Porsche 911 mit originalem Ducktail: So wirkt der Heckspoiler am 991

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Der Ducktail am Porsche 911

Noch nicht lange ist es her, dass Porsche das limitierte Sondermodell 911 Sport Classic auf Basis der Baureihe 992 vorgestellt hat.

Der Sport Classic basiert auf der Turbo-Karosserie und trägt einen Ducktail-Heckspoiler. Damit ist er eine Hommage an den Carrera RS von 1973, der auch als „73er Carrera“ bekannt ist.

1973 911 Carrera RS 2.7

Der Ducktail des 73er Carrera

Der erste Porsche-Serienwagen mit Ducktail war eben dieser Carrera von 1973. Der Heckspoiler wurde entwickelt, um dem 911 – dessen Karosserie von Natur aus zu Auftrieb neigt – mehr Abtrieb zu verleihen.

Zeitgenössischen Unterlagen zufolge verringerte der Ducktail bei 240 km/h den Auftrieb an der Hinterachse um rund 100 kg.

Später kehrte der Ducktail beim 997 Sport Classic zurück. Auch beim hier vorgestellten 991 der ersten Generation war er als Teil des SportDesign-Pakets erhältlich. Zuletzt wurde er zudem beim Einzelstück 911 Classic Club Coupe eingesetzt, das für den Porsche Club of America gebaut wurde.

Ducktail des 992 Sport Classic

Das gerade erst vorgestellte Sondermodell: der 911 Sport Classic der Baureihe 992

997 Sport Classic

Auch der 997 Sport Classic ist ein limitiertes Sondermodell

Classic Club Coupe, ein Einzelstück auf Basis des 996

Das Classic Club Coupe: ein Einzelstück auf Basis des 996, gebaut für den Porsche Club of America

Der originale Ducktail für den 991 der ersten Generation

Ducktail für den 991 der ersten Generation

Bei meinem Carrera 4 GTS der Baureihe 991 habe ich das originale Porsche-Teil „Erweiterungspaket SportDesign-Paket (für 991 der ersten Generation)“ montieren lassen.

Wichtig ist dabei: Das angebotene Kit umfasst zwar nur den Ducktail, bei einem normalen Carrera oder Carrera S kann der Heckspoiler aber nicht allein montiert werden.

SportDesign-Frontschürze

Für den Ducktail ist diese Frontschürze aus aerodynamischen Gründen erforderlich

Für die Montage des Ducktails ist auch die gleiche SportDesign-Frontschürze erforderlich, die beim GTS verbaut ist. Anders gesagt: Wer den Ducktail nachrüsten möchte, muss auch die Frontpartie anpassen.

Der Grund dafür: „Aus aerodynamischen Gründen können Front- und Heckspoiler nicht einzeln montiert werden.“

Typisch Porsche! Ich mag diese Konsequenz sehr: Bei der Aerodynamik werden keine Kompromisse gemacht, und eine rein optische Änderung ist nicht einfach möglich. Porsche geht es eben nicht nur ums Design, sondern immer auch um Leistung und Funktion.

Da mein Wagen zum Glück ein GTS ist, war die Frontschürze kein Problem. Deshalb ließ ich den Ducktail-Kit beim Porsche Zentrum montieren.

Bei der Bestellung hieß es zunächst, das Teil sei weder in Japan noch in Deutschland vorrätig. Offenbar wurde es aber bald wieder produziert und traf gut einen Monat später in Japan ein.

Mein Eindruck nach der Montage

Ursprünglich hatte man mir gesagt, dass die Montage wegen der nötigen Lackierarbeiten etwa eine bis anderthalb Wochen dauern würde. Da jedoch einige Teile des Kits fehlten und nachbestellt werden mussten, zog sich die Arbeit etwas länger hin. Vor Kurzem kam dann die Nachricht, dass alles fertig sei, und ich holte meinen Wagen ab.

Das Ergebnis sieht einfach großartig aus. Der Ducktail setzt einen klaren Akzent, wirkt dank seiner gelungenen Form und Größe aber keineswegs aufdringlich. Originalteile eben.

GTS Club Coupe

Das GTS Club Coupe der ersten 991-Generation: ein auf 60 Exemplare limitiertes Sondermodell für Mitglieder des Porsche Club of America

Bei der Entscheidung für den Ducktail hatte ich das GTS Club Coupe im Kopf – ein Sondermodell auf Basis des 991 GTS der ersten Generation, das exklusiv für Mitglieder des Porsche Club of America gebaut wurde. Mein Wagen ist nun tatsächlich genau in diesem Stil gehalten.

Die Motorhaube am Heck wurde ebenfalls geändert: Anstelle der originalen, hochglänzend schwarzen GTS-Motorhaube ist nun eine in Wagenfarbe lackierte Haube montiert, wie sie beim Carrera und Carrera S zum Einsatz kommt. Auch das hat laut Porsche aerodynamische Gründe.

Ducktail

Die GTS-spezifische Motorhaube wird durch die serienmäßige Ausführung ersetzt

Besonders gelungen ist die Ansicht direkt von hinten, auf Augenhöhe mit dem Fahrersitz. Der Ducktail betont die breite Heckpartie und die kraftvolle Form des Hecks – passend zu einem Sportwagen mit Heckmotor.

Von der Seite und schräg von hinten ist der Ducktail ebenfalls dezent zu sehen. Er setzt einen schönen Akzent am Heck, der ohne den Spoiler fehlt.

Ducktail am Porsche 911 der Baureihe 991

Ducktail am Porsche 911 der Baureihe 991

Ducktail am Porsche 911 der Baureihe 991

Beim Fahren ist der Ducktail im Rückspiegel überhaupt nicht zu sehen. Er liegt offenbar knapp unterhalb der Sichtlinie und ist niedriger als der elektrische Heckspoiler des 991 mit Sportfahrwerk, wenn dieser vollständig ausgefahren ist.

Am Fahrgefühl ändert sich natürlich nichts. (lacht)

Auf sehr schnellen Strecken wie der Autobahn könnte man vielleicht einen Unterschied bemerken. Auf öffentlichen Straßen in Japan ist jedoch kein Unterschied spürbar. Der Schalter für den elektrischen Heckspoiler in der Mittelkonsole ist nun ohne Funktion; auch das automatische Ausfahren bei höherem Tempo entfällt selbstverständlich.

Ducktail am Porsche 911 der Baureihe 991

Ducktail am Porsche 911 der Baureihe 991

Ducktail am Porsche 911 der Baureihe 991

Beim Fahren selbst fällt die Veränderung kaum auf. Doch wenn ich aussteige und meinen Porsche anschaue, freue ich mich jedes Mal über den Umbau. Am schönsten wäre es wohl, den eigenen Wagen einmal von hinten fahren zu sehen – dann käme das Glücksgefühl vermutlich erst richtig auf.

Wer einen 991 der ersten Generation fährt und sich für einen Ducktail interessiert, sollte die Nachrüstung unbedingt in Betracht ziehen. Wahrscheinlich wirkt sie sich auch positiv auf den Wiederverkaufswert aus. Vor allem aber ist der 991 der ersten Generation der einzige 911, für den sich ein Ducktail offiziell mit einem Originalteil nachrüsten lässt. Diese Möglichkeit sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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