aktuellen 5er hatte er jedoch den Eindruck, dass BMW diesen Anspruch wieder bewusst in die Entwicklung einbezogen hat. Auch das Fahrgefühl erinnere stark an den aktuellen 7er.
Das Drehmoment sei mehr als ausreichend; im Stadtverkehr wirke der Wagen weder träge noch zäh. Außerdem sei der Turbomotor so unaufdringlich abgestimmt, dass man ohne Vorwissen womöglich gar nicht auf die Idee käme, dass hier ein Turbo am Werk ist. Zu den Bremsen sagte er: „Ich bin nicht besonders schnell gefahren, deshalb kann ich sie nicht umfassend beurteilen. Sie ließen sich aber gut dosieren und gaben mir keinen Anlass zur Sorge.“

③ Fahrkomfort
Auf glatter Fahrbahn fuhr der 530i sehr komfortabel; von der Straße sei kaum etwas zu spüren gewesen. Auch in einer etwas zügiger durchfahrenen Kreuzung blieb die Karosserie ruhig und folgte der Kurve geschmeidig. (Beim zuvor getesteten Hybrid des Vorgänger-5ers hatte sich die Karosserie in schnell gefahrenen Kurven deutlich zur Seite geneigt.) Auf schlechten Straßen machte sich dagegen die für Runflat-Reifen typische Härte und Schwere bemerkbar – es rumpelte und polterte.
„Auf einer schlechten Straße spürt man doch bei jedem Auto ein bisschen die Unebenheiten, oder?“, fragte ich ihn.
„Klar, aber bei einem einzelnen Schlag hatte ich das Gefühl, dass das Nachschwingen ein kleines bisschen länger anhielt als bei normalen Reifen. Vielleicht fällt mir das auch besonders auf, weil ich sonst keine Autos mit Runflat-Reifen fahre. Trotzdem ist das schade: Der 5er fährt sich auf glatter Fahrbahn so komfortabel und hat ein so gutes Fahrwerk – da hätte ich mir auf schlechten Straßen etwas mehr gewünscht.“
④ Sport-Modus
Im Sport-Modus sprach das Gaspedal deutlich direkter an. Auch die Wandlerautomatik in den aktuellen BMW-Modellen sei wirklich hervorragend, meinte mein Mann. Auf meine Frage „Was ist daran so gut?“, erklärte er:
„Vor allem im Sport-Modus sind das Ansprechverhalten und die direkte Kraftübertragung sehr gelungen – dieses Gefühl, dass beim Gasgeben erst einmal nichts passiert, fehlt praktisch. Tritt man das Gaspedal kräftig durch, wird der Motor außerdem deutlich hörbar. Einen Sportauspuff gibt es nicht, deshalb wird der Klang nicht einfach über ein lauteres Abgasgeräusch dramatisiert. Stattdessen lässt BMW den Motor mit seinen mechanischen Geräuschen richtig schön klingen – das ist typisch BMW.“
„Kein Wunder, dass BMW sich als Motorenbauer aus Bayern versteht“, sagte er. In diesem Moment musste er an seinen früheren 318is (E36) denken und grinste: „Genau das! Genau so muss es sein!“ (Mit einem breiten Grinsen im Auto zu sitzen – das ist wirklich Autonerd-Level.)
BMW 5er oder Porsche: Wo liegt der Unterschied?
„Ich verstehe, dass dir der BMW 5er so gut gefallen hat. Was war für dich der größte Unterschied zum Porsche?“, fragte ich. Mein Mann antwortete:
„Hm … die Autos haben einen ganz unterschiedlichen Charakter, letztlich ist das also Geschmackssache. Verglichen mit dem Panamera Turbo glaube ich aber, dass viele den BMW 5er allein beim Fahrkomfort als entspannter und komfortabler empfinden würden.“
Der Panamera habe noch mehr Fahrbahnkontakt, packe die Straße und arbeite sich auch über Unebenheiten hinweg, während der 5er eher leicht und mühelos darüber hinwegrolle. Dann fügte mein Mann hinzu:
„Der Porsche hat mir wieder gezeigt, dass er kein sportlicher Wagen, sondern ein echter Sportwagen ist. Für einen fairen Vergleich müsste man allerdings den M5 heranziehen und nicht den regulären 5er. Wirklich auf Augenhöhe sind die beiden also nicht.“
BMW kaufen – käme der 5er für uns infrage?
Der getestete 530i soll neu insgesamt zwischen acht und neun Millionen Yen kosten – ganz schön viel! (Oder ist das inzwischen einfach normal?)

Ich fragte meinen Mann ganz direkt, ob er sich den Wagen selbst wünschen würde. Seine Antwort:
„Der 5er ist eine hochwertige, gut gemachte Sportlimousine, die sich im Beruf genauso wie privat nutzen lässt. Er ist handlich genug, fährt sich sportlich und ist wirklich ein gutes Auto. Aber … würde ich damit am frühen Wochenende gerne am Rokko oder auf dem Royu Driveway unterwegs sein oder ihn mit auf die Rennstrecke nehmen? Eher nicht. Genau darin liegt der Unterschied zum Porsche. In unserem Fuhrpark ist für ihn im Moment wohl kein Platz.“
Als ich das hörte, war ich irgendwie erleichtert. 😉
Ich selbst bin BMW bislang nur bei Probefahrten und mit Ersatzwagen gefahren. Unter dieser Voraussetzung kann ich sagen: Im BMW dachte ich jedes Mal: „Was für ein gutes Auto!“ Doch sobald ich danach wieder in einen Porsche stieg, kam mir der Gedanke: „Ach … Porsche ist eben doch ganz anders. Porsche ist einfach besser.“ So wurde mir immer wieder bewusst, was ich an Porsche so schätze.
Außerdem sieht man BMWs im Alltag ziemlich häufig. Auch deshalb finde ich Porsche, denen man nicht ganz so oft begegnet, persönlich reizvoller.
… Wobei ich mitreden sollte, wenn ich den BMW erst einmal richtig getestet hätte.
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